Beiträge von JoWest

    Bei dem genannten Preis kann trifft das mit der "Teerkolonne" vermutlich zu. Bei uns in Mittelfranken beginnen die Preise bei größere Flächen ca. bei € 30/m2 für die Tragschicht und € 20/m2 für die Deckschicht, je nach Art und Güte. Dazu kommen natürlich noch die Vorarbeiten.

    Jochen

    ein Anbieter, der eben mal seine Preise um 20/30 k€ senken kann, der hat vorher grandios beschissen.

    Bei uns im Rohbau ist es so, dass die Preise von vielen Materialien zwischenzeitlich exorbitant gestiegen sind und sich jetzt wieder auf einem normalen Niveau befinden wie z.b. Holz (max. € 1.000/m3; min € 300/m3), Stahl (max. € 1.800/to; min. €700/to), XPS (max. € 210/m3; min. € 90/m3). Das waren Preise die ich tatsächlich bezahlt habe (!).

    Ausnahme bildet hier der Beton, der in den letzten drei Jahren um ca. 30 % gestiegen ist und auch nicht nachgibt.

    Weiterhin ist die Arbeitszeit deutlich gestiegen und das wird natürlich aufgrund der Inflation etc. auch nicht zurückgehen.


    Wenn dieser Anstieg und die Vergünstigung in anderen Gewerken auch so sein sollte, dann sind die 20-30 K meiner Meinung nach noch die untere Marke.


    Jochen

    Hartbrandziegel könnten das ja mit vielem guten Willen eventuell noch sein...Aber die handwerkliche Qualität der Ausführung (Fugen nicht voll ausgemörtelt, Fugenbild, Verzahnung und fehlende Stichhöhe) lässt -soweit man das anhand der Bilder beurteilen kann- auch für die Decke nicht sehr viel positives erahnen.

    Uups. Das lässt mich an der Stabilität der Konstruktion etwas zweifeln. Einen statischen Nachweis gibt es dafür wohl nicht, oder? Ich kann heute am Nachmittag 'mal nachschauen, was mein Buch über historische Baukonstruktionen dazu sagt.


    Hatte ich letztes Jahr bei einer Sanierung auch. Ich hatte Bedenken angemeldet, die Statiker samt Prüfstatiker ausgeräumt haben. Fazit: kann halten, muss aber nicht :)

    Hallo,


    grundsätzlich sehe ich es so wie Eric. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen, dass moderige Gerüche durch die Mauerwerkswand dringen können, zumal sie ja dann beim Nachbarn auch deutlich auftreten müssten. Weiterhin denke ich, dass ein rein mineralischer Baustoff ohne organische Zusätze kaum (oder nur in geringem Maße) muffig riechen kann. Wir hatten bei einer Renovierung mal ein Fertighaus, das in Holzrahmenbauweise erstellt war mit Wandausfachungen aus Stampfbeton/Schüttbeton (siehe #12). Vielleicht gammelt ja einer der Holzrahmen Jahre nach dem Wasserschaden noch munter vor sich hin?

    Jochen

    Klar doch. Bei diesem Projekt hat der Auftraggeber im Vergabeverhandlungsprotokoll festgehalten, dass wir die Pläne in der Cloud abholen und selbst ggf. plotten müssen. Wenn Änderungen in den Planungen vorliegen bekommst du eine mail, dass in der Cloud neue Pläne für dich liegen. Das hört sich erst mal nach einer Kleinigkeit an, heißt aber in der letzten Konsequenz, dass du als ausführender dauernd zu prüfen hast ob der richtige Planstand vorliegt. Und die Hemmschwelle einen Plan zu ändern liegt auf Planungsseite dann ganz niedrig. Deshalb fordere ich bei öffentlichen Ausschreibungen die Pläne wie von der VOB vorgesehen in Papier an.

    Jochen

    Da liegt das Problem aber nicht an der Art und Weise, wie Planunterlagen zur Verfügung gestellt werden. Im geschilderten Fall bestehen IMHO grundsätzliche Probleme im Projekt, die auch vorhanden wären, wenn die Pläne in Papierform übergeben würden, mit dem Unterschied, dass es auf dem Postweg u.U. zwei oder mehr Tage dauert, bis die Pläne ausgetauscht sind und dann ggfs. schon Fakten geschaffen wurden…

    Das sind keine Probleme, die großen Firmen verlangen das planmäßig von ihren Nachunternehmern. Sie wollen bis zum letzten Augenblick die Möglichkeit haben Änderungen durchzuführen und "verkaufen" das dem Bauherren auch als Vorteil, Entscheidungen so spät wie möglich zu treffen. Das nennt man dann Flexibilität. Gleichzeitig wird das Risiko von terminlichen und technischen Problemen weiter Richtung Ausführenden verlagert. Ein schöner Synergieffekt. Für uns ein großes Problem. Die Zeit für Organisation und Prüfung der Pläne wird immer kürzer. Wenn dann was schief läuft dann ist der Handwerker dran.


    Jochen

    In Norwegen wurde 2020 eine Brücke ganz ohne Papierpläne gebaut.

    Wenn ich alles richtig verstanden habe, waren die Bauarbeiter mit VR-Brillen ausgestattet, die ihnen die entsprechenden Planinformationen zur Verfügung gestellt haben.

    Das kann ich mir jetzt nicht so gut vorstellen. Wie kann man sich sicher auf der Baustelle auch nur bewegen mit VR Brille auf? Ist mit der parametrisierten, papierplanlosen Baustelle die Planung und Überwachung gemeint oder auch die konkrete Ausführung?

    Hallo,


    der Fenstersturz sieht bedenklich aus, es sieht so aus als ob der Sturz abgerissen wäre oder gar nicht vorhanden wäre. Einfaches Schließen oder Überputzen wird hier nicht ausreichend sein. Zur weiteren Erkundung würde ich den Putz abschlagen und den Sturz (so vorhanden) freilegen.

    Jochen

    Hallo,


    ich als Ausführender verlange vom AG die Pläne zweifach in Papier und als pdf. Einen Satz gebe ich meinen Polieren mit auf die Baustelle, einen Satz habe ich bei mir im Büro. Auf der Rohbaubaustelle ist digital -aus meiner Sicht- schwierig allein vom Umgang her. Bei schlechtem Wetter, HAndschuhen etc. ist man mit dem mobilen Endgerät nicht gut bedient. Mir fehlt auch deutlich die Übersichtlichkeit. Große Pläne auf kleinem Gerät funtkioniert für mich überhaupt nicht, ist vielleicht auch eine persönliche Sache.


    Ein weiterer Aspekt wieso ich die Pläne in Papier verlange ist die Halbwertszeit der Planung. Wenn wir im Rohbau sind, dann sind die Haustechnikplaner oft noch längst nicht so weit. Laufend kommen dann Änderungen. Wenn die Pläne zu uns Ausführenden digital gesendet werden sind wird die Veranwortlichkeit für die rechtzeitige Planung immer weiter zu uns verlagert. Das möchte ich unbedingt vermeiden. Wir hatten für eine große Schule in Nürnberg einen Auftrag für eine Sichtbeton Fahrradüberdachung. Der Generalübernehmer forderte von uns Subunternehmern die Pläne digital aus der Cloud zu holen. Wenn man dann den Plan um 15.53 Uhr runtergeladen und geplottet hatte war er um 16.07 Uhr manchmal schon wieder hinfällig. Dies ist eine Entwicklung (oben wurde sie Flexibilität genannt) die nicht gut ist. Wenn ich meine Leute früh auf die Baustelle schicke, dann müssen sie vorher wissen was zu tun ist. In der heutigen Zeit wird das manchmal vergessen.


    Die pdfs benütze ich gerne um Planausschnitte auf A4 und A3 auszudrucken und saubere Aufmaßskizzen daraus zu erstellen. Vor Ort Aufmaße mache ich ganz einfach mit dem Tablett ein Bild und zeichne die entsprechenden Maße ein. Das hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren super bewährt.


    Jochen

    ich bin jetzt kein Experte auf dem Gebiet aber der Oberputz hat sich sehr "sauber" vom Gewebe gelöst. Für mich sieht das aus als ob das nicht ordentlich eingebettet wäre. Das würde dann ja vermutlich unabhänging von diesem Problem die Fassade generell betreffen.

    Zitat
    Zitat von saibot2107 Fragen am Rande, da ich mir selbst unsicher bin.


    1. Das Baujahr der Decke war 1995. Die WU-Richtlinie wurde - soweit ich weiß - erstmals 2003 eingeführt. Kann man sich zur Beurteilung, ob eine Abdichtung notwendig ist, dann überhaupt auf die WU-Richtlinie beziehen?
    2. Gleiches gilt für Formal notwendige Expositionsklassen. 1995 wurde nach der DIN 1045:1988-07 geplant. Soweit ich weiß, hat diese Norm Expositionsklasse in der heutigen Form nicht gekannt. Wenn also keine Angaben zur verwendeten Betonrezeptur vorliegen, kann man doch im nachhinein gar keine Aussage treffen, ob die heute für "weiße Dächer" geforderten Expositionsklassen erhalten werden.

    Das ist ein sehr, sehr interessanter und wichtiger Hinweis, weil ich bisher davon ausgegangen bin, dass 1995 bereits a.R.d.T. für „weiße Decken“ existierten und hier auch richtig angewandt wurden, was aber nicht zwingend der Fall sein muss. Insofern bleibt genau das natürlich erstmal zu klären. Danke!


    Die WU-Richtlinie gab es erst später, aber es gab schon vorher Systeme der weißen Wanne die offensichtlich bauaufsichtlich zugelassen waren. Ich bin selbst erst seit 2007 in meiner Firma aber von meinem Vorgänger weiß ich, dass wir bereits in den 80er Jahren für öffentliche Auftraggeber weiße Wannen gebaut haben damals nach dem System Quinting Zementol. Ich gehe davon aus, dass diese Systeme a.a.R.d.T. waren sonst wären sie ja nicht bei öffentlichen Aufträgen zur Ausführung gekommen.


    Jochen

    Hallo zusammen,

    ich finde den Rollladenkasten an sich schon etwas komisch:

    1. er hat kein Auflager kann also gar kein selbsttragender Kasten sein

    2. es ist auch kein Aufsatzkasten, der müsste weiter vorne sitzen

    Für mich sieht es fast so aus als hätte man nachträglich einen "normalen" KAsten zum Aufsatzkasten umfunktioniert und in die Öffnung mit Bauschaum eingeklebt.

    Ein Aufmauern auf den Kasten ist folglich unmöglich. Der Kasten und evtl. das Fenster muss raus, Sturz einbauen und aufmauern. Kasten bzw. Fenster wieder montieren.

    Eigentlich auch gar nicht so schwierig oder habe ich etwas übersehen?

    Jochen

    Hallo,

    das sehe ich anders. Das Mauerwerk ist nicht zulässig. Über zwei Drittel keine Verzahnung und dort wo verzahnt ist ein schlechtes Überbindemaß. Das führt aus meiner Sicht mit sehr große Sicherheit zu Rissen.

    Ich denke das ist kein KS sondern der Wicklerkasten.

    Jochen

    Ich bin etwas verwirrt, da aus meiner Sicht die Fotos nichts mit dem zu tun haben was der TO beschreibt. Aus meiner Sicht sind....

    Auf den Fotos zu sehen: Eine Trennwand betoniert, eine Trennwand dagegen gemauert. Die Dämmung ist nicht auf Druck beansprucht, kann einfach eingelegt werden --> normale Trennwandplatte aus MiFa genügt. Ausführung sehr einfach

    Nach der Beschreibung des TO: Zwei Treppenhäuser Rücken an Rücken. Ich würde hier die erste Wand zweihäuptig einschalen und betonieren. Dann spezielle druckfeste MiFa z.B. Splitrock von R..kw...l anbringen. Die Fugen müssen verklebt werden und insbesondere bei den Ankerstellen ist darauf zu achten, dass kein Beton eindringen kann. Das ist gar nicht so einfach und es muss sehr sauber gearbeitet werden. Dann durch die erste Wand ankern. Alternativ wäre hier einhäuptig dagegen zu betonieren, dies ist auch aufwändig. Aus diesem Grund kommt das nicht so oft vor, ich bin jetzt kein Reihenhausspezialist aber ich hatte diesen Fall noch nie. Skeptiker: die Platten halten 50 MN/m2 aus. Da kann man ca. 2,00 m/Stunde betonieren, das geht schon gerade so geschosshoch wenn man zwei oder drei TRH auf einmal betonieren kann.

    Jochen