Beiträge von Kalle

    Ist zwar ein etwas schiefer Vergleich, aber VW bezahlt die Zulieferer für den Golf doch auch nicht erst, wenn das Auto verkauft wurde oder Apple die Produzenten des IPHONES.

    VW setzt auf Supply-Chain-Management da läuft das eh komplett anders. Apple hat eine Pull-Strategie, in gewisser Weise Produziert Apple auf dem "pull", der Nachfrage aus seinen Verkaufsläden. In meinen Augen von der Basis schon wenig vergleichbar.


    Den Einwand mit den Zahlungsverpflichtungen des Unternehmers kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Das ist doch in der Wirtschaft vollkommen normal, dass ein Unternehmen finanziell in Vorleistung gehen muss.

    Zu Beginn des Vertrages ist das Risiko auf beiden Seiten identisch. Der Kunde befürchtet sein Geld zu verlieren, der Unternehmer befürchtet seine Leistung nicht bezahlt zu bekommen. Für beide Fälle können Absicherungen von beiden Parteien vorgenommen werden oder man trifft sich gemeinsam in der Mitte. Da sind wir wieder bei dem "generellen" Misstrauen, Vorsicht oder wie man es nennen will. Dein Risiko ist mein Nutzen und mein Risiko ist dein Nutzen. Vielleicht ist der Unterschied der uns teilt, der, dass ich beide Parteien gerne auf gleicher Stufe betrachte. Das mag kontrovers sein und vielleicht nicht ganz verständlich.

    Der oben zitierte Absatz allerdings deckt sich so gar nicht mit meinen jetzt immerhin schon 14 Jahren Berufserfahrung überwiegend im Ingenieurbau.

    Individualbau? Also mit wenig Standarisierung? Glaube ich dir. Wenn ich mal etwas "ungewohntes" verplanen muss passen die Schätzungen auch nicht immer. Von meinem Kernbereich kann ich dir aber relativ genau sagen, wo ein Projekt nach Woche X ist. Das passt nicht immer weil Krankheit, SW oder Überraschungen nicht kalkulierbar sind, aber allein für den Blick ins Jahr ist es ja wichtig zu wissen wo stehen die Projekte.


    Wenn ich 8 Wochen kalkuliere aber 12 Wochen brauche, dann habe ich ja ein Problem. Ändert nichts an der Tatsache das man dann 12 Wochen braucht aber das gibt ja das Signal für weitere Projekte. Denn nichts ist schlimmer als alles anzufangen und nichts fertig zu machen.

    Dafür braucht es aber doch keinen Zahlungsplan, das kannst du über Abschlagsrechnung regeln.

    In meinen Augen schon. Warum? Damit allen beteiligten klar ist wann und was zu erwarten ist. Ich gebe Dir recht dass man es über einen Abschlag lösen kann. Aber selbst wenn ich da reinschreibe: X Abschläge für X Leistungen habe ich am Ende eine Art Zahlungsplan. Ich finde das auch absolut nichts schlimmes. Schlimmer finde ich ohne Kenntnis einen Abschlag rauszuhauen, der Kunde öffnet es und fragt sich "Wieso jetzt?". Kann man alles beim Auftragsgespräch ansprechen, aber meine Erfahrung ist: Der Mensch ist vergesslich. Wenn es geschrieben steht kann es nicht in Vergessenheit geraten.


    Bei so einem Konstrukt kann es passieren, dass der Zahlungsstand dem Leistungsstand davonlaufen, was im Falle eines Falles dem Verlust der Zahlungen gleich kommt.

    Das gilt in umgekehrter Richtung genauso. Wobei anzunehmen ist dass der Endverbraucher weniger Zahlungsverpflichtungen nachzukommen hat, als ein Unternehmen. Da sind wir wieder an dem Punkt den R.B. angesprochen hat. Zahlungsmanagement. Gehen wir mal von einem seriösen Zahlungsplan aus und einem organisierten Unternehmen, dann sehe ich es als sehr wahrscheinlich an, dass das Unternehmen ab Baustellenbeginn schon sehr genau sagen kann wo es nach 1 Woche oder 3 Wochen der Maßnahme ist.

    Das Ablehnen von Anzahlungen/Vorauszahlungen vor Beginnn der Arbeiten hat doch nichts mit Misstrauen zu tun oder dem Verdacht das der Handwerker das Geld für andere Zwecke verwendet .

    Insbesondere Verbraucherschützer raten aus Selbstschutz davon ab.

    Wenn ich mich richtig entsinne ist es bei einem Kauf einer Immobilie z. B. so gelagert dass nach Abschluss des Kaufvertrages eine Courtage fällig wird. Dort hast du eine Leistung erhalten und bezahlst dafür. Wenn dir der Handwerker ein Gerüst hinstellt oder das Material - insbesondere in der derzeitigen Lage - zur Abwicklung liefert, dann ist das keine Leistung die nach dem Prinzip "Zug um Zug" abzugelten ist? Der HW hat erst Anspruch darauf wenn er das Werk erschaffen hat? Das ist doch schlicht quatsch.


    Vor was willst du denn dich Selber schützen? Davor dass du eine Leistung erhalten hast? Ja auch eine Materialbestellung verursacht Kosten und gehört genauso zum Leistungsbild eines HW, wie das Einschlagen eines Nagels. In 2022 werden wir massive Probleme mit JiS bekommen, ergo werden wir in der Warenbeschaffung umdenken müssen. Spendierst du den HW die notwendige Liquidität 3 oder 4 Aufträge vorzufinanzieren? Oder ist dass dann Party der Lieferanten? Valuta von 3 Monaten zu geben oder Dergleichen? Das mag ja auf den größeren Betrieb noch anwendbar aber doch nicht für die reguläre Struktur im HW von 6 Mann oder weniger.


    Dein Unternehmen kann noch so solide geführt sein, u. U. reicht schon der Zahlungsaufwand bei einem großen Projekt, um eine wirtschaftliche Schieflage Deines Unternehmens zu bewirken.

    Das Unternehmen trägt nicht genauso das Risiko bei seinen Kunden? Der Unternehmer der böses Wolf und die Verbraucher die armen Lämmer.....


    . Als Gläubiger, der eine Anzahlung für ein Dachflächenfenster getätigt hat, stehe ich dann in der Regel ganz am Ende der Liste und sehe meine Anzahlung wahrscheinlich nie wieder...

    Na über was reden wir jetzt? Ich kann ja verstehen dass man polarisierende Beispiele benutzt um die Argumentation zu untermauern aber das führt die Diskussion auch ins Abseits. Keiner sprach von Anzahlungen und sicherlich nicht bei Materialien mit einem durchschnittlichen Warenwert von unter 1000 Euro...


    Im Gegenzug könnte man sagen, das Unternehmen traut den AG nicht und hält ihn im Vorfeld für einen Drittelfinanzierer.

    Nein das Unternehmen erkennt an, dass eine HW Leistung eben nicht NUR aus dem Verarbeiten von Rohstoffen gehört. Wir sind nämlich nicht mehr in 1990. Was passiert denn am Markt? Material wird überall künstlich verknappt. Was hat das zur Folge? JiS Funktioniert nicht mehr und der HW ist gezwungen Lagerkosten wieder hochzufahren. Anstatt das also im Lager zwischen zu parken was betriebswirtschaftlich völlig sinnbefreit ist. Können viele Sachen direkt beim Kunden vorlagern. Was habe ich dann noch? Das Zahlungsziel. Kann ich jetzt schon undurchsichtig einfach in so eine generelle Preiserhöhung einrechnen wie es gerade gefühlt 90% der Industrie macht. Oder aber ich spreche offen mit dem Kunden und sage ihm: Du bekommst eine Leistung und dafür darfst du bezahlen. Thats It

    Wir handhaben es so und fahren entgegen der hier vertretenden Meinung recht gut damit. Ich glaube ich hatte noch keinen Kunden der jemals das Gefühl hatte ich wollte Ihm etwas böses oder ihn benachteiligen für meinen eigenen Vorteil.


    Ich finde dieses generelle Misstrauen auch zeitweise als anstrengend. Wenn man ein Projekt miteinander beschreitet, dann empfinde ich es zu mindestens Grotesk wenn dieses auf nicht vorhandener Sympathie und vollem Misstrauen fußt. Um Deine Frage zu beantworten: Ja kannst du, es kommt aber massiv auf dein Auftreten und die Vita an.

    Ich hab mir da gedacht, dass diese Art eine relativ kurze Halbwertzeit haben wird. Spätestens dann, wenn VR massentauglich realitätsnah umzusetzen ist. Aber bis dahin ist es eine recht simple Idee.

    Sorry aber mit der Argumentationskette kommst du zumindestens bei mir nicht weit.


    Du hast einen Auftrag erteilt und möchtest nun Dritten das Überhelfen was du selber versäumt hast? Und das auf eine Art und Weise die nur dazu führen kann auf der Gegenseite Ablehnung zu erhalten.


    Gang zurück und einfach das Ziel definieren, damit Dir Dritte auch eine passende Lösung anbieten können.


    Ich hätte es im ersten Schritt vermutlich mit patinierten Blei von oben gelöst. Aber sofern regensicher ist die Wahl welche Methode nicht anzufechten.

    welche Arbeiten sollen denn durchgeführt werden?

    Abdichtungsarbeiten. Verlegen von EPS Dämmung, erstellen einer EPDM Abdichtung, herstellen eines Gründaches.



    Wird das Gebäude auf mehr als 12 °C und mehr als 4 Monate im Jahr beheizt?

    Entzieht sich meiner Kenntnis. Aber: Trifft das nicht auf ziemlich viele Gebäude zu? Allein schon aufgrund von Frostschäden an Leitungen z. B.?

    Moin,


    wir führen demnächst ein Projekt durch in dem es "streitigkeiten" hinsichtlich der einzuhaltenden Werte im Dachbereich (Flachdach) gibt. Es handelt sich um ein Technik- und Lagergebäude ohne Aufenthaltsräume. Für mich also per Definition ein nicht Wohngebäude.


    Das zu planende Architekturbüro sagt: Keine Vorgaben hinsichtlich U-Wert einzuhalten


    Ich bin da jedoch skeptisch, weil sich für mich das GEG in der hinsicht anders liest. Was meint Ihr?


    LG

    In welchem Zusammenhang steht eine Kaminverwahrung als regelmäßig höchster Punkt im Dach? Geht es da um galvanische Korrosion? Nun baue ich dir eine Zinkrinne an, aus Kostengründen, und streichen sie mit einem Schutzlack. Fehler gemacht? Natürlich nicht.

    Forderung: Beständigkeit (Zusammenbau verschiedener Metalle vermeiden, ansonsten Trennschicht.

    Bei verw. verschiedener Metalle muss in Fließrichtung des Wasser Korrosion ausgeschlossen sein.

    Und noch mal die Frage: Das Standrohr verfügt über eine Gummidichtung, direkter Kontakt nicht vorhanden. Ebenfalls ist auf der Innenseite ein Korrosionslack aufgebracht. Also besteht aktuell nur zwischen Fallrohr und Standkappe durch Raureif ein möglicher Austausch der Kupferionen. Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann braucht es für eine Korrosion mindestens das Medium Wasser. Wie lange bleibt vertikal noch mal Wasser stehen?


    Ich sage ja gar nicht, dass man das so machen sollte. Nur halte ich die Schlussfolgerung für falsch, wenn man damit argumentiert es würde zu einer galvanischen Korrosion kommen und deshalb ist das falsch.



    sind gussrohre nicht innen beschichtet? oder war das so vor 20 jahren?

    Sind Sie heute noch ;)

    Also mal unabhängig von der Optik. Wo steht dass ich z.B. ein Stahlguss Standrohr mit einer wenige my dicken Verzinkungsschicht nicht verbauen darf? Und ja mir sind galvanische Gesetze bekannt.

    Nehmen wir an, der Ziegel hält 60, de Betondachstein nur 30 jahre.

    Da wäre dann bei der Eindeckung mit Beton die Energie zur Herstellung 2x anzusetzen + die Energie für den Austausch.

    Der in 30 Jahren produzierte und benötigte Betondachstein wird evtl. nicht mehr mit dem Energiebedarf auf fossilen Brennstoffen produziert? Du nimmst an, was heute produziert wird, wird in 3 Jahrzehnten noch genauso produziert. Das glaube ich schlicht nicht.


    Wie lange hält ein Betondachstein, wie lange ein engobierter Tochdachziegel?

    Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es dort perspektivisch keinen wirklichen Unterschied. Die heutigen Dächer sanieren wir nicht weil der Deckwerkstoff kaputt ist. Biberziegel, Hohlpfannen aber auch Betondachsteine liegen schon 60 Jahre und länger auf dem Dach und vermutlich werden sie nochmal die selbe Zeit überdauern können.


    Wir können ein in Bitumenstanzdocken gedeckten Betondachstein nicht mit einem heutigen Betondachstein vergleichen. Andernfalls müssen wir sämtliche Umwelteinflüsse für einen Vergleich "gleich" stellen und selbst dann hast du aus fertigungstechnischem Fortschritt immer noch einen Unterschied.

    Man sollte aber nicht nur Fertigungsverfahren bis zur Eindeckung berücksichtigten, sondern auch die Haltbarkeit. Ein Tondachziegel dürfte eine deutlich längere Lebensdauer haben, als ein Betondachstein.

    Weil? Sich die Engobe nicht abwäscht? Die Lebensdauer ist doch kein Argument, da beide letztlich einem Recycling zuzuführen ist. Selbst 30 Jahre Nutzdauer würden sich positiv auf die Bilanz auswirken.

    und auch die Mineralwolle hat überhaupt kein Problem mit den HWF-Platten.

    Das schrieb ich auch nicht. Nicht die MiWo hat ein Problem, sondern der Wassertransport durch die HFD-Platte macht Probleme.

    Wer kommt denn auf sowas?

    Ich glaube es statt in der Quadriga als auch Empfehlung der Hersteller. Finde aktuell aber nichts schriftliches, aber mal ganz einfach nachgedacht:


    Der Feuchtetransport findet nicht durch Diffusion statt, sondern durch eine Kapillarität innerhalb zweier sorptiver Stoffe. MiWo gehört allgemein nicht zu einem sorptiven Dämmstoff. Die Zellstruktur einer Mineralwolle kann den "Wassertropfen" nicht halten. Bedeutet der Tropfen folgt der fädenartigen Struktur der MiWo. Das muss aber nicht bedeutet, dass die HFD-Platte diesen Tropfen sofort zum weiteren Transport bindet. Herabsackende Tropfen können also "sorptiv" nicht weitergegeben werden bei der MiWo.


    Wo kommt nun die Energie her, diesen Tropfen wieder ein ein Gasmolekül zu verwandeln? Du sprichst es doch selber an, wie sich die Tempkurve auf den Ausfall von Kondensat auswirkt. Deshalb verwenden wir HFD nur in Kombi mit sorptiven Dämmstoffen. Ob nun Zellulose oder flexiblen HF.

    So würde der Aufbau funktionieren, wenn ich unter die vorhandene Gipskartonplatte eine weitere Gipskartonplatte schrauben würde.

    Nein, wird er nicht.


    1. Punkt MiWo hat direkt an einer HFD-Unterdeckplatte nichts zu suchen. Hier gehört ein anderer Dämmstoff (Holzfaser) mit mind. 40mm hin.

    2. Punkt Bei deiner Rechnung bleibt sämtliche Konvektion unberücksichtigt. Da werden nur Lamda-Werte miteinander ins Verhältnis gesetzt.


    Lass dich bitte, wenn es schon um Konstruktion ohne Langzeiterfahrung geht, bauphysikalisch beraten.