Beiträge von Eric

    Ist das ernst gemeint? Mit Epoxi den hinsichtlich der Ursache ungeklärten " muffigen Geruch " an einer Haustrennwand absperren.


    Bimssteine oder was immer hier für die Haustrennwand verbaut worden ist, verbreiten auch nach rund 70 Jahren keine Gerüche. Da steckt mehr dahinter und hierfür hat der TE genügend Anhaltspunkte aufgezeigt: Badezimmer mit ehemals defekter Duscharmatur und angeblich stillgelegtes Lüftungsrohr, das nach den Fachregeln bis über Dach geführt werden muss.


    Aber sei´s drum: Augen zu und warten, was nach Anbringung des Epoxis auf dem Sanierputz in der Zukunft passiert?


    Der aufgebrachte Sanierputz ist eh etwas merkwüdig im 1. OG eines Reihenhauses ( siehe Foto im Eingangsbeitrag unter #1 ) . Man kann sich allenfalls vorstellen, dass die Wand nach dem Schaden an der Duscharmatur durch und durch nass war und der Handwerker des TE, nachdem er 7 Jahre später immer noch " Spuren eines Wasserschadens " (sic ) entdeckte, gemeint hat, es handele sich um Restfeuchte und er könne die Entfeuchtung der Wand zur Hausseite des TE, die auch " nach drei Monaten " mit abgeschlagenen Putz zur " Lüftung " noch nicht vollständig trocken war, durch einen hochdiffusionsfähigen Sanierputz forcieren. Insofern: Wenn der TE behauptet, die Wand sei nach dem Abschlagen des Putzes und nach drei Monaten Standzeit vor Aufbringen des Sanierputzes trocken gewesen, ist dies schwer glaubhaft. Denn wenn es so gewesen wäre, muss man sich fragen, was dann der Sanierputz für einen Sinn und Zweck gehabt haben soll. Ein Sanierputz und die hierfür zu verwendende Calciumsilikatfarbe sind sehr teuer. Wer macht das auf einer angeblich trockenen Wand?


    Es kann natürlich sein, dass der Fachbegriff " Sanierputz " vom TE falsch verwandt wird, er in Wirklichkeit nur sagen will, er habe die über drei Monate freigelegte Mauerwerkswand mit einem 08-15 Putz verputzt und er verwendet hierfür den Fachbegriff " saniert " und " Sanierputz ".


    Aber egal: Es riecht jetzt erneut muffig.

    Welche Sanitäreinrichtungen hat das Badezimmer im Nachbarhaus und wo sind die Abwasser- und Wasserrohre verlegt worden? Gibt es Installationspläne vom Badezimmer im Nachbarhaus? Wenn der Nachbar keine Plän hat, gegebenenfalls beim Bauamt Pläne einsehen.


    Notfalls zum Nachbarn gehen und dort im Plan im Beitrag #1 eintragen, wo die Dusche, das Waschbecken und die Toilette angebracht sind. Diesen Plan dann nochmals hier im Forum einstellen.


    Zitat

    Hier ist i( wie ) n allen bauähnlichen Häusern ( der Reihenhäuser ) ein Fallrohr mit Lüftung aufs Dach. Dieses Fallrohr wurde laut Aussage des Nachbarn stillgelegt und wird nicht mehr verwendet.

    Kannst Du das bitte noch weiter präzisieren? Wie und warum soll der Nachbar das Fallrohr, das über Dach entlüftet wurde, stillgelegt haben, wenn dort noch ein Badezimmer ist? Hat er das Fallrohr gekappt und damit die Entlüftung stillgelegt über Dach? Wohl kaum? Üblicherweise wurden dort um 1950 Gussrohre verbaut und die können nach so langer Zeit durchgerostet sein. Das könnte man mit einer Kamerabefahrung des Entlüftungsrohrs von der Dachseite aus klären. Vielleicht ist auch nur die Rohrdurchdringung auf der Dachseite undicht und es läuft Niederschlagswasser auf den Außenseite des Rohrs ( offener Ringspalt ) in die Wand.


    Was ist das für eine Dusche vor der Wand? Eine bodentiefe Dusche oder eine Dusche mit Duschtasse? Wie sind die Wände der Dusche abgedichtet? Normalerweise muß hinter den Fliesen eine Verbundabdichtung vorhanden sein und erst darauf werden die Fliesen verlegt. Wenn die Verbundabdichtung hinter den Fliesen fehlt, kann permanent Spritzwasser an den ( nicht wasserdichten ) Mörtelfugen in die Wand eindringen. Dito über gerissene Silikonfugen, die im übrigen keine Abdichtung sind.


    Ist hinter den Fliesen eine Verbundabdichtung vorhanden, dann ist die Frage, ob die vor 7 Jahren ausgetauschte Duscharmatur wieder lückenlos mit Dichtmannschetten an die Verbundabdichtung angeschlossen wurde. Hierzu müssen üblicherweise alle Fliesen ausgetauscht werden, weil anderenfalls kaum ein lückenloser Verbund der Abdichtung von alt an neu zu erzielen ist. Da reicht dann eine kleine Abdichtungslücke und es dringt ständig Wasser in die Wand ein. Der Nachbar sieht das dann nicht auf Anhieb, weil die Fliesen auf seiner Wandseite angebracht sind. Möglicherweise ist der seinerzeitige Wasserschaden auch nicht fachgerecht und vollständig beseitigt worden. War die Armatur defekt und ist Wasser in die Wand gelaufen, dann hat es nicht ausgereicht, nur die Fliesen um die Armatur auszutauschen. Denn die Feuchtigkeit stand dann in der Wand und kann nur ganz allmählich durch die Haustrennwand ausdiffundieren und zwar - wegen der Fliesen auf der Nachbarseite der Haustrnnwand - zu Deiner Hausseite.


    Zur Abdichtung von Bädern siehe z.B. hier;


    Abdichten


    oder unter Googel " Verbundabdichtung von Bädern " eingeben.


    Die Frage von Frau Maier finde ich ebenfalls aufklärungsbedürftig: Hat Dein Haus Holzbalkendecken? Dann wäre nämlich denkbar, dass Wasser vom damaligen " Armaturenschaden " entsprechend den Gesetzen der Schwerkraft in der gemeinsamen Haustrennwand heruntergesickert, an die Holzbalkendecke gelangt ist und diese durchfeuchtet hat. In diesem Falle würde möglicherweise die Holzbalkendecke an den Balkenköpfen faulen.


    Fragen über Fragen!


    Die Idee, jetzt nur eine " luftdichte " Spachtelmasse aufzutragen, halte ich für ziemlich das Dümmste, was man hier machen kann. Hier muss zunächst die Ursache der Geruchsbelästigung geklärt und diese sodann beseitigt werden. Anderenfalls kann sich die Schadenursache lustig weiter hinter der Spachtelmasse austoben.


    Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass im Badezimmer des Nachbarn etwas nicht in Ordnung ist. Nur was?


    Zur Klärung der Ursache muss ein versierter Sachverständiger hinzugezogen werden. Der muss dann im Ausschlußverfahren alle in Betracht kommenden Schadensursachen abklären. Erst danach kann saniert werden. In Köln könnte ich den öbuv SV Klein empfehlen. Tel.: 0177-6712520.


    Der Nachbar ist nach §§ 1004, 906 BGB mitwirkungsverpflichtet und im Falle, dass die Geruchsbelästigungen von seinem Haus kommen, auf seine Kosten beseitigungspflichtig.

    Noch was; es wurde bereits darauf hingewiesen:


    Wenn das zu sanierende EG Teil einer Eigentumswohnanlage sein sollte, dann stehen alle gezeigten Außenbauteile im Gemeinschaftseigentum. Zuständig für die Sanierung wäre dann hinsichtlich Ausführung und der Kostentragung die WEG und zwar idR nach Miteigentumsanteilen.


    Aber für diese Überlegung erscheint die Sanierungsmaßnahme schon zu weit fortgeschritten. Sie müßte abgebrochen und ein Beschluss in einer Wohnungseigentümerversammlung herbeigeführt werden. Denn für bereits ausgeführte Instandsetzungsmaßnahmen ohne vorherige Beschlussfassung gibt es keine nachträgliche Kostenerstattung durch die WEG!


    Ich würde es jetzt aber zu Ende bringen. Die etwaigen Diskussionen mit den übrigen Wohnungseigentümern über die Art und die Kosten der Maßnahme würde ich mir ersparen. Bringt eh in der Regel nur Theater und zügig fertig werden soll die begonnener Maßnahme ja wahrscheinlich auch noch.

    Zur Klarstellung, weil auch in dem Video von " 30 cm über Geländeoberkante " die Rede ist.


    Die genannten 30 cm beziehen sich auf das " geplante Gelände " und sie sollen spätere Anpassungen/Erhöhungen der Geländehöhe ermöglichen. In der DIN-Norm heißt es aber weiter: mindestens 15 cm über OK Belag/ fertiges Gelände.


    Hier sollen offenbar Platten bis an den Sockel verlegt werden. Also vorher genau ermitteln, wo die OK des Belags liegen wird und von dort die Sockelabdichtung mindestens 15 cm hochführen.


    Das erspart Dir dann die Entfernung von weiteren 15 cm Deines bereits vorhandenen WDVS.


    Hierzu mit der Schlagschnur einen Strich am WDVS abzeichnen und dann das WDVS mit einer Flex o.ä. sauber abtrennen und nach unten hin entfernen. Danach die Vertikalabdichtung mit allen Systemkomponenten nach unten hin bis zur Kellerabdichtung überlappend anbringen. Danach das WDVS wieder anarbeiten. Nach unten möglichst weit bis unter die UK Bodenplatte führen, wenn Du auch noch eine Kältebrücke verhindern willst. Ideal wären nach einer Faustformel ca. 50 - 70 cm nach unten. Im Erdreich als Dämmung Perimeterplatten verwenden.


    Darauf achten, dass dann der Oberputz des WDVS noch einen sog. Feuchteschutz erhalten muss, damit der Putz keine Feuchtigkeit aus dem Boden zieht oder aber Spritzwasser den Putz durchfeuchtet. Hierzu wurde in diesem Forum schon sehr viel geschrieben. Der Feuchteschutz erhält an der Unterseite eine " Plompe " und oben wird er bis mindesten 5 cm über OK Plattenbelag hochgeführt. Damit der Feuchteschutz nicht durch den Plattenbelag, Steine usw. beschädigt wird, läßt Du davor im Zuge der Plattierungsarbeiten usw. noch eine sog. Schutzschicht anbringen, d.h. eine Noppenbahn oder - bevorzuge ich - eine 6 - 8 mm dicke Bautenschutzmatte. Diese wird so zugeschnitten, dass sie bündig mit der Oberkante Platten, Kiestraufe usw. enden wird. Schneidest Du die Schutzschicht erst später bündig ab, dann mußt du vor dem Schneiden ein Blech hinterlegen, damit Du den Feuchteschutz nicht beschädigst/mit durchschneidest!


    Viel Erfolg!

    @carsten_Peter;


    Ich gebe Dir zur ersten Orientierung einen Link, der auf einen Großteil Deiner Probleme eingeht.


    https://www.ziegelindustrie.de/fileadmin/user_upload/pdf/vortrag-Wetzel-Der-vergessene-Anschluss.pdf


    Danach kannst Du dann gerne weitere Fragen stellen.


    Schon einmal vorab:


    Da der Keller nach Deinen Angaben trocken ist und die Kellerabdichtung danach nicht zu beanstanden ist:


    Die Aussage des Handwerkers, der Keller müsse komplett freigelegt und neu abgedichtet werden, ist grober Unfug. Entscheident ist, dass die vom Sockel ( = mindestens 15 cm über OK fertiger Belag ) kommende Vertikalabdichtung bis ca. 15 cm über die vorhandene Abdichtung des Kellers, also überlappend, hinweggeführt wird, Für diese sog. Sockelabdichtung eignen sich flexibele Dichtschlämmen. Ich bevorzuge hierfür für meine eigenen Bauobjekte Weber-tec, Superflex D 24. Hierzu gibt es im Internet ein gut verständliches Anleitungsvideo unter.


    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Wenn der Link nicht funktionieren sollte, unter google eingeben: Video Weber Superflex D 24


    Es ginge aber auch Remmers, Multibaudicht.

    Zitat

    Ich habe in diesem Forum viel über nachträgliche Innendämmung per Injektionsverfahren gelesen.

    Das hast Du bestimmt nicht in diesem Forum gelesen. Denn das wäre sofort als grober Unfug beanstandet worden.


    Vielleicht meinst Du Bauwerksabdichtung. Die ist bei der von Dir gezeigten " Traumimmobilie " mit hinreichender Sicherheit nicht in Ordnung und angesichts der Nachbarbebauung direkt an der beiderseitigen Grenze auch nicht ohne weiteres möglich. Also die Finger von diesem maroden " Alptraum " besser lassen und weitersuchen.


    Das Haus wird wahrscheinlich sehr preiswert angeboten. Das hat dann aber Gründe, die auf den Bildern deutlich zu erkennen sind.

    Pyrate verwendet offensichtlich die Begriffe " wartungsfrei " und " wartungsfreundlich " nicht richtig bzw. versteht nicht, was sie bedeuten.


    Wenn ein Baggerfahrer mit der Baggerschaufel gegen eine Fensterbank "stupst " und die Fensterbank hierbei eingedrückt wird, ist das, was hieraus folgt, keine Wartung, sondern die Repartur eines beschädigten Bauteils. Wenn die Pulverbeschichtung sich vom Aluminium löst, beruht die wahrscheinlich auf einem Materialfehler.


    Wartung ist demgegenüber die Überprüfung und der Austausch von Betriebsstoffen an Verschleißteilen, z.B. der Ölwechsel am Fahrzeug. Bei einer Wartung können Fehler/Schäden entdeckt werden, die dann in einem weiteren Schritt repariert werden müssen.


    Irgendwie wird die Menschheit zunehmend ungebildeter. Schlimm wird´s halt nur, wenn jemand meint, über Begriffe diskutieren zu können, die er nicht versteht/falsch gebraucht. Das ist dann das Ende jeder weiteren Diskussion.


    Am Bau ist es nunmal so, dass Bauteile in einer bestimmten Bauteilebene verbaut werden müssen, um zu funktionieren. In der Ebene darüber werden dann weitere Bauteile fest verbaut und zwar so, dass sich die Verbindung mitunter nicht schadensfrei lösen läßt. Dementsprechend gibt es z.B. noch keinen abnehmbaren und " reparaturfreundlichen " Putz vor der in den Putz eingelassenen Fensterbank. Ist auch nicht nötig, weil, wie meine Vorredner bereits erklärt haben, der Putz bei fachgerechter Ausführung über Jahrzehnte hält, es sei denn es kommt so ein dämlicher Baggerfahrer und reißt die Fensterbank aus dem Putzüberstand an den Laibungen oder die Fensterbank ist so verbeult, dass sie ausgetauscht werden muss, wozu der Putz vor den aufgekanteten Sidebords sogleich mit erneuert werden muss.

    Hier ein Urteil des OLG Düsseldorf, das entschieden hat, dass sich ausnahmsweise aus der Pflicht zur Rücksichtsnahme auf die Interessen, die Rechte und die Rechtsgüter des Auftraggebers und aus der bauvertraglichen Kooperationspflicht ein Anspruch des Auftraggebers gegen den Auftragsnehmer ( = Bautrüger ) auf Vorlage eines Sanierungskonzepts vor Dürchführung der Nachbesserungsarbeiten ergeben kann.


    OLG Düsseldorf, Urteil vom 09.11.2018 - 22 U 91/14
    Auf die Berufung der Kläger wird das Urteil der 6. Zivilkammer des Landgerichts Mönchengladbach vom 07.05.2014 unter Zurückweisung der weitergehenden Berufung…
    openjur.de


    Für nicht sonderlich Interessierte sind nur die Randzeilen ab 311 ff zu lesen.


    Für Interessierte ist das ganze ( längere ) Urteil lesenswert, weil es sehr viele Problempunkte des Baurechts abhandelt. Lesenswert ist insbesondere, wie es dem OLG Düsseldorf gelungen ist, die Anforderungen an den geschuldeten Trittschallschutz durch Auslegung des Vertrags nach §§ 133, 157 BGB herauszuarbeiten und das gewonnene Ergebnis auf den entschiedenen Fall anzuwenden.

    Der Auftragnehmer hat nur ein ihm unter Fristsetzung einzuräumendes Recht ( und selbstverständlich auch die Pflicht ), die Mängel an seinem Gewerk zu beseitigen. Hinsichtlich der Mangelfolgeschäden hat er kein Nachbesserungsrecht, er muss stattdessen Schadensersatz in Geld leisten, wenn er die Schäden an anderen Bauteilen schuldhaft, also mindenstens fahrlässig verursacht hat.

    Zitat

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass einer von denen nicht zugelassenes Material verwendet, weil das dann tausende Häuser quer durch die Bananenrepublik betreffen würde.

    Was für eine Aussage.


    Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass ein großes holländisches Unternehmen aus Gründer der Gewinn-Maximierung Kalksandsteine mit Gipseinschlüssen aus Hochöfen erstellt und diese für den Verbau in Kellerbauwerken freigibt mit dem Ergebnis, dass sich unzählige Bauherren in der " Bananenrepublik " darüber wunderten, dass ihre ( offenbar auch nicht ordnungsgemäß abgedichteten ) Kelleraußenwände Steinabsprengungen aufwiesen. Das hat der Holländer und sein deutscher Rechtsnachfolger allerdings " super " gelöst: Die haben " gemauert ". Aufgabe der Anwälte war es, die Sachen möglichst über die Verjährung zu bringen. Wer geklagt hat, mußte durch alle Instanzen, wenn er den angebotenen mickrigen Vergleich nicht akzeptieren wollte.

    saibot2107


    Interessanter Hinweis. Du zeigst ein Problem auf, das ich in meiner aktiven Zeit - glücklicherweise - nicht hatte. Ich wickele nur noch die angefangenen Fälle ab und danach ist Schluß mit dem kaum noch zu ertragenden und immer schlimmer werdenden Bauchaos.


    Ich hatte nur Fälle , in denen sich die Anforderungen vor der Ausführung geändert haben. Dann konnte noch rechtzeitig gegengesteuert werden. Das Problem war dann auch einfach zu lösen. Der Unternehmer mußte nur rechtzeitig auf die Änderung hinweisen und dem Bauherren eine Mehrkostenberechnung nach § 2 Nr. 5 VOB/B vorlegen. Dann war der Bauherr am Zug und mußte entscheiden, ob er die Änderung mit Mehrkosten haben will oder nicht. Bis zur Entscheidung des Bauherren wurde die Arbeit an dem betroffenen Bauteil eingestellt: Hinweis, Behinderungsanzeige, Mehrkostenanzeige.


    Ein Problem ergab sich nur für die Planer/Unternehmer, die die Änderung nicht angezeigt hatten und dementsprechend nach BGH mangelhaft ausführten.


    Für Dich habe ich hierzu den nachstehenden Link. Dort wird klar unterschieden zwischen dem Stichtag für die bauplanungsrechtlichen und den werkvertraglichen Anforderungen. Insofern würde ich Dir bei Großprojekten immer empfehlen, in den Vertrag, also werkvertraglich, aufzunehmen, dass geplant wird unter Zugrundelegung der aRdT zum Zeitpunkt der Auftragserteilung = Planungs-Soll. Aber aufpassen, das wird mit einiger Sicherheit nicht gehen bei Änderungen mit Auswirkungen auf Gefahren für Leib und Leben. Dann gibt es allerdings einen Nachtrag an die Adresse des Bauherren.


    Änderungen von Regeln der Technik im laufenden Projekt – Welche Auswirkungen auf die Planungsleistung? | Gaßner, Groth, Siederer & Coll.


    Du schilderst jetzt den Fall, dass bereits gebaut worden ist und sich die Anforderungen für bereits fertiggestellte Bauteile ändern. Diesen Fall müßte ich mir in der Kommentierung ansehen. Aus dem Stehgreif würde ich sagen: Auf die Änderung muss sofort hingewiesen werden und der Bauherr hat sodann zu entscheiden, wie er damit umgeht. Er wird wahrscheinlich nicht abreißen und neu bauen lassen. Tut er es doch, dann ist das sein Problem. Denn das Bauzeitenrisiko und die sich daraus ergebenden Folgen von Änderungen trägt der Bauherr. Du mußt nur aufpassen, dass sich vor der Planung oder vor Baubeginn nicht bereits Änderungen abzeichnen ( z.B. Gelbdrucke ). Die absehbaren Änderungen muss und sollte man mit dem Bauherren besprechen und festlegen, wie gebaut werden soll.


    Ist wie beim Arzt: Der muss auch über alle Risiken einer Operation belehren. Tut er es nicht, dann begeht er eine Körperverletzung und wird gegebenenfalls schadensersatzpflichtig.

    Wir können in diesem Forum nicht alles in Frage stellen. Die Abnahme ist eine einseitige rechtsgeschäftliche Erklärung des Auftraggebers und setzt voraus, dass das Gewerk bis auf unwesentliche Restarbeiten fertig gestellt ist und keine wesentlichen ( gravierenden ) Mängel hat. Die Abnahme muss vom Auftraggeber erklärt werden und zwar ausdrücklich in einem z.B. Abnahmeprotokoll oder konkludent ( stillschweigend ) durch ein Verhalten des AG, dem klar und eindeutig zu entnehmen ist, dass er mit der erbrachten Leistung einverstanden und zufrieden ist, z.B. durch bestimmungsgemäße Benutzung des fertigen Gewerks ( wie geht das bei einem Dach? ) oder durch vollständige Bezahlung des Werklohns. Nach BGH muss für eine konkludente Abnahme durch Benutzung eine Frist von ca. 6 Monaten verstrichen sein. Diese Frist ist nicht starr, sondern es kommt auf den jeweiligen Einzelfall an. Darlegungs- und beweispflichtig für die Abnahme ist der Unternehmer, hier also der DDM. Insofern kann man Unternehmern nur immer wieder raten, auf der Abnahmeerklärung des AG zu bestehen. Denn anderenfalls gibt es spätestens bei der Berechnung der Verjährungsfrist Probleme.


    Wenn der TE uns erklärt, dass er nicht abgenommen hat, dann unterstelle ich das zunächst einmal als richtig und mache nicht wie R.B. ein neues " Schlachtfeld " auf. Wird die Sache streitig, müßte es selbstverständlich vom Anwalt des TE zur Absicherung geklären werden. Das Forum führt keine Prozesse und Rechtsfragen dürfen von juristischen Laien hier ohnehin nicht beantwortet werden.


    Richtig ist, dass nach ständiger Rechtsprechung des BGH das Gewerk im Zeitpunkt der Abnahme mangelfrei sein muss, es sei denn ( Ausnahme ) die Parteien haben im Werkvertrag vereinbart, dass für die Mangelfreiheit der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses maßgebliich ist, was allerdings nicht für sicherheitsrelevante Punkte ( Gefahr für Leib und Leben ) gelten dürfte. Ist das Gewerk bei Auftragsvergabe mangelfrei geplant und ausgeschrieben, aber durch geänderte Umstände im Zeitpunkt der Abnahme mangelhaft, dann muss der Unternehmer den Mangel beseitigen. Denn er hätte dies verhindern können, indem er vor der Ausführung auf die geänderten Umstände hätte hinweisen müssen ( analog § 4 Abs. 3 VOB/B ). Wenn die mangelfreie Ausführung teurer ist als die beauftragte Leistung, kann der Unternehmer die Nachbesserung von der Übernahme der Mehrkosten durch den AG abhängig machen. Denn wenn er rechtzeitig auf die geänderten Umstände hingewiesen hätte, die er als Fachmann durch ständige Fortbildung hätte kennen müssen, hätte er die Mehrkosten auch schon vor Inangriffnahme der Ausführung fordern können. Die Mehrkosten ergeben sich aus einem Vergleich der Kosten für die beauftragte ( jetzt mangelhafte ) Leistung und den Kosten, die der Unternehmer bekommen hätte, wenn er richtig ausgeführt hätte, also nur die Differenz und damit schon einmal nicht die Kosten z.B. des Abrisses, höhere Materialpreise ab der Ausführung usw..


    Im vorliegenden Fall spielt dies allerdings keine Rolle, wenn die vom TE genannten Klammern verbaut worden sind, da deren Zulassung im abP bereits in 2019 abgelaufen war ( sofern denn - unklar - die Klammern damals zugelassen waren ) und die an die Stelle des abP getretene ETA deren Anwendung im hiesigen Anwendungsfall nicht zulässt.


    Wenn @saibot als Tragwerksplaner erklärt, dass er nach intensiver Recherche keine Klammern gefunden hat, die für den hiesigen Anwendungsfall eine Zulassung haben, dann gehe ich davon aus, dass dies richtig ist und frage nicht auch noch einen NT-Techniker, ob es vielleicht Klammern gibt, die hierfür möglicherweise zugelassen sind. Irgendwann ist Schluß mit der Prüfung und es kann nicht alles " mit wenn und aber " strubelig gemacht werden.


    Der DDM hat bis zur erfolgten Abnahme zu beweisen, dass sein Gewerk mangelfrei ist. Also kann von ihm verlangt werden, dass er a.) angiebt, welche Klammern er verbaut hat und er hat b) deren Zulassung zu belegen, muss also das Prüfzeugnis vorlegen.


    Wurde bereits abgenommen, dann müsste er dem TE die Unternehmererklärung bereits übergeben haben, anderenfalls muss er sie noch nachreichen. Wurden nicht zugelassene Klammern verbaut, wäre die Unternehmererklärung falsch und dies wäre mit saftigem Bußgeld bewehrt. Bestätigt er dann auf nochmalige ausdrückliche Nachfrage und unter Hinweis auf das Problem ( @Saibot ) , es seien zugelassene Klammern verbaut worden, begeht er einen Betrug. Der wäre nachweisbar, in dem man eine Klammer entnimmt und diese überprüfen lässt. Der DDM muss also selbst wissen, was er tut. Für ihn wäre es besser, wenn er kooperiert und an der Klärung mitwirkt.

    Zitat

    OCH LEUTE,

    habt ihr die AUGEN schon mal auf gemacht?

    Ja und es wurde alles bereits in #31 umfassend tatsächlich und rechtlich gewürdigt.


    Der TE könnte die wesentlichen Teile des Threads mit den Bildern in #3 und #9 ausdrucken und seinem Vermieter vorlegen oder ihm einen Link zu diesem Thread zukommen lassen, sofern der denn hiermit in seinem hohen Alter umzugehen versteht. Ob der das dann versteht und daraus die richtigen Schlüsse zieht? Vielleicht erhält er Unterstützung von jüngeren Mitgledern seiner Familie. Wäre in jedem Fall sinnvoll, bevor der Nachbar mit seinem Unternehmer das spätere Erbe noch weiter ruiniert.

    Zitat

    Kurz: Es ist für mich noch nicht eindeutig geklärt!

    Genau! Es kommt auf den Vertrag des Versicherten mit seiner GKV an und was hierzu in den Versicherungsbedingungen steht. Den Vertrag kennen wir nicht und insofern ist alles, was hier geschrieben wird, Spekulation. Der TE muss die Versicherungsbedingungen lesen und wenn er das aus irgendwelchen Gründen nicht kann, dann muss er sich von seiner GKV beraten lassen.


    Im Grundsatz gilt, dass von der GKV nur Sachleistungen gefordert werden können. Benötigt der Versicherte z.B. einen Rollstuhl, dann wird er von der GKV angeschafft und dem Hilfsbedürftigten leihweise überlassen. Der Rollstuhl ist folglich an die GKV zurückzugeben, wenn kein Bedarf mehr besteht. Die GKV kann dann diesen Rollstuhl einem anderen Hilfsbedürftigen erneut leihweise überlasen, sofern er noch vollständig in Takt ist.


    Ausnahmsweise kann das Kostenerstattungsprinzip gelten. Das Kostenerstattungsprinzip muss dann allerdings entweder schon bei Vertragsabschluß vereinbart worden sein oder ausnahmsweise im jeweiligen Einzelfall gelten, d.h. als Ausnahme in den Versicherungsbedingungen so geregelt sein oder individuell ausgehandelt werden.


    Hier: Die Rampe ( mobil oder fest installiert ? ) dürfte eine größere Anschaffung sein und demzufolge sollte man mit seiner GKV vorher reden, welche der beiden Prinzipien hierfür gilt und welche Erstattungsregeln gelten, wenn man die Beschaffung selbst übernehmen darf.


    Hilfsmittel - Wie läuft die Versorgung? | Verbraucherzentrale.de
    Erfahren Sie hier, wie Sie ihr genehmigtes Hilfsmittel erhalten und was von der Versorgung alles umfasst wird.
    www.verbraucherzentrale.de

    Dann wird es nun darum gehen, wie diese Aussage rechtlich zu verstehen und zu würdigen ist.


    Zitat

    haben uns dann entschieden den Innenausbau selbst mit eigenen Handwerkern zu leiten, sämtliche Materialien für den Innenausbau wurden uns vom Hausbauer gestellt.

    Da wartet noch viel Arbeit für einen Anwalt, der zusehen muss, wem er die Kosten für den Abbruch und die Neuerstellung des Bodenaufbaus anlasten kann unter den ( noch weiter aufzuklärenden ) Stichwörtern Beratungsfehler oder vielleicht auch Planungsfehler des " Hausbauers " und Verletzung von Hinweispflichten der " eigenen " Handwerker, sofern es nicht DiY oder BAT war.


    Parkett raus und einen hochflorigen Teppich mit TSM von 27 dB will der TE ja wahrscheinlich nicht haben.


    Wieder mal so eine " Empfehlung " mit Totalschaden.

    Zitat

    Wo findet sich diese klare und eindeutige Regelung?

    (Für den Fall, dass ich das mal brauchen könnte ...)

    = ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs = Verteilung der Darlegungs- und Beweislast nach Gefahrenbereichen mit zweistufiger Prüfungsreihenfolge, wobei zunächst der Vermieter die Ursachen aus seinem Gefahrenbereich auszuschließen hat, weil er - ohne Rücksicht auf Verschulden - den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache schuldet.


    Lies z.B. hier:


    BGH, Urteil vom 10.11.2004 - XII ZR 71/01
    Auf die Revision der Kläger wird das Urteil des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg vom 6. Februar 2001 aufgehoben. Die Sache wird zur erneuten…
    openjur.de

    Bekotec von Schlüter ist ein System! Damit das System sicher funktioniert müssen alle systemzugehörigen Einzelteile verwandt und fachgerecht verbaut werden. Zum System gehört bei hier verbautem Fließestrich dieser Randdämmstreifen.


    BEKOTEC-BRS/KF | Schlüter-Systems
    Randstreifen mit Klebefuß – für Fließestriche
    eu.schluter.com


    Der Bekotec Randstreifen hat einen Klebebefuß. Dieser wird auf dem Boden aufgeklebt und darauf erst die die Estrichnoppenbahn verlegt. Dadurch wird verhindert, dass der Fließestrich unter a.) die Estrichnoppenbahn und b) gegen den Wandsockel aus GKB läuft.


    Wurde hier nach Bild 2 nicht so ausgeführt. Estrichnoppenbahn ist bereits vorhanden und der Randstreifen mit Klebefuß fehlt. Stattdessen ist nur eine Folie vorhanden, der es bei Verwendung des Bekotec Randstreifens nicht bedurft hätte.

    Sehe gerade auf dem Bild 1: Der Randstreifen zur Entkopplung des Bodenaufbaus von den Wänden, wurde entgegen den Fachregeln offenbar bereits vor Verlegung des Parketts abgeschnitten. Das kann es dann schon gewesen sein, wenn der Parkettleger mit dem Kleber und oder dem Parkett bis gegen die aufgehenden Wände gekommen sein sollte.


    Auf Bild 2: An den Wänden ist eine Folie zur Verhinderung von Feuchteeintrag aus dem Estrich in die Wände angebracht. Aber wo ist der Randstreifen. Erst vor dem Estrichverguß bis zur UK der Estrichnoppenplatte eingebastelt?

    Im Prinzip ist der Aufbau nicht schlecht. Ich hätte vielleicht nur daran gedacht, die Deckenunterseite an Federschienen schallentkoppelt abzuhängen. Hier wurde offenbar die Unterdecke direkt mit Latten und GKB an den tragenden Deckenbalken verschraubt.


    Ich würde zunächst einmal die Ausführung auf etwaige handwerkliche Mängel überprüfen lassen. Ein Bauphysiker kann ziemlich exakt ermitteln, welchen Schallschutz der vorhandene Aufbau bei handwerklich mangelfreier Ausführung hätte erreichen müssen. Durch bauakustische Messung wird dann ermittelt, welcher Schallschutz tatsächlich vor Ort erreicht wurde = Soll- Ist-Vergleich.


    Klären kann der Bauakustiker dann auch, wo die Schwachstellen sind bzw. welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt..


    Gemessen werden mehrere Räume. Pro Raum hat mich das in der Vergangenheit rund 800,00 € pro Raum gekostet, also überschaubar. Man kann und sollte die Kosten vorher im Sachverständigenbüro abfragen.


    Der Bauakustiker meines Vertrauens ist das Sachverständigenbüro bsp, Düsseldorf, dort Dipl.-Ing. Straetmans. Er hat eine eigene Mess-Abteilung und muss hierfür nicht einen SUB hinzuziehen.


    Ob es auch in Leverkusen einen geeigneten Sachverständigen gibt??

    Am Anfang steht die Klärung des Sachverhalts und erst dann kann eine Lösung entwickelt werden.


    Was wir bislang mitgeteilt bekommen haben:


    1. Der Nachbareigentümer hat Baumaßnahmen an der Fassade seines Hauses und (!) an der freistehenden Giebelwand des Hauses des Vermieters des TE ausgeführt. Das sieht man auf den Bildern in den Beiträgen #3 und #19. Das durfte er nur mit vorheriger Zustimmung des Vermieter-(eigentümers ) des TE. Auf der Giebelwand wurden Putzarbeiten ausgeführt. Die neu verputzen Flächen sehen danach aus, dass die Giebelwand vorher breiter war. Bild in #3 sieht danach aus, dass die Giebelwand vorher dicker war und diese vom Nachbareigentümer mit einem Horizontal- und einem Vertikalschnitt mit einem Schneidegerät ( z.B. Flex ) verschmälert worden ist. Vielleicht war dort auch eine Aufdopplung.; die Ursituation ist jedenfall verändert und es befindet sich jetzt dort ein Wandrückspung, der ( zum Ablauf des Fassadenwassers ) mit einer Putzschräge versehen worden ist. Das ist allerdings alles noch " unfertig ", denn die Einschnitte in die Giebelwand sind noch deutlich zu erkennen. Dort kann Fassadenwasser und etwaiger Schlagregen in die Giebelwand eindringen und dies durchfeuchten. Außerdem fehlt dort noch der Oberputz und der Anstrich.


    Hierum würde ich mich als Vermieter des TE als erstes kümmern!


    2. Laut TE war bis zu der Nachbarbaumaße keine Feuchtigkeit im Gäste-WC festzustellen. Das indiziert die Nachbarbaustelle als Schadensursache.


    3. Der Vermieter hat offenbar seine Gebäudeversicherung unterrichtet und die hat einen Gutachter ins Gäste-WC beordert, der aber keinen Leitungswasserschaden festgestellt hat. Also war die Gebäudeversicherung schon einmal raus aus der Sache. Die Klärung, welche andere Ursache die Feuchtigkeit hat, war nicht deren Aufgabe. Insofern sind etwaige Vermutungen des Gutachters der Bebäudeversicherung völlig belanglos ( er hat aber auch auf die Arbeiten des Nachbarn an der freistehenden Giebelwand des Vermieters getippt ).


    4. Weitere Gutachter waren offenbar bislang zur Untersuchung nicht vor Ort, weder solche des Nachbarn, des Bauunternehmers des Nachbarn und/oder des Vermieters. Es gibt offenbar nur Mutmaßungen über die Ursachen der Feuchtigkeit im Gäste-WC. Der Vermieter ist schon älter und offenbar selbst Laie. Er sieht den TE als Verursacher und meint der habe nicht ausreichend gelüftet und geheizt. Das der Nachbar an seiner Giebelwand gearbeitet hat, sieht er nicht. Da wurde verputzt und allein das kann schon zu viel Feuchtigkeit in die Giebelwand eingebracht haben.


    5. Der TE ist Mieter! Bei einem Streit über die Ursachen und die Verantwortlichkeit fü Feuchtigkeit in einer Mietwohnung ist die Darlegungs- und Beweislast klar und eindeutig geregegelt:


    a.) Zunächst hat der Vermieter darzulegen und im Streitfall zu beweisen, dass die Substanz des vermieteten Gebäudes mangelfrei ist, d.h. die Außenfassade keine Risse oder sonstige Schwachstellen hat, an wasserführenden Rohre beschädigt sind, das Haus so gedämmt ist, dass unter Berücksichtigung der Baualtersklasse und etwaiger späteren Modernisierungen kein Tauwasser auf der Innenseite der vermieteten Wohnung entstehen kann, wenn der Mieter die Räume vertragsgemäß nutzt, d.h. sie dem Baualter gemäß heizt und lüftet, usw. usw.


    b.) Erst wenn der Vermieter alle baulichen Mängel ausgeschlossen hat, muss der Mieter darlegen und beweisen, dass er die Wohnung vertragsgemäß genutzt, also ordnungsgemäß geheizt und gelüftet hat. Vom Mieter wird allerdings nur das übliche Nutzerverhalten gefordert. Er muss also nicht gegen eine marode Bausubstanz heizen und z.B. den Raum mit 25° heizen und mehr als 2 - 3 Mal lüften, um Kondensat an den Außenwänden zu verhindern.


    Die Rechtslage ist also klar. Der Sachverhalt ist hingegen unklar; der Vermieter hat bislang noch nicht einmal dargelegt, wie er zu der Behauptung kommt, dass falsches Nutzerverhalten schadensursächlich ist und dies ungeachtet der Indizienlage ---> Arbeiten des Nachbarn an seiner Giebelwand!


    6. Was kann der TE jetzt tun, nachdem sein Gäste-WC aufgeschlagen worden ist und der Vermieter erklärt hat, er tue nichts mehr und es sei jetzt Aufgabe des TE, das Gäste-WC wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen?


    a.) Der TE könnte jetzt selbst einen Sachverständigen mit der Ursachenerforschung beauftragen. Möglicherweise hat er eine Haftpflichtversicherung und kann diese zur Klärung einschalten. Denn der Vorwurf des Vermieters geht ja dahinn, dass der TE durch sein Verhalten Vermietereigentum beschädigt --> also Haftpflichtschaden!


    Die Haftpflichtversicherung müßte dann den Anspruch entweder abwehren oder regulieren, sog. negative Feststellung. Das kann sie nur, wenn sie einen eigen Gutachter zur Klärung beauftragt. Ist der Vermieter verantwortlich, was ja auch dann der Fall iwäre, wenn er sich nicht gegen etwaige durch den Nachbarn verursachte Schäden wehrt, wird die Haftpflichtversicherung ihn für die Gutachterkosten in Regress nehmen ( cessio legis --> die durch falche Verdächtigung des TE verursachten Gutachterkosten gehen vom TE auf die Versicherung über ).


    b.) Der TE könnte die Miete mindern mit der Begründung, er sei für die Feuchtigkeit nicht verantwortlich. Dann ist der Vermieter für das Gegenteil beweispflichtig, was er aber auch jetzt schon ist ( s.o. ). Die Minderung bringt aber keinen Erfolg in absehbarer Zeit. Möglicherweise klagt der ahnungslose Vermieter auf Zahlung der vollen Miete und der TE muss sich dann als Beklagter damit verteidigen, dass er wegen eines baulichen Mangels zu Recht gemindert hat. Dann müßte das Gericht klären, ob der TE verantwortlich ist, aber auch nur und erst dann, wenn der Vermieter bewiesen hat, das kein baulicher Mangel vorhanden ist. Das kann Jahre dauern.


    c.) Der TE könnte im Hinblick auf die Feuchtigkeit und etwaiger hiermit einhergehender Gesundheitsgefahre ( z.B. Schimmel ) das Mietverhältnis fristlos kündigen. Das sollte er aber erst dann tun, wenn er dem Vermieter eine Frist zur Wiederherstellung des Gäste-WC´s gesetzt hat und dessen Zustand vor dem Auszug dokumentiert hat.


    In Betracht kommt also eher eine ordnungsgemäße Kündigung mit Kündigungsfrist von 3 Monaten. Dann kann der Vermieter nicht kommen und drei Monatmieten einklagen mit der Begründung, es habe keinen Grund zur fristlosen Kündigung gegeben.


    Krux bei der Kündigungslösung: Die Ursache der Feuchtigkeit wird nicht geklärt. Der TE verliert beim Auszug auch noch das Beweismittel = die feuchte Wohnung. Der Vermieter könnte auf Schadensersatz klagen mit der Begründung, der TE habe die Wohnung durch falsches Nutzerverhalten beschädigt. Muss der Vermieter aber auch dann erst einmal beweisen.


    Der TE kann bei Kündigung die Kostzen des Umzugs und die Kosten einer etwaigen teureren Vergleichswohnung nicht mit hinreichender Aussicht auf Erfolg durchsetzen.


    7. Also " Hangepartie ", weil keiner der Beteiligten bereits ist, die Ursachen der Feuchtigkeit durch ein Sachverständigengutachten zu klären. Daraus resultiert ein Risiko für alle, wobei das Risiko für den Vermieter m.E. am Höchsten sein dürfte.


    Mit dem Vermieter reden und ihm die Sach- und Rechtlage verdeutlichen??? Ob das hilft?

    ... und Absicherung durch verlängerte Mangelbürgschaft eine Bank oder Versicherung auf mindestens 10 Jahre, die dem TE offenbar ausreichen, auch wenn die übliche Lebenserwartung einer mit Fliesen belegten Terrasse deutlich höher ist.


    Zitat

    Wenn dann sogar zusätzlich noch eine Überdachung aufgebaut wird, was soll dann noch passieren? Und was ist die Konsequenz daraus?

    Das wäre dann ein anderer/neuer Fall. Wenn die Terrasse durch eine Überdachung vollständig gegen Niederschlagswasser geschützt werden sollte, erübrigen sich jedenfalls die hier diskutierten Probleme einer etwaigen Hinterfeuchtung der auf der zwischenzeitlich vorhandenen Betonbodenplatte verlegten Steinzeugfliesen und deren Absprengung bei Frost. Warum es in diesem Fall noch eines Gefälles bedarf??


    Insofern: Der Thread ist angesichts sich ständig ändernder Ausgangsparameter ziemlich " Banane ".

    Die Frage verstehe ich dahingehend, dass sie den TE zum eigenen Nachdenken anregen soll.


    Er hat geschrieben: Nö, der hinzugezogene Maurermeister habe ihm am Samstag empfohlen, den Putz an einer Stelle zu entfernen und nachzusehen, ob das Mauerwerk trocken ist. Das kann der TE aber vergessen, weil man bereits auf der Außenseite der Giebelwand Anzeichen von Feuchtigkeit sieht und zwar - so der TE - ab Höhe der Decke zum Spitzboden. Also raum- und außenseitig feucht und dies offenbar schon seit vielen Jahren.


    Mithin wäre es wahrscheinlich besser, mehrere Bohrkerne in unterschiedlicher Tiefe entnehmen und einer CM-Messung unterziehen zu lassen. Die Ergebnisse mag man dann kartieren und qualitativ bewerten.


    Möglicherweise gibt es ( zufällig ) sogar mehrere Ursachen.

    " In Deutschland hättest Du Anspruch .... ".


    Wohl kaum. Denn es scheint nach den Bildern ein sehr altes Haus zu sein und in diesem Fall ist nach BGH darauf abzustellen, ob die Schallschutzanforderungen im Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes eingehalten sind. Vor rund 100 Jahren war Schallschutz von haustechnischen Anlagen noch kein gewichtiges Thema. Also käme es wohl darauf an, ob der Eigentümer der Wohnung oben - im eigenen Interesse - freiwillig mitwirkt.


    Skeptiker: Ich habe mit meiner Frage nicht gesagt, dass das, was der TE in seiner Wohnung fabriziert hat, in Bezug auf die Schutzziele Standsicherheit, Schall- und Brandschutz, die auch außerhalb der BRD gültig sein sollten, in Entwicklungsländern vielleicht aber auch nicht, funktioniert. Deshalb habe ich auch von " zulässig " geredet. Mitunter sollen Fragen an die TE´s einfach nur dazu anregen, selbst nachzudenken.

    Putz partiell entfernen zur Prüfung hilft wahrscheinlich nicht. Besser wäre die Entnahme von Bohrkernungen in unterschiedlichen Tiefen, um sicher festzustellen, ob die Feuchtigkeit nach außen abnimmt ( dann Kondensat ) oder zunimmt ( dann kommt die Feuchtigkeit eher von der Außenseite ).


    Wenn es Kondensat sein sollte: Wer sagt der an der zu kalten Außenwand entstehenden und und von dort durch Belüftung in der Raumluft aufsteigenden Feuchtigkeit, dass sie nur in dem offengebliebenen Spalt der alukaschierter Dämmung/Wand nach oben in den Spitzboden und nicht auch seitlich in die Kehlbalkenlage ( Holzdecke ? ) eindringen und auch diese durchfeuchten darf?


    Hier wurde offenbar falsch gedacht. Zunächst war die Ursache de feuchten Wand unterhalb der Decke zum Spitzboden zu klären und zuverlässig zu beseitigen und erst dann die Decke zum Spitzboden zu dämmen. Aber wohl eher nicht mit alukaschierten Dämmplatten, da diese dampfdicht sind und daher jede kleinste Luft-Leckage in der Dämmebene zur selbstkompostierenden ( Holzbalken?- ) Decke führen kann.


    Einfach mal überlegen, was passiert, wenn feucht warme-Raumluft in eine unperfekte dampfdichte Dämmebene gelangt und dort wegen der oberseitigen Alukaschierung nicht zuverlässig ablüften kann: Dann ist es an der Unterseite der spitzenbodenseitigen Alukaschierung kalt und dann wird die eingedrungene feucht-warme Luft wahrscheinlich sagen, dass es ihr dort gefällt und sie sich zu Wasser umwandeln soll.


    Die Bilder in #9 deuten darauf hin, dass auch die Unterseite der Decke durchfeuchtet ist. Öffnen und prüfen.

    Bild 1 sieht nach einem dünnwandigen Kunststoffabwasserrohr aus. Es kommt aus der mit einem Strohgeflecht abgehangenen ( Holzbalken?-) Decke der darüber liegenden Wohnung des Nachbarn und verspringt dann in dem Wandschlitz entlang der beiden orange-farbenen Linien in der Wand nach unten. Der hierzu geöffnete Wandschlitz wurde bis press unter das Rohr wieder zugemauert und der Mauermörtel bis gegen das neue Abwasserrohr geführt. Laut Angabe wurde ( später ) nur der auf dem Bild 1 zu sehende Teil des Abwasserrohrs mit einem Geberit-Dämmschlauch gedämmt.


    Das war dann leider nix:


    Das dünnwandige Kunststoffabwasserrohr hat Kontakt zum Mörtel und zu den Steinen und dementsprechend übertragen sich die Fließ- und Spülgeräusche des Nachbarn in die Wand ( Körperschalbrücke ) und sie strahlen von dort - trotz der vorgesetzen " Box aus Gipskarton " - als Luftschall in Deine Wohnung ab. Das Abwasserrohr hätte auch in der Wand, eventuell bis runter zur Grundleitung gedämmt werden müssen, d.h. der Wandschlitz hätte geöffnet und das Abwasserrohr auch in der Wand gedämmt bzw. gleich in SLM + Dämmung bis hoch zum Nachbarn ausgetauscht werden müssen oder aber es hätte vor die Wand verlegt, gedämmt und mit einer Schachtwand verkleidet werden müssen. Die " mit Isolierwolle ausgestopfte Box aus Gipskarton " hat also nichts gebracht, weil das Abwasserrohr Körperschallbrücken zur gemauerten Wand hat. ,


    Bild 1 sieht auch in Bezug auf den Brandschutz zum darüber liegenden Nachbarn und dem " angeknapperten " Sturz über dem Fenster ziemlich abenteuerlich aus. Aber das Gebäude befindet sich ja in " nicht BRD " und dort könnte das ja so zulässig sein??

    Die alukaschierte Dämmung ( = Dampfsperre ) im Beitrag #12 auf dem Fußboden im Spitzboden und der nicht luftdicht ausgebildete Abgang vom Spitzboden in das DG könnte auch ein Problem sein: feucht-warme Raumluft aus den unterliegenden Geschossen ( = offenbar Treppenhaus ) könnte in den unbeheizten und ungedämmten Spitzboden aufsteigen und dort an der freistehenden Giebelwand im Spitzboden und an den nicht luftdichten Dämmplattenstößen ( auch unterseitig abgeklebt ? ) oder an etwaigen nicht luftdicht ausgebildeten Anschlüssen der alukaschierten Dämmplatten an die Giebelwand als Tauwasser ausfallen. ist die Kehlbalkenlage, insbesondere etwaige in die Giebelwand einbindende Balken, trocken?


    Insofern durchaus sinnvoll:


    Zitat

    Als billigste Variante würde ich ggf mal die Spitzboden Dämmung in dem Bereich öffnen, um hier ggf eine "Wasserlauf" auf die Spuren zu kommen.