Beiträge von Der Bauamateur

    Da keine Aufregung seitens der aktuellen Regierung noch von den Öffis kommt, gehe ich davon aus, der Russe war es nicht.


    Lach, ich glaube gäbe es Beweise die für RU sprechen würden, hätten die Öffis schon längst ein Unterwasserstudio installiert und würden 24/7 berichten ;)

    Nur meine kleine Meinung.

    Ich habe mal die zwei Zitate eingefügt, weil sie aus meiner Sicht ein generelles Problem ganz gut verdeutlichen. Ich habe ja meine Meinung zu dem Thema Pipeline geschrieben und ich denke, dass ich sie auch relativ ausführlich begründet habe unter Abwägung von pro und contra. Was ich nicht gesagt habe: Der oder der war es nicht, weil es dafür keine Beweise gibt. Denn Tatsache ist, dass es zwar Indizien gibt (in verschiedene Richtungen) keines von denen ist jedoch stark genug um tatsächlich Beweiskraft zu entwickeln. D.h. es gibt keine Beweise dafür das es Russland war. Aber eben auch nicht dafür, dass es die USA oder die Ukraine waren.

    Und das ist das Problem an den o.g. Aussagen, denn sie zeigen einen Mangel an kritischem Hinterfragen, insbesondere bei der eigenen Meinungsbildung. Statt dessen hat man eine Meinung und sucht dann das zusammen was dazu passt und verwirft das was dagegen spricht - und zwar selektiv. Denn wenn man wirklich kritisch hinterfragen würde, müsste man tatsächlich auch hinsichtlich der Ukraine oder den USA zu dem Schluss kommen: Es gibt keine Beweise.

    Genau an der Stelle kommt es jedoch zum logischen Bruch und das ist die Schwachstelle im Prozess der Meinungsbildung: X wird aus dem Möglichkeitenspektrum ausgeschlossen wegen Mangel an Beweisen, Y und Z jedoch nicht. Weil man aber X ja schon ausgeschlossen hat, kommen jetzt nur noch Y und Z in Frage. D.h. um Y und Z als Täter auszuschließen werden jetzt höhere und weitergehende Kriterien verlangt, als der bloße Mangel an Beweisen. Und genau an der Stelle findet dann eben keine kritische Hinterfragung statt, sondern es werden auf Basis einer vorher feststehenden Meinung unterschiedliche Maßstäbe in der kritischen Analyse von strategischen Positionen, Möglichkeiten und Motiven angelegt, die dazu führen, dass man immer nur das, was man schon vorher ahnte, bestätigt.


    Der Bauamateur : Danke, endlich mal eine persönliche Meinung ohne Hauen und Stechen, ich bin zwar nicht ganz deiner Meinung,

    aber egal. Ich fordere weder Quellenangaben noch sonstwas, ich lese deine Meinung und akzeptiere sie.

    Eine gegenteilige Meinung zu bringen muss aber auch erlaubt sein, was ich zugegebermaßen etwas bezweifel,

    trotzdem Danke für deine lange, aber kurzweilige Lektüre.


    Natürlich ist eine andere Meinung erlaubt. Sonst hätten wir ja nichts zu diskutieren und ich hätte auch nicht den Ansporn meine eigene Meinung dezidiert zu begründen. Im Ergebnis halte ich Deine Meinung halt einfach für das Ergebnis eines fehlerhaften Analyseprozesses, wie ich es oben erläutert habe. Das mag auch daran liegen, dass ich mangels Ausführung deinen Meinungsbildungsprozess nicht so ganz nachvollziehen kann. Es ist also auch möglich, dass ich einfach nur ein Erkenntnisdefizit habe und daher falsch liege. Ich halte das für nicht sehr wahrscheinlich, weil ich diesbezüglich eine hohe Meinung von mir selbst habe, man könnte auch sagen, dass ich in der Hinsicht ein eitler Mensch bin. Ich kann es aber nicht ausschließen.

    III. zu Russland: Die Vollinvasion, davon darf man wohl gesichert ausgehen, beruhte auf militärischen Annahmen und Planungen, die im Wesentlichen durch übertriebenen Optimismus und eine deutliche Unterschätzung des Gegners gekennzeichnet waren. Der schnelle Enthauptungsstoß nach Kiew ohne Luftunterstützung und die schnellen Vorstöße entlang der Hauptverkehrsstraßen unter Inkaufnahme eines ungesicherten Hinterlandes stützen die Annahme, dass man mit einer schnellen Gefangennahme/Flucht der Regierung rechnete und sich nach Besetzung der wesentlichen administrativen Zentren die ukrainische Armee in großen Teilen ihrer Führung beraubt ergeben würde, währen die Bevölkerung den russischen Befreier mit wehenden Fahnen begrüßt. In diesem Szenario hätte man nach 3-7 Tagen alle wesentlichen Fakten geschaffen. Der Machtgewinn durch das neue Territorium und das wirtschaftliche Interesse der wichtigsten europäischen Landmacht (Deutschland) würden in Verhandlungen münden, die als Ausgangspunkt die so geschaffenen Fakten hätten und man hätte durch einen kurzen und schmerzhaften Stoß ins Herz der Ukraine diesen lästigen Staat beseitigt. Unter diesen Voraussetzungen macht eine Sprengung für Russland keinen Sinn. Denn nach einen kurzen Krieg will man ja wieder Gas verkaufen.

    Aber anders als Georgien, Afghanistan etc. hatte die Ukraine seit 2014 Zeit, sich vorzubereiten. Der Krieg wurde von Westeuropäern nicht für möglich gehalten, in der Ukraine jedoch durchaus als realistisch betrachtet. Dementsprechend war man besser ausgebildet, ausgestattet und vorbereitet als 2014 und konnte den Stoß gegen Kiew abwehren. Als aus russischer Sicht klar wurde, dass der ursprüngliche Kriegsplan gescheitert war, ist man aus dem Norden abgezogen, hat sich umgruppiert und begonnen die Schwerpunkte im Osten und Süden zu setzen. Aus einem kurzen Krieg wurde absehbar ein langer Abnutzungskrieg - den kann Russland, so auch Putins völlig korrekte Analyse, durchaus gewinnen, wenn! ja wenn, die Ukraine nicht ständig aus dem Westen nachbeliefert würde. Und so verschieben sich auch Russlands und Putins Prioritäten: aus einem kurzen Krieg, an dessen Ende erneut der Gashandel mit Deutschland steht, wird ein Krieg, der zunächst einmal um jeden Preis gewonnen werden muss um nicht nur das interne Machtsystem zu erhalten, sondern auch um die anderen Nachbarn nicht aus der Reihe tanzen zu lassen. Und wir sehen es heute, was das bedeutet: Russland ist als Schutzmacht Armeniens de facto ausgefallen, Aserbeijan nutzt das um Bergkarabach (zurück) zu erobern; was wiederum dazu führt, dass Armenien sich neue Verbündetet sucht und Russlands Einfluss im Kaukasus schwindet - eine Region, die seit Zarenzeiten schon als "schwierig" aber eben auch strategisch wichtig gilt.

    Der künftige Gashandel mit Europa verliert gegenüber dem Ziel den Krieg zu gewinnen, an Bedeutung, China will nun einen Teil vom billigen Rohstoffkuchen und man wird wohl fürs Stillhalten Chinas bezahlen müssen. Die leere Pipeline ist im Grunde nichts nütze um diesen Krieg, der einem entgleitet, zu gewinnen. Und ein "Danach" kann es nur geben, wenn man gewinnt und in diesem "Danach" wird China eine viel größere Rolle spielen als Europa, das sich so überraschend eindeutig und stark auf die Seite der Ukraine gestellt hat. Also was tun? - Man kann das Ding sprengen und hoffen, dass man damit das Bündnis um die Ukraine auch gleich sprengt. Denn die deutsche Meinung ist fragil - noch hat man politische und meinungsbildende Assets - die für einen arbeiten. Wenn also die Ukraine jetzt so eine Dummheit begehen würde... Russland verfügt über die entsprechenden Marinestreitkräfte in der Ostsee und Forschungsschiffe mit Unterseeausrüstung und in dem sich abzeichnenden Abnutzungskampf ist jede Verzögerung der Hilfe, jeder Zweifel, jeder Panzer weniger ein Vorteil für Russland. Man spielt auf Zeit - 2024 wird in den USA gewählt - und je weniger Unterstützung bis dahin passiert, desto besser.


    In Summe denke ich also, dass sich die Motivlage durch den Angriff Russlands und dann nochmal durch das Scheitern des russischen Angriffsplans bei den in Frage kommenden Parteien verschoben hat. Russland hat meiner Ansicht nicht nur das plausibelste Motiv, sondern auch die Ressourcen und die Logistikstruktur in der Ostsee um eine solche Operation durchzuführen. Daher ist für mich in dieser Konstellation Russland der wahrscheinlichste Kandidat. Die Ukraine hätte 2021 das stärkste Motiv gehabt, aber nicht mehr in 2022, zudem fehlt ihr eindeutig die logistische Operationsbasis um solche Aktionen unter strikter Geheimhaltung in der Ostsee durchzuführen. Die USA haben von allen m.E. das schwächste Motiv; ohne substantiellen Ertrag beinhaltet die Aktion für Sie im Grunde nur politisches Risiko. Sie verfügen zwar über die Mittel zur Durchführung, müssten dies aber unter Umgehung der wichtigsten NATO-Verbündeten in der Ostsee (Deutschland und Dänemark) durchführen und geheim halten. Sehe ich eher schwierig.

    Sprengung Pipeline, dazu sollte man sich ein paar grundlegende Gedanken machen in dem Dreieck UKR - RUS - USA und ein paar grundlegende Fakten als Basis anerkennen. Vielleicht kann man sich auf folgende Fakten einigen:

    1. Zum Zeitpunkt der Sprengung dauerte der Krieg, bzw. die Vollinvasion bereits einige Monate

    2. Es zeichnete sich ab, dass die aus der operativen Kriegsführung der ersten Tage ableitbaren Kriegsziele Russlands nicht erreicht wurden.

    3. Die Pipeline war im Zeitpunkt der Sprengung nicht im Betrieb

    4. Im Seegebiet der Sprengung waren in den Monaten bis zur Sprengung NATO-Verbände unterwegs, russische Schiffe und eine Privatyacht.

    5. Die vollständige Sprengung eines unterseeischen Bauwerks in ca. 80m Tiefe erfordert Planung, Logistik und, da es ein feindlicher Akt ist, auch ein erhebliches Maß an Geheimhaltung

    6. Es war im Zeitpunkt der Sprengung klar, dass Deutschland (sowohl in der öffentlichen Meinung als auch durch die Regierung) diesen Akt mindestens als unfreundlich, wenn nicht feindlich wahrnehmen würde.

    7. Die USA haben schon vor Bau immer gegen die Pipeline, wie auch im übrigen die osteuropäischen Staaten Polen, Estland, Lettland und Litauen.


    Ausgehend davon kann man sich Motiv und Gelegenheit der drei Parteien anschauen und daraufhin überprüfen, ob es da Übereinstimmungen gibt. Ab hier beginnt also der spekulativ/analytische Teil, in dem man sich fragt, wer könnte es gewesen sein, ohne dass man jedoch mit Sicherheit sagen kann, wer es gewesen ist. Es handelt sich daher um meine persönliche Überzeugung (ich teile mal den Post in 2 Teile auf, weil sonst zu lang).


    I. zu den USA: Für die USA kam die Vollinvasion der UKR höchst ungelegen. Nach einer langen Corona-Zeit sollte es bergauf gehen und keine weitere Destabilisierung des Weltordnungssystems geben. Unter Obama hatte man bereits den Schwenk vollzogen, den ich mal "Pacific-First" nennen will und der in etwa sagt: Die USA kümmern sich um den Pazifikraum und insbesondere den großen Rivalen China und die Europäer kümmern sich bitte um ihren eigenen Mist im Rahmen der NATO und stocken Ihre Budget entsprechend der eingegangenen Verpflichtungen auf (Was ja bekanntlich nicht passierte). Mit der Vollinvasion hat Russland allerdings etwas gemacht, was im Grunde nach in Europa seit 1945 völlig unerhört war, es hat einen Nachbaren angegriffen mit dem explizit formulierten Kriegsziel, dessen staatliche Institutionen zu zerschlagen und sein Territorium zu erobern. Entsprechend mussten die Europäer und Amerikaner dagegen halten, denn ein Erfolg hätte einen Dammbruch der internationalen Ordnung bedeutet. Deutlich beobachtbar war in der Folge, dass die NATO in Ihrer Existenzgrundlage gestärkt wurde und sich territorial durch schlagkräftige neue Bündnispartner erweitert hat. Deutschland spielt dabei eine existenzielle Rolle - zum einen da Deutschland in Punkto Militär- und Finanzhilfe der wichtigste europäische Partner der UKR wurde, zum anderen weil die NATO-Doktrin in Punkto Landstreitkräfte stark von der Bundeswehr abhängt. In einer Zeit, wo die USA sich eigentlich mehr dem Pazifik zuwenden wollen, weil sie China (vermutlich zu Recht) langfristig als größere Bedrohung wahrnehmen, wird Deutschland also neben Großbritannien einer der, wenn nicht der wichtigste NATO-Partner in Europa. Und es zeichnet sich ab, dass dies auf absehbare Zeit auch so bleiben wird.

    Und jetzt wird die Pipeline gesprengt. Natürlich waren die USA immer dagegen. Und sie hatten sicherlich auch die Mittel um eine so komplexe Operation durchzuführen, wobei unklar ist, wie konkret ohne die Einbindung weiterer NATO-Partner das gehen sollte; insbesondere da Dänemark sehr leistungsstarke Seeüberwachungsstationen auf Bornholm betreibt (wer schon mal auf der Insel war, kennt diese großen Radarstationen, wo man nicht fotografieren darf). Aber warum sollten die USA in einer Situation, wo sie mehr denn je auf die Unterstützung von Deutschland angewiesen sind und endlich die NATO in Europa, und insbesondere Deutschland, seine Rüstungsversprechen ernst nimmt, einen solchen feindlichen Akt durchführen? Gas fließt nicht durch und Deutschland hat sich in dem Konflikt klar positioniert. Die Nachteile durch ein Kippen der öffentlichen Meinung überwiegen jeden Vorteil abgesehen davon, dass man Unruhe in ein Bündnis bringt, das gerade durch einen äußeren Feind im inneren Zusammenhalt gestärkt wurde.


    II. zur Ukraine: Die Ukraine kämpft einen existenziellen Abwehrkampf - verliert sie, nimmt sich Russland ihr Territorium, verschleppt die Bevölkerung und bringt die politische Opposition um. Das sind die beobachtbaren Fakten aus den besetzten Gebieten. Aus Sicht der Ukraine begann der Krieg 2014 durch die Besetzung der Krim und den Einsatz russischer Truppen in den sog. Separatistenrepubliken. Deutschland war in Sachen Unterstützung immer ein unsicherer Kantonist - das russische Gas war so verlockend billig, dass man bis zur Vollinvasion im Grunde jede substantielle Unterstützung der Ukraine abgelehnt hat. Es liegt nahe, eine Strategie zu überlegen, die Nadel an der der Gasjunkie hängt, trocken zu legen. Das Motiv ist da - einerseits. Andererseits vollzieht Deutschland mit der Vollinvasion eine deutliche politische Wende (Zeitenwende); es wird Kriegsmaterial geliefert (zu wenig, zu spät sagen die Kritiker, sicher auch zu recht) und zwar in vorher unvorstellbaren Mengen. In Sachen Material zeigt sich, dass die NATO-Bestände der Europäer, was die Landstreitkräfte betrifft, aus denen nun geliefert wird, in erheblichen Ausmaße mit der deutschen Rüstungsindustrie und der Bundeswehr verwebt sind. Dementsprechend wird Deutschland binnen Wochen nach den USA und gemeinsam mit Großbritannien zum wichtigsten Geld und Waffenlieferanten der Ukraine währen die deutsch-russischen Beziehungen nach dem abrupten Strömungsabriss im freien Fall trudeln. Und damit ändert sich das Kalkül der Ukraine - was 2021 noch wie ein guter Plan erscheinen mag, ist plötzlich sehr riskant. Denn ohne westliche Waffen, kann die Ukraine den Krieg nicht nur nicht gewinnen, sondern sie verliert wahrscheinlich. Und da ist es wenig opportun einen der wichtigsten europäischen Verbündeten anzugreifen.

    Zumal man es noch nicht einmal wirklich heimlich tun kann: Anders als die USA und Russland verfügt die Ukraine über keinerlei Marinekräfte in der Ostsee und auch über keinen direkten Seezugang. Alle Planung, Sprengstoffbeschaffung und Durchführung muss abgeschnitten von jeder Art von Heimathafen, unter den Augen massiver NATO-Überwachung und gegen die feindlichen russischen Seestreitkräfte in der Ostsee durchgeführt werden. Man muss also irgendwie ca. 2 Tonnen Sprengstoff durch Deutschland und Polen transportieren, diesen in einem Hafen auf eine private Yacht verlanden um dann diesen Sprengstoff zur Sprengstelle zu transportieren, dort ohne schweres Unterseegerät nur mit Tauchern in ca. 80m Tiefe verbringen, fachgerecht anbringen, zur Detonation bringen und unerkannt entkommen. Da der politische Schaden bei Entdeckung erheblich ist, muss das ganze ohne Zurücklassen offensichtlicher Spuren geschehen.

    Paragraph 35 c geht eh nur bei selbst bewohntem Einfamilienhaus

    Im Gesetz steht: [...] in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum belegenen zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude [...]


    Klartext - wenn ich eine Finca auf Mallorca habe, die nicht fremd vermietet wird, sondern nur meinen eigenen Wohnzwecken dient, kann ich theoretisch auch dafür den 35c ziehen. Praktisch wird es an den übrigen Voraussetzungen scheitern (Fachunternehmen, Bescheinigung etc.)

    Es wurde ja schon von vielen hier dargestellt, im Grunde muss man sich das ganze wie einen Entscheidungsbaum vorstellen:

    1. Zuerst die Einordnung nach steuerlichen Einkünften: Betrieblich / Privat mit Einkünfte-Erzielung / Privat ohne Einkünfte-Erzielung / Aufteilung

    2. Danach jeweils die Frage: Sanierung / Neubau

    3. Wenn wir also bei einem privaten Objekt sind, das nicht zur Erzielung von Einkünften genutzt wird und es sich um eine Sanierung i.S. des Steuerrechts handelt, ist zu prüfen: sind für alles oder für Teile der Leistung die Voraussetzung des §35c gegeben. Wenn 100%, dann 35a "durchexerzieren". Wenn Aufteilung, dann Aufteilen und für den 35a- fähigen Teil durchexerzieren. Alles was nicht unter 35a fällt, auf Begünstigung nach 35c prüfen.


    Fazit: es kommt auf den konkreten Einzelfall an, wenn man sich unsicher ist, zum Steuerberater. Man kann auch gerne zum Lohnsteuerhilfeverein, wenn die eigenen Einkünfte eine Beratung dort ermöglichen.

    Habe vor 4 Monaten ein neues Windows Surface zugelegt und bin sehr zufrieden; Anschluss Zuhause über eine Dockingstation, mobiles Arbeiten und Präsentieren z.B. bei Mandanten ist durch die Tabletfunktion super, Einbindung in die Cloud per VPN.


    Dockingstation läuft über Thunderbolt (USB-C) Anschluss und ist mega-bequem. Meine Frau nutzt die Dockingstation jetzt auch für Ihre Tage im Home-Office, damit ist unsere gesamte Peripherie Zuhause (Zwei Bildschirme, Drucker, LAN-Anschluss) ohne großes Umstöpseln für beide einfach nutzbar. Kann ich nur empfehlen. Alternativ, wenn man ohnehin nur auf dem Server arbeitet und nicht richtig mobil, sondern nur entweder im Büro oder im HO, kann man sich einen günstigen Tiny-Client kaufen, das ist dann deutlich günstiger als ein Laptop.

    Das Haus wird im aktuelle Zustand verkauft und im Vergleich zu bisherigen Besichtigungen sieht das sonst vernünftig aus.

    Hol' Dir einen Sachverständigen - Bauingenieur/Architekt - der das Haus in seiner Gänze beurteilen kann. Der Klotz kostet mit Sicherheit jenseits der 200.000 EUR: wenn Du solche Summen ausgibst, dann plane doch einfach mal 500-1.000 EUR ein, damit jemand das Haus und die Pläne für dich anschaut und dazu seine professionelle Meinung auch hinsichtlich Preis/Leistung abgibt. Wenn der dann sagt: Finger weg - war es gut investiertes Geld. Wenn er sagt: machen - war es gut investiertes Geld. Wenn er sagt: nachverhandeln - war es gut investiertes Geld. Es ist immer gut investiertes Geld, wenn eine ernsthafte Kaufabsicht besteht.

    Wie auch immer man das bezeichnet, es gibt eine wachsende Gegenbewegung, die sich momentan in der AFD am ehesten aufgehoben fühlt. Diese Menschen zu diffamieren und für doof zu halten ändert nichts und wird auch der Sache nicht gerecht.

    Das ist definitiv eine Reaktion auf den derzeitigen politisch, medialen Mainstream und die Entwicklung scheint mir noch nicht gestoppt. Ich bin gespannt, wann die sogenannte Elite das kapiert hat und Ihre Richtung anpasst.

    Von Worthülsen wie Mainstream und Eliten habe nichts geschrieben, nicht mal zur AfD. Wenn Du dich schon von Descartes getriggert fühlst, kann ich dir nicht helfen.


    Vielleicht machst Du einfach mal die philosophische Gegenprobe und fragst Dich, wie es denn mit deinem eigenen gesunden Verstand aussieht. Gehst Du davon aus, dass Du welchen hast und hättest Du gern mehr Verstand als du schon hast oder würdest du sagen, dass du schon ganz gut ausgestattet und zufrieden bist, mit dem Verstand, den du hast?

    Menschen, die mit "gesundem" (im Sinne von gutem/soliden) Verstand oder Volksempfinden oder Hausverstand argumentieren, meinen in der Regel nur die eigene, subjektive Empfindung. Descartes hat in seiner Einführung zum Discours de la méthode eigentlich schon das entscheidende dazu geschrieben. Keiner will vom gesunden Verstand mehr, als er tatsächlich hat - impliziert darin die dem Menschen immanente, deutliche Überschätzung des eigenen Verstands.

    Als Vermieter würde ich solche "Projekte" meiner Mieter nur unter folgenden Voraussetzungen zulassen:

    1. Mieter beauftragt Statiknachweis eines Tragwerkplaners für sein Vorhaben, dieser bescheinigt die Unbedenklichkeit gegenüber dem Vermieter

    2. Mieter weist jährlich eine ausreichende Versicherung für Schäden nach, die durch den Poolbetrieb am Gebäude sowie an Hausrat und/oder Person der übrigen Mieter entstehen können (meist durch einen plötzlichen oder langsamen Wasseraustritt)


    Die Hersteller schreiben in ihr Kleingedrucktes in der Regel Haftungsausschlüsse für Statik rein, verantwortlich für den sicheren Untergrund bist Du. Ist auch klar, bei der Vielzahl von "Aufstell-Szenarien" kann ein Hersteller dazu eigentlich gar keine Aussagen treffen. Das ist immer müsste, könnte, sollte.

    :) Das bezog sich auf das Amt. Da es keine klare Definition bzw. Grenze zwischen Sanierung und Neubau gibt und immer Auslegung von Amt ist, hat er mir geraten bei dem zuständigen Amt einfach mal zu fragen, ab wann sie es denn als Sanierung sehen würden, also quasi was zusätzlich noch stehen bleiben müsste. Ohne diesen Vertrag mit der Stadt wird das Steueramt gar nicht aktiv.


    Ja genau, das Finanzamt. Im Sanierungsgebiet ist es leider so, dass der Vertrag zu Steuererleichterungen (bzw erhöhten Abschreibungen) mit der Stadt (Bauamt) geschlossen wird und dann übernimmt es das Fianzamt meist 1:1 (auch wenn streng genommen das Finanzamt seit 2018 ein Vetorecht hat).


    Jetzt fragst Du also beim Finanzamt - glaubst Du echt, dass ein Sachbearbeiter Dir "mal eben" am Telefon den Fall durchprüft? Der sagt: klären Sie erstmal mit der Baubehörde und dann legen Sie uns den Fall vor und wir prüfen den. Und selbst wenn er aus Langeweile und Gutmütigkeit irgendwas konkretes sagt: Das Finanzamt ist an eigene Auskünfte nur unter speziellen Bedingungen gebunden und "mal nachgefragt" gehört sicher nicht dazu. Im schlimmsten Fall sagt dir am Telefon Sachbearbeiter A irgendwas, dann kommt es auf den Schreibtisch von Sachbearbeiter B und der sieht das ganz anders.

    Wenn Du Sicherheit willst, brauchst Du eine verbindliche Auskunft nach § 89 Abs. 2 AO, die man aber explizit (und kostenpflichtig) beantragen muss und deren Beantragung im § 89 AO und der dazu gehörenden Steuerauskunftsverordnung geregelt ist - Form, Inhalt etc.


    Woran die meisten Laien scheitern sind im § 1 Abs. 1 StAuskV die Nummern 4 und 5:


    (1) Der Antrag [...] ist schriftlich oder elektronisch bei der [...] zuständigen Finanzbehörde zu stellen. Der Antrag hat Folgendes zu enthalten:

    [...]

    4. eine ausführliche Darlegung des Rechtsproblems mit eingehender Begründung des eigenen Rechtsstandpunktes des Antragstellers,
    5. die Formulierung konkreter Rechtsfragen,

    [...]


    Aber das hat der schlaue Herr Anwalt sicherlich alles gewusst und auch erklärt, oder?

    Ein auf Baurecht und Verwaltungsrecht spezialisierter Anwalt hat mir geraten mal nachzufragen, was sich denn im Bau ändern müsste, damit es steuerlich geltend gemacht werden kann.

    Bravo Herr Anwalt, wenn Ihr Mandant auf ihre "Beratung" hin jetzt "mal nachfragt" und hinterher alles in die Hose geht, weil den Falschen das Falsche in der falschen Form gefragt wurde, dann ist der Haftungsfall doch wieder programmiert. --> der richtige Rat heißt: geh' zum Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht. Und nicht "frag mal nach".

    Ich vermute "taggenau" (ab Eintragung), die Frist kann somit zu einem bestimmten Datum innerhalb eines Jahres enden und nicht erst beim Jahreswechsel?

    Ja, taggenau, aber nicht nach Eintragung, ich zitiere mal unseren Kommentar:


    Nach h. M. und nach ständiger Rspr. muss sowohl für den Zeitpunkt der Veräußerung als auch für den Zeitpunkt der Anschaffung das Rechtsgeschäft zugrunde gelegt werden, mit dem alle bindenden Abmachungen hinsichtlich des Eigentumsübergangs getroffen worden sind. Denn dann ist das dingliche Geschäft nur noch die Folge im Ablauf des weiteren Geschehens. Deshalb ist grundsätzlich vom Zeitpunkt des der Veräußerung bzw. dem Erwerb zugrunde liegenden Verpflichtungsgeschäfts (in den meisten Fällen also vom Zeitpunkt des Kaufvertrags) auszugehen. Das gilt auch für aufschiebend bedingte Rechtsgeschäfte, da sie mit dem Abschluss für beide Parteien bindend sind und mit Bedingungseintritt Wirksamkeit entfaltet, ohne dass die Willensbekundung der Parteien bis dahin Bestand haben müssen.


    Geht das wirtschaftliche Eigentum aber zu einem früheren Zeitpunkt über, beginnt die Frist mit Übergang von Gefahr, Nutzen und Lasten zu laufen.

    Haltefrist ist in der Regel 10 Jahre ab Anschaffung.


    Kann aber in ungünstigen Fällen auch anders laufen: Mandant kauft 1200m² Grundstück, hält es 13 Jahre lang. Dann zerlegt er es in 4 Parzellen, die er innerhalb von 1,5 Jahren an verschiedene Käufer verkauft. Finanzamt sagt: Zerlegung in 4 Parzellen = Gegenstand anderer Marktgängigkeit, anschließen in einem kurzen Zeitraum (< 5 Jahre) mehr als 3 Objekte verkauft - Gratulation, Sie haben einen gewerblichen Grundstückshandel begründet! Da kann der Steuerberater nur noch Schadensbegrenzung betreiben...

    Dein "Problem" ist der §7h Abs. 1a EStG - eigenständiges Prüfungsrecht der Finanzbehörde. Wenn es also um die 7h-AfA geht, dann ist das FA der entscheidende Faktor. Sprich mit Deinem Steuerberater und stelle mit diesem ggfs. einen Antrag auf auf verbindliche Auskunft bei der Finanzbehörde bevor der Sachverhalt verwirklicht wird.

    Bitte immer bedenken: beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen gibt es ein siedlungsrechtliches Vorkaufsrecht zu Gunsten von Landwirten gem. Reichsiedlungsgesetz, jetzt umgesetzt in Landesrecht. Das und andere Einschränkungen wird i.d.R. umgesetzt durch eine landeseigene Siedlungsgesellschaft. Für Bayern ist das die BBV LandSiedlung GmbH: Hier ist der Link zu deren Erläuterung i.S. Vorkaufsrecht


    Es ist also auch nicht ganz trivial, sich "mal eben" landwirtschaftliche Flächen zu kaufen.

    Privilegierte Landwirtschaft (z.B.) wird nirgendwo eingetragen und ich habe ein nettes kleines Beispiel dafür, warum das so ist:

    (SPOILER: weil es so stark vom Einzelfall abhängig ist und ständig wechseln kann)


    Mandant kommt zu mir mit folgendem Problem: Er ist Handwerker und hat einen kleinen Hof mit einer Hand voll Hektar, die er landwirtschaftlich bearbeitet, eine Hand voll Rinder, je ein Dutzend Schafe, Ziegen, Gänse zu gelegentlichen Verkauf, Selbstnutzung usw. Unstreitig betreibt er Landwirtschaft, steuerlich aber ein dauerhaftes Verlustgeschäft, daher Liebhaberei. Er errichtet auf seinem Land einen kleinen Offenstall für die Tiere und daneben einen Schuppen für einen kleinen Traktor. Privilegierte Nutzung - denkt er. Ein anonymer Hinweis ans Landratsamt bring nun den Stein ins Rollen, er möge seine Privilegierung nachweisen, sonst Abrissverfügung. Tja, es kommt raus, fürs Bauamt ist er kein Landwirt: weil es steuerlich "nur" ein Hobby ist, ist er nun doch nicht privilegiert.

    Daher Aufgabe an den Steuerberater: wir müssen auf einfach Weise einen Gewinn aus LaWi nachweisen, damit der Bau nicht abgerissen wird. Das Problem Gewinn zu erzeugen, wo keiner ist, lässt sich in der Klein- und Kleinst-LaWi glücklicherweise durch einen eleganten Kniff lösen.

    Die Moral von der Geschichte: In diesem Falle wurde eine baurechtliche Privilegierung durch das geschickte Ausüben von steuerlichen Wahlrechten wieder hergestellt. Es hängt also immer stark vom Einzelfall und seinen Begleitumständen ab und sowas kann man nicht in einem Register erfassen.

    [MOD] georgweissmann Ein gut gemeinter Rat in meiner Funktion als Moderator:

    Wenn man sich in einem Bauforum anmeldet um gleich im ersten Post irgendwelche Räuberpistolen zu erzählen, die man vor Jahren von irgendwelchen Leuten auf dem Friedhof erzählt bekommen hat, dann in ALL CAPS (= SCHREIEN) schreiben und am Ende das noch "Hauptsache Geld Geld Geld", dann ist der Vertrauensvorschuss, den wir Neulingen in punkto konstruktive Forenbeiträge geben, schnell aufgebraucht.

    Also: Zum Einstieg etwas weniger hysterisch und vielleicht auch nicht gleich mit einer Grusel-Geschichte, die irgendwer, irgendwann auf einem Friedhof mal gehört hat, die dann auch noch mit "Kann man eigentlich noch das kleine ein mal eins" und anderen Freundlichkeiten garniert wird.


    An alle anderen schon mal proaktiv: bitte unterlasst es auf der persönlichen Schiene auf diese Geschichten einzusteigen. Ich denke, das dazu alles gesagt ist.

    [/MOD]

    Es wurde schon gesagt, aber um es nochmal klar auszusprechen: Du hast einen Billiganbieter beauftragt etwas zu tun (Leistung) und nicht einen Architekten beauftragt etwas zu erreichen (Erfolg). Juristen mögen beurteilen ob da noch etwas rauszuholen ist, aber frage dich ob du dem schlechten Geld noch das gute hinterher werfen willst.


    Angesichts der erhaltenen Leistung kannst Du im Grunde froh sein, denn Du hast ein verhältnismäßig kleines Lehrgeld für eine sehr wichtige Lektion gezahlt.

    Provisionen sind Verhandlungssache, da wird niemand einem potenziellen Mitbewerber seine Marge offenlegen.

    Genau dies. Die Höhe der Provision ist ein wohl gehütetes Geheimnis, schon allein um den Kunden nicht auf die Idee zu bringen hier zu Lasten der Vertreterprovision zu handeln... Nicht böse sein, aber selbst wenn es hier jemand weiß, wird es keiner einfach ins Netz stellen, das wäre sehr unklug.

    knapp 300k.
    "Bauerwartungsland" weil am Ortsrand.

    Irgendwo bei der Hälfte würde aus meiner Sicht n Schuh draus... So ist mir das viel zu viel.

    Oha, ich finde auch 150k schon viel. Ich würde da nicht viel mehr als 3-4 EUR/m² veranschlagen. Am Ende ist es nur Grünland und ein bisschen Wald.


    mal im Ernst ich bearbeite streuobwiesen gärten bauplätze Spielplätze und was sich so dazwischen ergibt 2,5 ha am stück ist da luxus. Da hat man einen angepassten fuhrpark kleiner schwader kleiner heuwender kleiner ladewagen kleiner alter aber effektiver schlepper, da brauchts keine vario für ne halbe million farmer eicher leopard.

    Wenn ich das gewerblich oder als Landwirt machen würde, würde ich mir auch einen kleinen Fuhrpark zulegen. Aber nicht für 2,2 ha Hobby-Land. Da wäre ein Einachser wahrscheinlich so das höchste der Gefühle.

    Wieviel würde es denn kosten? Grundsätzlich ist das etwa die Größe, die wir auch haben (2,6 ha), allerdings haben wir davon 1,6ha verpachtet und der Rest ist das Grundstück, auf dem auch das Haus steht. Die vollen 2,2 ha zu "bewirtschaften" halte ich für wenig spaßig, weil allein das Heu zusammenraufen nach der Mahd eine miese Arbeit ist. Und Schafe und Hühner sind halt mit 3 Wochen Sommerurlaub schwer unter einen Hut zu bringen...

    [MOD]

    Ich habe das Thema mal temporär geschlossen, bis sich die Moderation untereinander abgestimmt hat.


    Eine allgemeine Anmerkung:

    Wer sich hier in genozidalen Massenvernichtungsphantasien ergeht, aber auch wer andere zum Selbstmord auffordert, überschreitet einfach Grenzen des Anstands, von denen ich gedacht hätte, dass sie eigentlich selbstverständlich sind. Anscheinend geht hier so einigen Diskussionsteilnehmern jegliche Art von guter Kinderstube völlig ab, sobald politische Themen diskutiert werden und plötzlich ist jeder menschenfeindliche Mist recht. Wenn Ihr Euch und Eure Emotionen nicht im Griff habt, dann bleibt erstmal weg von der Tastatur, kauft Euch einen Sandsack oder macht Yoga. Aber diese Art, wie hier diskutiert wird, macht den Ton in diesem Forum kaputt, also reißt Euch alle mal ein bisschen am Riemen.

    [/MOD]

    Nee sorry, das ist schon lange keine Marktwirtschaft mehr, wenn es reine Marktwirtschaft wäre, gäbe es keine Subventionen, keine Verbote und alles andere Eingreifen in den freien Markt. Dann gäbe es einen Wettbewerb um die effizientesten Formen der Energieerzeugung mit offenem Ausgang und ohne Dogmatismen der EUrokraten aus Brüssel. Evtl. gäbe es dann sogar 'saubere' Kernkraft, ist aber hier in Deutschland aktuell nicht gewollt,

    Der Energiemarkt hat mit "freier" oder "reiner" Marktwirtschaft nichts zu tun. So gut wie alle Effekte auf diesem Markt, egal wie man die bewertet, sind im Grunde Reaktionen auf staatliches Eingreifen.


    Zum Verständnis:

    "Reine" oder "freie" Marktwirtschaft ist ein theoretisches Konstrukt, ein Gedankenmodell, dass es in der Wirklichkeit nicht gibt. Es ist eine philosophische Abstraktion, in der man gewisse wenn/dann-Gedankenspiele zu Gleichgewichtspunkten unter Idealbedingungen und erheblich reduzierter Komplexität auch mathematisch durchspielen kann. Das ist der Stoff vielleicht der ersten 2-3 Vorlesungen im ersten Semester VWL. Tatsächlich fängt man sehr schnell an, sich mit den Abweichungen von den Idealbedingungen zu beschäftigen und woher die kommen und wie man diese zusätzliche Komplexität durch Annahmen wieder so weit reduziert, dass sie mathematisch greifbar werden. Und so lernt man auch, dass es eben Märkte gibt, die von Grund auf gewisse Vorbedingungen des "reinen" Markt-Modells nicht erfüllen können, weil es zum Beispiel natürliche Oligopol oder Monopolstrukturen auf Anbieter oder Nachfrageseite gibt. Oder weil wir es z.B. mit einer inelastischen Nachfrage zu tun haben.

    Eines der Paradebeispiele für einen Markt, der auf Grund seiner Strukturen nicht frei sein kann, ist der "klassische" Energiemarkt:

    1. Kraftwerke sind teuer - sehr, sehr teuer. Die Investitionskosten stellen einen so tiefen Burggraben um diesen Markt dar, dass neue Anbieter im Grunde keine Chance haben in diesen Markt einzutreten. Gleichzeitig haben die bestehenden Spieler auf Grund der enormen Investitionen auch ein hohes Interesse daran, den Eintritt neuer Marktteilnehmer zu verhindern. Das tut man z.B. durch einen ruinösen Preiswettkampf, der dazu führt, dass sich der Markt weiter auf wenige Anbieter konzentriert, die nach erfolgreicher Abwehr dann die Preise auf Monopolpreise (über dem natürlichen Gleichgewicht) anheben werden. Das Wissen um diese Mechanismen führt dazu, dass keiner ein neues Kraftwerk baut, der nicht bereits ein Kraftwerk hat. Und es bedeutet auch: es gibt auch bei den bestehenden Anbietern wenig Interesse daran, überhaupt neue Kraftwerke zu bauen. Absolute Priorität hat die Auslastung bestehender Anlagen, die am Besten schon abgeschrieben wird. Damit verdient man Geld. Neue Kraftwerke sind ein Risiko und könnten den Markt in einen ungewollten Preiskampf stürzen, wenn ein Anbieter plötzlich Überkapazitäten billig abgeben will um seine Kraftwerke auszulasten, davon hat keiner was. Lohnender sind Preisabsprachen untereinander.

    2. Energie-Nachfrage ist ab einem gewissen Punkt inelastisch: Bedeutet, dass Preissteigerungen zwar teilweise durch Rückgang der Nachfrage begegnet werden (durch Einsparung), aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Wie auch Nahrungsmittel ist Strom eines der Güter, die nicht verzichtbar sind, d.h. die Nachfrage muss steigende Preise mitgehen und es wird eher die Nachfrage nach anderen, nicht lebensnotwendigen Dingen verdrängt oder die Nachfrager sind gezwungen ihre eigenen Güter (z.B. Arbeit) teurer anzubieten.

    3. Infrastruktur: Ich kann nicht einfach Energie weltweit importieren und exportieren und weiterverkaufen. Neben den Kraftwerken brauche ich als Anbieter auch Stromtrassen um die Energie zum Kunden zu bringen. In einem unreguliertem Markt, hat der Besitzer dieser Infrastruktur ein uneinnehmbares Monopol, da die Kosten ein komplettes Stromnetz zu replizieren selbst für bereits bestehende Anbieter völlig utopisch sind. Da bringt mir das neue Atomkraftwerk in Finnland auch nichts, wenn das Stromnetz in Wanne-Eickel einem Regionalversorger gehört, der gar kein Interesse daran hat, dass seine Kunden bei jemand anderes den Strom beziehen können. Oder wenn es gar keine Stromtrasse von Finnland nach Deutschland gibt.


    Daher ist der Energiemarkt ein Mark in dem der Staat regulierend eingreifen muss. Täte er es nicht, würden in kürzester Zeit Monopolstrukturen mit erheblichen Ineffizienzen bilden. Es ist also klar, dass z.B. aus Brüssel Vorgaben kommen müssen, damit der Strommarkt nicht in nationale und regionale Monopolmärkte zerfällt. Es ist klar, dass der Staat durch Subventionen neue Anbieter in den Markt hineinlässt. Es ist auch klar, dass der Staat Vorgaben macht, so dass Grundversorger (die mit den hohen Investitionen) nicht völlig verdrängt werden von "opportunisitischen" Kleinanbietern, die keinen Betrag zur Erhaltung von Versorgungsinfrastruktur leisten. Es ist auch klar, dass der Staat durch Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen, z.B. durch Enteignungsverfahren, überhaupt erst gewisse Bauten ermöglicht, die einen "freien" Markt durch Einzelpersonen einfach verhindert werden könnten (Trassenbau, Tagebaue, Stauseen etc.). Und wir haben noch gar nicht von den Kosten geredet, die der Staat durch seine Fürsorge und Vorsorgepflicht übernimmt, ökologische Kosten, Entsorgungskosten, Ressourcenverbrauch etc.


    Es stellt sich also die Frage nach einem freien Markt überhaupt nicht. Der Energiemarkt hat dafür keine Voraussetzungen. Er hat die natürliche Anlage in regionale Monopolmärkte zu zerfallen. Das bedeutet: es geht nicht um die Frage, ob staatliche Eingriffe überhaupt sinnvoll sind. Die Frage ist theoretisch und praktisch schon längst beantwortet. Die Frage ist nur, welche Eingriffe sinnvoll sind. Und dafür gibt es viele Parameter: ökonomische, ökologische, gesellschaftliche/politische und darum geht der ganze Streit.

    Falls Ihr Bäume pflanzen dürft...


    Pflanzt die Hecke, 1m hoch, wie vorgeschrieben, vielleicht auch nur 0,9m. Dahinter, etwas zurückgesetzt, vielleicht 0,5m pflanzt ihr Hainbuchen, vielleicht so alle 2 - 3 Meter, als Bäume, nicht als Hecke. Ihr schneidet die Bäumchen so, dass die Krone in etwa in 1,30 - 1,40m beginnt ca. 2m Höhe endet (also niedrige Krone). Ihr verseht die Bäumchen mit einem Holzspalier für die ersten Jahre, so dass Ihr die Krone mit Schnitt und Spalier so zieht, dass sie in die Breite entlang der Grenze und nicht in die Tiefe geht. Die Bäume bilden zwischen 1,5 -1,8m Höhe ein relativ dichtes "Band" entlang der Grenze, das optisch über der Hecke schwebt und nicht sehr tief hereinragt. Ein vorbei gehender Spaziergänger schaut auf Kopfhöhe damit immer in die Baumkronen und ihr habt etwas Sichtschutz. Man könnte sowas auch mit Obstgehölzen machen, aber die werden nicht so dicht wie Hainbuchen.


    Alternativ baut Ihr Euch eine kleine Pergola und vielleicht ein Gartenhäuschen an den strategischen Sichtachsen ins Grundstück und bepflanzt die mit wildem Wein o.ä.