Beiträge von Alfons Fischer

    Lieber Alfons,


    ich habe mir auf meine Antwort etwas mehr Output erhofft...

    lieber Horst,


    Du darfst mir glauben, dass ich mit nunmehr fast 25 Jahren Berufserfahrung als Bauingenieur, insbesondere in der Altbausanierung mit Ambitionen zur Baubiologie und Bauphysik, die richtigen Fragen zu stellen vermag und auch auf viele Fragen eine Antwort habe.

    Ich war echt willens, zu helfen. Aber nach diesem Auftritt bin ich raus.


    Ich wünsche Dir viel Glück! Du machst das, ganz bestimmt!


    beste Grüße,

    Alfons

    Es ist weder Fertighaus noch handwerklicher Holzrahmenbau/Fachwerkhaus.

    Lieber Horst,

    ich habe mir auf meine Frage etwas mehr Input erhofft...

    Weder wissen wir was zum Material und Aufbau der Wände noch der Decken, des Dachs und sonstiger Konstruktionen.


    Ich sag's mal so: es bist Du, der Ratschläge wünscht. Baufachleute benötigen aber für eine qualifizierte Aussage (vor allem, wenn diese online erfolgt) ein umfassenderes Bild der Situation.


    Im Wesentlichen wissen wir nur, dass das Haus Bj. 1991 ist, dass es kein Fertighaus oder handwerklicher Holzrahmenbau ist, dass trotzdem Holzwerkstoffe verbaut wurden, dass Insekten sterben und dass Du einen Ausschlag am Handgelenk hast... Sowas kommt 1000-fach vor, in unterschiedlichsten Konstellationen.


    Vielleicht kannst Du Dir das nicht wirklich vorstellen, unter Umständen, weil das Thema für Dich neu ist. Aber für konkretere Abschätzungen braucht es etwas mehr Information. Speziell zur Bauweise. Fotos wären sehr hilfreich!

    ist es ein Massivbau (welches Material für Wände und Decken?), ein Fertighaus oder ein handwerklicher Holzrahmenbau?


    Aktuell Baustelle oder bewohnt?


    Was wird konkret renoviert? In welchem Umfang?

    von welchen Abhängungen sprichst Du?

    wurde die Dämmung freigelegt, ausgebaut, entsorgt?

    Ausführung in Eigenleistung oder durch Handwerksbetriebe? Wenn Wolle ausgebaut wurde, wie wurde diese entsorgt?


    Die Verwendung von Asbest, PCP und Lindan würde mich bei diesem Baujahr (1991) sehr wundern. Die Verwendung von so genannter "alter Mineralwolle" KMF hingegen ist wahrscheinlich.

    Eiin "Ausschlag" könnte auch von der Mineralwolle kommen, wenn diese selbst verarbeitet wird. Oder auch nur vom Staub.

    Hallo,

    wäre es möglich, dass Du eine bessere Skizze anfertigst und vielleicht durch ein paar Fotos ergänzt.

    Gut wäre ein Schnitt und eine Grundrissdarstellung.


    Auf Deiner Skizze kann ich übrigens keinen einzigen Stahlträger erkennen, von zweien ganz zu schweigen ;)

    die erste Frage, die sich mir stellt, ist welche Lieferbedingungen hinsichtlich der Durchbiegungsbeschränkungen vereinbart waren. Was steht im Angebot/Vertrag? Was steht dazu in der Statik?

    Eine Durchbiegungsbeschränkung von l/300 lässt bei dieser Spannweite eine Durchbiegung von fast 2cm zu. Zwar nicht unter Eigengewicht, aber immerhin.


    Ist das ein Fertigteilsturz oder wurde er vor Ort geschalt und betoniert?


    Es könnte natürlich auch eine "Imperfektion" sein. Also, dass der Sturz schon durchgebogen war, als er geliefert wurde...


    ggf. kann es relevant sein, ob und wie der Sturz beim Betonieren der Decke, die augescheinlich mit Aufbeton hergestellt ist, unterstützt wurde und wie lang nach dem Betonieren ausgeschalt wurde...

    gut wären auch ein paar Infos zum Gebäude, zu Eurer Planung und Nutzung bzw. gewünschten Änderungen.

    Zum Beispiel ist

    "wir sind 25 Jahre, haben das Haus gerade erst gekauft, der Keller ist aus Ziegelmauerwerk und wir möchten im Keller ein gewerbliches Nagelstudio einbauen"

    eine komplett andere Situation wie

    "wir sind 75 Jahre, die Kinder sind aus dem Haus, der Keller ist aus Stahlbeton und dient nur als Abstellraum"

    ich bin ein Freund von Lüftern mit Grund- und Bedarfslüftungsfunktion, insbesondere im üblichen Geschoßwohnungsbau.

    Gelegentlich ist (vor allem bei Räumen mit Fenstern) ein Bewegungsmelder als Ansteuerung toll, weil der Lüfter auch ohne Einschalten des Lichts auf die höhere Stufe hochfährt...

    ich habe auch schon Fälle erlebt, wo man gerade bei sehr alten B-Plänen eine Befreiung mit der Argumentation erwirkt hat, dass mit heutigen energiesparrechtlichen Vorgaben unter Einhaltung von jahrzehntealten Höhenvorgaben kein zeitgemäßes Bauen mehr möglich ist:

    Hat man in den 1960ern noch mit 6-8cm Fußbodenaufbau im EG gerechnet, sind das heute oftmals schon 18-20cm oder mehr. Hat man in den 1960ern noch mit Dachaufbauten von ca. 20cm bauen können, braucht es bei heutigen Dämmstoffstärken oftmals 30-40cm Gesamtaufbau...

    Die Decken sind auch stärker geworden, wegen neuer normativer Vorgaben (Betondeckung, Durchbiegebeschränkung etc.). Macht auch gerne mal 4cm oder mehr bei der Deckenstärke.

    Soviel kann man ja gar nicht bei der Geschoßhöhe einsparen...

    Es gibt noch einen anderen Aspekt:

    Jemand, der heute einen Bauplatz kauft, zahlt mit dem Bauplatzpreis allerlei Beiträge. Insbesondere für Erschließung, Wasserversorgung, Anschluss an die zentrale Abwasserbehandlung, Regenwasserbehandlung usw.


    Anwohner an historischen Straßen haben solche Beiträge oft nicht bezahlt und genießen dennoch deren Vorteile (dies betrifft ausdrücklich auch den Wert des Baulands).

    Bei den hier zwischenzeitlich älteren Baugebieten mit Bebauungsplan wurden diese Annehmlichkeiten zwar erstellt, aber wohl nicht abgerechnet. Die Vorteile sind trotzdem da.

    Dass diese nicht zeitnah abgerechnet wurden, ist heute sicher ärgerlich. Damals, als nicht abgerechnet wurde, war es das Gegenteil davon, es war sogar ganz nett.


    Ich habe Verständnis, dass man sich über nach so langer Zeit verrechnete Beiträge ärgert und entsetzt ist. Ich verstehe absolut jeden, der über derlei Nachforderungen erschrickt, insbesondere wenn es sich, wie hier dargestellt, um tatsächlich Beträge von mindestens 25.000 € handelt.

    Ob hier der Sachverhalt der Verjährung gezogen werden kann, müsste im Einzelfall geprüft werden.


    Sehen wir es mal mit dem Gerechtigkeitsempfinden eines Anwohners eines Neubaugebiets, der gerade viel Geld für seinen Bauplatz gezahlt hat: Warum soll er viel Geld für Erschließung und sonstige Beiträge zahlen und ein Eigentümer, der nicht in jenem Neubaugebiet wohnt, aber ähnliche Annehmlichkeiten genießt, nicht?


    Könnte es nicht sein, dass das Problem nicht bei den aktuellen Amtsinhabern liegt, sondern bei deren Vorgängern, die damals aus Sorge um ihr politisches Ansehen oder einfach, weil die Gemeinden nicht so arg klamm waren, nicht die Gebührenkeule geschwungen haben? Dann gäb's ja heute das Problem nicht... Oder?


    Es ist ein Dilemma, das man nicht so einfach lösen kann.

    und dann wäre auch noch zu berücksichtigen, wie das Gebäude denn genutzt (Wohnung?) und beheizt wird (regelmäßig, durchgehend, sporadisch, welche Temperaturen, wo sind die Heizflächen etc. etc.).


    Bei uns in der Nachbarschaft steht ein Wohnhaus mit 24cm Porenbeton-Außenwänden aus Anfang der 2000er Jahre. Hätte ich persönlich nicht so gemacht, scheint aber irgendwie zu funktionieren...

    In Ba-Wü veruschen immer mehr Kommunen, die enormen Kosten für die Sanierung der maroden Straßen und Abwasserleitungen dadurch

    wieder reinzuholen, dass plötzlich behauptet wird, die Straße sei noch nie endgültig abgerechnet.

    ich muss hier mal die Gemeinden etwas in Schutz nehmen:

    Man kann davon ausgehen, dass die örtlichen Vertreter die Bürger nicht stark belasten wollen, sind es doch sehr unpopuläre (Geld-) Forderungen.


    Vielmehr ist es so, dass die Gemeinden sich so weit als möglich sich selbst finanzieren müssen, sie dürfen daher keine Leistungen verschenken, für die Geld eingenommen werden kann. Ansonsten würden sie an anderer Stelle heftige finanzielle Nachteile (Entfall von Förderungen, Ausnehmen aus der Umlage etc.) erleiden.


    Häufig dreht sich die Diskussion um die Frage, ob eine Straße endgültig hergestellt (nicht abgerechnet) war. Bei so genannten "historischen Straßen" geht man regelmäßig davon aus, dass diese endgültig hergestellt waren. Hier müsste ich nochmal nachschauen, wie sich der Begriff "historische Straße" definiert. Ich meine, da gibt es einen Stichtag, vor dem an diese schon angebaut war.


    Übrigens müssen wir das Thema Abwasserleitungen etwas rausnehmen, weil sich die Instandsetzung von Abwasserleitungen nur zum Teil über Beiträge, sondern eben auch über Gebühren (Abwassergebühr, die für jeden m³ bezahlt wird) und häufig auch über Zuschüsse des Landes finanziert wird. Da gibt es teilweise Fördersätze bis 80%, die verbliebenen Kosten werden zum Teil dann wieder in die Gebühren kalkuliert.

    Die ältesten Bauunterlagen mit denen ich bisher zu tun hatte, waren etwa 55 Jahre alt. Der Zustand war zwar nicht mehr perfekt, aber selbst damals erstellte "Kopien" waren noch lesbar.

    ich habe schon öfters Unterlagen aus dem ausgehenden 19 Jhd. in der Bauregistratur gefunden. Das ist nicht so sehr ungewöhnlich....

    Teils sogar in Fuß vermaßt... ;)


    Du glaubst gar nicht, wie viele Anfragen wir dazu jede Woche bekommen. Das wird jetzt erst lustig mit der neuen Grunsteuer - ich bin auch auf der Suche nach den Unterlagen für mein Elternhaus...

    das Thema Grundsteuer wäre ein schönes neues Thema. Ich glaub, das sollten wir mal angehen...

    Hier unterscheiden sich nämlich die Herangehensweisen der Bundesländer deutlich. Ich könnte was zu BY und zu Ba-Wü sagen...

    Es sind bei keiner Behörde Bauakten oder dergleichen zu beschaffen.

    das würde mich stutzig machen. Ich würde die baurechtliche Zulässigkeit mit der Genehmigungsbehörde abstimmen.

    Ggf. gibt es auch eine Verpflichtung, nach aufgegebener Nutzung (z.B. der Scheune), diese zurückzubauen.


    Auch sollte m.E. ein potentieller Kaufinteressent darauf hingewiesen werden, dass Umbauten, insbesondere wenn diese die äußere Gestalt betreffen, häufig nicht zulässig sind. Im Außenbereich ist da nicht so viel möglich, was m.E. auch Einfluss auf den Wert hat (Einschränkung zukünftiger (Um-) Nutzungsmöglichkeiten).

    2. Laut Boris NRW ist unser Grundstück "erschließungsbeitrags- / kostenerstattungsbetragsfrei und kanalanschlussbeitragsfrei nach dem Kommunalabgabengesetz"
    da Boris NRW vom oberen Gutachterausschuss NRW betrieben wird mache ich mir hier natürlich Hoffnung, dass ich ggf. über den Rechtsweg eine Chance habe die Beitragsumlage ab zu wenden.

    Ist das berichtigt oder hat hierzu jemand Erfahrungen?

    Hier ist vermutlich der Bodenrichtwert gemeint, nicht das Grundstück.

    Wenn ein Bodenrichtwert als erschließungsbeitragsfrei bezeichnet ist, bedeutet dies lediglich, dass der ausgewiesene mittlere Lagewert auf der Grundlage ermittelt wurde, dass Erschließungsbeiträge erhoben und bezahlt wurden. Dies bedeutet aber nicht, dass dies auch für Euer Grundstück zutrifft.

    Bodenrichtwerte dienen in erster Linie der Wertermittlung. Ein Wertermittler kann damit umgehen und wird diesen Punkt auch im Rahmen eines Gutachtens prüfen. Dieser Punkt wird daher in Eurer Argumentation nicht helfen.


    Unsere Straße hat zumindest schonmal eine feste Decke aus Asphalt, Kanalisation und Unterbau liegen auch. In der gegenüberliegenden Immobilie war einst eine Straßenmeisterei für die B8 ansässig, dann wurde es eine Klinik, jetzt ist es ein Flüchtlingsheim.

    Edit: die Vorlage der Stadt spricht von folgendem Sachverhalt:

    "Der XXX in XXX zwischen XXX soll endgültig hergestellt werden. Zurzeit ist dort nur ein asphaltierter, früherer Wirtschaftsweg ohne Nebenanlagen und Entwässerungseinrichtungen vorhanden."

    In dem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass unser Haus ein ehemaliges Bauernhaus mit angrenzendem Stallgebäude ist. ggf, entstehen hierdurch ja Vorteile bei dem "Wirtschaftsweg"

    Dies beiden Punkte waren auch mein erster Gedanke. Aus einem anderen Bundesland kenne ich es, dass Beiträge nur dann nicht mehr erhoben werden können, wenn die Erschließungsstraße endgültig hergestellt ist. Dies trifft hier möglicherweise nicht zu. Also könnten Beiträge durchaus noch fällig sein.


    Dass es ein Bauernhaus war, könnte ein Indiz darauf sein, dass das Wohnhaus ursprünglich privilegiert im Außenbereich errichtet worden sein könnte. Heute steht im §35 Abs.1 für solche Gebäude , dass eine "ausreichende Erschließung" gesichert sein muss, um privilegiert zu bauen.

    Es könnte hier also sein, dass man bei der früheren landwirtschaftlichen Nutzung auch wegen der Privilegierung auf eine Erschließung, wie man es von einer Wohnsiedlung kennt, verzichten könnte, dass hier sich aber zwischenzeitlich der Gebietscharakter geändert hat, insbesondere wenn der Ort das vormalige Außenbereichsgrundstück "geschluckt" hat.

    ich wollte das nur erwähnen, weil ich mal einen Schadensfall zu begutachten hatte, wo in einem Mehrfamilienhaus mit hoch ausgenutztem Grundstück solch ein "innovatives" Energiekonzept mit Flächenkollektor unter dem Gebäude sowie zusätzliche Erdwärmekörbe neben der Tiefgarage eingesetzt wurden. Es gab dann auch eine thermische Solaranlage, die konnte in diesem Fall aber nichts beitragen...


    Schon in der Phase des Belegreifheizens gab es das Problem, dass so viel Energie aus dem Erdreich gezogen wurde, dass die Erdreichtemperatur bis knapp über Frosttemperatur absank und daher die WäPu wegen der Gefahr von Frosthebung abgeschaltet werden musste...

    Gleichzeitig gab es auf der Bodenplatte wegen nicht vorhandener Perimeterdämmung deutlich Tauwasserbildung. Auch in der Tiefgarage kondensierte im Bereich der Erdwärmekörbe die Luftfeuchtigkeit an den Wänden und bildete riesige Pfützen...


    Ich meine, man hat damals eine zusätzliche Gasheizung nachgerüstet, ob noch weitere Maßnahmen umgesetzt wurden, weiß ich leider nicht... Ich glaub's aber nicht...

    im Falle der Variante von picard , wo ein Flächenkollektor wohl unter das Gebäude soll (hier, weil aufgefüllt werden muss/soll), dann kann ich persönlich das nur empfehlen, wenn gleichzeitig eine Perimeterdämmung unter der Bodenplatte angeordnet wird.

    Ansonsten besteht wegen des auskühlenden Erdreichs und demzufolge der auskühlenden BoPla eine nennenswerte Tauwassergefahr im Bodenaufbau und auf der Bodenplatte...

    vielleicht hat der Träger durch die frühere Punktlast eine größere Verformung erfahren, die gemauerten Kappen sind dann der Verformung gefolgt und sperren sich jetzt gegen eine Rückverformung nach Wegnahme der Last.


    Aber ich bin ehrlich: eine freie Spannweite in dieser Größenordnung ist bei einer Kappendecke schon nicht wenig.