Beiträge von Der Bauamateur

    Was Du damit meinst würde ich gerne erfahren, gerne auch in einem neuen Thread!

    Das geht vogelwild durch die ganze Rechnung; Hauswasseranschlüsse, Versicherungen bzw. Einbehalt umgelegter Versicherungen, Einbehalte für Strom und Wasser vs. Sicherheitseinbehalte, wenn ich mir da manchmal die Vermerke auf den Rechnungen meiner Baumandanten anschaue, dann graust es den Buchhalter. Aber wegen 10,23 Unterschied in der Umsatzsteuer fängt man auch keine großen Diskussionen mit dem AG an, d.h. wir ziehen den Kleinscheiß einfach in der FiBu glatt und nur wenn es ganz wild wird, muss der Mandant sich nochmal kümmern.

    Aber davon ab: Im Rahmen der Abrechnungskontrolle müssen Personen, die mit den Grundleistungen der LP8 nach HOAI beauftragt sind, bspw. auch die Richtigkeit der Berechnung der Umsatzsteuer überprüfen, insbesondere ob diese zum Nachteil des nicht vorsteuerabzugsberechtigten Bauherrn erfolgt. Normalerweise ist das relativ einfach und nebenher zu erledigen, jetzt aber gerade nicht.

    Diese Prüfpflicht dürfte doch auf die rein mechanische Kontrolle der 16% bzw. 19% beschränken, oder? Die Frage, welcher Steuersatz einschlägig ist, dürfte an der Stelle regelmäßig schon außerhalb des durch den Architekten prüfbaren Rahmens fallen. Ebenso wie ich häufig sehe, dass die Prüfung, welche Bestandteile wie in die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage einer Bauabrechnung einfließen, für steuerliche Laien nicht immer ganz trivial ist.

    Hat einer der werten Kolleginnen / Kollegen (bei seiner Arbeit) Aspekte entdeckt, welche (bei ihm) die Auseinandersetzung mit der Umsatzsteuersenkung zur "besonderen Leistung" macht?

    Die Steuerberaterkammern sind in der Regel relativ humorlos, was die Steuerberatung durch Personen betrifft, die dazu nicht befugt sind. Die Auseinandersetzung in eigener Sache (eigene Rechnung bspw.) ist okay, für fremde Dritte würde ich die Finger von illegaler Steuerberatung lassen und dazu gehört auch die Empfehlung steuerlicher Gestaltungen. Wenn es in die Hose geht, zahlt die Architektenhaftpflicht nicht.

    das wäre ja eine konkludente Abnahme im April erfolgt.


    Nach BGB ja, bei Vereinbarung der VOB/B nicht unbedingt, aber der Fall mit einem solchen Zeitraum ist doch eher hypothetisch.

    Mein Punkt ist der - es wird immer Grenzfälle mit einer gewissen Unschärfe geben. Man könnte sich auch fragen, was passiert, wenn man am 20. Juni einzieht und die Abnahme erst am 10. Juli statt findet, weil bspw. das Wohnzimmer noch nicht gemaltert ist, die Innentüren noch nicht eingebaut waren und das Balkongitter noch nicht angebracht war. Und der Fensterbauer hat sich bei der Eingangstür vermessen, so dass diese neu angefertigt und erst nach den Ferien im August eingebaut werden kann. Abnahme konkludent im Juni oder doch erst im Juli, welchen Bedeutungsgrad haben die Restarbeiten etc. etc. und dazwischen immer die Frage welches Datum gilt nun für die Umsatzsteuer. Damit wird man im Zweifel noch eine ganze Weile lang Gerichte beschäftigen.

    Ich hatte folgenden Fall: Unternehmer hat awinw Leistungen am 30.06.2020 fertiggestellt. Zu dieser Zeit war der AG im Urlaub und kam erst am 07.07.2020 zurück. Er hat sich am darauffolgenden Tag die Leistungen angesehen und die für vollständig und i.O. befunden, also abgenommen.

    Der Fall ist sicherlich unproblematisch, da dürfte auch das Finanzamt sich nicht quer stellen.


    Man kann sich aber sicherlich auch andere Fälle vorstellen, wo bspw. im April die Bauherren eingezogen sind und auch eine Schlussrechnung bezahlt, aber keine Abnahme erklärt haben und dann im Juli förmlich die Abnahme erklären und mit Verweis auf die Abnahme eine Korrektur der Rechnung verlangen... Ich kann dann immer nur sagen: klärt erstmal die Zivilrechtliche Seite des Leistungsaustausches.

    Danke! Ich habe es dreimal gelesen und bin mir nicht sicher, es für eine Abschlagsrechnung an einen nichtvorsteuerabzugsberechtigten Leistungsempfänger richtig verstanden zu haben. Erstelle ich diesem jetzt schon eine Gutschrift?

    In Rz 3 steht:

    Zitat

    Änderungen des Umsatzsteuergesetzes sind [...] auf die ab dem In-Kraft-Treten der jeweiligen Änderungsvorschrift ausgeführten Lieferungen und sonstigen Leistungen auch insoweit anzuwenden, als die Umsatzsteuer dafür - z. B. bei Anzahlungen, Abschlagszahlungen, Vorauszahlungen, Vorschüssen - [...] bereits vor dem In-Kraft-Treten der betreffenden Änderungsvorschrift entstanden ist. Die Steuerberechnung ist in diesen Fällen erst in dem Voranmeldungszeitraum zu berichtigen, in dem die Leistung ausgeführt wird (§ 27 Abs. 1 Satz 3 UStG)

    D.h. nach meiner Lesart eigentlich, dass die Korrektur der 19% AZ-Rechnungen erst dann erfolgt, wenn die Leistung erbracht ist, also mit Schlussrechnung. Das deckt sich dann nämlich auch mit der Rz 8 in der das folgende steht:

    Zitat

    Erteilt der Unternehmer über Teilentgelte, die er vor dem 1. Juli 2020 für steuerpflichtige Leistungen oder Teilleistungen vereinnahmt, die nach dem 30. Juni 2020 ausgeführt werden, Rechnungen mit gesondertem Steuerausweis, ist in diesen Rechnungen die nach den bis zum 30. Juni 2020 geltenden Umsatzsteuersätzen von 19 Prozent bzw. 7 Prozent berechnete Umsatzsteuer anzugeben. [...] Einer Berichtigung des Steuerausweises in diesen (Anzahlungs-) Rechnungen bedarf es nicht, wenn in einer Endrechnung die Umsatzsteuer für die gesamte Leistung oder Teilleistung mit den ab 1. Juli 2020 geltenden Umsatzsteuersätzen von 16 Prozent bzw. 5 Prozent ausgewiesen wird.

    Also m. E. Korrektur erst mit Schlussrechnung. Das entspricht nach meiner Auffassung auch der grundsätzlichen Umsatzsteuersystematik, da AZ-Rechnungen "nur" ein Finanzierungsinstrument sind und das Umsatzsteuerrecht, welches die Umsatzsteuer generell erst mit abgeschlossenem Leistungsaustausch fällig stellt, an der Stelle eine systematische Ausnahme für Vorauszahlungen macht - allerdings nur in Sachen Fälligkeit, sprich der Fiskus nimmt sich seinen Teil aus der Vorfinanzierung schon raus. Das führt dazu, dass - so lange der Leistungsaustausch noch nicht abgeschlossen ist - der gesamte Vorgang trotz bereits teilweise fällig gewordener USt-Zahlung in Sachen Steuersatz noch in der Schwebe hängt. Da ich erst mit Schlussrechnung also weiß, in welchem USt-Satz ich bin, wird auch erst dann korrigiert.

    Eine Ausnahme liegt vor, wenn ich Vorschussrechnungen bspw. im Juni für Leistungen stelle, die erst im August erbracht werden: in diesen Fällen wird es nicht beanstandet, wenn dort schon 16% ausgewiesen werden; analog dazu gilt das Gleiche für Rechnungen im August, wo die Leistung erst im Januar erbracht wird - dann entfällt natürlich auch der Korrekturbedarf.


    Es ist in vielen Bauunternehmen üblich, dass auf Grund erbrachter Leistungen nach dem LVZ die AZ-Rechnungen gestellt werden und dementsprechend jede neue AZ bereits die Gesamtheit der vorausgegangenen Leistungen und AZs separat ausweist. Das dient der besseren Übersicht und Kontrolle für alle Parteien, ist aber eine "Kann"-Bestimmung und wird erst in der Schlussrechnung zum Muss. Ob daraus auch schon bei der ersten AZ der Korrekturbedarf für alle vorausgegangenen AZs abgeleitet werden kann, ist m.E. nicht so wirklich eindeutig. Wenn morgen schwerwiegende Mängel festgestellt werden, deren Behebung sich bis in den Januar zieht, liegen wir nämlich wieder bei 19%. Daher würde ich die AZ-Rechnungen mit dem jeweils gültigen Steuersatz stellen (Ausnahme s.o.) und erst mit Schlussrechnung korrigieren. Muss der Kunde halt noch etwas auf den warmen Regen warten...

    Wenn die Leistungen trennbar sind und von vornherein als getrennte Leistungen vereinbart wurden, dann würde ich sagen, Aufbau mit 19% ist schonmal okay. Bei der Gerüstmiete muss man schauen, was vereinbart wurde. USt-lich ist Vermietung eine Dauerleistung und das bedeutet, dass der Leistungsaustausch erst an dem Tag beendet ist, an dem auch die Dauerleistung endet (Mietzeitende). Das würde also gegen eine 19%-Abrechnung am 30.6. sprechen. Aber es findet sich die Lösung in RZ25 des 26-seitigen BMF-Schreiben:

    Zitat

    Wird eine Dauerleistung nicht insgesamt für den vereinbarten Leistungszeitraum, sondern für kürzere Zeitabschnitte (z. B. Vierteljahr, Kalendermonat) abgerechnet, liegen insoweit Teilleistungen im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a Satz 3 UStG vor. Dies gilt ebenso für unbefristete Dauerleistungen, soweit diese für bestimmte Zeitabschnitte abgerechnet werden.

    Also erstmal Entwarnung :D



    Lt. eigenem Steuerberater und gleichlautend auch einem Fachanwalt für Steuerrecht unter seinen Auftraggebern sei die Rückvergütung mit der nächsten Abschlagsrechnung fällig.

    RZ 8 des BMF-SChreibens nimmt eigentlich auf die Endrechnung Bezug. Ich würde mich aber daran nicht aufhängen. Wichtig ist eher die Frage, ob die Leistung überhaupt bis Dezember 2020 erbracht wird, wenn nämlich schon feststeht, dass dies nicht der Fall sein wird, kann man auch weiter mit 19% abrechnen.


    Für die Interessierten ist hier das endgültige BMF-Schreiben.

    Preise für Artenvielfalt wird man mit einem Rasenroboter nicht erzielen, allerdings würde ich den Einfluss von Rasen-Monokulturen auf die Artenvielfalt auch nicht überbewerten. Wenn ich mir hier die gerade abgeernteten Weizenschläge von 10ha und mehr anschaue, dazwischen keine Hecke, kein Feldrain, nichts, dann kommt mir die Diskussion um die Rasenmäher-Roboter immer ein bisschen komisch vor, wenn da Herr Müller seine 250m² Handtuch aus reiner Bequemlichkeit eben mit Roboter mäht, dann ist das zumindest für die Nachbarn immer noch angenehmer, als wenn er jeden Samstag schön den Benzinmäher anwirft und es ändert am Ergebnis herzlich wenig.

    Schottergärten hingegen finde ich einfach nur schrecklich - im Gegensatz zu Steingärten, die sehr ansprechend sein können.


    PS: ich habe bei der alljährlichen Wiesenmahd aus Versehen auch schon eine Blindschleiche erwischt, also so ganz sicher sind die Kleintiere auch dann nicht... :-(

    Und steht nicht manchmal auf B2B-Verträgen "Endpreis X + der zur Rechnungslegung gültigen MwSt, derzeit 19% (Y) = brutto Z EUR ?

    Das wäre ja dann falsch, wenn die Abnahme für den Zeitpunkt der USt.-Berechnung relevant ist.


    Der erhöhte Aufwand in der Buchhaltung, wäre das nicht eine besondere vergütungspflichtige Leistung?

    Zu erstens, das ist i.d.R. dann zutreffend, wenn die Rechnung zeitnah, d.h. im gleichen Voranmeldungszeitraum wie die Abnahme (bei monatlicher VA), gestellt wird.


    Der erhöhte Aufwand in der Buchhaltung: Das haben wir natürlich im Voraus an die Mandanten kommuniziert - wir rechnen den Zusatzaufwand ab, soweit er entsteht, wenn bspw. durch falsche Abrechnungen der Mandanten oder fehlende Angaben (Leistungszeitpunkt) ein erhöhter Aufwand entsteht, oder wenn wir bspw. Testabrechnungen aus der Software kontrollieren sollen oder ein Anforderungsprofil in Sachen Umsatzsteuer an die Softwarebetreuer erstellen sollen.

    Ist die Baugenehmigung erteilt, ist die Leistung erbracht und für sich abgeschlossen. Theoretisch wäre hier ein Wechsel des Planers möglich. Mit dem Baubeginn (Nutzung der erbrachten Leistung) wäre ja eine fiktive Abnahme gegeben und damit ein Leistungsübergang und mit der Bezahlung eine Anerkennung des Leistungsübergangs . ODER?

    KANN man so argumentieren?

    Nur wenn man bspw. in einem ersten Auftrag nur mit LP 1-3 beauftragt wird und erst später bspw. mit LP4-8 beauftragt wird. Ich empfehle dazu die Fundstelle im USt-Anwendungserlass, die ich oben zitiert habe. Das kann man auch als einigermaßen gebildeter Steuerlaie verstehen.

    1. Erstmal alles ignorieren, was de Bakel in #2 schreibt, weil es nichts mit deinem Fall zu tun hat. :D


    2. Möglichkeiten eruieren und nach eigenem Gusto weiter verfolgen:


    Möglichkeit 1: nichts tun.
    Möglichkeit 2: Meldung an den Landesdatenschutzbeauftragten
    Möglichkeit 3: Hinweis an Bauträger, dass er verpflichtet ist den Vorfall selbst beim Landesdatenschutzbeauftragten zu melden

    Deshalb jetzt die Frage an die Kollegen und den Bauamateur : Wie ist hier vorzugehen? Auflösung nach abschließender Rückmeldung meiner Steuerberaterin

    Gehen wir mal durch:

    1. Einheitlicher Vertrag über LP1-8 - check

    2. Leistungsoll erbracht: nein, lt. Text erst im 2. HJ 2020

    3. Könnte der fertige Leistungssoll einer einzelnen LP eine Teilleistung im Sinne des UStG darstellen (Leistungsaustausch)? --> der USt-Anwendungserlass sagt nein, siehe UStAE zu §13 13.3 Abs. 1


    Ergebnis: Wenn der Leistungsaustausch im 2. HJ 2020 abgeschlossen ist (förmliche oder konkludente Abnahme), dann ist die gesamte Leistung mit 16% zu versteuern.

    Buchungstechnisch ist es so, dass mit 19% gestellten AZs als negative Bemessungsgrundlage für 19% Umsätze in die USt-VA übernommen werden und der komplette Umsatz in Umsätze mit 16% übernommen wird, so dass im Saldo die zu viel ans FA gezahlte Umsatzsteuer (die du dem Kunden erstattest) wieder an dich erstattet wird. Eigentlich kein Hexenwerk und Programme wie DATEV haben auch schon AZ-Automatiken, die das ganz gut einfangen, ein bisschen frikkeln muss der Steuerberater wahrscheinlich trotzdem, wenn das schon über mehrere Jahre ging.


    chieff Dein Softwareanbieter erklärt Dir einen "workaround" wie Du mit einer anscheinend seit über 10 Jahren nie behobenen Unzulänglichkeit des Rechnungsstellungsprogramms umzugehen hast. Nach seiner Auffassung wackelt hier anscheinen der Schwanz mit dem Hund. Steuerlich ist das nämlich Blödsinn. Teilschlussrechnungen werden gestellt, wenn eine vereinbarte und abgrenzbare Teilleistung fertig gestellt und abgenommen ist, sonst nicht.

    halte ich für eine sehr steile These, wiederspricht völlig dem herkömmlich Sprachgebrauch. Unhaltbar, mMn.

    Oder geht es nur darum, die Tatsache aktenkundig zu machen dass die Behörde selbst Verstöße empfiehlt und mit zweierlei Maß misst?

    Es geht nur darum, dass eine Behörde einerseits ihr Ermessen nicht willkürlich ausüben darf und andererseits nicht zu rechtswidrigem Verhalten auffordern darf. Der unter uns sicherlich unstrittige Sprachgebrauch wird dort also anders interpretiert, d.h. das Ermessen der Behörde bei der Auslegung der Vorschrift macht aus der von uns so gelesenen und verstandenen Und-Verknüpfung plötzlich eine Oder-Verknüpfung. Ob diese Auslegung grundsätzlich noch durch den Ermessensspielraum der Behörde gedeckt ist, braucht uns ja erstmal nicht zu interessieren, sondern nur deren Rechtsaufsicht: Wenn diese Auslegung, von der Behörde angeregt, einmal im Raume steht, berufe ich mich darauf, dass diese Auslegung wohl von der Behörde als rechtmäßig angesehen wird und ergo auch nicht willkürlich (also ohne Begründung) oder mit der Begründung, sie sei nicht rechtmäßig, abgeleht werden kann.

    Ich würde ganz nett und freundlich antworten, dass Du Widerspruch gegen die Anordnung einlegst,

    1. weil es sich nicht um eine Einfriedung handelt (die Pflanzung dient nicht der Einfriedung des Grundstücks und ist durch die Lage im Grundstück dazu von vornherein ungeeignet) und insofern die im Bebauungsplan gemachten Vorschriften für Einfriedungen nicht einschlägig sind.

    2. Weil in der Auskunft des Bauamtes in Sachen Kirschlorbeer erkennbar ist, dass die Formulierung "einheimische Laubgehölze" eine "oder" Konstellation ist, d.h. das Bauamt legt den Inhalt der Vorschrift augenscheinlich so aus, dass die Bepflanzung einheimisch oder ein Laubgehölz sein kann und du dich daher an der Rechtsauslegung der Behörde orientiert hast, soweit diese erkennbar ist.


    Den zweiten Punkt würde ich allerdings nur vorbringen, wenn er mit etwas mehr Substanz unterfüttert werden kann als Hörensagen.

    Mal ein paar ganz doofe Fragen - so von Laie zu Laie, bzw. von einem Altbau/Lehmwand-Besitzer zum anderen:

    1. Warum verkleiden und nicht einfach Lehmputz erneuern?

    2. Warum dämmen?

    3. Wenn dämmen, warum von innen?

    4. Wenn unbedingt von innen, schon an einen Planer gedacht?


    Hintergrund: Wir haben unsere Lehm-Fachwerk Wände von außen mit MiWo gedämmt, aber alle Innenwände einfach nur mit neuem Lehmputz versehen. Aussage unseres Planers damals: von innen zu dämmen muss nicht nur sehr akribisch geplant, sondern auch sehr präzise ausgeführt werden, das Risiko mangelhafter Ausführung und das mit mangelhafter Ausführung verbundene Schadensrisiko sind jeweils höher als bei Dämmung von außen.


    Btw. wenn man gerne mit Matsch spielt, dann kann man sich an so einem Lehmputz durchaus auch mal selbst versuchen und daraus Spaß für die ganze Familie machen :-)

    Mit das erste, was man als Kajakfahrer lernt, ist, sich NICHT in den Fugen von Steganlagen gegen Abtreiben zu sichern. Warum? Was passiert mit den Fingern im Fall eines feuchten Ausstiegs? Genau. Sie bleiben stecken.

    Off-Topic:

    Das erste was ich als Kajakfahrer gelernt habe: in Schleuse viel Abstand zwischen mir und den Hausboot:

    "Moin, öfters hier unterwegs? - Nö, erstes Mal mit dem Boot unterwegs, aber der Vermieter hat mich vorhin eingewiesen!"

    Na halleluja, rechts die Schleusenwand, links 5m Hausboot mit entsprechender Verdrängung und Amateurkapitän, dazwischen meine Frau und ich im Faltboot. Da kriegt "einquetschen" nochmal eine andere Dimension!


    Ich gebe aber zu, dass ich das hochkant gestellte Paddelblatt beim Ein- und Ausstieg manchmal in den Fugen vom Steg verkeile, das geht natürlich bei 20mm besser als bei 8mm Fuge... :D

    d'accord, jedoch habe ich Zweifel,. dass der eine Fehler (Gründung des Bauwerks) ein Fehler war. Vielmehr scheint mir die Vorgabe fehlerhaft gewesen zu sein, der Kollege hat aber, ganz keck, korrekt geplant, musste dann aber auf Wunsch des Stahlbauers/ Bauherrn (?) korrigieren. Hätte ich nicht gemacht....

    Das ist eben die Frage, das lässt sich m.E. aber klären. Was mich wundert, dass er die Zeiten so (Fehlerkorrektur) im Stundennachweis ausgewiesen hat. Würde ich nicht so machen - entweder sind die Stunden "drin" weil Leistung gebracht wurde, oder nicht, weil Leistungen nachgebessert wurden. Daher tendiere ich dazu, Dir soweit zuzustimmen, dass zumindest aus Sicht des Auftragnehmers diese Stunden keine Nachbesserungen waren, sondern zwingend zur Leistungsausführung gehörten.

    Wieso bezieht sich der Architekt/die Architektin bei einer Rechnung auf Stundenbasis nicht auf die HOAI?

    Weil die HOAI eine Abrechnung nach Zeit nicht regelt; §7 (2) HOAI ist nach meinem Verständnis nur der lapidare Hinweis wie man mit Leistungen umgeht, die zwar durch Architekten und Ingenieure erbracht werden (§1 HOAI), deren Abrechnung aber nicht in der HOAI geregelt ist. Nämlich: man regelt das "frei", d.h. außerhalb der HOAI und damit ist es eben keine Abrechnung nach HOAI. Es ist sozusagen die Tür, durch die man die HOAI verlässt.

    Die "Regel" zu den Nebenleistungen ist aber Teil der HOAI und kann sich damit nur auf Hauptleistungen beziehen, die auch nach HOAI abgerechnet werden.


    Die Abrechnung unterliegt also nicht der HOAI und kann frei vereinbart werden; dabei sind verschiedene Modelle möglich - Festpreise, Stundensätze, Abrechnung nach Wert, Mischformen, etc. Natürlich kann man auch die Abrechnung von Nebenleistungen nach dem Muster der HOAI vereinbaren, nur wenn man das nicht tut, dann sollte man nicht im Nachhinein solche Kostenpositionen einführen, da muss man dann mit Streichung rechnen.


    Hätte, Sollte, Könnte: Meinen Architekten empfehle ich für solche "Kleinfälle" einmal vom Anwalt eine kurze Honorarvereinbarung aufsetzen zu lassen, bei der auf 1-2 A4-Seiten kurz zu geregelt wird, wie abgerechnet wird. Oder mal bei der Kammer nach Mustern zu schauen. Das kann man sich dann vom Auftraggeber gegenzeichnen zu lassen und spart sich viel Diskussion hinterher.

    Es geht ja hier um die Frage, ob das Honorar zu hoch ist, oder nicht. Also Subsumption: was ist üblich, was durfte der durchschnittliche Verbraucher erwarten.


    Wir haben 3 Rechnungselemente: Zeithonorar als Produkt aus (1) Stundensatz x (2) Honorar und (3) Nebenkosten


    (1)

    Schaut man sich die Honorarempfehlungen der Kammern durch, dann liegt der Stundensatz nicht außerhalb des Rahmens, von der bayerischen Ingenieurkammer gibt es einen Flyer zur Kalkulation aus dem Juli 2019 hier. Daraus sieht man die Dienstleister/Gewerke, mit denen man sich vergleich. Also sind dürften die Stundensätze wohl innerhalb dessen liegen, was man auch als Verbraucher erwarten durfte, selbst wenn in der HOAI selbst keine Stundensätze mehr vorgeschrieben sind.


    (2)

    Zum Stundenumfang, tja, das ist schwer zu sagen, bei gerichtlichen Streitigkeiten, wird hier wohl das Gericht von der Kammer als Aufsichtsorgan ein Sachverständigengutachten einholen, bei den Kosten lohnt sich der Rechtsstreit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, es sei denn, dein Chef vertritt Euch pro bono. Stunden für Fehlerkorrekturen sind natürlich nicht anzusetzen.


    (3)

    Allerdings stellt sich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage der Architekt einfach so Nebenkosten abrechnet, denn ein Verbraucher würde wohl erwarten, dass im Stundensatz auch die Nebenkosten schon einkalkuliert sind. Er knallt einfach eine Pauschale nach §14 HOAI rein, aber er kann sich in einer Rechnung nicht wahlweise mal auf die HOAI beziehen und mal nicht. Im übrigen wäre es auch nach HOAI nicht einfach so zulässig, sondern müsste vereinbart sein (ansonsten Abrechnung nach Einzelnachweis, § 14 Abs. 3 S. 2 HOAI).



    Ich würde daher:

    - Die 6% Nebenkosten streichen

    - Die Zeiten für Fehlerkorrekturen streichen

    und dann zusehen, was passiert.


    Fürs nächste Mal haben hoffentlich alle Beteiligten was gelernt.

    Hier ist die Frage, ob das funktioniert.
    Ich habe es so gelesen, dass die niedrigere Umsatzsteuer nur gilt, wenn auch die Leistung erst ab dem 1.7. erbracht wurde.

    Ja, mein Fehler, weil ich die Formulierung unsauber aufgesetzt habe: nicht unbedingt der Subunternehmer sondern der Auftraggeber (=Bauträger) hat das Interesse an der Verschiebung. Leider kann ich den Beitrag nicht mehr ändern.

    Ich finde es nicht Bunkerhaft, dazu sind die Decken zu hoch und es gibt Fenster; an die Wände würde ich allerdings einen großen Pollock oder einen Perser aus dem 18 Jh. hängen. Ein lebensbejahendes Betongrau, nur aufgeppet mit einem fröhlichen Anthrazit, das wäre für mich jetzt keine Dauerlösung. Für Zuhause wäre es wohl insgesamt nicht mein Ding, und die Treppenfarbe in Kombination mit der 90% Wendelung, finde ich etwas unglücklich, wenn man nicht gerade Augen wie ein Luchs hat - vorallem wenn man von oben nach unten kommend das Licht im Rücken hat.

    Bei uns (DATEV) gab es seit dem 10.6. einen "liveticker" zum Planugnsstand... es ist ein Update am 30.6. Nachmittags geplant, allerdings habe ich schon entschieden, dass wir dieses nicht mitmachen, sondern erst am 2. oder 3.7. (Juni können wir ja noch buchen), damit wir dann die bug-freie Version bekommen. Bei der Art von Massenumstellung muss ich nicht der erste sein, der seinen Kopf aus dem Schützengraben streckt.

    Das hieße ja, - nur mal angenommen - der Bauträger hätte in seinen Rechnungen an den Erwerber 19% MwSt ausgewiesen, dass der Erwerbe diese zurückverlangen könnte.

    Ja, aber gibt es wirklich Bauträger die das tun? Das ist ja keine neue Regelung, die Umsatzsteuerbefreiung der Grundstückslieferungen ist eigentlich schon sehr alt.


    Eine unangenehme Ausnnahme - so auch in der bisherigen BFH-Rechtsprechung bestätigt - ist der Fall, wenn grunderwerbsteuerlicher Erwerb und umsatzsteuerlicher Erwerb nicht gleich sind, d.h. wenn für Zwecke der Grunderwerbsteuer mehrere Verträge mit verschiedenen Personen als ein einheitliches, auf den Erwerb von fertigem Wohnraum gerichtetes Vertragswerk zusammengefasst werden. Dann sollen - weil der umsatzsteuerliche Erwerb von unterschiedlichen Unternehmern (Architekt, Handwerker etc) erfolgt, die kein Grundstück liefern - diese Umsätze sowohl der Grunderwerbsteuer als auch der Umsatzsteuer unterworfen werden.

    Im Bauträgervertrag steht wörtlich

    „Bei einer Änderung des derzeit gültigen USt-Satzes, die nach dem Ablauf von vier Monaten ab heute und vor Fälligkeit der letzten Rate in Kraft tritt, ändert sich der Kaufpreis um 70% der Steueränderung (bei Änderung um 1% Prozentpunkten also um 0,7 %).“


    Meine Erklärung hierfür: der Grundstücksanteil umfasst ca. 30% und ist - wie Der Bauamateur schreibt - USt-befreit. 70% umfassen die Bauarbeiten (z.B. Material, Löhne etc.), die der USt unterliegen. Bei einer USt-Erhöhung sichert sich der BT somit gegen eine Gewinnminderung ab, weil er die Erhöhung an den Käufer weitergeben kann.

    Nun tritt der (äußerst seltene) Fall einer USt-Senkung ein.
    Dumm gelaufen für den BT, würde ich als Laie sagen. Entscheiden werden darüber Juristen

    Hallo Wolfgang, wie ich schon schrieb: ein Bauträger liefert nicht nur das Grundstück, sondern auch das fest mit dem Grundstück verbundene Bauwerk. Dieses Bauwerk ist Teil des Grundstücks und unterliegt bei einem einheitlichen Vertragswerk ebenfalls der Grunderwerbsteuer und ist damit ebenfalls umsatzsteuerfrei.


    Die Klausel in dem Vertrag dient m.E. nur dazu, dass der BT im Falle einer USt-Erhöhung, die für ihn direkt eine Kostensteigerung darstellt, weil er die Vorsteuer aus den Rechnungen seiner Subunternehmer nicht abziehen kann, diese auch an den Kunden durchreichen kann. Ob das auch für die Minderungen gilt, weiß ich natürlich nicht.

    Nicht für Bauträger. Da geht das oft zu Lasten des BT


    Korrekt, Bauträger erbringen keine Bauleistung sondern liefern ein Grundstück (mit Bauwerk). Diese Lieferung unterliegt der Grunderwerbsteuer und ist daher nach §4 Nr. 9 a) UStG steuerfrei.
    Da die Leistungen der Bauträger steuerfrei sind, bedeutet das auch, dass Sie mit ihren Vorsteuerbeträgen (von den Subs) nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, d.h. die Vorsteuer ist Kostenbestandteil.


    Daraus ergibt sich eigentlich - rein umsatzsteuerlich! - die folgende Interessenlage:

    1) Abnahme/Übergabe des Grundstücks nebst Bauwerk an den Käufer: Zeitpunkt ist eigentlich egal, da umsatzsteuerlich keine Abweichungen! Wer beim Bauträger kauft, wird in seinen Vertragsunterlagen feststellen, dass gar keine Umsatzsteuer ausgewiesen ist, daher haben Verbraucher hier keinen Vorteil.


    2) Abnahme der Subunternehmer-Leistungen: Hier hat der Subunternehmer eigentlich ein Interesse die Abnahme erst im Juli durchzuführen, denn er wird, zumindest bei den professionellen Akteuren, in der Regel auf Basis LV Nettopreisvereinbarungen vorgenommen haben und damit seine Marge durch niedrigere Kosten verbessern können.


    Da die Abnahme zu 1) selten vor der Abnahme zu 2) erfolgen kann, wundert mich der Druck etwas und ich vermute, dass der BT entweder keiner ist und die sich Rechnungskorrekturen bei den AZ sparen will oder schlecht beraten ist.