Zu allererst sollte man aber die Teilungserklärung lesen und sich im Wissen um die eigenen Eigentumsanteile juristisch über die eigenen Möglichkeiten unter diesem Umständen beraten lassen. Außerdem würde ich mich bemühen, die Miteigentümer persönlich kennenzulernen, denn Jura und menschliche Realität können deutlich auseinander klaffen.
Das, was im abschließenden individuellen SanierungsFahrPlan „ISFP“ nach einer professionellen Energieberatung steht, vermutlich also:
- Verbesserung der Wärmedämmung der Gebäudehülle
- Modernisierung / Effizienzsteigerung der Heizungsanlage
Aber praktisch immer auch:
- Neubau Elektroanlage
- Neubau Sanitäranlage in der Wohnung
Teilungserklärung müsste man auf Nachfrage ja eigentlich von diesem Makler bekommen können, das setze ich mal auf die Liste. Aber genau so Sachen wie Gebäudehülle kann ja nur die Eigentümergemeinschaft beschliessen, und da wird dann Oma Else im Obergeschoss tendenziell eher keine Lust zu haben... und Heizungsanlage ja genauso (wenn Zentralheizung).
Soweit ich weiss, war da mal eine Arztpraxis drin (Ärztin mit Familie wohnte dann wohl auch da), und seit ca 15-25 Jahren wohnte die Ärztin dann noch alleine in ihren 280m². Ist aber nur Flurfunk (also Nachbarschaftsfunk), so lange bin ich noch gar nicht in der Gegend hier.
Ist die offensichtlich erfolgte Umwandlung der offenen Veranda zum Aufenthaltsäum genehmigt oder wenigstens genehmigungsfähig?
hehe, ich glaube ich kenne wohl niemanden, der (zum Zeitpunkt des Umbaus) an Genehmigungsfragen denkt
und bei diesen Gebäuden aus der Jahrhundertwende (also der vorletzten!!) ist ja auch immer die Frage, ob es da überhaupt noch irgendwelche amtlichen Unterlagen wie Genehmigungen gibt. Auch das ist so ein Punkt, den ich mich schonmal gefragt habe, angenommen man hat ein Gebäude aus 1910, für welches keine bauamtlichen Unterlagen mehr da sind - ist das dann automatisch geduldet? Aber welcher Zustand genau? Man kann ja irgendwie gar nicht mehr ganz so einfach feststellen, wer was wann (um-) gebaut hat...
Empfehlen würde ich ganz besonders großes Misstrauen wegen der angeblich nicht erforderlichen Vorlage eines Energieausweises, denn offensichtlich liegt keiner der wesentlichen Ausnahmetatbestände
- ...
- unter Denkmalschutz stehende Gebäude
also ich habe gerade nochmal unter "Denkmalliste Berlin" nachgeschaut, da steht es nicht drin, unter keinem der Unterkapitel (Ensemble, Einzeldenkmale,...) Aber interessanter Punkt, vielleicht ist beim Erstellen des Energie-Ausweises ja das Programm abgestürzt, die Zahl der Nullen passte nicht mehr rein. Alleine wenn man den Keller mal trockenheizen wollte.... da zuckt man ja schon beim Gedanken zusammen
Der Bodenrichtwert bezieht sich auf die Grundstücksfläche, nicht auf die Wohn- oder Nutzfläche, bei einer WEG je Wohneinheit anteilig in Verhältnis des jeweiligen Eigentumsanteils zur Gesamtheit der Eigentumsanteile.
Nein, in B war das länger ein üblicher Preis für eine bestehende teilsanierte ETW, momentan kommt es mir das aber für dieses Angebot deutlich zu teuer vor. Neubauten oder voll sanierten Bestand habe ich kürzlich randstädtisch mit Spreeblick bei etwa 7.000 €/m2 bis auch deutlich über 10.000 €/m2 besichtigt. Für das Objekt sind 5.000 €/m2 auf den ersten Blick jedenfalls ziemlich viel, zumal da ein ganz erheblicher Instandhaltungsrückstand bestehen dürfte.
Ja sorry da habe ich mich ungenau ausgedrückt. Der Angebotspreis ist lustigerweise ja bereits fast alleine durch den Bodenrichtwert darstellbar, wenn man 1000m² Garten-Sondernutzungsrecht mit 1200€/m² nimmt. Tatsächlich wird man ja vermutlich anteilig etwas weniger des Grundes erwerben, vielleicht die Hälfte, aber man darf ja alles exklusiv nutzen -- interessante Frage wie man das dann rechnen würde. Aber vermutlich ist der Verkäufer-Ansatz 50% vom Grund (1/2 * 1000m², macht 600k€) plus 280m² Wohnfläche à 3k€=840k€, zusammen gerundet 1.4M€.
Aber trotzdem ist ja die Frage: Zwar wird es unstrittig genug Leute geben, die gerne 2M€ (oder von mir aus Deine 7k€/m², klingt genauso) für eine schicke Bleibe auf den Tisch legen wollen - aber wollen die sich dann in eine schnöde WEG einkaufen? Die wollen dann doch die Allein-Villa mit 3m hohen Hecken? Die Gegend hier ist halt formal sehr teuer, aber die meisten Nachbarn die ich so kenne sind eigentlich "Normalos", also von Lehrer, Ingenieur, Programmierer bis Hausärztin - also auskömmlicher Kontostand, aber keiner wohnt hier mit 25€/m² Kaltmiete und die Eigentümer haben nicht für 7k€/m² gekauft, sondern konnten sich "damals" zu Teilungszeiten relativ günstig einkaufen. Ausnahmen bestätigen die Regel, klar.
Dito.
Habe ich als wahrscheinlichsten Grund für den nicht vorhandenen Energieausweis vermutet.
Die Fenster sind alt. Da ist die Frage, was man innen machen darf, man kann bei sowas innen dichte neue Fenster anbringen und aussen die Flügel lassen (Optik)
Die Heizkörper sind auch ganz schön alt (da wo ich es sehen konnte immerhin mit neuen Ventilen, evtl hat einer aber auch ein altes)
Das klingt hübsch kurz und knackig, aber ich sehe im vorliegenden Objekt da schon die ersten Probleme:
ISFP ist fürs ganze Haus.
Dämmung wird man maximal von innen machen können- sowohl wegen der Vorschrift als auch wegen der Optik. Da hat man dann als WEG nicht so viel Möglichkeiten. je nach Aufteilung. Im EG könnte man je nach WEG Aufteilung und Art des Kellers evtl die Kellerdecke von unten her dämmen, Fenster wie oben beschrieben, Wände maximal etwas ovn innen.
Interessant ist in so einem Zusammenhang (WEG) könnte auch die Ex-Veranda sein: Dämmung von oben/unten? Wer haftet für Schäden?
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Wie gesagt, in der Berliner Denkmal-Liste steht das Objekt nicht drin. Aber schon bei den Fenstern ist ja der Ärger schon in SIchtweite, wenn die beiden Parteien in OG und DG das nicht wollen, oder?
Und Dämmung von innen - warum? Wegen Denkmalschutz? Oder wegen Fassade? Oder wegen der Terasse, die ja im Kaltbereich verbleibt?
Und wenn Du die Kellerdecke dämmen willst, dann halbiert sich ja die Wohnfläche - der Keller ist ja in den 280m² voll mitgerechnet! Dann verdoppelt sich ja quasi der Preis?
Heizungsanlage wird in so einem Gebäude interessant: Die Heizungsverteilung ist richtig alt (siehe die dicken Rohre, die zu den Heizkörpern führen) Fraglich ist, ob es eine Zentralheizung gibt oder jede Wohnung eine eigene Therme hat. (Ich vermute ersteres)
Schön ist das Gebäude allemal, ich würde gerne in sowas leben können - manchmal.
Dass Du da reinschnuppern willst, kann ich absolut nachvollziehen.
Ist auf der Liste
und bei uns im Haus eigentlich auch so, die Heizungs-Abgangsrohre sind so ca 10cm dick...das ist noch aus der Zeit der Autokonvektion oder wie man das nennt, also dass man ohne Pumpe auskommt, alleine weil das heisse Wasser von alleine bis zum Dach steigt 
Jedenfalls ist meine Neugier durch eure Antworten leider noch grösser geworden, mal sehen ob es bis Januar hält und ich da mal wirklich eine Besichtigung mache....
Ich vermute - in oberflächlicher Kenntnis des Berliner Immobilienmarktes genau die umgekehrte Absicht: Die offensichtlich ohne erhebliche Investitionen in dieser Gegend nicht wieder für lukrative gewerbliche / freiberufliche Nutzung (Praxis, Kanzlei) vermarktbare Fläche sollen wieder zu momentan massiv übernachgefragter Wohnfläche werden, egal ob bisher für Büro oder Wohnen genehmigt. (Für eine vorherige Nutzung als Praxis oder Kanzlei sprechen die im Möblierungsplan noch dargestellten Doppeltüren, die Bleche auf den Türen etc. und dünne WC- und Bad-Ausstattung.)
Bei dem Verkauf würden die Kaufenden über den bisherigen Genehmigungsstand der Immobilie zumindest im Unklaren gelassen, möglicherweise auch planvoll getäuscht. Das passt zur entweder unzutreffenden Aussage, ein Energieausweis müsse nicht vorgelegt werden oder alternativ zu einem dann im Exposé unterschlagenen Denkmalstatus.
Ja das klingt nachvollziehbar. Aber das fände ich natürlich auch spannend, ob man da als unbedarfter Besichtigender (special greetings Thomas B
) merken würde, dass etwas auf der Genehmigungsebene nicht stimmt? Vielleicht nehme ich eine versteckte Kamera mit
. Aber Du würdest mit zustimmen, dass die Ziel-Vermarktung eine leicht überdurchschnittlich wohlhabende Einzelfamilie ist (kein Gewerbe)?
Also ich bereite mich mental schonmal darauf vor, nach einem Kurzbesuch beim Herrenausstatter meiner unstillbaren Neugier nachzugeben. Was trägt man eigentlich so als Millionär bei der Immobilien-Besichtigung? 