Beiträge von Skeptiker

    Vorsicht!, "Der Beginn jeder Katastrophe beginnt mit einer Vermutung."


    Da ich selbst im Haus 3 verschiedene Mauerwerksarten gefunden habe, überrascht mich gleich garnix mehr. Nur ein Loch in der entsprechenden Wand bringt gewissheit.

    Das kann ich nach einigen Sanierungen und Umbauten im Bestand nur mit Nachdruck bestätigen: Sicherheit hat man immer erst, wenn die zu bearbeitende Stelle freigelegt bzw. zugänglich gemacht wurde und der Bestand genau untersucht wurde. Es liegt zwar nahe, eine überall gleiche homogene Struktur zu vermuten, aber auch früher wurde schon heterogen gebaut, umgebaut, angebaut, repariert, instand gesetzt, abweichend vom Plan gebaut, wurden Fehler gemacht ... war das Material alle ...

    Als einerseits auch für Laien noch direkt verständlich und andererseits inhaltlich fachlicher Maßstab für den Umgang mit Schimmelpilzen in Gebäuden gilt (zumindest unter Fachkundigen) der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Darin sind besonders die folgenden Abschnitte für Dich relevant:


    5.2.1 Bewertung bei sichtbarem Schimmelbefall (Tabelle 8)

    ...

    6.1 Nutzungsklassen

    6.1.2 Nutzungsklasse II (Tabelle 11)

    und folgende ...


    Dass die befallene Fläche bei Dir zusammen über 0,5 m2 groß sein soll, überrascht mich, aber gut, ich habe es ja bisher nicht mit eigenen Augen gesehen.


    Und chemisch behandelt hattest Du doch auch schon längst ...

    Mein Vermieter sagte Tapete ab und Schimmelzeug anwenden. Daher hab ich das gemacht.

    und das sogar wiederholt, oder habe ich das falsch verstanden?

    HB sagt nun: Verschleißteil, unterliegt nicht der Gewährleistung. ... Aber mich würde mal interessieren, wie das in eurer Praxis so läuft... und wie ihr die Situation einschätzt.

    Ich bin ja - auch bei privaten Auftraggebern - ein entschiedener Befürworter der Anwendung bzw. Vereinbarung der VOB/B. Und die sagt ...

    (4) ...


    2.

    Ist für Teile von maschinellen und elektrotechnischen/elektronischen Anlagen, bei denen die Wartung Einfluss auf Sicherheit und Funktionsfähigkeit hat, nichts anderes vereinbart, beträgt für diese Anlagenteile die Verjährungsfrist für Mängelansprüche abweichend von Nummer 1 zwei Jahre, wenn der Auftraggeber sich dafür entschieden hat, dem Auftragnehmer die Wartung für die Dauer der Verjährungsfrist nicht zu übertragen; dies gilt auch, wenn für weitere Leistungen eine andere Verjährungsfrist vereinbart ist.

    aaaaaaaber: Die VOB/B ist bei Dir ja gerade nicht vereinbart. Und das BGB kennt nach meinem laienhaften Wissen keine besondere Regelung für bewegte Teile. Damit würden die 5 Jahre des BGB gelten, da Werkvertrag. Aber da bin ich nicht ganz so sattelfest, wie in der VOB.

    Ventilator reicht?

    Er intensiviert in jedem Falle die Luftbewegung und damit den Wärmetransport in die Außenecke und damit auch die Trocknung. Die Wärme sollte von der Zentralheizung des Gebäudes kommen. Jede andere Kilowattstunde Wärme ist billiger als eine unmittelbar durch elektrischen Strom erzeugte wie bei einem Heizlüfter oder einer elektrischen sog. "Infrarotheizung". Ja, er wird bei relativ geringen Anschaffungs- und Betriebskosten (Flohmarkt, Gebrauchtwarenhaus?) zumindest etwas helfen.


    Sind bei Dir im Wohnraum alle Heizkörperthermostate immer auf die selben Stellung gedreht?

    Durch die allgemeine Temperaturerhöhung von außen nach innen ist es innen relativ trockener. Das war zu erwarten und ist normal.


    Innerhalb des Raumes gibt es ein Temperaturgefälle von Decke zu Boden um vermutlich 6 - 10 K. Das ist im schlecht gedämmten Altbau zu erwarten und ist normal.


    Die Außenecke ist eine geometrische Wärmebrücke und kühlt damit stärker ab als die Mitte des Raumes. Sie ist also kälter. Damit ist die relative Raumluftfeuchte logischerweise höher.


    Die absolute Luftfeuchte in der Ecke in Bodenhöhe kann auf der Wandoberfläche bereits bei einer Oberflächentemperatur der Außenwand von 14.7° C zu erstem Schimmelwachstum führen (also wenn es nur 0,7 °C kälter wird!) und bei 12,8° C würden sich zahlreiche Schimmelarten so wohl fühlen dass sie zur Sporenbildung kämen.


    Ich habe die entsprechende Berechnung mit einem Online-Rechner gemacht und das Ergebnis auch direkt hier angehängt. Jeder kann sie nachprüfen und variieren. (Dass die Messungen mit kalibrierten oder gar geeichten Messgeräten etwas anders aussehen könnten, ist mir bewußt, aber dann verschieben sich die Taupunkte eben leicht. An der Kernaussage dürfte es keinen nennenswerten Korrekturbedarf geben.)



    Rein rechnerisch ist raumklimatisch bei Dir also unter bestimmten Umständen Schimmelwachstum mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur möglich, sondern sogar zu erwarten. Genau diese Umstände dürften bei Dir eingetreten sein, als Dein Bett in der Ecke stand und jedes Mal, wenn Du Wäsche aufgehängt hast. Das heisst nicht, dass es keinen Bauschaden gegeben hat oder gibt. Es heißt nur, dass es bei Dir allein allein durch die baulichen Gegebenheiten bei einer Wohnräumen angemessenen Raumtemparatur ganz schnell zum Kondensatausfall und zu Schimmelbildung kommen kann.


    Soviel zu den Aussagen:

    ... damit weiß ich nun wenigstens, dass ich von Anfang an Recht hatte mit meiner Annahme, dass bauliche Probleme dahinter stecken. So einen Zustand schaffst du nicht mit falschen Lüften und Heizen ...

    Ein bekannter laut Fotos, ... also Vorort hat es noch keiner angeguckt.

    und gerechnet offensichtlich auch nicht ... profundes "gefühltes Wissen" anscheinend ...


    :wall:


    Pardon: Aber das sind mir alles schöne Ferndiagnostiker / Pfeifen / was auch immer ... !


    Als Architekt mit mittelmäßig ausgeprägten bauphysikalischen Grundkenntnissen beschränke ich mich hier auf die physikalische Erklärung der Schimmelentstehung. Einer juristischen Bewertung der Situation enthalte ich mich mangels Wissens und überlasse sie entsprechend qualifizierten Menschen ausdrücklich. Techniker lösen Probleme eher technisch, Juristen lassen sie durch Gerichte klären - aber selten wirklich lösen ...

    Oder man nimmt den Prozess der natürlichen Vergrauung einfach hin. Unserer Holzfassade wird weder geschliffen noch geölt oder sonst irgendwas, sie ist einfach grau geworden und wir sind sehr zufrieden damit.

    :thumbsup:


    siehe auch diese beiden Posts


    1. Link

    2. Link


    Gegen den natürlichen Prozess der Alterung anzukämpfen ist einfach ... sinnlos. Man kann diesen Kampf nur verlieren. Aber deshalb muss man noch lange nicht auf vermeintlich "unvergängliche" Materialien ausweichen ...

    Warum soll der Architekt nicht koordinieren? Das wäre doch eine seiner typischen Aufgaben (sofern beauftragt).

    Bei Beauftragung von GU werden Architekten typischerweise ausdrücklich nicht mit der Koordinierung der GU-Leistunge beauftragt, weil der GU ja genau das selbst tut. Das Architektenhonorar wird entsprechend reduziert vereinbart ("GU-Abschlag").

    Seit dem ich meinen privaten Bauherrn empfehle Baustrom und Bauwasser nicht umzulegen, sondern zu stellen (bezahlen muss er es am Ende eh), ist der auftragsbezogen gewährte Nachlass gefühlt um einen Prozentpunkt gestiegen.


    Die Abrechnerei der Verbräuche kostet doch auch Zeit und funktioniert nicht vernünftig - schon allein, weil jedes Gewerk diskutiert, dass es doch deutlich weniger verbraucht als alle anderen ...


    Und auf sparsamen Umgang kann die Bauleitung auch etwas achten, die Firmen (-mitarbeiter) tun es fast nie.

    Ja, die Hauswand ist im Lot.

    Das lässt sich anhand der Fotos nicht nachvollziehen. Ist sie denn gerade oder möglicherweise krumm? Diese Frage richtet sich sinngemäß natürlich auch an die Garagenwand. Ich tippe mangels Information - nichts.

    haben sie den Rahmen des Garagentors mit variablen Abstandshaltern an der rechten Seite angebracht, damit sich die Neigung ausgleicht.

    Das ist anhand der Fotos nicht nachvollziehbar. Die Wand muss sicherlich nicht absolut senkrecht sein. Es sind die zulässigen Toleranzen zu ermitteln und dann, ob diese überschritten wurden. Ob die einschlägige DIN 18202 auf für das Aufstellen von Fertigteilen gilt? Ich weiß es nicht. Wenn, dann wären die zul. Abweichungen nach deren Tabelle 3, Zeile 6 zu prüfen, aber mit der dafür vorgegebenen Methodik (3/3). Ich tippe, dass es knapp werden könnte.

    Beim Abstellen der Garage sind ein paar Steine zerkratz worden ...

    Das müsste mit einem Pflasterprotokoll von vor der Aufstellung belegt werden - am besten gegengezeichnet von Fahrer und Grundeigentümer / Bauleiter. Ich tippe das gibt es nicht.

    ... einer der Tellerstützen des Lieferwagen hat sich in den Boden eingegraben.

    Das lässt sich anhand der Fotos gut nachvollziehen und ist eindeutig eine Beschädigung durch mangelnde Lastverteilung / Lastverteilplatte(n). Es würde mich allerdings sehr wundern, wenn es in den Vertragsbedingungen des Lieferanten nicht irgendwelche Haftungsausschlüsse für diesen Fall geben würde. Es könnte beispielsweise eine Mindesttragfähigkeit des Bodens am Aufstellort für eine bestimmte Punktlast vereinbart sein, die der Auftraggeber zu gewährleisten hat und andernfalls die Haftung für Beschädigungen der Deckschicht ausgeschlossen sein. Ich empfehle - den Weg zum Fachanwalt mit Vertrag in der Tasche und tippe - vorsichtshalber erstmal noch nichts.

    Ein Teil der oberen Ecke der Garage ist abgesplittert.

    Ein Mangel, der sich allerdings mit geeigneter Spachtelmasse und Farbe weitgehend beseitigen lässt. (Ein Betonbauwerk muss nicht die selbe Oberflächengüte haben, wie die Metallic-Lackierung eines fabrikneuen PKWs!) Außerdem ist auch hier ein juristisch qualifizierter Blick in die Vertragsbedingungen anzuraten. Ich tippe, der Mangel wird bei Anzeige bald weitgehend beseitigt - und wird bei sehr genauem Hinsehen dennoch weiterhin erkennbar sein.

    Und das Loch für das Regen-Abflußrohr ist zu niedrig.

    Ist die hier geforderte Höhe belegbar Vertragsgegenstand gewesen oder hätte sie nach den a.R.d.T. zwingend genau dort sitzen müssen? Ich tippe - vorsichtshalber auch hier - erstmal nichts.

    Hast Du die Möglichkeit Dir bei Bekannten, Freunden oder irgendwie anders für ein paar Tage ein digitales Hygrometer auszuleihen und mit der Anzeige Deines Gerätes beim Danebenlagen zu vergleichen?


    Und noch einmal nachgefragt:

    keitWie sind denn momentan:

    1. Temperatur und rel. Feuchte der Außenluft ?
    2. Temperatur und rel. Feuchte der Raumluft in Raummitte in einer Höhe von ca. 1,0 m ?
    3. Temperatur und rel. Feuchte der Raumluft in der Ecke im Abstand von ca. 10 cm zu den beiden Außenwänden in einer Höhe von ca. 1,0 m ?
    4. Temperatur und rel. Feuchte der Raumluft in der Ecke im Abstand von ca. 10 cm zu den beiden Außenwänden auf dem Fußboden ?

    Naja, es ist die 08/15 Situation im Gewerbe.

    "Planung?"


    :thumpsdown:


    "Das sollen die Firmen machen wie immer, Standard halt. Planung das kostet nur extra, brauchen wir nicht, ist doch nur Gewerbe!"


    :rulez:


    ...


    :eek:


    "Das sieht jetzt aber ganz schön übel aus!"


    :wall:


    "Ja, so übel wie immer!"

    Dabei gäbe es ja schon nette Lösungen, wenn man das vorher schon plant.

    vorher Planen? pfffffft ...


    <x