Beiträge von wuselklaus

    Geldschöpfung entsteht durch die Zentralbanken - man kann geteilter Meinung über die EZB-Politik sein, aber in die Hände der Politik würde ich das Thema nicht geben wollen.

    Die Zentralbanken schöpfen ausschließlich Zentralbankgeld. Giralgeld wird durch die Geschäftsbanken geschöpft. Dieses neu geschöpfte Giralgeld können die dann zwar durch einen Kredit bei der Zentralbank finanzieren - es geht aber auch ohne, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wird.
    Das wurde schon in diversen Büchern ausführlich beschrieben und ist mittlerweile auch bei wikipedia nachzulesen.

    Ich frage mich auch wie ein Wirtschaftssystem ohne Zins aussehen soll

    Z.B. über eine "Geldhaltegebühr" die dann auch zugleich als Steuer verwendet werden kann. Ist ja nicht so, dass es so etwas z.B. im Mittelalter nicht schon mal gegeben hätte.


    Abgesehen davon, sind wir auch beim aktuellen Geldsystem in einigen Bereichen auch bei Negativzinsen angelangt - noch nicht für Häuslebauer aber für einige Kredite wird das diskutiert (und in Dänemark gab es das schon vor ein/zwei Jahren).


    Und nein - eine Grundlage welcher Art auch immer - kann ich nicht darin sehen, dass Geschäftsbanken für den Anteil des Kredites, den sie als Giralgeld geschöpft haben, Zins und Zinseszins kassieren.
    Mal ganz davon abgesehen, dass bei diesem Prozess der Zins und Zinseszins an keiner Stelle mitgeschöpft wird. Es ist quasi vor vornherein abzusehen, dass einige Ihre Kredite nicht bedienen werden können: Sie müssen Zins und Zinseszins ja anderen Marktteilnehmern im Wirtschaftskreislauf abnehmen. Die Banken können dann also auf Grund des Kreditvertrages auf Immobilienbezitz zugreifen den sie selbst mit aus dem "Äther" geschöpften Geld finanziert haben.


    ... und zum Thema "politik, die ihre Finger nicht in der Geldschöpfung haben soll":
    Ich schrieb nirgends, dass das die Politik tun soll, sondern eine Behörde in der Art der ehemaligen Bundesbank. Die Politik sollte da die Finger in der Tat nicht drin haben.

    ...
    Das bedeutet aber nicht, dass man an unserem Sozialsystem nicht weiter feilen könnte.
    ...

    Auch das wäre sicher eine Option - kann ja sein, dass nach einer breiten Diskussion über Modifikationen oder ein BGE es auf so was hinausläuft. Ich bin da gar kein Verfechter von "Nur BGE ist eine Option" (aber der Thread wurde nunmal mit diesem Thema eröffnet).


    Ich halte eben vor allem einige grundlegende Änderungen im Finanzsystem für notwendig - damit würde sicher vieles für Staat und alle außer die mit extem hohen Einkommen und/oder Vermögen leichter und besser. Die Finanzindustrie wird sich das aber wohl nicht so einfach aus der Hand nehmen lassen.

    wie soll das funktionieren, wenn sich das kapital, ganz legal, aus D verpieselt?

    Ohne Zins und Zinseszins und Geldschöpfung aus dem nichts bei der Kreditvergabe durch die Banken würden deutlich weniger extrem hohe Vermögen entstehen.
    Auch die Summe der erforderlichen Umverteilung wäre vermutlich deutlich geringer als in diesem Thread angenommen, da die dann immer noch notwendig Geldschöpfung in geringerem und kontrolliertem Umfang direkt durch den Staat geschenen würde.


    Es wäre in einem anderen Geldsystem vermutlich dafür leichter, mittlere Vermögen anzuhäufen - bei denen wird sich auch dann der Aufwand eines komplizierten Steuersparmodells auf irgendwelchen Inseln kaum lohnen.

    Ich tippe mal, wer am lautesten schreit, oder am meisten Versprechungen macht, wird das Rennen machen.

    Je mehr Leute die potentiellen Schreihälse schon vorher kennen, desto weniger lässt man sie dann schreien. Und wenn solch eine Umstrukturieung doch ohne Zusammenbruch möglich sein sollte - um so besser. Aber so oder so: Ohne breite Informationen bei der Bevölkerung wird es schwierig, so etwas in demokratischen Porzessen umzusetzen.

    Erfahrungsgemäß möchte aber niemand auf die Annehmlichkeiten unseres Sozialsystems verzichten.

    Daran zweifle ich auch nicht. Aus diesem (und anderen Gründen) schrieb ich ja bereits, dass ohne Zusammenbruch sich so etwas nicht wird einführen lassen.
    Wenn man irgendwann vor dem Scherbenhaufen stehen sollte, würden sowieso diese Zahlungen erst mal schlicht nicht mehr stattfinden. Ob dann irgendwer auf irgendwelche Annehmlichkeiten verzichten möchte ist dann so wie die Sache mit dem Sack Reis.


    Für einen solchen Neustart scheint es mir aber sinnvoll, dass möglichst breit zuvor alternative Modelle diskutiert werden. Blöd fände ich, wenn dann wieder irgendwelche "Bauernfängerre" sich nach vorne drängeln und wieder Konzepte etablieren, die bestimmte Gruppen massiv bevorzugen.


    Wenn das auch irgendwie ohne vorherigen Zusammenbruch hinzubekommen ist - um so besser. Aber auch das setzt m.E. eine vorangegangene breite Diskussion voraus.


    Geschrei wird es immer geben.

    egal wie viel es ist - es wird immer das geringste sein, was man bekommen kann.

    :rakete: Bingo - erfasst! Genau darum geht es - und zwar ohne dauernde Antragsformulare und Rechtfertigungszwang :D


    Und wehr mehr will muss sich halt einen Job suche/sich selbständig machen oder sich weiter quallifizieren um danach mehr verdienen zu können.

    Ja, das wäre die Traumvorstellung, aber dann müssten zu den 888Mrd. € ZUSÄTZLICH noch einmal 800Mrd. Euro finanziert werden.

    Diesen Punkt sehe ich genauso wie R.B. Wenn man so etwas einführt, wird man alle anderen Zuschüsse aus Steuermitteln in soziale Töpfe streichen müssen. Meinetwegen schrittweise und/oder mit Übergangsfristen). Ein Ziel sollte ja sein, Verwaltungsaufwand zu sparen und das ganze transparenter zu machen.


    ---------- 6. Juni 2017, 14:19 ----------


    Die "Sozialausgaben" (bitte nicht an der Definition festbeißen) dürften damit von 888Mrd. € auf grob 1,5 Bio € steigen, das sind 1.500.000.000.000,- €

    Das ist ja auch der Grund, warum ich davon ausgehe, dass das im aktuellen Geldsystem nicht möglich ist. Wenn man aber mal die Umschichtungsefffekte aus dem Geldsystem herausnimmt, wird das kaum noch ein Problem sein.

    @Bauamateur: So weit ich das überblicke, steht eine BGE in einer Höhe, die einen (nahezu) beliebig hohen Lebensstandard sichert bei den Verfechtern nirgendwo zu Debatte.


    Wer davor Angst hat, durch das pure BGE zuviel Lebensstandard zu verlieren, für den ist dann offenbar der Wunsch nach (zeitlich begrenzem) anderem Lebensalltag nicht groß genug - der kann ja dann weiterarbeiten.


    Skeptiker : Kostenlose Kitas gibt es hier in NRW nur bedingt - je nach Gemeinde und das letzte Kita-Jahr. Das mit dem Kindergeld relativiert sich auch schnell wenn man mal die UmSt, Mineralösteuern, anteilige Grundsteuern ... für die Ausgabe, die man für seine Kinder tätigt gegenrechnet. Da bleibt nicht mehr viel.

    Gibt es dazu eigentlich belastbares?

    Würde mich auch mal interessieren. Frankreich wird ja immer wieder gern als Beispiel herangezogen - bei sehr vielen Kindern sind die Leistungen dort wohl höher, bei ein bis drei Kindern aber eher nicht. Das Betreuungssystem scheint recht gut und sehr flexibel zu sein. Bleibt die Frage, ob Franzosen nicht einfach Kinderfreundlicher eingestellt sind und das somit auch eine Mentalitätsfrage ist.

    Wer sagt, dass das bisherige System nicht weitere Jahrhunderte funktionieren wird? Uns geht es doch verdammt gut.

    So zwischen 1990 und 2010 sollte jedem klar geworden sein, dass die Verschuldung der öffentlichen Haushalte sich doch eher als Exponetialfunktion darstellt. Das wird dann häufig noch gern gesundgebetet, indem man da eine "Inflationsbereinigung" reinrechnet (wobei mir nicht klar ist, wie dieser Inflationswert ermittelt wird - ich habe den Eindruck, dass das eine "etwas" andere Berechnung ist als die, die mit dem Warenkorb ermittelt wird).


    Das kann natürlich noch gut so weitergehen, bis irgendwann (nahezu) alle Staatseinnahmen für den Schuldendienst verbraucht werden. Wann das sein wird kann wohl niemand beantworten.
    Wer glaubt, man könnte irgendwann auf eine Neuverschuldung verzichten, hat m.E. das Geldsystem nicht verstanden. Wer die Schulden im System macht ist dabei egal. Wenn sich aber die Firmen und Privatleute weigern muss halt der Staat ran. Das geht momentan noch deshalb ganz gut weil die Zinsen so niedrig sind. Gleichzeitig führt das zur Enteignung bei den Spaarguthaben - was auch wieder dazu führt das man noch weiter auf den "Abgrund" zurasen kann.
    Die Zentralbanken werden sicher noch diverse Taschenspielertricks hervorzaubern aber deren "Pulver" wird irgendwann wohl verschossen sein.

    S.D. :
    Das Bsp. mit dem rumänischen Trockenbauer stimmt sicher - finde ich auch nicht toll und wäre dafür die Gesetzeslage so zu ändern, dass das abgestellt werden kann. Solche und ähnlich gelagerte Fälle gibt es vermutlich einige - nicht schön m.E.
    Solche Beispiele machen sich auch an jedem Stammtisch gut - es wird aber meist nicht darüber nachgedacht, dass die Umverteilung zu Vermögenden ganz andere Dimensionen umfasst. Das Problem ist vermutlich, dass viele das Prinzip dahinter nicht verstehen oder sich alle in dieses Schicksal fügen.

    Wer allerdings glaubt, dass das hinterher herauskommt irgendeine Vereinfachung ist, der lebt in einer Märchenwelt.
    In fast 30 Jahren beim Staat wird zwar jedesjahr ordentlich Personal abgebaut (wegen der Steuervereinfachungen), allerdings wird alles jedes Jahr
    komplizierter.

    Dass durch gesetzliche Regelungen/Vorgaben der Politik im bestehenden System alles dauern komplizierter wird, wundert mich nicht. Allein das immer weitere Aufteilen der Zuständigkeiten zwischen Kommunen, Regierungsbezirken, Ländern, Bund, EU, die regelmäßige Abklärung bis hinauf zum EuGH.


    Das alles lässt für einzelne Instanzen zum Teile nur noch kleine Stellschrauben übrig - da braucht man sich nicht mal den Aluhut aufzusetzen und den Dauerstress bei der Bevölkerung als Ziel der "Herrschenden" zu postulieren, damit die Leute sich keine Gedanken zu anderen Modellen machen können.


    Ob solche Ansätze nun einer Märchenwelt zuzurechnen sind? Ich würde es eher Visionen nennen. Ich halte es halt auf der anderen Seite für unwahrscheinlich bis ausgeschlossen, dass der aktuell bestehende Konstrukt aus Staat und Finanzsystem noch sehr lange so weiterbesteht. Wann, wie einschneidend und durchgreifend dann etwas davon zusammenbricht kann sicher niemand vorhersagen. Dass es in dieser Form ewig so weitergeht halte ich hingegen für ausgeschlossen.


    So betrachtet kann man auch den aktellen Zustand in gewisser Hinsicht als Märchenwelt sehen. Wenn das so ist, finde ich das nicht mal weiter schlimm - ist halt so. Wenn es aber dann mal zum Zusammenbruch kommen sollte, scheint es mir sinnvoll, andere Konzepte vor Augen zu haben, die die groben Fehler des alten nicht gleich wiederholen.

    Ich würde vermuten, dass nach diversen Interviews die Bachelor-Arbeit "überschaubar" wird: Wenn Du mal recherchierst, was da für Preise aufgerufen werden für Hardware, die in vielen Mittelklasse-Smartphones steckt, wirst Du die Antwort vieler Bauherren vermutlich schon haben.


    Nicht dass das trotz der hohen Preise für sich genommen nicht bezahlbar wäre - wenn jemand aber neu baut, hat man üblicherweise 10, 20, 30 Punkte die jeweils rund EUR 1000 mit Einbau zusätzlich kosten. Bei den hohen Baupreisen ist halt dann für viele wohl irgendwo das Ende erreicht.

    und die bearbeiten dann noch selber ihren eigenen beitrag für BGE,
    bevor der laden dicht macht....?

    Da gibt es nix mehr groß zu bearbeiten - nur die Frage der Staatsbürgerschaft/Meldeadresse. Können nahezu vollautomatisch die Einwohnermeldeämter übernehmen.


    Ob der "Laden" dann dicht macht? Ich schrieb ja schon, dass das m.E. im Zinsbehafteten Schuldgeldsystem nicht funktionieren wird. Für ein anderes Geldsystem wird es u.U. erst die Erfahrung des Zusammenbruchs des aktuellen brauchen.

    nö. davon könnte ich überleben (bei momentanen lebenshaltungskosten, und die würdensteigen mit einem BGE), mich aber nicht verwirklichen.

    Liegt dann hier schon wieder ein Verständnisproblem bei der Idee des BGE vor? Es ist ja gar nicht das Ziel, dass das so hoch ist, dass man sich gut "gepampert" rundum super versorgt fühlt und verwirklichen kann.
    Den Preis muss man dann immer noch zahlen, wenn man wegen des Ziels Selbstverwirklichung komplett seinen Beruf wechseln will oder aus welchen Gründen auch immer aussteigt oder aussetzt.
    Evtl. muss man auch sein Auto abschaffen - so what?!


    Aber man erhält es dann einfach - ohne bürokratischen Auffwand, Rennerei, etc. Auch die, die bisher die Anträge auf BAVÖG, ALG, Harz4, Elterngeld... bearbeitet haben, brauchen nicht weiter abgestempelte Papierberge abzuheften, sondern können sich auch mit der Sinnfrage für ihr eigenes Leben befassen.

    Diese 40% kann ich nicht nachvollziehen.


    40% aller Ausgaben der etwa 80 Mio Bürger, hier fehlt mir der Bezug zu den bösen Zinssystemen.

    Diese Berechnung geht wohl vorwiegend auf den Autor Helmut Creutz zurück. Einige halten diesen Autor für umstritten, seine Zinskalulationen werden aber durchaus auch von einigen Wissenschaftlern aufgegriffen.


    Die mir letzte bekannte Aktualisierung beruht wohl auf Zahlen von 2006/2007. Möglich, dass seitdem dieser dort kalkulierte Prozentsatz wegen der gesunkenen Zinsen auch leicht gefallen ist. Viele (Immobilien-)kredite, die darin enthalten sind, haben aber wohl auch eine längere Laufzeit.

    Warum sollte eine Firma die sowieso schon üppig Steuerm bezahlt noch weiter belastet werden? Nur weil es einem selbst nicht betrifft?

    Weil sie sich bei entsprechender Gesetzeslage sonst schlicht strafbar machen würden. So wie heute auch, wenn sie die Steuergesetze umgehen.

    Was würden wohl die Mitarbeiter eines großen Automobilherstellers sagen, wenn man ihnen Boni und sonstige Vergünstigungen (Weihnachtsgeld etc.) streicht, und dieses Geld in Form von Steuern abführt?

    Was sagen die heute dazu, dass sie mit ca. 40% Ihrer Ausgaben nur das Zins- und Zinseszissystem finanzieren und dadurch eine Umverteilung zu Vermögenden stattfindet? Die meisten: Nix.


    Woher willst Du wissen, wovon ich betroffen bin und was ich als Einnahmequelle anführe? Gut, bei den Abfindungen in Millionenhöhe bin ich nicht betroffen, bei entsprechenden Vergütungen auch nicht. Andere Dinge empfehle ich durchaus - obwohl ich davon betroffen wäre.

    Das mit den Managern musst Du mir erklären. Was verteilt der Staat da um?

    Ich habe nicht geschrieben, dass der Staat hier umverteilt, sondern nur, dass dort m.E. Umverteilung stattfindet. War evtl. zu wenig ausgeführt:
    Wenn man sich mal die Entwicklung der Managergehälter im Vergleich zum Durchschnittsgehalt der sonstigen Mitarbeiter der jeweiligen Firma im Verlauf der letzen Jahrzehnte anschaut, so wird einem auffallen, dass die Bezüge und Abfindungen Ersterer unglaublich überproportional gestiegen sind.


    Nun kann man natürlich sich auf den Standpunkt stellen: Vertragsfreiheit etc. alles Bestandteil der Marktwirtschaft ...


    Man kann aber auch sagen: Hier hat der Gesetzgeber nicht rechtzeitig eingegriffen was quasi zu einer Art Umverteilung durch den sonstigen Mitarbeitern vorenthaltenen Einkommen/den Aktionären vorenthaltener Dividende/nicht abgeschöpften Steuern führt.


    Und was Manager im Bankenwesen anbelangt: Dorthin findet ja nun eine massive Umverteilung allein durch das Schuldgeldsystem statt, was staatlich geduldet/gewollt ist. Und das an der Stelle auch mittelbar mit Steuergeldern - halt mit einem Teil der Zinsen, die für staatliche Kredite gezahlt werden.


    Es ist ja nicht so, dass darüber nicht auch schon lange diskutiert würde, in diesen Bereichen zu deckeln oder gesetzlich einzugreifen, bei einem BGE sollte man dann auch so etwas mit einberechnen.


    @Baumal:
    Du scheinst Dich hartnäckig zu weigern, das diskutierte System BGE zu verstehen: Es wird nie darum gehen, irgendjemandem soviel Geld zu zahlen, dass er sich den Aufenhalt auf der Palmeninsel in dem Standard leisten kann, wie er sich das vorstellt - um bei dem Beispiel zu bleiben.
    Man kann dann halt damit machen, was man will - ohne regelmäßig bei irgendwelchen Ämtern vorstellig zu werden. Wer das dann mit 700-1000 EUR finanziert bekommt - gut. Wer nicht, muss sich halt unter seinen Schirm auf dem Balkon oder im Garten setzen.


    BTW: Ich war nach meinem ABI für 5 Wochen auf Korsika und habe in dieser Zeit DM 350 ausgegeben - einschließlich Fahrt (trampen) Fähre 2x Essen gehen. Bin halt viel gewandert und war an einsamen Buchten. War ein toller Urlaub und ich habe nichts vermisst (jedenfalls keinen Luxus). Ich denke, ich würde das mit der Palmeninsel für 700-1000EUR/Monat locken hinbekommen - will ich aber momentan gar nicht.

    überspitzt gesagt , sollte jeder nach dem muster try&error 20-30 jahre lang eine berufsorientierung bezahlt bekommen .... ? ja dann machen wir gleich 40 daraus und dann gibts rente ....


    das kann es ja auch nicht sein .nichts für ungut .

    Diese Denkweise erscheint mir - ich sage mal: rudimentär.


    Wer es darauf anlegt, konnte schon immer 20 Jahre an den Unis zubringen - mit der Rente ist es dann natürlich schwierig.
    Es sollte aber jedem klar sein, dass es eine Vollbeschäftigung (in klassischem Sinne) vermutlich nie mehr geben wird.


    Gleichzeitig gibt es Leute, die 60, 70 Stundenwochen haben, meinetwegen über eine gewisse Zeitspanne hocheffektiv sind aber u.U. mit ca. 50 in ein tiefes Loch fallen - sei es weil sie wegen des beruflichen Dauerstresses kaum auf ihre Gesundheit geachtet haben, oder weil sich evtl. die Anforderungen im Job ändern und sie erschrocken feststellen müssen, dass sie viel zu wenig (Zeit) in ihre eigene Weiterblidung investiert haben.
    Wenn solche Leute dann wegen Burnout langfristig krank sind, können die (wenn man denn so gern das wirtschaftliche Argument in den Vordergrund stellen möchte) im Extremfall auch bis 67 (oder sagen wir für die Jüngeren gleich 75 :) ) gesellschaftlich hohe Kosten verursachen.
    Leute die sich über ABM-Maßnahmen 1Euro-Jobs, irgendwelche verordneten "Weiterbildungsmaßnahmen", die zum Teil eher perspektivlos sind usw. über die Jahre retten gibt es auch heute schon viele.


    Was sich halt durch ein BGE ändern könnte, wäre der Zwang und die Existenzängste, die man dann nicht mehr in bisheriger Form in die Gesellschaft tragen würde.


    Dafür hätten dann alle mit mehr Freiheit die Möglichkeit, einfach mal ein /zwei Jahre auszusetzen - sei es zur Weiterbildung, um sich um die Kinder zu kümmern oder meinetwegen auch um sich für die Zeit auf eine Insel mit Palmen zu setzen und nachzudenken.


    Die, die ein Umverteilungssystem ausnutzen gab es schon immer und wird es auch immer geben - dabei sollte man aber nicht nur an die immer zitierten "Harzer vorm TV" denken, sondern auch an viele maßlos überbezahlte Banker und Manager und allen mit Vermögen so jenseits der 2-3 Millionen denken. Zu denen hin wird ja nun aktuell auch umverteilt.

    ...
    Theoretisch kann man sich viele Modelle vorstellen , aber Theorie muss nicht praxistauglich sein. Unsere Gesellschaft braucht aber Modelle die funktionieren.
    ...

    Da ist man dann halt wieder bei der grundsätzlichen Frage, ob man das aktuelle Modell für ein langfristig funktionierendes hält.
    Hierzu existieren ja nun mal durchaus unterschiedliche Einschätzungen.


    ...
    Das BGE, in der Hoffnung dass alle gleich werden, ist ein Irrweg
    ...

    Habe ich da was überlesen? Wo in diesem Thread hat jemand diese Hoffnung formuliert?

    ...


    Die Frage ist nur, warum werden diese nicht von jedem Interessenten genutzt? Meine Theorie, weil Viele nicht einen Funken Selbstverantwortung mit einbringen möchte. Meisterbrief, Dipl. aber gerne. Was? Dafür lernen? Das steht mir doch zu.


    Genau das charakterisiert nicht nur eine Minderheit unserer Gesellschaft. Das passt dann auch wieder zum BGE. Super Sache, Hauptsache man kriegt es geschenkt.

    • ...

    Ja sicher, die Leute gibt es - möglicherweise auch heute mehr als früher. Die pure Existenzangst ist halt heute bei vielen nicht mehr so ausgeprägt wie vor einigen Jahrzehnten und fällt als Motivation etwas zurück.


    Auf der anderen Seite gab es schon immer begabte Kinder, die im Ausbildungssystem nicht gut zurecht gekommen sind. Da kann man dann natürlich sagen: Selbst schuld - beiß Dich halt durch wie Deine Großeltern.
    Die Frage ist halt dann, ob die Gesellschaft sich das überhaupt leisten kann.


    Im Bereich Begabten/Hochbegabtenförderung ist D ja auch alles andere als führend. Ob das nun ein Systemproblem ist? Ich denke schon.



    ...


    Nebenbei bemerkt, diese Mentalität ist auch ein Grund dafür, dass uns andere Länder wirtschaftlich immer weiter auf die Pelle rücken, und uns in einigen Bereichen schon überholt haben.
    ...

    Kann gut sein, dass das mit ein Grund ist - das wird sich aber nicht zurückdrehen lassen.


    Ich habe auch Zweifel, dass das allein helfen würde: Schrieb Achim ja auch schon, dass man mit diesen Skills der Großeltern allein heute nicht unbedingt einen Blumentopf gewinnen kann.


    Den Wettlauf im anhäufen, prüfen und vergessen von nur bedingt verstandenem Fast-Food-Wissen wird D kaum gewinnen.


    Habe mal ein m.E. treffendes Zitat dazu gelesen: Wir brauchen weniger geleerte, sondern mehr erfüllte.


    Und da wäre ein besseres Schulsystem sicher hilfreich.

    Wenn das Vermitteln von Wissen nicht richtig funktioniert, dann sehe ich als Schwachstelle die Lehrer, die aus irgendwelchen Gründen das nicht können ...

    Schrieb ich ja - diese Gründe halte ich zumindest zum Teil für Systembedingt. Dass unsere Tochter "oftmals keine Lust hat" kann ich überhaupt nicht feststellen - sie ist hoch motiviert, die meisten anderen in der Klasse auch. Aber die Kinder merken halt schon, dass sie zum Teil mit Mängeln in Büchern, mittelmäßigem Unterricht etc. konfrontiert sind.
    Wenn man damit (zumindest jüngere Schüler) allein lässt, sehe ich hier einen sehr nachvollziehbaren Grund dafür, dass Schüler irgendwann "oftmals einfach keine Lust haben"


    Sicher es kann dafür auch noch andere Gründe geben - aber die von mir beschriebenen halte ich nun mal ursächlich für Systembedingt da das System offenbar nicht effektiv dazu führt, dass das aufgefangen wird.


    ---------- 3. Juni 2017, 09:34 ----------


    Hat den eigentlich jemand gelesen?

    Ja - ich.

    Ob die Ursache tatsächlich im Schulsystem zu suchen ist, denn daran habe ich so meine Zweifel. Wenn doch, dann müsste es ja Gründe geben die im Schulsystem zu finden sind.

    Ich habe da keine Zweifel: Das sehe ich momentan an unserer Tochter (5. Klasse Gymnasium). Die Schulbücher sind nach unserer Einschätzung zum Teil "unglücklich" bis schlecht - egal ob Mathe oder Englisch. Z.B. war die Erklärung des Begriffs Punktsymmetrie in dem Mathebuch zwar nicht falsch - aber unverständlich und der Text passte nicht zur zugeordneten Abbildung. Nachdem wir das mit ihr bei Wikipedia nachgeschlagen haben hat sie es sofort verstanden.
    Im Unterricht wurde diese Unsauberkeit nicht aufgefangen.


    Für Kinder, bei denen das nicht durch die Eltern aufgefangen werden kann, stelle ich mir das nicht leicht vor.


    Solche Beispiele könnte ich noch einige aufzählen.
    Nun kann man natürlich sagen, das liegt ja an den Büchern und/oder an schlechten Lehrern - dazu müsste man sich aber darauf einigen, dass Schulbücher und Lehrer nicht zum Schulsystem gehören :) .


    Oder anders formuliert: Auch wenn man Bücher/Lehrer da versucht auszukoppeln, bleibt es m.E. ein Mangel des Schulsystem, dass solche Probleme nicht systematisch erkannt und aufgefangen werden. Vor allem bei den Büchern habe ich dafür kaum Verständniss: Man hat teilweise das Gefühl, dass die im Vergleich zu unseren damals auch schlechter/fehlerhafter wurde. Das liegt dann wohl auch an den Verlagen, die regelmäßig neue Bücher verkaufen wollen aber ihre Kontrollprozesse nicht im Griff haben.


    Auch das wäre dann m.E. ein Systemproblem.

    ...
    Was macht den einen Besser und den anderen schlechter?
    ...

    Mit der Frage kann man natürlich viele Fässer aufmachen:


    Wie (gesellschaftlich) wertvoll war die Arbeit, die in den Kohlebergwerken (zumindest in den letzten 20 Jahren) geleistet wurde? Die Subventionen mit Steuergeldern waren je Arbeitsplatz höher als das durchschnittliche Einkommen der Bergleute. Zusätzlich müssen nun noch bis in alle Ewigkeit die Kosten für das Abpumpen des Grubenwassers finanziert werden. Hinzu kommt noch die massive PCB-Belastung durch das Untertage verklappte Hydrauliköl der Maschinen. Das Zeug fließt momentan mitsamt des abgepumpten Grubenwassers in die Flüsse! Wäre wirtschaftlich sicher billiger gewesen, man hätte die Zechen 30 Jahre früher geschlossen und den Leuten doppeltes BGE gezahlt.


    Wie wertvoll ist die Arbeit eines Private-Equity-Fonds, der Firmen mit Krediten aufkauft, die die gekauften Firmen dann aufgebürdet bekommen. Nicht seltener Gang der Dinge danach: Das Tafelsilber wird verscherbelt, der Rest macht Konkurs, die Leute sitzen auf der Straße.


    Wie wertvoll ist die Arbeit, die in der Asse geleistet wurde? Die Gutachten wurden wohl zum Teil recht eigenwillig erstell und interpretiert. Die Fässer wurden eher unsachgemäß eingelagert und es ist fraglich, ob die Zeit reicht, die unter immensen Kosten wieder zu bergen.


    Wie wertvoll ist die Arbeit von EU-Politikern, die z.B, allein über EUR 300 an Tagegeld erhalten - große Teile Ihrer Bezüge sind zudem steuerbefreit.


    Diese Liste ist sicher nicht vollständig. So betrachtet schaffen die Leute, die Harz 4 beziehen (oder irgendwann evtl. mal BGE) zumindest deutlich weniger negative Werte - wenn man das umfassend berechnen würde.


    Ein BGE eröffnet aber auch die Möglichkeit, dass wirklich kreative Köpfe völlig angstfrei (auch über Jahre) an Ihren Ideen basteln können ohne durch irgendwelche Drangsalierungsmaßnahmen (Billigjobs oder dauernder Rechtfertigungszwang gegenüber irgendwelcher Ämter) davon abgehalten zu werden.


    Nicht dass ich denken würde, jeder, der heute Pfandflaschen sammelt wäre dazu geboren, tolle Ideen in die Tat umzusetzen. Die Frage ist m.E. aber die, ob ein BGE nicht dazu geeignet wäre, für kreative Köpfe ein gutes Umfeld zu schaffen.


    Das könnte u.U. auch ein wirtschaftlicher Vorteil sein - bzgl. Anzahl der Einwohner/stupides Anhäufen von Wissen dürften wir in Europa den asiatischen Gesellschaften langfristig unterlegen sein.

    ...Und diese Firma kommt komplett ohne den Aktienmarkt zurecht, und zwar seit über hundert Jahren.... Und dass sie ihre Angestellten nicht am Gewinn beteiligt habe ich auch noch nie gehört. Es geht also sehr wohl auch anders.
    ...

    Das ist schön für diese und andere Firmen, die gut als nicht AG funktionieren.
    Und?!
    Was hilft das bestehenden AGs? Diese müssten ja zuerst Ihre Aktien vom Markt zurückkaufen. Das dürften sich nicht viele AGs leisten können. Findet aber in gewissem Umfang durchaus statt: Der große Apfel ist so eine AG, die über Aktienrückkaufprogramme in 3-stelliger Milliardenhöhe Aktien selbst aufkauft. Diese Firma würde es aber vermutlich seit ca.1998 nicht mehr geben, wenn sie keine AG gewesen wäre. Wer damals gekauft hat, hat sein Geld mit hohem Risiko dort investiert - woanders hätten die wohl kaum noch Kapital erhalten. Warum sollen für dieses seinerzeit eingegangene Risiko der Aktionäre heute überproportional die Mitarbeiter belohnt werden?

    In solchen Diskussionen regt es mich regelmäßig auf, wenn dieser Sozialismus-Vorschlag, wenn auch in abgeschwächter Form, kommt um alle gesellschaftlichen Unterschiede und Probleme aufzulösen.

    Wenn für Dich das BGE ein "Sozialismus-Vorschalg" ist, solltes Du bedenken, dass das auch regelmäßig von (mittelständischen) Firmenchefs in den Ring geworfen wird - die werfen halt die Frage auf, wer sich bei weiter fortschreitender Automatisierung die produzierten Güter noch kaufen soll.

    Es wird auf sehr hohem Niveau gejammert. Vielleicht geht es uns zu gut, dass wir überhaupt Zeit finden um zu jammern.

    Es geht doch dabei nicht darum zu jammern: Die Frage ist für mich eher die, die aktuell (noch) gute Situation zu nutzen, um möglichst ohne große Verwerfungen herannahende Probleme durch Umbau evtl. in den Griff zu bekommen.
    Ob das überhaupt noch rechtzeitig ist - keine Ahnung. Ich kann aber leider nur mit Bedauern konstatieren, dass die Politiker seit spätestens 2008 weniger handelnde als getriebene des Finanzsystems sind.


    Bin gespannt, ob da noch eine "weiche" Landung möglich ist.

    ...


    Zahlst du die Divenden nicht aus, sondern zahlst stattdessen entsprechend höhere Gehälter, können die Empfänger der Gehälter auch mehr in Güter der Unternehmen investieren....

    Das halte ich für einen Denkfehler: Zahlst Du keine Dividende aus oder machst sonst nix für den Shareholder-Value, werden Dich die Aktionäre bei einer Hauptversammlung halt absetzen - direkt oder indirekt, je nach Posten.
    Oder es versiegt einfach weiteres Fremdkapital.