Beiträge von Escroda

    Heißt: Bauvoranfrage rückwirkend versuchen zu ändern und wir benötigen keine Abstandsflächenberechnung!?

    Ja, wenn auch die Architektin das Kreuz nicht erklären kann.

    Wir sind mit der Maximalforderung reingegangen und wollten die anschließende Diksussion, der man sich son Seiten des Bauamts nicht komplett verschließt, abwarten.

    Diese Erwartung ist nur bei sehr bürgerfreundlichen Sachbearbeitern begründet, was ich angesichts der letzjährigen Erfahrungen mit der Behörde für sehr mutig erachte. Eine Bauvoranfrage ist keine Diskussionsgrundlage, sondern die rechtverbindliche Klärung von baurechtlichen Einzelfragen.

    Seinerzeit ist uns das Bauamt aufgrund des doch sehr günstigten Schnitts des Grundstücks sehr entgegen gekommen, vor allem in Richtung des Vorgartens (Befreiung über 6,5 Länge bei 1,50m Tiefe).

    Sehe ich genauso, weshalb ich die erweiterte Überschreitung der nördlichen Baugrenze für - sagen wir mal, um das unschöne Wort "dreist" zu vermeiden - keck halte.


    Interpretiere ich deinen Hinweis bzgl. seitlicher Überschreitung richtig

    Ja. Allerdings wäre jegliches Überschreiten der vorderen Baugrenze für mich tabu. Also entweder dem abknickenden Verlauf der Baugrenze folgen oder einen Versatz planen.

    es wurden bereits weitere Ämter beteiligt.

    Ich weiß ja nicht, wie weit die Aufwendungen der Behörde bereits gediehen sind, also ob eine Rücknahme und Neueinreichung nicht günstiger wäre, als Nachbesserungen. Solltest Du Dich für einen neuen Planer entscheiden, rate ich zum kompletten Neuanfang. Der Planer studiert dann den BPlan, seine Begründung und den alten Bauantrag, rechnet die Fläche des festgesetzten Baufensters aus und stellt sie der bereits überbauten zzgl. der neu überplanten entgegen (sollte natürlich passen), begründet seine Planung und beschreibt den Einklang mit dem städtebaulichen Konzept des BPlanes trotz der Abweichungen und fertigt Bauvorlagen gemäß BauPrüfVO und PlanzV, die alle Angaben, die zur Beantwortung der gestellten Fragen notwendig sind, enthalten.

    Das wäre tatsächlich die Frage, wie sich das Bauordnungsamt diesbzgl. verhält.

    Dann sollte man die Frage auch so ausdrücklich in der Bauvoranfrage stellen - mit Geschossigkeitsnachweis. Und entweder man plant so, dass die Vollgeschossigkeit nicht verloren geht, oder man muss sich gute Gründe einfallen lassen, weswegen das stadtplanerisch nicht von Bedeutung ist.

    Wo wir wieder bei #48 wären...

    Ich denke hier kommen einige ungünstige Faktoren zusammen:

    Ein Bauherr, der wenig zukunftsorientiert gebaut hat - Warum hast Du Dich damals bei dem beengten Baufenster nicht für ein Satteldach entschieden?

    Ungünstige personelle Ausstattung der Genehmigungsbehörde - erst müder Pensionär, jetzt vermutlich unerfahrener Jungspund

    Unmotivierte Planer - kompliziertes, aber wenig lukratives Projekt

    Spezielles Grundstück

    Da einen Anbau anzufügen und dann eine Abstandsflächeberechnung durchzuführen, welche "nicht eng" ist scheint ja offenbar keine unlösbare Aufgabe zu sein

    Nein, ganz sicher keine unlösbare Aufgabe. Noch dazu eine gar nicht notwendige, wenn man nicht das Kreuzchen bei "bauordnungsrechtliche Zulässigkeit" gesetzt hätte. Vielleicht ist das ja noch heilbar, indem man ein neues Formular einreicht


    Du willst aber auch zuviel. Ein Blick in die Begründung zum BPlan zeigt, dass den Planern die 5m Vorgarten schon wichtig waren. Da ist man Dir vor sieben Jahren schon entgegen gekommen (Wie hat Dein Planer das denn damals begründet?). Da Deine seitliche Baugrenze nicht zur erschließenden Straße zeigt, von Vorgarten also keine Rede sein kann, dürfte hier eine Überschreitung leichter zu begründen sein.


    Willst Du eigentlich eingeschossig anbauen? Dann geht Dir eventuell die Zweigeschossigkeit verloren, die ja nach BPlan zwingend notwendig ist.

    Die von der Stadt gewünschten Unterlagen sind laut Architektin zum Großteil vom Vermesser beizubringen.

    Zur Rechtslage, wann in NRW der Lageplan von einem Vermessungsingenieur angefertigt werden muss, habe ich mich ja schon geäußert. Da das Vorliegen der Voraussetzungen von Dir verneint wurde, hättest Du besser den Rat von Thomas B in #48 befolgt und einen neuen Architekten gesucht.

    mit einem später einzureichenden Bauantrag inkl. Lageplaplan

    Auch dieser muss nur unter den in der BauPrüfVO genannten Bedingungen vom Vermesser angefertigt werden.

    Beide Kreuze wurden gesetzt.

    Dumm. Ich verweise nochmals auf den Rat in #48.


    Fragestellung: Überbauung der Baugrenzen i.H.v. ca. 20% nach Fertigstellung Anbau.

    20% von was? Und keine bauordnungsrechtliche Frage? Warum dann beide Kreuze? Was soll die Behörde denn damit anfangen? Vollständige Prüfung - dann wäre ja der Sinn einer Bauvoranfrage verfehlt.


    wenn jedoch die falschen Personen die Anfrage hier durch einen Zufall entdecken, dann wäre das nicht sehr günstig

    Dann lasse die Angaben einfach weg, bevor Du falsche machst. Welche Konsequenzen fürchtest Du denn?

    Gehe ich Recht in der Annahme, dass dieser als "Straße" in Bezug auf die Abstandsflächenberechnung gilt?

    Ja, wenn er öffentlich gewidmet ist.


    Bedingt dies tatsächlich die Einbeziehung eines Vermessers zum jetzigen Zeitpunkt?

    Nein.


    Wenn es eine "enge Kiste" wäre, wo es später beim Bauantrag auf 5cm ankommen würde, dann könnte ich es nachvollziehen...

    Aber auch dann wäre es rechtlich nicht nötig, aber sinnvoll.

    Natürlich ist da viel Schund zu finden.

    Einem Video eines Berufkollegs (Fachschule für Technik-Bauwesen) hätte ich jetzt einfach mal korrekte Infos zugetraut.

    Hast Du auf's Datum geschaut. Bis 31.12.2018 war's ja noch richtig.

    Letzteres scheint nun tatsächlich die Einbeziehung eines Vermessers zu bedeuten

    Wieso das denn? Abstandsflächenberechnung sollte jeder Architekt beherrschen.


    obwohl meinem Kenntnisstand die Forderung nach einer Abstandsflächenberechnung für eine Bauvoranfrage ungewöhnlich sein soll.

    Das kommt darauf an, was in der Bauvoranfrage stand. Dazu gibt es ein Formular, in dem man "Bei Vorbescheid (§ 77 BauO NRW 2018)" planungsrechtliche Zulässigkeit und/oder bauordnungsrechtliche Zulässigkeit ankreuzen muss. Was wurde bei Dir angekreuzt? Danach folgt ein Feld "Fragestellung". Was steht da? Wenn nur planungsrechtliche Fragen gestellt wurden, solltest Du Dich an den Vorgesetzten wenden.


    Du stellst konkrete Fragen ohne konkrete Informationen zu geben. Dann wird's mit konkreten Antworten auch schwierig. Und wenn Du Deinen Standort auch geheim halten willst, dann mache bitte keine falschen Angaben, da das Misstrauen sät. Der höchste Punkt von Köln liegt bei 118,04m, Dein Grundstück bei 158m.

    Wenn das Grundstück real geteilt werden soll und es nicht in Bayern liegt, geh' zum öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVI) und lasse Dich dort beraten. Der findet dann auch heraus, welche Vorschriften bei Dir gelten.

    Hier mal ein paar Stichpunkte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    Bund:

    - §19 BauGB

    Land:

    - §7 BauO NRW

    - §123 SBauVO (NRW)

    - §20 StrWG NRW

    Kommune:

    - Bebauungsplan

    - Stellplatzsatzung

    - örtliche Bauvorschriften

    Die Empfehlungen oder Entscheidungshilfen der oberen Bauaufsichtsbehörde sind noch weniger verbindlich als eine Verwaltungsvorschrift.

    Ja, und gerade deshalb könnten sie wie zuvor die VV die Formulierungen beinhalten, die der TE gesucht hatte.


    Jedenfalls helfen sie mehr als Aussagen wie "ziemlich zweifelsfrei" oder "Stell' doch 'nen Bauantrag", auf deren Hinterfragung hier spätestens mit "Ich habe fertig" unangemessen aggressiv reagiert wurde.

    in der bis 02.08.2018 gültigen "Verwaltungsvorschrift zur Brandenburgischen Bauordnung"

    Aussagen aus solchen belastbaren Quellen hatte ich mir erhofft. Vielen Dank dafür.

    Was man da rauslesen kann oder nicht, ist für mich seit Jahren geklärt, weil von mehreren brandenburgischen Bauaufsichtsbehörden so gehandhabt.

    Auch für die langjährigen Erfahrungen aus der Praxis vielen Dank.


    Unverständlich für mich, warum das Ministerium sich entschlossen hat, die klärenden Worte, die sich gerade auch der TE gewünscht hat, aus seinen Empfehlungen zu streichen.

    Also möchtest Du eine Mehrheitsempfehlung aus dem Forum?

    Nein, das gerade nicht. Mir geht es um die rechtskonforme Anwendung einer Gesetzesvorschrift. Weil Brandenburg es besonders kompliziert formuliert hat, habe ich die Fragestellung auf Bayern und den Fall Baus_Mclane bezogen:

    Art. 57 BayBO:

    (1) Verfahrensfrei sind

    1. folgende Gebäude:

    ...

    b) Garagen einschließlich überdachter Stellplätze im Sinn des Art. 6 Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 mit einer Fläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich,

    ...

    Ist im Zusammenhang bebauten Ortsteil nach §34 BauGB die Errichtung einer frei stehenden Garage im Sinn des Art. 6 Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 mit 27m² Grundfläche genehmigungsfrei, wenn sich bereits seit Jahren eine Garage im Sinn des Art. 6 Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 mit 31m² Grundfläche auf dem Baugrundstück befindet?

    Wer diese Frage mit "Nein" beantwortet, möge die Antwort bitte begründen

    am besten mit Kommentierungen zur Landesbauordnung und/oder mit Gerichtsurteilen


    Wenn Du Dir wirklich sicher bist, daß die zusätzliche Garage zulässig ist, dann errichte sie einfach!

    Das ist ein Handlungsvorschlag, der in dem einen oder anderen Fall praktikabel sein könnte, aber weder meine Frage, noch die Fragen der beiden Themenersteller, noch ähnliche Fragen von stillen Mitlesern beantwortet.

    Es geht nicht um eine philosophische Diskussion, sondern um die konkrete Frage:

    Ist die Errichtung der Garage genehmigungspflichtig, ja oder nein?

    Die Mitarbeiterin vom Landratsamt sagt ja, der Mitarbeiter der Gemeinde sagt nein (Anm.: meine Interpretation seiner Verwunderung über die Aussage des LRA), Thomas B sagt ja, ich sage nein.

    Also frage ich nach weiteren Anhaltspunkten, die für oder gegen diese oder jene Meinung sprechen. Die Zulässigkeit des konkreten Vorhabens stand hier ja gar nicht zur Debatte.

    Wie sieht das denn in Bayern aus? Dort gibt es ja auch die Flächenbegrenzung von 50m² für Garagen, allerdings ohne Erwähnung eines Grundstücksbezuges. Im Thread von Baus_Mclane habe ich ja einfach mal behauptet, dass seine zweite Garage nach Art. 57, Abs. 1, Punkt 1., Buchstabe b), BayBO verfahrensfrei sei. Aus meiner Sicht geht es bei der Verfahrensfreiheit nur um das konkret geplante Vorhaben, hier wie auch bei Baus_Mclane also um die Errichtung einer weiteren Garage. Handelt es sich nicht um die Erweiterung eines Bestandsgebäudes und steht es nicht im Zusammenhang mit einem genehmigungspflichtigen Vorhaben, beispielsweise der Nutzungsänderung einer bestehenden Garage oder dem Anbau eines Aufenthaltsraumes, so ist es genehmigungsfrei. Nach Erklärung von Thomas B in #10 wäre das ja nicht so, da die vorhandene Garage im Falle von Baus_Mclane schon 31m² groß ist und die neue 27m² groß werden soll und damit die 50m² überschritten werden.

    Wessen Sichtweise entspricht der Absicht des Gesetzgebers?

    meine Antwort

    Du hast nichts beantwortet. Du hast die Brandenburgische Bauordnung zitiert und mit den Worten "ziemlich eindeutig" kommentiert. Auch meine konkreten Nachfragen, was Du damit meinst, hast Du nicht beantwortet.

    Der Mitarbeiter der Gemeinde war übrigens über die Interpretation des Landkreises, dass die vorhandene Garage anzurechnen sei, überrascht.

    Offensichtlich bin ich nicht allein der Meinung, dass die vorhandenen Garagen nicht angerechnet werden müssen.

    50 m² je Grundstück

    ... steht in der Sächsischen Bauordnung. Die Brandenburgische stellt die Verbindung zu einem Wohngebäude her, so dass die Formulierung "auf dem gleichen Grundstück" eine völlig andere Interpretation ermöglicht, nämlich die Genehmigungspflicht bei Errichtung einer Garage auf einem anderen Grundstück. Das wäre auch sinnvoll, da dies eventuell die Eintragung einer Baulast notwendig macht.

    "Ich habe fertig"

    Warum beziehst Du nicht eindeutig Stellung und begründest Deine Meinung, am besten mit Kommentierungen zur Landesbauordnung und/oder mit Gerichtsurteilen?


    Schade, dass sich so wenige Experten an der Diskussion beteiligen, denn die Flächen- oder Raumbegrenzungen finden sich ja in jeder Landesbauordnung und betreffen nicht nur Garagen, sondern beispielsweise auch Nebengebäude, Stellplätze und Aufschüttungen.

    Da Deine Anmerkung ja schon von Dir beantwortet wurde

    Welche Anmerkung habe ich womit beantwortet?

    Auch sonst sind deine Beiträge rätselhaft - "ziemlich zweifelsfrei" - was soll das heißen? Was genau ist Deine Meinung zu der im Haus integrierten Bestandsgarage? Braucht der TE eine Baugenehmigung?

    . obwohl es den Fachmann, siehe nachfolgende Beiträge, wohl nicht braucht.

    Warum nicht?

    Habe ich jetzt anders gelesen...

    Habe ich doch geschrieben:

    Dazu gibt es unterschiedliche Gerichtsurteile.

    Der TE wollte wissen, ob es korrekt ist, dass bei Idee 2) die Garage ihr Privileg verliert. Und ich wollte zum Ausdruck bringen, dass verschiedene Gerichte diese Frage unterschiedlich beantwortet haben. Und genau das ist im verlinkten Artikel IMHO sehr übersichtlich zusammengestellt.

    Mach t ja auch Sinn.

    Finde ich nicht.

    Sonst könnte man ja auf die verrückte Idee kommen in zeitlichen Abständen 20 o. 30 jeweils genehmigungsfreie Garagen auf dem Grundstück zu stapeln

    Dem steht ja noch das Planungsrecht entgegen.


    Da ist aber mit 50m² eine Grenze erreicht.

    Und gilt das Deines Erachtens auch für Art. 57, Absatz 1, Nr. 1, Buchstabe a) Gebäude mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 75 m³


    Also der Taubenschlag (32m³) und das Gewächshaus (40m³) sind genehmigungsfrei, das Gerätehaus mit 4m³ muss genehmigt werden?

    was ausnahmslos verboten ist. Stimmt das so?

    In dieser Radikalität nicht, jedoch sind Ausnahmen so selten, dass Dir das nur einer erklären kann, der sämtliche Fakten kennt - also der Entwurfsverfasser, um den Du nicht herumkommen wirst.

    die Garage ihr Privileg verliert, direkt am Nachbargrundstück stehen zu dürfen. Ebenfalls korrekt?

    Dazu gibt es unterschiedliche Gerichtsurteile. Zum Stand, wie aktuell in Bayern geurteilt wird, sollte ebenfalls der zu suchende Entwurfsverfasser Auskunft geben können.

    Da rot und grün nun keine Einheit mehr bilden, müsste ich jetzt doch eigentlich blau bauen können

    Ja, vielleicht. Rot könnte sogar eine Garage bleiben, nur eben unabhängig von grün.

    ohne dass ... ich irgendwelche Abstandsregeln verletzte

    Was zu überprüfen wäre. In Bayern gilt ja grundsätzlich 1H, also Grenzabstand = Wandhöhe, so dass 3m nicht reichen. Die Anwendbarkeit des Schmalseitenprivilegs muss deshalb nachgewiesen werden. Dann müssen Ortssatzungen und Belastungen in Erfahrung gebracht werden: Bebauungsplan, Gestaltungssatzung, Abstandsflächensatzung, Stellplatzsatzung, Grundbucheintragungen ...


    Zusammengefasst: Deine Idee, die rote Garage zu überbauen, kann funktionieren; es müssen aber ersteinmal alle Gegebenheiten zusammengetragen werden, womit idealerweise ein ortskundiger bauvorlageberechtigter Planer beauftragt wird.

    Die Formulierung ist ziemlilch zweifelsfrei oder

    Damit hast Du aber nicht gesagt, woran Du nicht zweifelst.


    Das Bauordnungsrecht stellt immer auf das konkrete Bauvorhaben ab. Handelt es sich nicht um eine Änderung des Bestandes, sondern um ein völlig eigenständiges Gebäude, kommt IMHO sehr wohl die Genehmigungsfreiheit in Betracht. Es geht ja um die Entbürokratisierung und die Entlastung der Genehmigungsbehörden für einfache Bauvorhaben. Und die neue Garage bleibt ein einfaches Bauvorhaben, egal ob schon etwas auf dem Grundstück steht oder nicht.

    genehmigungsfrei nachlegen um das zulässige Maß der Bebauung zu überschreiten

    ... sollte man tunlichst unterlassen, da das Bauvorhaben dann ja unzulässig wäre. Leider muss sich bei genehmigungsfreien Vorhaben aber keiner, der sich mit den Vorschriften auskennt, die Pläne ansehen, damit der Bauherr vor bösen Überraschungen geschützt ist. Der eventuell ahnungslose Bauherr steht völlig allein in der Verantwortung und muss selber herausfinden, ob das Nachlegen zur Überschreitung des zulässigen Maßes führt.


    Ich denke, wir sind uns einig, dass ein Fachmann sich das Bauvorhaben mal ansehen sollte, um auf eventuelle Fallstricke aufmerksam zu machen. Ob der bei der Genehmigungsbehörde sitzen muss, stelle ich mal in Zweifel.

    nur konnte ich leider aus keiner der vielen Antworten eine Kompetenz für das genannte Problem erhauslesen

    ... weil die Frage so formuliert wurde, dass eine kompetente Antwort ohne Rückfragen nicht möglich ist.

    Du fragst, ob Du bei rot über die Ampel fahren darfst oder wegen des Stoppschildes drei Sekunden halten musst. Mit Sonderrechten ausgestattet darfst Du bei rot über die Ampel. Dann musst Du aber auch nicht wegen des Stoppschildes anhalten. Hast Du keine Sonderrechte, musst Du wegen der Ampel schon halten und die Frage nach dem Stoppschild stellt sich gar nicht.

    Wenn Du abweichend vom Art. 6 BayBO die Halle umnutzen darfst, dann darfst Du auch bis zur Grenze. Du willst ja das Gebäude insgesamt verändern. Daher muss die Veränderung heutigem Baurecht entsprechen.

    Off-Topic:

    Und mir: Undank ist der Welten Lohn. Ich glaube, ich habe mich mehr mit Grundstück und Bebauungsplan beschäftigt, als der TE

    Bevor ich noch die ersten Entwürfe des Bauvorhabens hatte war mir klar, dass ich die ersten beiden Befreiungsanträge stellen muss.

    Bevor Du plantest, auf dem Grundstück zu bauen, wäre Dir besser klar gewesen, was ein Bebauungsplan ist und was der dort geltende festsetzt.


    Der Bebauungsplan ist gezielt für diese 0,22 ha aufgestellt worden. Ihm zugehörig ist eine ausführliche Begründung und ein naturschutzfachlicher Beitrag. Der BPlan ist brandneu, fußt also auf den neuesten gesetzlichen Grundlagen.


    Kopfweiden werden immer bis auf den Stamm zurückgeschnitten, so dass sie sehr wohl erhaltenswert sind.


    Ich hätte Dich nicht angerufen. Bei so viel Dreistigkeit - oder Unfähigkeit - wäre der Antrag einfach kostenpflichtig zurückgegangen.

    bis auf die jetzt noch offenen Punkte mit dem Brandschutz

    Was ist denn da noch offen?


    Indem Du die einzelnen §§ Punkt für Punkt mit den Eigenschaften Deiner neuen Garage abgleichst und Punkt für Punkt prüfst ob sie in Deinem Fall zutreffen

    Nach Art. 2, Abs. 1, Satz 1, BayBO ist dein Vorhaben eine bauliche Anlage.

    Nach Art. 2, Abs. 2, BayBO ist deine bauliche Anlage ein Gebäude.

    Nach Art. 2, Abs. 8, Satz 2, BayBO ist dein Gebäude eine Garage.

    Nach §1, Abs. 2, GaStellV ist deine Garage eine geschlossene Garage.

    Nach §1, Abs. 7, Satz 1, Punkt 1., GaStellV ist deine geschlossene Garage eine Kleingarage.

    Nach Art. 57, Abs. 1, Punkt 1., Buchstabe b), BayBO ist deine Kleingarage verfahrensfrei, sofern es sich nicht um Außenbereich handelt!

    Ob deine Kleingarage nach Art. 6, Abs. 9, BayBO keine Abstandsflächen auslöst, kann dahinstehen, da sie die Abstände zu Grundstücksgrenzen einhält und nur ein Gebäude in der Nähe steht, welches nach Art. 6, Abs. 9, BayBO privilegiert ist.

    Nach Art. 28, Abs. 2, Punkt 1., muss die Gebäudeabschlusswand nicht als Brandwand ausgeführt werden.

    Nach §6, Abs. 3, Satz 2, Punkt 1. GaStellV werden keine Brandschutzanforderungen an die Bauteile deiner Kleingarage gestellt.

    §9 GaStellV ist nicht einschlägig, da nach Art. 28, Abs. 2, Punkt 1 schon keine Brandwand erforderlich ist.


    Offen ist noch die Frage, ob sich dein Vorhaben schon im Außenbereich befindet. Ferner die Erlaubnis, die öffentliche Straße über das übliche Maß des Gemeingebrauchs im Sinne des BayStrWG hinaus zu benutzen, Stichworte Einfahrtsbreite und Vernichtung öffentlichen Parkraums (s. #17, letzter Satz).


    Weil die die es wissen müssten alle nichts sicher sagen können

    Was jemand mal gesagt hat, hilft Dir in fünf Jahren auch nicht mehr. Wenn Du so auf Sicherheit bedacht bist, hole Dir einen Auszug aus dem Liegenschaftskataster, Maßstab 1:500, zeichne dein Vorhaben maßstäblich ein, trage Gebäudemaße, Grenzabstände, Gelände- und Gebäudehöhen ein und bitte die Genehmigungsbehörde um verbindliche schriftliche Auskunft, ob ein Genehmigungsverfahren notwendig ist.

    Darum hab ich mir gedacht ich suche hier nochmal Hilfe um sicher zu gehen.

    Zu dem Sicherheitsaspekt, den Du vom Forum erhoffst, hat sich der Skeptiker ja bereits ausführlich geäußert. Es ist ja nicht sicher, ob Du alle relevanten Umstände hier geschildert hast und daher schweigen die Fachleute lieber, als einzelfallbezogen Auskünfte zu erteilen, die als verbindlich angesehen werden könnten.

    Kann jemand meine ausführungen zu den Paragrafen bestätigen?

    Das weiß ich nicht. Ich jedenfalls kann die Ausführungen nicht bestätigen, weil bei Deinem dritten Punkt das bloße Vorhandensein des 5m Abstandes zu anderen Gebäuden formuliert ist, während im Gesetztestext das Wort "gesichert" verwendet wird. Allerdings kann ich nicht erkennen, welche Rolle dieser Punkt für Dein Vorhaben spielt, und daher führt die Erwähnung deinerseits zu Verunsicherung. Ebenso die Aussage des Behördenmitarbeiters mit den 75m³, sowie der Rückzieher von Rose wegen des Hinweises vom Skeptiker.


    Ich fasse meine unmaßgebliche Meinung mal zusammen, was aber nicht heißt, dass ich da auch wirklich richtig liege: Dein Vorhaben ist eine Garage unter 50m². Sie ist daher genehmigungsfrei und unterliegt keinerlei Brandschutzbestimmungen.

    Aber Skeptiker hat Recht - ich lag da wohl falsch mit meinem letzten Post...

    Sicher? Selbst wenn die 50m³ - Begrenzung des Art. 28, 2, 1 nicht greifen sollte, was ich aber bezweifle, wäre das Vorhaben mehr als 2,50m von der Grundstücksgrenze entfernt, womit keine Brandwand erforderlich wäre und damit auch die Ersatzbestimmung hinfällig wäre.

    1. der neue Carport/Garage sollte ja mit der mittleren höhe noch unter 75m3 sein und sollte daher eig. Verfahrensfrei klappen?

    Bei Garagen greift ja nicht BayBO Art. 57, Absatz 1, 1a sondern 1b, also beträgt die Grenze nicht 75m³ umbauter Raum sondern 50m² überbaute Fläche, die dein Neubau zwar einhält, bei direktem Anbau aber als Erweiterung des Bestandsgebäudes aufgefasst werden könnte und somit insgesamt über 50m² läge und damit genehmigungspflichtig wäre. Bei 1,5m Abstand sehe ich aber keinen Hinderungsgrund.


    2. Wie klein darf der Abstand zur alten Garage wenigstens sein um Bauen zu können?

    Laut Art. 6, Absatz 9 lösen Garagen unter Einhaltung der dort genannten Grenzen keine Abstandsflächen aus. Somit wäre der Abstand beliebig wählbar.


    3. Kann ich das Regenwasser einfach in die freie Wiese laufen lassen?

    Das regeln die Kommunen unterschiedlich. Frage mal nach einer Abwassersatzung o.ä.


    So schön langsam kommen ja schon Antworten rein.

    Hoppla.


    Hab nochmal angerufen und gefragt auch mit Hilfe eurer Hinweise.

    Warum hast Du nicht gleich auch die anderen Fragen gestellt?

    Die Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsfläche für eine weitere Zufahrt ist auch nicht selbstverständlich (BayStrWG, Art. 15 und 18).

    Ermittlung der Grundstücksfläche? Diesen Wert bekommt man in BY dazu, wenn man einen amtlichen Lageplan ordert.

    Braucht er ja gar nicht. Er hat ja noch den sieben Jahre alten (Amtlichen?) Lageplan vom Vermesser. Am Grundstück wird sich ja nichts verändert haben, sonst prüft man nochmal anhand des Geoportals NRW, ob alles gleich geblieben ist.


    Ist übrigens auch sehr Kundenunfreundlich, die (anscheinend) vollen Gebühren für den amtlichen Lageplan zu erheben. Das Vermessungsbüro hat die Daten ja noch vorliegen. Die paar Änderungen einzutragen und zu berechnen sollte auch für die Hälfte an Honorar machbar sein. Und auch ein ÖbVI muss nicht, wenn wie hier die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, von seiner Beleihung Gebrauch machen und sein Siegel benutzen. Ist natürlich lukrativer und auch leichter, Gebühren einzutreiben, als Forderungen aus einer Rechnung.


    Fläche des bestehenden Hauses ermitteln

    Sollte auch aus den alten Unterlagen hervorgehen.


    Da man ja jetzt noch nicht 100%-ig weiß wie groß der Anbau wird, geht man tunlichst vom "worst case" (maximale Größe) aus.

    Kann man machen, aber dann läuft man Gefahr, wenn der Bauantrag von der Voranfrage größere Abweichungen aufweist, dass erneut geprüft werden muss. Dann kann man wieder streiten, bis zu welcher Größenordnung die Abweichung unbedeutend ist. IMHO sollte die Größe schon verbindlich feststehen.

    Das Schreiben des Bauordnungamts wurde an das damalige Vermessungsbüro weitergeleitet

    Von Deinem Architekten, nehme ich an.


    ein heute geführtes Telefonat

    Mit dem Vermessungsbüro?


    - Kostenschätzung ca. 800€ + MWSt

    Das hört sich nach dem üblichen Preis für einen amtlichen Lageplan an.


    da das ganze Vorhaben evtl. von Anfang an nicht genehmigt worden wäre.

    Warum so pessimistisch?


    Letztlich sehe ich bei einer Behörde allerdings einen minimalen Beratungsauftrag für den Antragsteller.

    Aber doch nicht, wenn schon Unterlagen von einem Architekten eingereicht wurden.


    Was wollen die eigentlich genau von mir?

    Eine nachvollziehbare GRZ/GFZ-Berechnung und die Darstellung der Überschreitung in einem Lageplan nach BauPrüfVO.


    Wer kann das mit welchem Mitteleinsatz (z.B. Vermesser) erstellen?

    Ja, der Vermesser kann das. Aber auch der Architekt hätte das können müssen.

    Unnötig, weil das Baurodnungsamt sich vielleicht auch mit Angaben ohne Einschaltung des Vermessers zufrieden geben würde.

    Ja, sehe ich genauso. Aber die Antwort dazu musst Du bei Deinem Architekten einfordern. Vielleicht gibt es ja irgendetwas, was wir nicht sehen (können). Bezüglich Qualität des Lageplans, sofern anhand des Ausschnitts erkennbar, habe ich mich ja schon geäußert.

    Ich hoffe, dass mein Standpunkt nachvollziehbar ist für euch Experten.

    Absolut. Nur wird allzu gerne der schwarze Peter der Behörde untergeschoben, was ich hier als ungerechtfertigt erachte.