Beiträge von Wega

    Zurück zum Thema und meinem unanständigen Handwerker:


    Es gibt ja im Internet Bewertungsportale. Da hebe ich nun gesehen, dass mein HAndwerker bei google Bewertungen nur eine hat, und die ist die schlechtestmögliche.
    Gehe ich da jetzt ein Risiko ein, wenn ich da poste?
    Weil immerhin in seinen Mails drinsteht:


    Diese E-Mail enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen.
    Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser E-Mail sind nicht gestattet.


    Darf ich da seine Mails überhaupt zitieren?
    Oder nur indirekte Rede?

    Ein Nachbar von uns ist Apotheker und der behauptet auch immer, dass online Apotheken nur deshalb so günstig sind, weil sie gefälschte Ware verkaufen. Ist natürlich Blödsinn, aber manchem Betrieb ist jede Art von Lüge recht, nur um den eigenen Gewinn zu maximieren...



    ---------- 24. März 2017, 15:15 ----------


    Mischkalkulation verschleiert nur die wahren Kosten und gehört sich wettbewerbsrechtlich untersagt.
    Außerdem wären Gesetze wünschenswert, nach denen der einbauende Betrieb nur für seine Arbeit haftet, nicht aber für die verbauten Geräte. Dafür sollte nur der jeweilige Hersteller/Verkäufer zuständig sein.
    Dann wäre endlich Schluss mit diesem intransparenten Gemauschel und den unaufrichtigen und unehrlichen Aussagen und der Lügerei bezügl. minderwertiger oder angeblich gefälschter Ware, die in Wahrheit nur der eigenen Geinnmaximierung dient, unter Vortäuschung falscher Tatsachen, vorsätzlicher Verunsicherung der Endkunden und Vorgabe edler Motive, die in Wahrheit nur dem eigenen Nutzen dienen.

    Hallo,


    vielleicht kennt sich ja hier jemand damit aus:
    Wir haben einen Abluftdunstabzug und einen modernen raumluftunabhängigen geschlossenen Ofen, der seine Zuluft über Rohre bezieht, die in den Ecken des Kamins verlaufen.
    Ist für so eine Konstellation ein Fensterschalter, Unterdruckwächter o.ä, zwingend vorgeschrieben?
    Mir ist völlig klar, dass es sinnvoll ist. Aber ist es Pflicht?


    Danke falls es jemand weiß!

    er hat nur einen Kostenvoranschlag erstellt. Eine Seite [definition=25,0]DIN[/definition] A4.
    Dass dies bereits Kosten erzeugen würde, war vorher nicht besprochen worden und für mich sehr überraschend.

    Also zurück zum Thema:Was ich auch merkwürdig fand, dass nach dem Besichtigungstermin, den der Handwerker wollte, um ein Angebot zu erstellen ( meine Fotos und Beschreibung haben ihm nicht genügt) sofort eine Rechnung kam bezügl. Besichtigung und zwar 160.- netto für maximal eine halbe Stunde Bestandsaufnahme. Bei Auftragserteilung werde diese angerechnet.
    Angenommen ich hätte ihn nicht beauftragt, hätte ich das tatsächlich bezahlen müssen?

    Zunächst einmal vielen herzlichen Dank für all die Meinungen und Antworten zum Thema!
    Eigentlich war damit für mich der Zweck meines Postings erfüllt und ich sah keinen Anlass, den Thread weiter zu verfolgen. Da aber so viel Interesse zum Anlass der Auseinandersetzung besteht, will ich die vielen Fragesteller nicht weiter darben lassen. Hier also der ganze Vorgang:


    Im Vorgarten waren durch einen Anfahrschaden einige Instandsetzungsarbeiten nötig. Dazu bat ich einen damit erfahrenen Handwerker, die Schäden in Augenschein zu nehmen und mir ein Angebot zu erstellen.
    Bei der Schadensbesichtigung wurde auch besprochen, dass ein an der Oberfläche unfallsbedingt abgesplitterter Pflasterstein gegen einen neuen, von mir bereit gestellten (sind noch passende vorhanden) ausgetauscht wird. Der Handwerker versicherte mir, dass es für ihn kein Problem sein, den Stein entsprechend zurecht zu schneiden.
    Um auf Nummer sicher zu gehen, schrieb ich ihm wenige Tage nach der Besichtigung ein Email, in dem ich das besprochene zusammenfasste, damit er auf dieser Grundlage sein Angebot erstellen kann. Unter anderem schreib ich auch: "Beschädigten Pflasterstein ausbauen, neuen Pflasterstein (haben wir hier) zurechtschneiden und einbauen. Pflasterfugen mit Fugensand auffüllen."


    Dies nahm er in sein Angebot auf.
    Sein Angebot beinhaltete 9 Positionen.
    Position Nr 6 war der Wiedereinbau der Pflastersteine (6 Stück Kleinstein 4/6 und eben der besagte Pflasterstein, neu zurechtzuschneiden) für € 210.- + MWSt


    Der Handwerker verließ die Baustelle, als ich nicht mehr zu Hause war. Als ich zurück kam, sah ich, dass der bereitgelegte Pflasterstein unberührt da lag und statt dessen der beschädigte wieder eingebaut worden war.
    Die Rechnung war auch schon in meiner Mailbox. Gesamtsumme ca. € 2000.- netto


    Dort stand unter Position 6: “Pflaster wieder Einschneiden und Einbauen und mit Sand verfugen.” voll berechnet mir € 210.- + MWSt, obwohl nur teilweise ausgeführt.


    Also schrieb ich ihm ein paar freundliche Zeilen:


    "Hallo Herr xxx,
    soeben habe ich Ihnen die aktuelle Rechnung überwiesen.
    Die Arbeiten sind dem Augenschein nach gut und sauber ausgeführt worden und ich bedanke mich für die zuverlässige Ausführung!
    Was Position 6 angeht, wurde aber leider vergessen, den neuen bereitgelegten Stein (hatte ich ja auch in meinem Mail vom 29.09.2016 so erläutert) einzuschneiden und wieder einzubauen. Anstelle dessen wurde wieder der alte Stein eingebaut, samt seiner unfallbedingten Abplatzung. Ist nicht tragisch, nur ein optischer Mangel, hat aber andererseits auch Arbeitszeit eingespart.
    Ich habe mir daher erlaubt die Position 6 von € 210.- auf € 160.- zu kürzen. Ich denke, das ist ganz unbürokratisch die einfachste Lösung und hoffe, dass das auch ok so für Sie ist.
    Ansonsten danke ich für die Ausführung der Arbeiten und wir sind froh, dass der Vorgarten wieder so schön aussieht, wie früher!"


    Ich ließ also bewußt Raum für Diskussion oder Widerspruch. Er hätte natürlich auch eine Nachbesserung vorschlagen können.
    Doch nichts dergleichen geschah. Statt dessen kam eine erste sehr unfreundliche Antwort, in der er mir vorwarf, ich würde ihm Schäden anlasten, für die er nichts könne (da hatte mich völlig missverstanden und sich auf Schäden Abplatzungen am Sockelputz der Mülltonnenbox bwzogen, die ich aber mit keinem Wort erwähnt hatte) und ich würde die Situation "schamlos" ausnutzen, da er mir ja schon keine Kosten für die Materiallieferung berechnet hätte. In seinem Angebot stand aber ausdrücklich "Material inkl. Lieferung". Daher ist es mir schleierhaft, in wie fern ich damit etwas ausgenutzt haben sollte. Des weiteren drohte er mit dem umgehenden Einschalten eines Inkassobüros.


    Dennoch blieb ich betont freundlich und antwortete ihm:


    "Sehr geehrter Herr xxx,

    Ihr Email habe ich erhalten.
    Ich bedauere es sehr, dass es in diesem Zusammenhang nun zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Diese beruhen allerdings wohl auf einem Missverständnis.
    Ich meinte nämlich keineswegs die Abplatzungen am Sockelputz. Da muss ich Ihnen völlig Recht geben: diese sind nicht Teil Ihres Angebotes, diese haben Sie nicht zu verantworten und ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, dieses von Ihnen einzufordern, schon gar nicht nachträglich. Gibt es tatsächlich Kunden, die so dreist sind, so etwas nachträglich einzufordern? Das wäre ja allerhand, und da könnte ich Ihren Groll wirklich verstehen!

    Mir hingegen ging es um die unfallbedingte Abplatzung am Pflasterstein selbst (anbei auch ein Schadensfoto, aufgenommen am Tag nach dem Unfall). Wir hatten bei der gemeinsamen Schadensbegutachtung vor Ort ja besprochen, dass Sie u.a. diesen Stein gegen einen neuen Stein austauschen (den ich Ihnen bereitlege, da ich noch welche aus dieser Serie habe) und Sie diesen passend einschneiden und einbauen.
    Dies habe ich Ihnen u.a. dann nach der gemeinsamen Schadensbegutachtung auch nochmals per Email (am 29.09.2016) in der Auflistung der zu erledigenden Arbeiten geschrieben: “Beschädigten Pflasterstein ausbauen, neuen Pflasterstein (haben wir hier) zurechtschneiden und einbauen. Pflasterfugen mit Fugensand auffüllen.”
    Sie haben dies dann in Ihr Angebot vom 04.10.2016 als Position 6 übernommen mit der Formulierung: “Pflaster wieder Einschneiden und Einbauen und mit Sand ferfugen.”

    Den neuen Pflasterstein habe ich dann neben der Mülltonnenbox auf der Baustelle bereit gelegt. Leider wurde er aber nicht verbaut, sondern es wurde wieder der beschädigte alte Stein eingebaut.
    Somit wurde ein Teil der Position 6 Ihres Angebotes nicht ausgeführt.

    Ich finde das jetzt wirklich nicht schlimm, und wollte auch kein großes Aufsehen darum machen. Ich wollte die Angelegenheit unbürokratisch und für beide Seiten unkompliziert erledigen. Das übliche Vorgehen lt. geltender Rechtsprechung wäre ein Einbehalt in doppelter Höhe dessen gewesen, was die nachträgliche Instandsetzung lt. Angebot einer Fachfirma kosten würde. Nach Nachbesserung hätten Sie dann einen Anspruch auf Ausbezahlung dieses Betrages gehabt. So ein Vorgehen erschien mir in diesem Zusammenhang aber überzogen, daher habe ich mich bereit erklärt, die Ausführung gegen eine kleine Minderung der Pos. 6 Ihrer Rechung “Pflaster wieder Einschneiden und Einbauen” in Höhe von € 50.- netto zu akzeptieren und weiter kein großes Aufhebens darum zu veranstalten, da ich auch davon ausging, dass Sie vermutlich kein großes Interesse haben dürften, wegen dieses einen Pflastersteines extra noch einmal hier her zu fahren und den Stein auszutauschen.

    Des weiteren liegt es mir fern, die Situation in irgend einer Weise auszunutzen: Was die Lieferung des Materials auf die Baustelle angeht, war diese in Position 3 Ihres Angebotes ja ausdrücklich bereits enthalten “inkl. Lieferung”.

    Ich würde Sie daher bitten, die Angelegenheit nochmals zu überdenken und meinen kleinen Abzug von der Summe zu akzeptieren, da dies doch die einfachste Lösung für beide Seiten darstellt nach dem Motto: Arbeiten größtenteils ausgeführt, Rechnung größtenteils bezahlt.

    Gerne kann ich Sie auch beim Bauträger, der hier gerade auf der anderen Straßenseite baut empfehlen. Sie haben die Baustelle vielleicht wahrgenommen. In ein paar Wochen wird sich dort die Frage nach einem Zaun stellen und der Bauträger könnte sich dann gleich hier vor Ort von der guten Planung und Ausführung Ihrer gelungenen Vorgartenanlage überzeugen.

    Mit freundlichen Grüßen"



    Tja, und auf dieses Schreiben hin erhielt ich dann die sehr pampige bis beleidigende Antwort, die ich bereits hier veröffentlicht hatte:



    "Wie ich feststelle sind Sie an Charakterlosigkeit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. ...

    Ja es gibt solche Leute die so dreist sind und Beträge einfach von einer
    Rechnung abziehen ohne Absprache und Sie sind einer davon.

    Wenn Sie mit dem Gefühl wieder einen übers Ohr gehaut zu haben besser
    schlafen können dann werde ich in der Sache nichts mehr unternehmen.

    Ich hätte nur eine Bitte

    Empfehlen Sie mich NICHT weiter ich kann meine Geschäfte auch mit
    Ehrlichen Kunden machen und möchte nicht mit Ihnen in Verbindung
    gebracht werden."

    Wollte mal auf diese Sendung hinweisen:


    Neues Leben in alten Bunkern. BR Doku am So. 12.03. 19:15 Uhr


    Unter unserem Himmel: Neues Leben in alten Bunkern | Unter unserem Himmel | BR Fernsehen | Fernsehen | BR.de


    Dürfte echt interessant sein, was man so alles machen kann in Puncto grundsätzlich Umgestaltung, Denkmalschutz einbeziehen etc...



    ---------- 17. März 2017, 19:58 ----------


    Inzwischen kann man die Sendung auch online ansehen, in der ARD Mediathek.
    Sehr interessant, insbesondere was man aus Gebäuden mit 2m dicken Stahlbetonwänden so machen kann:


    Neues Leben in alten Bunkern | Unter unserem Himmel Video | ARD Mediathek


    Viel Spaß beim Ansehen!

    @R.B. Es geht doch gar nicht um einen Mangel sondern um eine nicht erbrachte Leistung. Diese hat der TE sogar zu 50% vergütet.

    Genau so ist es. Aber darum geht es mir gar nicht.
    Mich hat eigentlich nur interessiert, ob Ihr das als Beleidigung werten würdet.


    @Moderator: Der Thread kann von mir aus gerne geschlossen werden.

    Und wer erledigt die noch ausstehenden 5% nun für 50 Euro?

    Entweder mach ich das dann in Eigenleistung, oder ich lass es nun einfach so. Die Funktion ist nicht betroffen, aber die Optik halt schon, und um die ging es halt in dieser Position des Auftrages zumindest zur Hälfte.
    Und von dieser Hälfte habe ich widerum nur die Hälfte abgezogen, da wollte ich kulant sein, weil ich dachte, dann gibts wenigstens sicher keinen Streit.
    Und dann sowas...

    Ist so etwas eine Beleidigung?
    Würdet Ihr Euch sowas gefallen lassen?


    Es ging darum dass ein Handwerker etwa 5% eines Auftrages lt. Angebot nicht erledigt hatte, dennoch aber voll berechnet hatte (€ 1800), und ich daher ca. 2,5% (€ 50.-) von der Rechnung abgezogen habe (kulanterweise also nur die Hälfte dessen, was eigentlich zu rechtfertigen gewesen wäre), was ich sehr freundlich und völlig sachlich schriftlich begründet hatte, zusammen mit der Formulierung, dass dies hoffentlich so für ihn in Ordnung sei. Ich ließ dabei also bewusst Platz für gegenteilige Argumentation oder Nachbesserung.
    Nun erhielt ich folgendes Mail:


    "Wie ich feststelle sind Sie an Charakterlosigkeit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. ...
    Ja es gibt solche Leute die so dreist sind und Beträge einfach von einer Rechnung abziehen ohne Absprache und Sie sind einer davon.
    Wenn Sie mit dem Gefühl wieder einen übers Ohr gehaut zu haben besser schlafen können dann werde ich in der Sache nichts mehr unternehmen.
    Ich hätte nur eine Bitte
    Empfehlen Sie mich NICHT weiter ich kann meine Geschäfte auch mit Ehrlichen Kunden machen und möchte nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht werden."


    Würdet Ihr so etwas hinnehmen?

    Alleine schon dafür, wenn dann ein paar schwarze Schafe vom Markt verschwinden hat sich das neue Gesetz schon gelohnt.


    Als wir einen [definition=32,0]GU[/definition] für unseren Doppelhausbau gesucht haben, fiel unsere Entscheidung auf einen, der von sich aus, ohne dass wir danach gefragt hatten angeboten hat:
    Definitiver Fertigstellungstermin (exaktes Datum) und festgelegte Vertragsstrafe im Falle der Terminüberschreitung. Bei unserer DHH war er 14 Tage drüber, kostete ihn € 2000.-

    dann wird 9 oder 12 monate nach erteilung der baugenehmigung reingeschrieben und gut ist's.

    Was für viele Bauherren eine großartige Verbesserung wäre.
    Nicht mehr terminlich vom [definition=32,0]GU[/definition] erpressbar (s. mein Post auf der vorigen Seite), etc....

    Ich bleib dabei, alleine der verbindliche Fertigstellungstermin bringt dem Endkunden schon sehr viel Gewinn an Sicherheit.
    Wenn ich da nur an den Hausbau meines Bruders denke:
    Er hatte sich in seiner Kleinstadt als [definition=32,0]GU[/definition] einen ortsansässigen mit gutem Ruf genommen. So eine lokale Institution kann es sich aber dann auch erlauben, einen Fertigstellungstermin im Vertrag zu verweigern. Begründung: sonst wird am Schluß vielleicht von den Subs gepfuscht, weil zur Eile gezwungen. Als es dann zu Komplikationen kam (Schimmel im Dachstuhl) hieß es, wenn das alles so saniert werden soll, wie vom SV gefordert, dann dauert die Fertigstellung halt länger. Und länger ging nicht, weil mein Bruder aus seinem gemieteten Haus raus musste (Eigenbedarfskündigung, alle Fristen schon ausgereizt).
    Mit diesem Argument (verzögerte Fertigstellung) war mein Bruder dann bei jeder Mängelrüge erpressbar und er musste immer irgendwie nachgeben. Das wäre ihm mit dem neuen Gesetz (verbindlicher Fertigstellungstermin) nicht passiert. Da wäre er in einer ganz anderen Verhandlungsposition gewesen.


    Ich bleib dabei, das neue Gesetz war nötig!

    Aha, und aus Deinem Einzelfall folgerst Du nun, dass alle BT Betrüger sind. Ist Dir überhaupt klar, wieviele Häuser jedes Jahr von BT gebaut werden?
    Die Kopplung [definition=52,1]Grundstück[/definition] mit Haus ist ja nicht neu, und dass der BT eher Verträge zu seinen Gunsten macht, auch nicht.


    Davor kannst Du keinen angehenden Bauherren schützen, da könnte man ihn gleich als nicht geschäftsfähig erklären, und alles durch "Externe" erledigen lassen.

    Also wenn es nur ein Einzelfall wäre!
    Vielleicht mag ja die Welt im Neckar-Odenwald Kreis noch in Ordnung sein. Hier im Münchener Haifischbecken ist sie das schon lange nicht mehr, zumindest in diesem Punkt.
    Unser beinahe Betrugsfall ist hier wahrlich kein Einzelfall.
    Zuvor hatten wir uns für ein anderes Haus interessiert, aber da konnte uns der Anwalt warnen, dass da was nicht stimmen kann. Der Zahlungsplan war so krass, dass er meinte, wir kämen von einem Film Team und wollten ihn überraschen. Da stand z.B. drin: "Zahlung von 50% der Bausumme bei Beginn der Erdarbeiten."


    Aber die Masche des anderen hat er nicht erkannt.


    ---------- 10. März 2017, 15:48 ----------


    Fertigstellungstermin ist ein Fortschritt, aber manchmal auch durch Störungen Dritter nicht einzuhalten.
    Womit war der Anwalt beauftragt: Prüfung des Vertrages und / oder Prüfung des Kandidaten?

    Wir wollten von ihm wissen, ob man diesen Bauvertrag mit diesem Anbieter bedenkenlos so unterschreiben kann.

    @Wega, was hätte daran jetzt die neue Gesetzgebung geändert und hätte der Anwalt das vorhersehen können?

    Ja schon, denn es müsste jetzt ein verbindlicher Fertigstellungstermin drinstehen.
    Außerdem müsste ein Fachanwalt in diesem Bereich auch mal recherchieren, wer denn so die dubiosen Anbieter sind. Der darf doch nicht ohne Ansehen des Anbieters nur aufgrund des Vertrages Empfehlungen aussprechen.

    Wega - was war denn faul an dem vertrag? das juristische hätte der anwalt erkennen müssen, sind es bautechnische korken, kann er die nicht unbedingt erkennen, da anwälte nicht unbedingt das fachwissen im detail haben.

    Es ging nicht um bautechnische Details.
    Es war ein sehr ausgetüftelter Plan:


    Zuerst wirbt man einen Kunden an, indem man ein [definition=52,1]Grundstück[/definition] samt Neubau-Bebauung für einen relativ günstigen Preis anbietet. Der günstige Preis kommt dadurch zu Stande, dass die Baukosten relativ niedrig angesetzt werden, aber eben nicht so niedrig, dass es gleich als Betrug auffällt.
    In den Vorgesprächen und Vertragsverhandlungen begegnet man dem Interessenten äußert höflich und zuvorkommend, ist kulant und erfüllt sehr viele Sonderwünsche.
    Im Zahlungsplan werden die Abschlagszahlungen ein wenig zu hoch angesetzt, aber nur so dass, ein Jurist noch keinen dringenden Verdacht schöpft, so dass es eben gerade noch durchgeht.
    Nach Unterzeichnung des Bauvertrages passiert erst einmal nichts. Erst nach massivem Drängen des Bauherren beginnen die Erdarbeiten. Alles wird von Subunternehmern ausgeführt, diese werden aber nicht bezahlt (irgend ein Grund findet sich immer, meistens ein vorgeschobener Mangel), oder allenfalls die erste Rate. Rückt der erste Sub ab, wird ein neuer aus dem Hut gezaubert. Dauert natürlich alles länger dann und viele Subs werden dadurch ruiniert. Beim Rohbau wird es schon Mau, denn die Baufirmen wollen ja ihre Raten und so muss man mit dieser Betrugsmasche halt dann pro Stockwerk eine andere Firma finden. Meistens war auf diesen Baustellen daher auch beim Rohbau Schluss. Bis zum fertigen Rohbau vergingen auf diesen Baustellen meist schon 2 Jahre. Und obwohl dann schon etwa 2/3 der vereinbarten Bausumme gezahlt war, gaben die meisten Bauherren an diesem Punkt entnervt auf und kündigten den Bauvertrag. Der Bauvertrag enthielt eine Klausel, dass die einseitige Kündigung durch den Bauherren mit einer Gebühr von € 20.000.- an den Anbieter verbunden ist.
    Sowie diese Summe ausbezahlt war, hatte der Anbieter (GmbH) was er wollte. Fetten Gewinn, plus fette Gebühr und keine weiteren Verpflichtungen. Als dann die ersten Klagen anrollten, ging er in die Insolvenz und alle Kläger gingen trotz Verurteilung leer aus. Anschließend wurde mit der gleichen Masche eine neue Firma eröffnet mit neuem Namen und nochmal ordentlich abgesahnt.
    Zurück blieben zahlreiche runierte oder zumindest finanziell schwer angeschlagene Bauherren, die nun einen oftmals stark mängelbehafteten Rohbau hatten, für einen horrenden Preis und danach noch erfahren mussten, dass die veranschlagte Gesamtsumme für den Bau ohnehin nicht reicht und sie locker nochmal € 100.000.- drauflegen müssen, das ganze also obendrein ein Lockvogelangebot war.


    Gott sei Dank haben wir vorher Lunte gerochen, das war aber wahrlich nicht einfach herauszufinden und mit zahlreichen schlaflosen Nächten verbunden.

    Ihr empfehlt hier doch ständig, das Vertragswerk vorher vom RA prüfen zu lassen!?


    das wird auch so bleiben, dass neue gesetz wird die eigenverantwortliche juristische und fachliche prüfung des vertrags und dessen anlagen nicht ersetzen.

    Wie oben schon geschrieben, haben wir das auch so gemacht, bei einem angesehen Fachanwalt für Baurecht, gezahlt haben wir insgesamt € 2000.- für die Beratung und Vertragsprüfung.
    War ein kompletter Schuss in Ofen, denn der Anwalt hat uns zur Vertragsunterzeichnung bei einem Betrüger geraten und den Betrug nicht erkannt!
    Wir haben das dann selber mit großem Zeitaufwand durch detektivische Sisyphus-Arbeit herausgefunden und glücklicherweise NICHT auf den Rat des Anwalts gehört, ansonsten wären wir jetzt ebenfalls ruiniert, wie die meisten der Kunden des Bau-Betrügers.


    Da selbst die Vertragsprüfung durch einen Fachanwalt noch keinerlei Sicherheit bietet, ist ein verbesserter Schutz der Bauherren durch den Gesetzgeber dringend geboten!
    Ehrliche GUs und Architekten haben durch entsprechende Gesetzte ja nichts zu befürchten und auch keinen Nachteil, eher sogar einen Vorteil, denn die Betrüger haben es dann viel schwerer mit ihren Maschen und am Markt ist wieder mehr Platz für die Anständigen.