Beiträge von saibot2107

    Off-Topic:

    Weshalb sollen Tunnel und Brücken nicht unter die LBO fallen? Sie fallen nach den Legaldefinitionen der LBO,ein, welche eine solche enthalten, eindeutig unter „bauliche Anlagen“, siehe # 12. und für nahezu alle baulichen Anlagen mit ganz wenig definierten Ausnahmen gelten die LBOen. Und weshalb sollte das Nachbarrecht nur für Gebäude gelten, nicht bauliche Anlagen? Bestimmte Regelungen gelten ja auch für Pflanzungen und Pflanzen. Und für die Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Grundstücken gilt das Nachbarrecht tatsächlich nach seinen eigenen Regeln oft nicht oder nur stark eingeschränkt. Aber weshalb sollen Tunnel oder Brücken zwingend öffentlich sein? Nein, sie sind es meist, aber keineswegs immer. Und dann gilt natürlich auch für sie das Nachbarrecht - sofern darin nichts anderes geregelt ist.

    Off-Topic:

    Bleiben wir mal bei der LBO Baden-Württemberg, da sich der Ausgangsthread darauf bezieht:

    (1) Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke, andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften auf Grund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden. Es gilt ferner für Anlagen nach Absatz 2, sowei an sie Anforderungen auf GRund von § 74 gestellt werden.


    (2) Dieses Gesetz gilt

    1. bei öffentlichen Verkehrsanlagen nur für Gebäude,
    2. bei den der Aufsicht der Wasserbehörden unterliegenden Anlagen nur für Gebäude, Überbrückungen, Abwasseranlagen, Wasserbehälter, Pumpwerke, Schachtbrunnen, ortsfeste Behälter für Treibstoffe, Öle und andere wassergefährdende Stoffe, sowie für Abwasserleitungen auf Baugrundstücken,
    3. bei den der Aufsicht der Bergbehörden unterliegenden Anlagen nur für oberirdische Gebäude,
    4. bei Leitungen aller Art nur für solche auf BAugrundstücken.

    Es gilt nicht für Kräne und Krananalgen mit Ausnahme ihrer Bahnen und Unterstützungen, wenn diese mit einer baulichen Anlage verbunden sind.

    Oder der Bauordnung für Berlin

    (1) Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke sowie für sonstige Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften auf Grund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden.


    (2) Dieses Gesetz gilt nicht für

    1. Anlagen des öffentlichen Verkehrs einschließlich Zubehör, Nebenanlagen und Nebenbetrieben, ausgenommen Gebäude,
    2. Anlagen, die der Bergaufsicht unterliegen, ausgenommen Gebäude,
    3. Leitungen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Gas, Elektrizität, Wärme, der öffentlichen Abwasserentsorgung oder der Telekommunikation dienen, einschließlich ihrer Masten, Unterstützungen sowie ihrer unterirdischen Anlagen und Einrichtungen,
    4. Rohrleitungen, die dem Ferntransport von Stoffen dienen, einschließlich ihrer unterirdischen Anlagen und Einrichtungen,
    5. Kräne und Krananlagen,
    6. Messestände in Messe- und Ausstellungsgebäuden,
    7. Regale und Regalanlagen in Gebäuden, die nicht Teil der Gebäudekonstruktion sind oder keine Erschließungsfunktion haben.

    Oder abschließend der Musterbauordnung, an der sich ja alle Bauordnungen orientieren:

    (1) Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke sowie für andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden.


    (2) Dieses Gesetz gilt nicht für

    1. Anlagen des öffentlichen Verkehrs einschließlich Zubehör, Nebenanlagen und Nebenbetrieben, ausgenommen Gebäude,
    2. Anlagen, die der Bergaufsicht unterliegen, ausgenommen Gebäude,
    3. Leitungen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Gas, Elektrizität, Wärme, der öffentlichen Abwasserentsorgung oder der Telekommunikation dienen,
    4. Rohrleitungen, die dem Ferntransport von Stoffen dienen,
    5. Kräne und Krananlagen,
    6. Messestände in Messe- und Ausstellungsgebäuden.

    Brücken und Tunnel als Teil des öffentlichen Verkehrs fallen somit regelmäßig nicht unter die jeweilige Landesbauordnung, weshalb diese bei der Planung von Brücken und Tunnel auch nicht berücksichtigt werden müssen, dies betrifft insbesondere auch das Genehmigungsverfahren von Brücken.

    Brücken über Gewässer z. B. werden in der Regeln nicht von irgendwelchen Bauaufsichtsbehörden genehmigt, sondern von der unteren Wasserbehörde im Rahmen einer wasserrechtlichen Genehmigung, übrigens nach meinem Kenntnisstand auch dann, wenn es sich um private Brücken auf privaten Grundstücken handelt.

    Auch wenn ich jetzt keinen direkten Gesetzestext verlinken kann, aus dem wörtlich hervorgeht, dass Brücken (und Tunnel) in der Regel nicht unter die jeweilige Landesbauordnung fallen, so kannst Du es mir einfach mal glauben. Ich verdiene mein Geld mit der Planung von Brücken bzw. Ingenieurbauten ganz allgemein.


    Ob nun der Unterbau eines Weges nach einer dafür zutreffenden Legaldefinition eine „Gründung“ ist, weiß ich persönlich nicht, aber spätestens eine Stützwand ist dann eindeutig eine „bauliche Anlage“ und unterliegt davon unabhängig nach meiner juristischen Laienvermutung zwischen privaten Nachbarn auch dem Nachbarrecht. Sich am Nachbarrecht zu orientieren, kann in der ersten Annäherung jedenfalls erstmal nicht falsch sein.

    Sich am Nachbarrecht zu orientieren ist sicher nicht falsch. Nur bezweifle ich stark, dass im konkreten Fall der TE einen Anspruch darauf hätte, dass der Nachbar L-Steine bezahlen muss, damit das Pflaster des TE nicht durch den Bau der Garage beschädigt wird. Hier wird meiner Meinung nach dann doch zu sehr mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn es doch viel einfacher wäre, einen den x Meter breiten Streifen während des Baus der Garage zurückzubauen und wieder herzustellen. Zumal der TE ja grundsätzlich dazu bereit wäre, die Einfahrt zunächst nicht vollständig zu Pflastern, wenn er sich darauf verlassen könnte, dass der Nachbar zeitnah seine Garage errichtet.

    Ja, in dem Kommentar schreiben diese Juristen immer nur von Gebäuden. Es gibt aber auch relevante "bauliche Anlagen", welche mit Sicherheit "Gründungen" benötigen und üblicherweise auch haben, aber trotzdem keine "Gebäude". Ich denke da bspw. an:

    • Silos
    • Tanks
    • Tunnel
    • Hangabfangungen
    • freistehende Schornsteine
    • Sendemasten
    • Brücken

    Okay, Sendemasten werden vermutlich nie als Grenzbebauung errichtet, aber der Rest ist als Grenzbebauung möglich, teilweise auch unterirdisch, und zu jedem fällt mir auch mind. ein konkretes reales Beispiel ein. Und für die gilt mit Sicherheit das Bau- und davon unabhängig auch das Nachbarrecht.


    Natürlich ist eine Wegbefestigung kein "Gebäude" und auch sonst nicht mit den o.g. baulichen Anlagen vergleichbar. Sie ist aber mangels Höhe unmittelbar an der Grenze zulässig. Wäre sie keine "bauliche Anlage", so wäre sie auch nicht über das Baurecht regulierbar. Und das, was bauliche Anlagen trägt, nennt man doch eine "Gründung", oder nicht?

    Es ist ja alles richtig, was Du schreibst, außer, dass mindestens Tunnel und Brücken mit Sicherheit nicht unter das NRG fallen, da sie in der Regel auch nicht unter die LBO fallen. Inwieweit Silos, Tanks, Hangabfangungen und freistehende Schornsteine unter die LBO fallen, bin ich überfragt. Aber das ist ein anderes Thema.


    Ich behaupte ja auch nicht, dass man den Unterbau einer Pflasterung nicht als "Gründung" bezeichnen kann. Ich behaupte nur, dass es keine Gründung im Sinne des NRG ist. Unter anderem deshalb, weil es bei §7a NRG darum geht, dem Zweitbauenden Mehrkosten durch eine nachträgliche Unterfangung der baulichen Anlage des Erstbauenden zu ersparen. Ich behaupte aber, dass jede Maßnahme, die einem einfallen könnte, um eine Pflasterung so auszuführen, dass die Pflasterung nicht durch die Baugrube des Zweitbauenden beeinträchtigt wird, teurer ist, als das Pflaster im Bereich der Baugrube aufzunehmen und das Pflaster wieder herzustellen. Dem Zweitbauenden würden also durch Maßnahmen analog §7a NRG erhebliche Mehrkosten entstehen.


    Z. B. die hier vorgeschlagenen L-Steine zur "Gründung" der Pflasterung. In BW kostet der laufende Meter L-Steine ca. 120 bis 150 EUR. Macht bei 9 m Garagenlänge ca. 1.080,- bis 1.350 für Liefern und Einbauen der Elemente. Dazu kämen noch Kosten für Ausheben und Verfüllen der Baugrube sowie Entsorgen des überschüssigen Aushubes. Demgegenüber Kosten 9 m² Natursteinpflaster herstellen zw. 800 und 1000 Euro zzgl. Kosten für das Aufnehmen des Pflasters, 9 m² Betonsteinpflaster sogar nur ca. 300 bis 450 Euro zzgl. Kosten für das Aufnehmen des Pflasters.


    Meiner Meinung nach wären die Mehrkosten für die Sicherung des Pflasters nur dann angebracht, wenn es sich bei dem Weg um einen Rettungsweg handelt, der immer Nutzbar sein muss, da er z. B. von der Feuerwehr genutzt wird, um im Brandfall mit den Fahrzeugen ans Gebäude zu kommen. Das kann ich mir bei einem Einfamilienhaus aber nicht wirklich vorstellen.

    Ich persönlich interpretiere den zitierten Gesetzestext nämlich eher so, dass er auf die Gründung von Gebäuden abzielt, um nämlich zu verhindern, dass das zuerst errichtete Gebäude aufwändig unterfangen werden muss...

    Das steht da aber nicht, sondern:

    [...]

    Das heißt für mich, es geht ganz allgemein um die „Gründung“ „baulicher Anlagen“. Ob diese unbedingt genehmigungsbedürftig sein müssen, mögen Juristen oder Juristinnen beantworten. Eine Einschränkung auf Gebäude sehe ich da nicht.

    Skeptiker: Ich widerspreche Dir ja ungern, da Du meist recht hast. Aber willst Du ernsthaft bei einer Wegepflasterung von einer "Gründung" im Sinne des Gesetzes reden, vor allem, wenn man sich diese Fachliteratur durchliest (Hervorhebungen durch mich):

    Zusammen mit dieser Literatur und der Tatsache, dass auch im Gesetzestext selbst von "Gründung" die Rede ist, lässt meiner juristischen Laienmeinung nach tatsächlich den Schluss zu, dass das Gesetz hier auf die Gründung von Gebäuden abzielt. Klassisches Beispiel wäre die Doppelhaushälfte, bei der der erstbauende Nachbar ohne, der zweitbauende Nachbar mit Keller baut.


    Auch wenn es sich bei der Pflasterung um eine bauliche Anlage handelt, was wohl unstreitig ist, bezweifle ich stark, dass eine Pflasterung eine Gründung im Sinne des Gesetzes hat. Zumal man ja zur Herstellung der Garagengründung den gefährdeten Teil des Pflaster einfach aufnehmen und wieder herstellen kann. Mehraufwendungen für den Erstbauenden, die zwingen erforderlich sind, sehe ich hier nicht wirklich. Die Varianten mit den L-Steine sind für mich wirklich Kanonen, die auf Spatzen schießen. Da würde ich mich als Nachbar weigern, die doch sehr hohen Elemente für ein Bauteil, dass nur während der Bauzeit benötigt wird zu übernehmen, zumal es, wie gesagt, kostengünstigere Lösungsmöglichkeiten gibt.


    Davon unabhängig dürften Ansprüche nach dem NRG ohnehin nicht mehr möglich sein, da die Ansprüche wohl vor der Erteilung der Baugenehmigung mitzuteilen sind.


    Ich bleibe dabei, die pragmatischste Lösung ist, die Pflasterung jetzt ganz normal herzustellen. Der Nachbar nimmt dann beim Ausheben seiner Baugrube den Teil des Pflasters auf, der innerhalb der Baugrube liegen würde und stellt das Pflaster nach Fertigstellung der Garage bzw. nach dem Verfüllen der Baugrube, was zeitlich vor der Fertigstellung der Garage erfolgen kann, wieder her.

    Jetzt mal ganz im Ernst als Laienfrage in den Raum gestellt:


    Ich würde ja zustimmen, dass der zitierte Gesetzestext grundsätzlich anzuwenden ist, aber wird hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen?

    Winkelsteine, die mindestens 80 cm eingegraben werden, um ein Pflaster zu schützen, wenn der Nachbar seine Garage bauen möchte?

    Wäre es nicht sinnvoller mit dem Nachbarn zu vereinbaren, dass er während der Baumaßnahme eine entsprechende Anzahl von Pflastersteinen aufnimmt und das Pflaster wieder herstellt, wenn die Garage gebaut wurde?

    Ich persönlich interpretiere den zitierten Gesetzestext nämlich eher so, dass er auf die Gründung von Gebäuden abzielt, um nämlich zu verhindern, dass das zuerst errichtete Gebäude aufwändig unterfangen werden muss...

    Tatsächlich hatte er für die Statik für die Innenwände anstatt Kalksandstein eine Thermoplan TS Quadrat Planziegel verwendet. Wir haben ihn dann gebeten die Steine und die Berechnungen anzupassen. Erst meinte er, er müsse die Statik nicht anpassen, da der Kalksandstein die gleiche Festigkeit hat wie die Poroton Planziegel, dann hat er nur den Namen des Steins angepasst und uns drei Korrektur Seiten zur statischen Berechnung zugesandt, die die Beschaffenheit des Steins beschreiben. Leider wurde an den Positionsplänen nichts verändert, es sind immer noch die gleichen Stahlbetonstützen und Stahlmengen eingeplant.


    Benötigt man aus eurer Sicht die gleiche Statik für die KS Wände wie für die Poroton Planziegel Wände, also wird die gleiche Menge an Stahl benötigt, oder wie seht ihr das?


    Wir hoffen ihr könnt uns helfen. Vielen Dank schonmal im Voraus!

    Den ersten Teil der Frage kann man beantworten:

    Beim Thermoplan TS Quadrat handelt es sich um einen Mauerwerksstein der Steinfestigkeitsklasse "12". Zusammen mit dem verwendeten Mörtel bestimmt die Steinfestigkeitsklasse den Grundwert der zulässigen Druckspannungen des Mauerwerkes. Kalksandsteine der Steinfestigkeitsklasse "12" existieren. Wenn dann der gleiche Mörtel wie beim Thermoplan TS Quadrat verwendet wird, ist es aus statischer Sicht tatsächlich egal, ob man einen Thermoplan TS Quadrat oder einen Kalksandstein der Steinfestigkeitsklasse "12" verwendet. Einziger echter Unterschied ist, dass der Kalksandstein etwas schwerer ist, was aber hinsichtlich der Statik der Wand egal ist, das wird erst bei der Bemessung der Decke/der Fundamente interessant.


    Den zweiten Teil der Frage kann man im Internet nicht wirklich beantworten, außer, dass auf Grundlage der Beschreibung kein Zusammenhang zwischen verwendeten Mauerwerkssteinen und erforderlichen Stahlbetonstützen erkennbar ist. Stahlbetonstützen würden sich eher aus dem statischen System der Decke ergeben, z. B., wie SirSydom schon sagte, wenn Zugkräfte entstehen, die von Mauerwerk nicht aufgenommen werden können.

    Auf fachgerechter Ausführung. Aber da wird der BL sagen, DAS sei fachgerecht.


    Wenn Du wirklich etwas tun willst, nimm Dir einen SV, der mit dem BL auf Augenhöhe reden kann und dies auch tut

    Aber doch kein Bauleiter, der im Auftrag des Bauherren unterwegs ist, der TE sprach von "meinem Bauleiter".

    Sollten wir tatsächlich schon soweit sein, dass man einen Sachverständigen braucht, der die Arbeit der eigenen Bauleitung/Bauüberwachung beaufsichtigt?

    Hallo zusammen,


    es ist der Bauleiter der Hausbaufirma.

    Mit diesem Treffe ich mich heute Nachmittag auf der Baustelle und wenn er anders als ihr hierbei keine Mängel und keinen Grund zur Nacharbeit erkennt, dann beherzige ich gerne den Hinweis und werde noch heute auf die Suche nach einem eigenen Sachverständigen gehen.

    Ich nehme zurück, was ich geschrieben habe. In dem Fall wäre es tatsächlich empfehlenswert eigenen Sachverstand auf die Baustelle zu bringen...

    Auf fachgerechter Ausführung. Aber da wird der BL sagen, DAS sei fachgerecht.


    Wenn Du wirklich etwas tun willst, nimm Dir einen SV, der mit dem BL auf Augenhöhe reden kann und dies auch tut

    Aber doch kein Bauleiter, der im Auftrag des Bauherren unterwegs ist, der TE sprach von "meinem Bauleiter".

    Sollten wir tatsächlich schon soweit sein, dass man einen Sachverständigen braucht, der die Arbeit der eigenen Bauleitung/Bauüberwachung beaufsichtigt?

    Bei nicht tragenden - JA. Aber doch nicht als BewehrungsERSATZ.

    Sie link, Kapitel 4.3 (ab Seite 18).


    Zitat

    4.3.1 Bodenplatten


    Bei einer Ausführung von Sohlplatten mit gesonderten Streifen- und Einzelfundamenten ist ein Einsatz von Stahlfaserbeton in der Regel ohne besondere Anforderung möglich. Werden Lasten aus dem Gebäude über die Bodenplatte abgetragen, handelt es sich um eine Fundamentplatte und es ist ein Nachweis gemäß DAfStb Richtlinie Stahlfaserbeton [7] notwendig.


    Bei Bodenplatten mit Anforderungen gemäß der Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton "Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton" [16] ist eine Kombinationsbewehrung sinvoll (s. a. Kapitel 4.4). Reine Faserbetonlösungen sind als "Weiße Wanne" nicht zulässig.

    Die Richtlinie "Stahlfaserbeton" habe ich mal schnell überflogen. Für mich liest die sich durchaus so, dass auch bei tragenden Bodenplatte reiner Faserbeton zum Einsatz kommen darf.

    Faserarmierter Beton neuerdings als Bewehrungsersatz zugelassen?

    Bei nicht-tragenden Bodenplatten nach meinem Kenntnisstand schon länger.

    Ansonsten nur als Zusatz zur "normalen" Bewehrung.


    Muss mich selbst korrigieren:

    Bei nicht-tragenden Bodenplatten ist der Einsatz wohl ohne besondere Anforderungen möglich.

    Bei tragenden Bodenplatte ist der Nachweis gem. DAfStb-Richtlinie "Stahlfaserbeton" zu führen.

    Bei "weiße Wannen" ist der Einsatz nur als Zusatzbewehrung zulässig.


    Vgl. hier.

    Eine einvernehmliche Lösung würde mich hier allerhöchst verwundern.

    Mit "einvernehmlicher Lösung" meinte ich, dass man sich einvernehmlich trennt und eine für beide Seiten akzeptable Lösung bzgl. des Honorars findet. Dass eine weitere Zusammenarbeit wohl eher nicht sinnvoll ist, will ich gar nicht bestreiten.

    Mir ging es bei meinen Beiträgen auch eher darum aufzuzeigen, dass der Bauleiter nicht einfach seinen Vertrag kündigen kann und dass er aus rechtlicher Sicht wohl keinen Anspruch auf 60% des Honorares hat, schon gar nicht, wenn er selbst kündigt.

    Da wird man wohl professionelle (Anwalts-)Hilfe brauchen.

    nachdem man vorher die ganzen Dämme baumfrei gemacht hatte

    Wenn mit "Dämme" die an beiden Ufer angeordneten Deiche gemeint waren, dann hatten die Rodungsarbeiten höchstwahrscheinlich nichts mit der Sanierung des Wasserkraftwerkes zu tun sondern mit dem Hochwasserschutz. Dann müsste man den zuständigen Stellen sogar dankbar sein. Bäume haben auf Deichen nichts zu suchen und bilden im Hochwasserfall eine erhebliche Gefahr, da die Baumwurzel die Deichkörper schwächen, so dass die Deiche an dieser Stelle zuerst brechen können. Das Geschrei ist dann hinterher immer groß.

    Beim Küstenschutz schaft .an es übrigens, dass auf den Deichen gar nicht erst Bäume wachsen...

    mls

    Schon klar. Wahrscheinlich ist es auch besser die Geschäftsbeziehung zu beenden.

    Ging mir nur darum, dass der BL nicht einfach den Vertrag kündigen kann und dass er sich damit insbesondere hinsichtlich Honorar u. U. ins eigene Fleisch schneidet. Ist wie beim Arbeitsamt: Niemals selber kündigen (wenn man keinen neuen Job hat), immer gekündigt werden. Ist finanziell meist besser...

    Nicht nur "vermutlich nicht" sondern definitiv nicht.

    Ein Architekt, und als juristischer Laie unterstelle ich jetzt mal, dass eine Bauleiter, egal welche formale Ausbildung er hat, aus werkvertragsrechtlicher Sicht zu dieser "Gruppe" zählt, darf den Vertrag von seiner Seite nur aus "wichtigem Grund" kündigen

    Ich zitiere mich mal selbst, weil ich noch etwas ergänzen wollte:

    Die Kritik am Werk des Bauleiters, un darunter würde ich als juristischer Laie den geschilderten Fall zählen, zählt regelmäßig nicht zu den wichtigen Gründen, aus denen der Architekt kündigen kann.

    Hinsichtlich des bereits gezahlten Honorars gilt bei Kündigung durch den Architekten, dass er nur Anrecht auf Vergütung der bis zur Kündigung erbrachten Leistung hat, was durch ein gemeinsames "Aufmaß" festzustellen ist. Nach meiner juristischen Laienmeinung würde im geschilderten Fall also gelten, dass der Bauleiter nur dann ein Anrecht auf 60% seines Honorares hat, wenn das durch den Bautenstand gerechtfertigt ist, woran ich meine Zweifel hätte. Ist er bei Kündigung bereits Überzahl, muss er wohl Honorar zurückerstatten.

    Sollte man sich einvernehmlich einigen, muss man bedenken, dass der neue Bauleiter ja auch nicht die volle Leistung erbringen muss, da das Haus ja schon zu x % fertiggestellt ist.

    das weißt du jetzt woher genau?

    Dein Gefühl, der befreundete Maurer, dieses Forum, oder wirklich ein Sachverständiger der sich das vor Ort angeschaut hat?

    Immerhin gibt es mindestens einen Fachmann, der vor Ort war und nicht soo viel zu beanstanden hatte.

    Welcher? Der Bauüberwacher der/des TE?


    Davon unabhängig, könnte der im Auftrage des Bauherrn einfach behaupten, dass es sich um Mängel handelt, da im Zweifel die ausführende Firma in der Pflicht wäre nachzuweisen, dass es keine Mängel sind, solange die Abnahme noch nicht erfolgt ist.


    Wenn sich der Bauüberwacher also bei der "Abnahme" des Mauerwerks unsicher war, ob es sich um Mängel handelt oder nicht, verweigert er die Abnahme (bzw. rät dem Bauherrn die Abnahme zu verweigern) und überreicht eine Mängelanzeige, womit erstmal die ausführende Firma am Zuge ist.

    Mal eine Frage etwas abseits vom Thema:


    Was sollen die Anspielungen auf die Gemütsverfassung des/der TE?


    Das hat doch mit den, meiner Meinung nach, offensichtlichen Mängel am Mauerwerk nichts zu tun und hilf der/dem TE ganz sicher nicht weiter. Oder gibt es hier irgendein Experte der ernsthaft der Meinung ist, dass das Mauerwerk auf Grundlage der hier eingestellten Bilder wirklich mangelfrei ist? Oder dass die Leistung des Kollegen, der wohl mit der Bauüberwachung beauftragt wurde, mangelfrei ist?


    Und bevor hier Einwände kommen, ja, wir kennen nur die Darstellung der/des TE und nicht der "Gegenseite". Aber auf den veröffentlichen Fotos sind aus meiner Sicht mindestens folgende Mängel zu erkennen:

    • Stoßfugen zu breit, lässt sich, wie hier schon gesagt wurde, relativ leicht beheben und hat auf das Mauerwerk wahrscheinlich keinen weiteren Einfluss
    • Überbindemaß könnte nicht eingehalten sein, geht aber aus den Bildern nicht ganz hervor, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die kleinen Passtücke, die auf den Bildern erkennbar sind, wirklich zulässig sind.
    • Ich sehe das Steine, die, damit sie besser passen, meiner Meinung nach falsch eingebaut wurden, mit der Nut-/Federseite in den Raum herein. Ob das zulässig ist, weiß ich aus dem stehgreif nicht, widerspricht aber eigentlich den Einbauhinweisen zu Kalksandsteinen
    • Unvollständig vermörtelte Lagerfugen, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich um tragendes oder nicht tragendes Mauerwerk handelt. Wobei meiner Meinung nach die Lagerfugen auf den ersten drei Fotos, bei denen es sich wohl um Außenwände handelt, ebenfalls nicht vollflächig vermörtelt sind. Und da könnte dies tatsächlich zu statischen Problemen führen.
    • Zu guter Letzt offensichtlich einen Bauüberwacher, der sich weigert, die von dem/der TE angesprochenen Mängel anzuzeigen, sei es aus Eigenschutz, wie von dem/der TE vermutet oder um die Baufirma zu schützen, wer weiß das schon.

    Ich bin jetzt kein Experte was Mauerwerk angeht, schon gar nicht was die Herstellung angeht. Ich frage mich aber gerade folgendes:

    Normalerweise wird, nach meinem Kentnisstand, Dünnbettmörtel mit einem Mörtelschlitten aufgetragen, hier z. B. nachzulesen. Wie kann es dann passieren, dass eine Lagerfuge unvollständig vermörtelt wurde? Da kann doch keiner bestreiten, dass das :pfusch: ist.

    Nein, es kann auch getaucht, etc. werden. Insgesamt sind mind. fünf verschiedene Arten des Mörtelauftrags zulässig (unter bestimmten Umständen nämlich auch Schaum).

    Nun da das lange Wochenende vorbei ist und ich wieder im Büro bin, konnte ich mich noch ein bisschen einlesen.

    Richtig ist, dass es grundsätzlich fünf verschiedene Arten des Mörtelauftrags bei Dünnbettmörtel gibt.

    Die Kalksandsteinindustrie geht allerdings tatsächlich davon aus, dass bei Kalksandsteinmauerwerk und Dünnbettmörtel dieser mit dem Schlitten aufgetragen wird. Sie empfiehlt weiterhin , dass Dünnbettmörtel mit Zertifikat verwendet wird und die vom Dünnbettmörtel-Hersteller empfohlene Zahnschiene verwendet wird. Im Zweifelsfall wäre ohne hin die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Dünnbettmörtel maßgebend und das darin beschriebene Auftragsverfahren anzuwenden. Die Zulassung, die ich auf die schnelle gefunden habe, schreibt den Mörtelschlitten zum Auftragen des Mörtels vor. Der Vorteil des Mörtelschlittens ist, dass dieser die erforderliche Vollfugigkeit der Lagerfuge garantiert.

    Nach meinem Kenntnisstand treffen die Aussagen hinsichtlich der Vollfugigkeit der Lagerfuge auf tragende und nicht tragende Wände gleichermaßen zu, ist aber sicherlich bei tragenden Wänden ungleich wichtiger.

    Nein, es kann auch getaucht, etc. werden. Insgesamt sind mind. fünf verschiedene Arten des Mörtelauftrags zulässig (unter bestimmten Umständen nämlich auch Schaum).

    :wall:

    Man sollte auch lesen und nicht nur Bilder gucken.

    Skeptiker hat natürlich vollkommen recht damit, wie Dünnbettmörtel aufgetragen werden kann.

    Ich bin jetzt kein Experte was Mauerwerk angeht, schon gar nicht was die Herstellung angeht. Ich frage mich aber gerade folgendes:

    Normalerweise wird, nach meinem Kentnisstand, Dünnbettmörtel mit einem Mörtelschlitten aufgetragen, hier z. B. nachzulesen. Wie kann es dann passieren, dass eine Lagerfuge unvollständig vermörtelt wurde? Da kann doch keiner bestreiten, dass das :pfusch: ist.

    Aus meiner Sicht ist insbesondere bei tragenden Wänden die Tragfähigkeit in den Bereichen, in denen Lagerfugen nur unvollständig vermörtelt sind, mindestens fraglich.

    Also 100,000%. Somit wäre jede Lagerfuge bei der der Kleber nicht sichtbar ist auch mangelhaft.

    Wo ist Carden Mark

    Das wiederum habe ich nocht gesagt.

    Die Klebeschicht ist 2 mm stark. Da wäre es nicht ungewöhnlich, dass man sie nicht sieht. Ein Messer sollte man aber in gar keinem Fall reinstecken können.

    Bin gerade im Urlaub und habe deshalb keinen Zugriff auf entsprechende Normen. Links aus dem Internet, wie dieser hier, sprechen ganz allgemein nur davon, dass Lagerfugen vollständig zu vermörteln sind.

    Aus statischer/mechanischer Sicht ist das ja auch absolut nachvollziehbar: Über den Mörtel der Lagerfuge müssen sämtliche Lasten von einem Stein zum nächsten Stein übertragen werden. Wenn die Fuge nicht vollständig vermörtelt ist, könnte es hier durch punktuelle Lasteintragungen zu Kräfte kommen, die größer sind als die Kräfte, die so ein Stein aufnehmen kann.

    Ich kann DIr nicht sagen, ab wann eine Lagerfuge als "vollflächig vermörtelt" gilt, ob es da einen Toleranzbereich gibt (min. xx% der Fläche) oder ob die Fläche immer zu 100% vermörtelt sein muss.

    Natürlich muss eine Mörtelfuge vollständig vermörtelt sein. Die DIN EN 1996 zumindest geht davon aus, wenn die Tragfähigkeit eines Maierwerks festgelegt wird, dass die Lagerfuge vollständig vermörtelt/verklebt sind.

    Off-Topic:

    Die ältesten Bauunterlagen mit denen ich bisher zu tun hatte, waren etwa 55 Jahre alt. Der Zustand war zwar nicht mehr perfekt, aber selbst damals erstellte "Kopien" waren noch lesbar.

    Die Jugendstilvilla meiner Patentante wurde 1912 gebaut. Die Bauakte, die meine Tante vollständig hat, ist grundsätzlich in einem tadellosen Zustand und sehr gut lesbar, wenn man Sütterlin lesen kann.

    Von der Bahn hatte ich mal die Akte einer Brücke Baujahr 1928, die auch noch hervorragend lesbar war, wenn man Sütterlin lesen kann.

    Auf der anderen Seite konnte die Bahn die Statik eines S-Bahn-Tunnel Baujahr 1996 nicht mehr finden.

    Es liegt also wohl tatsächlich eher an den Eigentümern und deren Sorgfalt, ob Unterlagen vorhanden sind oder nicht. Sieht man mal von Gebäuden mit Baujahr vor 1945 ab, da hat oft auch die best Sorgfalt nicht geholfen, wenn das Stadtarchiv getroffen wurde und abgebrannt ist.

    Auch hier mal eine Frsge meinerseits, aus der man vielleicht lernen kann.


    Mal angenommen der/die TE hat jemand Drittes rechtskräftig mit der Abnahme der Bauleistungen beauftragt. Wie verhält es sich nun, wenn die damit beauftragte Person sich weigert, Mängel bei den ausführenden Firmen anzumelden? Bleibt der Bauherr, der mangels eigenem Sachverstand und vielleicht auch mangels Zeit ja bewusst jemanden beauftragt, gegenüber der beauftragten Person weisungsbefugt? Kann der Bauherr also sagen: "Ich verlange, dass die Mängel angezeigt werden"? Oder kann sich die beauftragten Person rechtssicher weigern, die Mängel anzuzeigen?

    saibot2107


    Welche Funktion hat die Kiesfilterschicht unter und neben der Bodenplatte ?

    Sie soll doch dafür sorgen,das bei Regen das Wasser schnell versickern kann.

    Also um Oberflächenwasser unter und neben dem Gebäude zu verhindern. [...]

    Auf dem Gebiet bin ich wahrlich kein Experte, aber mein Verständnis ist folgende:Die Kiesschicht unter der Bodenplatte dient der Verbesserung der Tragfähigkeit des anstehenden Baugrundes. Eine Verbesserung der Versickerungsfähigkeit von Wasser, egal von wo es kommt, kann dadurch in der Regel nicht erreicht werden, da die "wasserundurchlässige" Schicht unterhalb und neben der Kiesschicht ja verbleibt. Das Wasser mag oberflächennah schneller versickern, statt sich dann aber auf der wenig durchlässigen Schicht. Die Bodenplatte steht buchstäblich in einer Wanne. Wir haben im Rahmen eines Gutachtens bei einem ähnlich gelagerten Fall mal als Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen (neben Rück- und Neubau) auf die bereits ausgeführte Bodenplatte eine neue Bodenplatte zu betonieren und in die "Fuge" zw. den beiden Bodenplatte die Abdichtung vorzusehen. Allerdings war da wohl zum Zeitpunkt, als das Gutachten erstellt wurde, erst die Bodenplatte fertiggestellt. Sinnvolle, normkonforme andere Sanierungs.aßnahme ist uns auch nicht eingefallen. Wobei wir bei diesem Vorschlag allerdings auch nicht geprüft hatten, ob er hinsichtlich zulässiger Trauf- und/oder Firsthöhen überhaupt umsetzbar ist. Ich weiße aber nochmals daraufhin, dass die Ausführung streng genommen nur gelten, wenn DIN 18 533-1 anzuwenden ist. Mit DIN 18 195 habe ich mich dahingehend nie ausreichend beschäftigt. Wobei der Wannenefekt normunabhängig immer eintritt.