Beiträge von Der Bauamateur

    Eine Detailplanung braucht jeder AN, nur manche machen die selbstausbeutrisch für den AG kostenfrei. Mit hohem Risiko. Für den AN,

    Was heißt da selber machen? Eher ganz weg lassen und ad libitum rumwerkeln. So wird billiger und "unkomplizierter" angeboten, als die Konkurrenz, die auf so Sachen wie Details und Planung rumreitet. Geht alles glatt, wunderbar, wenn das Konzept dann in die Hose geht, soll der AG die Mehrkosten bezahlen. Eine klassische "I always win"-Situation.

    Es geht hier nicht um ein fehlendes Detail, sondern um die vollständig fehlende Ausführungsplanung. Und dass diese kein eigentlich überflüssiger Luxus ist, könnte sich auch ein Laie denken - Aufgeschlossenheit vorausgesetzt. Aber AN und AG waren sich über die Unnötigkeit ja einig. Die Konsequenzen dieser Einigkeit zum wirtschaftlichen Vorteil des AG trägt aber allein der AN.

    Was heißt da "einig"? Der AN hat gesagt "kann ich", wahrscheinlich, weil er es selbst geglaubt hat, und der AG hat sich nicht angemaßt, schlauer zu sein, als der Fachbetrieb. Wenn es dann schief geht, dann hält derjenige den Kopf hin, der es hätte besser wissen müssen. Das ist nunmal der Fachbetrieb.

    Allenfalls die Ausführenden könnten einem leidtun, aber weshalb sollten sie?

    Genau, weshalb eigentlich?


    Wir reden hier von einem erheblichen Wissensgefälle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, weil der eine eben der Bauexperte ist und der andere nicht. Der Laie kann gar nicht wissen, ob ein Detail in der Planung fehlt, oder was alles benötigt wird, um den Auftrag fehlerfrei abzuschließen. Wenn ihm also der Experte sagt das kostet alles Preis x, dann aber ein Detail vermurkst, weil die Planung fehlt, kann er nicht einfach ankommen und die Kosten seines Versäumnisses einfordern. Er ist der Experte, er hätte eine Planung einfordern müssen. Woher soll das der Laie denn wissen?

    Das hat auch nichts damit zu tun, dass die Planung eingespart werden soll, das ist nur eine Nebelkerze. Um diese Frage geht es nämlich gar nicht - um in diese Diskussion zu kommen, hätte der Hinweis kommen müssen, dass dieses Detail zu planen ist. Kam er aber nicht, also musste der Laie, der im Zweifel noch nichtmal von der Existenz des Details wusste, wohl davon ausgehen, dass es nicht geplant werden muss, wenn ihm der Fachbetrieb per Angebot versichert "ich kann das".


    Das Beste ist dann, den Mist schön zu schlucken, damit es schneller geht und weil "Handwerker untereinander reden". Ja, tun sie, meiner Erfahrung aber nicht über die unrühmlichen Details ihrer Fehlleistungen. Wer seine Rechnungen pünktlich zahlt und nicht um jede Schraube feilscht, der kann in solchen Situationen auch eine klare Ansage machen.

    ThomasMD der wilde Wein sieht echt spektakulär toll aus - ich überlege etwas ähnliches für unsere Fassade, daher habe ich ein paar Fragen!

    1. Wie sieht es mit der jährlichen Pflege/Rückschnitt beim wilden Wein aus - nötig oder nicht?

    2. wie funktioniert die verankerung an der Fassade, aus dem einen Bild konnte ich erkennen, dass der Putz doch recht rau ist, bei uns ist der deutlich glatter; braucht es da eine Rankhilfe?

    3. Ausrichtung/Licht: denkst Du, dass eine solche Begrünung grundsätzlich auch an einer Nordseite möglich ist, die nur am Tagesanfang von Osten und am Tagesende von Westen her direktes Licht bekommt (und auch nur im Sommer)?

    Was ist eigentlich mit der altbekannten Hagebutte? Die gabs zu hauf ein uns im öffentlichen Raum. Wurde (erkannt du ein altes Youtubevideo) aber mitllerweile stillschweigend dem Trend folgend deutlich dezimiert.

    Hatte ich auch schon erwähnt; Hagebutte ist eigentlich nur die Frucht der Rosen, wird aber umgangssprachlich meistens für die Hundsrose verwendet. Eigentlich ein Superstrauch - wächst fast überall, blüht schön, trägt Früchte, die auch Menschen für Marmelade, Tee und anderes nutzen können. Ist robust, verträgt rabiate Rückschnitte und muss nicht so gepampert werden wie viele andere Rosenarten.

    Das hat aus meiner Sicht den Nachteil, dass der Vorvertrag sicher keine rechtl. Bindung hat. Oder es wäre doch wieder ein Gesamtvertrag...

    Ist doch auch ein Vorteil, wenn es nicht passt, dann geht ihr einfach nach LP3 oder 4 getrennte Wege. Oder ist der Auftrag so lukrativ, dass Du ihn binden willst? Dann läßt sich vielleicht auch über den Preis oder Zahlungskonditionen reden.

    Oder Du probierst einfach Deine Idee aus und schaust mal was dein Steuerberater dazu meint bzw. ob das FA hier ein Problem macht oder findet.

    Gewollt ist, dass für die Genehmigungsplanungen (Bauantrag, ggf. Statik), die in diesem Jahr vollständig erbracht und abgerechnet werden, nur 16 % USt anfallen, also die ca. 2,5 % Ersparnis für den Bauherren. Deshalb auch die in sich abgeschlossenen Verträge. Ansonsten würden Abschlagszahlungen mit 16 % USt gestellt, und der AG müsste letztlich auf alles die 19 % zahlen, weil die Ausführungsplanungen zweifellos erst im nächsten Jahr gemacht werden.


    Für mich wäre es wurscht, ich rechne netto + USt. ab.

    Dann macht doch erstmal den Vetrag bis zur Genehmigungsplanung fest und für den Rest macht Ihr nur einen Vorvertrag (wenn Genehmigung erteilt, dann schließen wir einen Vertrag über restl. LP). Damit lässt es sich sicherlich besser argumentieren, als mit 4 Verträgen, am Besten alle mit dem gleichen Datum, die im Grunde schon den kompletten Leistungsumfang beschreiben.

    Deshalb nicht mal ein Stufenvertrag, der auch so bezeichnet wird, sondern getrennte Verträge, 1. bis LP 4, 2. ab LP 5, 3. Tragwerksplanung LP 4, 4. TWP ab LP 5 (EnEV lasse ich mal weg, das kann ohnehin gesondert vereinbart werden, in meinem Fall ist ein externes Büro beauftragt.)


    Es ist nicht unüblich, dass solche Verträge getrennt geschlossen werden, aber eben nicht unbedingt alle mit 1 AN. Deshalb ist ja die Frage, ob das Finanzamt dann steuerlich alle 4 Verträge als einen betrachtet.

    Es kommt, wie so häufig, auf den Einzelfall an.

    Wenn es unterschiedliche Auftragnehmer sind, sind es für die Umsatzsteuer auch getrennte Verträge, denn der AN, der die USt abführen muss, hat ja nur eine auf seinen Vertrag beschränkte Leistungspflicht.


    Wenn jetzt ein AN meinetwegen 2 Verträge gleichzeitig über verschiedene Leistungsphasen abschließt, würde ich genauer in die Verträge reinschauen - sind die mit einander verknüpft und stellen schon jetzt de facto einen einheitlichen Vertrag über alle LPs da, oder nicht? Grundsätzlich, wenn aus Sicht des Verbrauchers eigentlich ein einheitlicher Vertrag vorliegt, der nur aufgeteilt wurde, weil bspw. Details in der Haftung unterschiedlich geregelt werden sollen oder noch besser, nur weil die USt gestaltet werden soll, dann würde ich tendenziell sagen einheitlicher Planungsvertrag. Aber ganz ehrlich: ich würde erstmal fragen, was ist denn gewollt aus Sicht der USt. Und wäre es nicht möglich, die späteren LPs auch erst zu einem späteren Zeitpunkt zu vereinbaren. Dann käme man gar nicht erst in die Diskussion.

    Je nach Klima könntet Ihr Euch an Pfirsichen und/oder Aprikosen versuchen; allerdings sind die meisten nicht super-winterhart. Was immer gut geht ist die gute alte Rose "Rosa Canina" genannt Hundsrose: sehr robust, blüht und trägt Früchte (Hagebutten). Kann man auch über Stecklinge vermehren, anspruchslos, verträgt auch brutalen Rückschnitt. Wird auch von kleinen Singvögeln gemocht. Als Bienen"weide" sind im Bodendeckerbereich Lavendel und (jaja Neophyt) Buddleja davidii genannt Sommerflieder ganz gut - zumindest nach meiner Erfahrung mit unserem sehr trockenen Standort.

    Ich sags mal so, im Video sieht es für mich so aus, als würdest Du bewusst auf der Leiter stehend das Gewicht auf die hinten liegende Kante der Stufe verlagern um das Abknicken zu provozieren. Entweder du gehst die Treppe unbeladen hoch und runter und bewegst die Kisten mit Seilzug o.ä. nach oben oder Du kaufst Dir für 10 EUR im Baumarkt zwei robuste Riegel, die du da anschraubst um die Leiter zu fixieren. Mit dem Zimmermann würde ich da nicht weiter rumdiskutieren.

    Im übrigen passieren viele schlimme Unfälle im Haus, deshalb würde ich ohnehin davon abraten freihändig, mit Gepäck und allein auf einer solchen Leiter rumzuturnen, egal ob die abknickt oder nicht. Ist das gleiche, wie wenn man mit der Leiter zum Äpfelpflücken geht - man sollte zumindest jemandem Bescheid sagen, der Verdacht schöpft, wenn sich zu lange nichts mehr rührt.

    Sie müssen auch von denen bezahlt werden, die nicht nach Berlin pendeln.

    Ja und? Trotzdem gilt doch für alle das Gleiche: nämlich in Pendelreichweite sind die Grundstücke viel teurer. Wer nicht nach Berlin einpendelt, kann ja noch weiter raus ziehen, in Südbrandenburg gibt es wundervoll einsam gelegene Dörfer, wo ich sicherlich von meinen 500EUR/m² noch eine weitere 0 abziehen kann... :-)

    Das sind sie in der Tat! Es liegen allerdings auch ungefähr 2 x 45 Minuten Fahrzeit (MIV) oder 2 x 60 Minuten (ÖPNV) zwischen beiden Orten. Das sind pro Woche 8 bis 10 Stunden Lebenszeit.

    Wenn der Preisunterschied für 500m² 2 Mio EUR und mehr sind, ist die Kalkulation doch einfach: Gehen wir mal von 220 Arbeitstagen pro Jahr, 30 Rest-Arbeitsjahren bei Erwerb und 1,5 Stunden pro Tag aus und runden etwas auf, dann sind das ca. 10.000 Stunden, bezogen auf die Kaufpreisdifferenz entspricht das einem Stundensatz von 200EUR/Stunde. Da kriegt so mancher Architekt weniger pro Stunde!

    die Bodenpreise zwischen freistehenden EFH und Eigentumswohnungen unterscheiden sich auch in München erheblich.

    Es kommt drauf an, wie der Boden bebaut wird. Da können beim anteiligen Bodenwert erhebliche Unterschiede entstehen...!

    In der Tat, in dem Bewertungsverfahren hatte ich auch Vergleichswerte, da liegen auf Grund der besseren Bebaubarkeit leicht mal 2.000 EUR und mehr Unterschied im m²-Preis, obwohl beide Grundstücke nur nur 250m auseinander liegen.

    Keinen Kilometer vom teuersten o.g. Bereich entfernt liegen wir nach Boris bereits bei 12.000 €, über 14.000 geht es dann zum Maximum bei momentan 20.000 € / m2. Aber da baut man zugegebenermaßen keine EFH. Und bei den Richtpreisen zwischen heute 5.000 und 10.000 € / m2 sind EFH auch eher die Ausnahme, aber es gibt sie tatsächlich.


    Bei dem Preisgefälle sind doch 500-1.000 EUR/m² super!

    Musste beruflich ein Bewertungsverfahren durchführen, da ging es um München (Bogenhausen, Richtung Isar) - der Gutachterausschuss gibt mir für das relevante Grundstück in 2018 bereits 8.000 EUR/m² bei einer Wohnflächenzahl von 0,6 an. Da liegt man schon für ein 250m² Handtuch bei 2 Mio nur fürs Land. Und das sind nur die Richtwerte, die dem Markt immer etwas hinterher hängen. Dagegen sind doch die Preise in Berlin ein Klacks!

    Anda es geht um die Nutzung des Grundstücks durch Bebauung, nicht um die Nutzung der Bebauung.

    So würde ich das auch sehen, insbesondere wenn es um Straßenerschließungsbeiträge geht. Ein Abbruch, der vorgesehen, aber nicht durchgeführt ist, lässt dem Eigentümer immer noch die Möglichkeit alternativer Nutzungskonzepte der vorhandenen Bausubstanz. Wenn nur eine Spezialnutzung nicht möglich ist, dann nutze ich dennoch das Grundstück, um dort eine Bebauung vorzuhalten, die ggfs. auch anderweitig genutzt werden kann.

    Over folgende Anmerkungen:

    - Grundsätzlich: ich lese viel "mein Bodenbauer sagt", "mein Heizungsbauer sagt" etc. - die Frage ist: was sagt denn Dein Planer? Man muss bei so alten Gebäuden immer immer das große Ganze im Blick behalten, gerade bei der Abstimmung der Gewerke. Als Laie habe ich immer sehr interessiert den Fachfirmen zugehört und dann freundlich an meine Bauleitung verwiesen. Die Kosten des Vorbesitzers brauchen dich ja nicht anheben, aber für die Koordination und Planung von Gewerken die stark in die Bauphysik (Heizung/Ofen), Statik (Wände, Boden) und Raummaße (Ausschachten des Bodens) eingreifen, sollte man sich einen Profi für Planung und Überwachung leisten.


    - Mein Türenkommentar bezog sich auf die im Hintergrund des zweiten Bildes zu sehende Tür.


    - Zur Wand: eine Außenwand besteht nicht aus Lehmputz, das ist nur die oberste Schicht, die Frage ist,was darunter kommt und warum


    - Zu dem Bodenaufbau sollte sich Dein Planer äußern, das mag ja alles ganz nett sein, was der "Bodenbauer" erzählt, aber bedenke, dass Du im Zweifel die Raumhöhe änderst und dann keine einzige der alten Türen mehr passt und die kannst du auch nicht einfach verlängern oder absägen. D.h. das Ausschachten und der Fußbodenaufbau muss sorgfältig geplant und ausgemessen werden, insbesondere wenn ihr an den Türstöcken auf Altbestand zurückgreifen wollt. Wir haben bei uns damals ca. 50cm ausgehoben und eine Bodenplatte eingebracht, zwecks Abdichtung hat das von beauftragte Ingenieurbüro die Details mit einer Fachfirma für Bautenschutz abgestimmt, wie genau der Aufbau ist, habe ich mir nicht gemerkt.* Allerdings stehen die Holzständer auf der Bodenplatte, der Estrich (in dem die Fußbodenheizung liegt) wurde drumherum gelegt. Bei einem Haus aus dem 18. Jhd. das meinen Eltern gehört, haben wir nach einem Hochwasserschaden im EG auch abgegraben und eine Schicht Glasschaumschotter eingebracht - dämmt und ist kapillarbrechend, allerdings auch nicht ganz billig.



    *EDIT: definitiv wurde bei uns mit Injektionen in den Außenwänden gearbeitet, aber ob das geht oder nicht, hängt von der Wand ab und wie die Wasserverhältnisse sonst so sind, Abdichtung der Bodenplatte erfolgte m.E. mit Schweißbahnen.


    - Zum Fachwerk: wir haben bei uns an einigen Stellen die Gefache geöffnet, am Ende haben die Füllungen ja i.d.R. keine statische Funktion. Wir haben die ganzen alten Nägel mit Nageleisen und Kneifzange gezogen, die Balken abgeschliffen und dann m.E. mit Leinölfirnis gepinselt. Sieht gut aus.


    Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass man mit etwas Recherche, Koordination und Interesse viel selbst organisieren kann. Bis zuletzt hatten wir auch einen Neubau erwogen und da wäre ich auch als eigener Bauherr aufgetreten und hätte die Gewerke koordiniert und überwacht.


    Ich lese das anders.

    Ich jetzt auch.


    Over wenn Du nicht gerade aus der Branche kommst, dann strotzt dieses Zitat leider nur vor Selbstüberschätzung. Klar, wenn man nur mal ein Bad neu machen will, dann braucht man keinen Planer. Aber deine Maßnahmen gehen ja deutlich darüber hinaus. Klar kann man viel selbst organisieren, nur dann wirds halt ein Laienspiel und das Ergebnis hängt mehr vom Glück und Goodwill der beteiligten Fachfirmen ab, als vom eigenen Können. Wir haben bei unserem Haus trotz externer Bauleitung noch immer alle Hände voll zu tun gehabt. Obwohl meine Frau zu der Zeit nicht gearbeitet hat, hätten wir das niemals alleine geschafft. Ich würde Deinen Ansatz überdenken.

    Unsere Erfahrungen mit Planung und Überwachung waren jedenfalls so, dass wir später auch bei den Außenanlagen einen Landschaftsarchitekten mit Planung und Überwachung beauftragt haben. Auch weil es bei einem selbst neben Arbeit, Familie etc. auch den Druck aus dem Kessel nimmt.

    Ein interessantes Projekt, ich nehme mal denkmalgeschützt? Unser Sanierungsobjekt ist von 1840, dort war allerdings (glücklicherweise) im Haus zum letzten Mal in den 30er Jahren etwas gemacht worden (1937 lt Zeitungen, die unter dem Linoleum auftauchten...). Die Besitzer hatten nie die finanziellen Möglichkeiten, das Haus so richtig zu verhunzen...

    Ich würde mir übrigens überlegen, die alten Türblätter zumindest in der "dreckigen" Bauphase auszuhängen und separat zu lagern - wäre schaden wenn die aus Versehen beschädigt werden.


    Meine Fragen editiere ich im Nachhinein.

    Tja... was das betrifft habe ich schlechte Neuigkeiten...:D

    Nur in den Fällen von 2 und 3 wird - rationales Handeln vorausgesetzt - der Anbietende einen echten Preisnachlass gewähren können.

    Was ist schon rational? Moderne Wirtschaftstheorien haben den homo oeconomicus schon längst hinter sich gelassen. Die Verhandlung um Preisnachlässe haben immer auch ein psychologisches Moment - jeder Einkäufer und jeder Verkäufer, der sein Geschäft "rational" betreibt, weiß dass die Ratio der Gegenseite immer auch einen "emotional override" hat, so zum Beispiel:

    Wettbewerbe - wenn es denn überhaupt noch frei zugängliche gibt - haben keine Vergütung, höchstens eine "Siegprämie". An sonsten ist die Teilnahme eher "Hobby"

    Eigentlich macht man zwar das gleiche sonst für Geld, aber gibt ihm ein neues Label ("Hobby", "interessantes Projekt", "Prestigeobjekt") und plötzlich "gestattet" sich der eigentlich rational kalkulierende Kaufmann ein Minusgeschäft.


    Oder

    Aber es gibt ja auch immer Berufsmusiker, die einen Abend lang für ein warmes Essen und zwei große Bier spielen.

    Erzeuge eine gefühlte Notlage (Leerlauf) und die Emotion Angst übernimmt die Argumentation (besser als nichts, was soll ich sonst machen etc. etc.)


    Der Verhandlungsspielraum - gerade in Berufen, bei denen der persönliche Arbeitseinsatz der eigentliche Kostenfaktor ist, wird durch diese psychologischen Momente geschaffen und nicht durch objektive Kalkulation.

    Natürlich garantiert die HOAI nicht per se Qualität. Aber ohne wird die Schlechtleistung einfacher, meien ICH. Denn es fehlt die zum Honrar gehörende korrelierende Leistung, die der (Laien)Kunde einfordern kann.


    Das Problem mit der HOAI war nicht die fehlende Leistung, sondern die Einfachheit, mit einer flachen Leistung ohne Ärger davon zu kommen, weil die Durchsetzungseinforderungen sö selten und dazu noch so schwer waren.

    Hätten alle "Schmalspurplaner" Ärger (auch gerichtlich) fürchten müssen, wäre die Debatte um die HOAI eine andere gewesen

    Das ist ja genau das Problem: das, was ohne HOAI wirklich einfacher wird, ist die adäquate Bepreisung der Schlechtleistung. Die Schlechtleistung an sich ist genauso einfach wie vorher, nur dass man vorher unter dem Mäntelchen der HOAI seine Schlechtleistung auch noch teuer verkaufen durfte/musste.

    Aber ist das nicht bei allen Berufen so, die eine Gebühren-/Honorarordnung haben?


    Soweit ich weiß, rechnen Ärzte, Steuerberater, Anwälte und Notare nach einer Gebührenordnung ab. Auch da ist es doch so, dass derjenige, der für die in der Gebührenordnung festgelegte Gebühren nur das Mindeste "macht" höhere Gewinne erzielt als derjenige, der sich für den "Kunden" voll reinhängt?


    Auch beim Arzt, Steuerberater, Anwalt oder Notar erkenne ich erst hinterher ob er gut und somit sein Honorar "wert" war oder nicht. Sollten auch hier dann, mit den selben Prämissen, nicht die Gebührenordnungen fallen und die Honorare frei verhandelbar sein?

    Genau das habe ich ja auch geschrieben, oder?

    Viele Rechtsanwälte (um mal ein Bsp. zu nennen) machen aus genau diesem Grund Honorarvereinbarungen, um überhalb der RVG abzurechnen, Steuerberater übrigens genau so. Steuerberater können auch nicht nur überhalb, sondern auch unterhalb der StBVV abrechnen, allerdings müssen Sie bei Honorarvereinbarung den Mandaten darauf hinweisen, das Vergütungen über- und unterhalb der StBVV möglich sind.

    Bei Notaren ist das Argument (zumindest bei den Bundesländern mit "Nur"-Notaren) so, dass diese im Grunde hoheitliche bzw. gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeiten vornehmen müssen, daher muss jedem Bürger der Zugang dazu gleich sein und die Notariate kann man nicht kaufen/verkaufen bzw. einfach so gründen, sondern die werden festgelegt.

    Bei Ärzten werden die Preise i.d.R. kollektiv verhandelt, nicht individuell. Aber wenn du z.B. Brustvergrößerung, Lippenaufspriten und Botox machen lässt, dann kannst du die Preise durchaus verhandeln.

    Das Problem ist doch ein eindeutig spieltheoretisches Problem


    1. Prämisse:

    Der Laie kann eine gute Architektenleistung von einer schlechten, wenn überhaupt, erst im Nachhinein unterscheiden und es gibt keine Wiederholungen, d.h. er kann Schlechtleistungen nicht durch Abwahl "bestrafen".

    2. Prämisse:

    Wenn der Preis für die Leistung fix (oder nur in gewissen Grenzen beweglich) ist, kann der Laie aus der Höhe des Preises auch keine Rückschlüsse auf die Qualität/Aufwand der Leistung ziehen.


    Spieltheoretische Auswirkung:

    1. Unter diesen Bedingungen begünstigt ein fixes Preisrecht immer diejenigen, die mit schlechter Leistung/wenig Aufwand das gleiche Honorar erzielen können, wie ihre Kollegen, die mehr Aufwand und bessere Qualität liefern. Denn sie können vom Auftraggeber nicht leicht identifiziert werden und auch nicht in einer weiteren Spielrunde abgewählt werden (Einmal-Leistung).

    2. Damit steigt der Anreiz für den Auftraggeber, den billigsten Architekten auszuwählen: zwar muss er mit einer Schlechtleistung rechnen, allerdings muss er dass bei der HOAI auch, sein Risiko ändert sich also nicht, nur das eingesetzte Geld.


    Das Problem haben im Übrigen viele freie Berufe (besonders Rechtsanwälte, aber auch z.B. Steuerberater oder Ärzte). Dagegen hilft nur transparente Kommunikation, Vermittlung der Qualitätskriterien und (paradoxerweise) agressives "Premium-Marketing", also so hohe Peise, dass der Preis wieder zum Qualitätsindikator wird. In der Nische haben aber nur wenige Platz, der Rest muss sich im Zweifel gerade im EFH-Bereich mit einem stärkeren Preisdruck auseinandersetzen.


    Es hilft nur nicht, so zu tun, als würde die Abrechnung nach HOAI eine gute Qualität garantieren, denn das tut sie nicht. Sie garantiert erstmal nur ein Honorar und damit den schwarzen Schafen einen höheren Gewinn als den ehrlichen Akteuren. Jeder Architekt, der gute Qualität liefert und (ganz wichtig!!) auch im Markt kommunizieren kann, sollte sich freuen, wenn die HOAI fällt.

    Gekniffen werden diejenigen sein, die zwar gut arbeiten, aber (z.B. weil sie Einzelkämpfer sind), nicht genügend Zeit/Geld/andere Ressourcen haben um das auch adäquat zu kommunizieren.