Beiträge von Thomas T.

    Wir haben einen positiven Bescheid vom Bauamt mit Aufforderung zum begleichen der Gebühr. ... Dieser Positive Bescheid ist nichts Wert da man uns von der Baubehörde mitteilte das wieder Unterlagen fehlten. (Statiksnachweis, Eintragung des Statikers im Listenverzeichnis, Dichtigkeitsnachweis).

    Dieser positive Bescheid ist schon etwas wert, weil es eine schwebend unwirksame Baugenehmigung ist. Schwebend unwirksam bedeutet, dass mit dem Bau erst begonnen werden darf, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. In Brandenburg enthalten die Baugen. z.B. so einen Satz:

    "Die Erklärung zum Standsicherheitsnachweis (Anlage 8.5) der Nachweiserstellerin / des Nachweiserstellers nach § 66 Abs. 2 Satz 1 BbgBO ist gemeinsam mit der Baubeginnanzeige spätestens eine Woche vor Baubeginn vorzulegen (B)."


    Das (B) bedeutet Bedingung. Die Erklärung zum Standsicherheitsnachweis ist durch einen gelisteten Tragwerksplaner oder einen Prüfing. zu unterschreiben.


    Was mit Dichtigkeitsnachweis gemeint ist, kann ich mir nicht erklären. Dieses Wort taucht m.E. nicht in der Baugen. auf.


    Das die vollständige Ausführungsstatik erst zu Baubeginn vorliegen muss und anderes erst zur Fertigstellung ist durchaus sinnvoll und üblich. Was genau fehlt denn noch?

    Die vollständige Ausführungsstatik muss nicht zu Baubeginn vorliegen, nur die o.g. Erklärung. (Gilt bis Gkl. 2, bei Gkl. 3 gibt es eine andere Erklärung, ab Gkl. 4 wird die Statik geprüft).

    Zynismus...

    Schade, dass Dir der Unterschied zwischen Zynismus und Sarkasmus/Ironie nicht geläufig ist. Zynisch ist, Wohnungsbau zu erschweren (von verhindern hatte ich übrigens gar nicht geschrieben, diese Interpretation stammt aus Deinen Gedankengängen).


    Ein Beispiel aus jüngster Zeit (ich habe jetzt keinen Bock mehr, noch mehr rauszusuchen, das kann jeder selbst): Greifswalder Straße


    Und allseits frohe Ostern!

    Ich würde also den Versorgungsgrad in B für deutlich höher halten in NYC.

    ...
    Kein Zweifel, dass es mehr sein könnte und mit viel zu viel Verspätung kommt, ...

    ...

    Wieviel Platzersparnis die Tram und das Radeln gegenüber dem MIV bringen, beschreibt ja grad Harald Wolf im verlinkten Artikel.

    NYC muss auch nicht als Musterbeispiel für gelungenen ÖPNV gelten, obwohl es dort auch noch viele Buslinien gibt. Ich wollte nur zeigen, dass Berlin mit dem verweigerten U-Bahn-Bau (die Kanzlerlinie ist auch mehr ein ungeliebtes Prestigeprojekt und seit 1995 im Bau) wenig Wegweisendes vorhat. Die Verbannung des MIV aus der Stadt wird für Kurzsteckenradler Vorteile bringen, für die, die längere Strecken zurücklegen müssen, eher nicht. Kurzfristig ist wahrscheinlich auch nicht mehr drin, aber selbst mittelfristig bleibt Berlin mit der Planung hinter den Erfordernissen zurück. Vielleicht behindert deshalb R2G auch den Wohnungsbau. Man weiß ja gar nicht, wie man die Menschen mobil halten soll, egal, mit welchem Verkehrsmittel.

    Passend dazu:

    Parken in Manhattan

    Allerdings gibt es ein dichteres U-Bahn-Netz als in Berlin, wo es für ca. 3,7 Mio (Tendenz stark steigend) EW 146 km Netz gibt. (New York: 8,5 Mio EW, 380 Strecken-km)

    Aber keiner hat die Absicht, eine U-Bahn zu errichten... Und oben ist der Platz knapp. Es wird wohl einfach noch viel stauiger und enger werden, und das für alle Verkehrsteilnehmer.

    Niemand behauptet, dass es simpel ist, Akkus zu tauschen, aber sinnvoll darüber nachzudenken, wäre es doch?

    Wenn Leute mit meinem elektrotechnischen "Fachwissen" darüber nachdenken, kommt garantiert nichts brauchbares raus ...


    Aber es gibt auch Leute, die etwas davon verstehen. Scheint allerdings nicht ganz trivial zu sein.

    el. Laienfrage: Darf man eigentlich volle und leere Akkus mischen, d.h. in Reihe schalten, oder würden da nicht sehr hohe Ströme zwischen den Zellen fließen, wenn der leere den vollen Akku "aussaugt"?

    Wir leben anscheinend in verschiedenen Biotopen...

    Wieso anscheinend? Dass ländliche Regionen völlig andere Probleme, oder nennen wir es Randbedingungen, haben als Großstädte, ist doch oft genug geschrieben worden.


    Wir lassen übrigens 3x jährlich einen prof. Fensterputzer kommen. In eher dörflichen Strukturen würden wir dafür evtl. aus der Gemeinschaft verstoßen...

    Darüber, dass anscheinend in D gegenwärtig von einer größeren Personengruppe jede mögliche Veränderung des bisherigen motorisierten Individualverkehrs mit Verbrennungsmotoren als eine technische und wirtschaftliche Unmöglichkeit oder ein Angriff auf die elementarsten persönlichen Freiheitsrechte beschrieben wird.

    Ich nicht, da hast Du mich wohl missverstanden. Jede Veränderung beim motorisierten Individualverkehr sehe ich nicht als unmöglich an und schon gar nicht als Eingriff in elementare Freiheitsrechte an. Die Verhinderung schon. Und dass sowohl gegenwärtiger Zustand als auch für die nächsten Jahrzehnte geplanter Ausbau des ÖPNV um Lichtjahre hinter den Voraussetzungen zur Abschaffung des MIV hinterherhinken, haben wir im anderen Thema ausgiebigst erörtert.


    Es reicht nicht, das Thema Mobilität aus der Sicht des Großstädters zu sehen. Mehr als 2/3 in D leben dort nämlich nicht.

    Die StVO würdest Du aber schon respektieren und die Dir durch sie auferlegten räumlichen und zeitlichen Einschränkungen Deiner Mobilität? Von den Schließzeiten der Tankstellen schreibe ich sicher besser nicht.


    Es gibt übrigens auch andere Verkehrsmittel, deren Nutzung theoretisch denkbar wäre ...

    Jetzt wird es albern. Die StVO schränkt niemanden räumlich oder zeitlich in seiner Mobilität ein, und andere Verkehrsmittel gibt es teilweise bislang schlicht gar nicht, wo ich tagsüber hin muss (das Fahrrad schließe ich im Winter, bei Dauerregen oder für längere Strecken als Verkehrsmittel aus).


    Schließzeiten der Tankstelle haben mich tatsächlich schon eingeschränkt. Das letzte Mal war vor etwa 30 Jahren in einem anderen Staat. Worüber reden wir überhaupt?

    Zitat aus dem Fazit: "Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. "


    Das wäre das Ende der individuellen Mobilität. Ein Auto, mit dem ich nicht fahren kann, wann ich möchte (oder muss; ich bin auch geschäftlich unterwegs), ist nutzlos.


    Wenn die Gesellschaft so etwas möchte, muss sie andere Möglichkeiten bereitstellen, damit die Menschen größere Entfernungen zurücklegen können.


    (Ich würde im übrigen vorschlagen, das doch lieber im Thema "autofreies Leben" zu diskutieren. Vom Thema Dieselfahrverbote sind wir sehr weit weg.)

    Die Stellungnahme der Arbeitsgruppe der Leopoldina wurde veröffentlicht.


    Zitate:

    "Angesichts der im Vergleich zu Feinstaub geringeren gesundheitlichen Belastung durch Stickstoffdioxid erscheint eine Verschärfung des entsprechenden Grenzwerts aus wissenschaftlicher Sicht nicht vordringlich. In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken, dass die gegenwärtig im Fokus stehende Stickstoffdioxidbelastung durch die Fahrzeugflottenmodernisierung voraussichtlich binnen fünf Jahren so stark zurückgehen wird, dass die geltenden Grenzwerte weitgehend eingehalten werden können."


    "Zu den gesundheitlich wenig sinnvollen Maßnahmen zählen kleinräumige und kurzfristige Beschränkungen, die sich gegen einzelne Verursacher von
    Stickstoffdioxid-Belastungen richten. Dies gilt unter anderem für Straßensperrungen und isolierte Fahrverbote, die zu einer Verkehrsverlagerung in andere Stadtgebiete führen."


    "Weltweit besteht Einigkeit darüber, dass von Feinstaub im Vergleich zu Stickstoffdioxid die höhere Gesundheitsgefahr ausgeht. Deutlich mehr epidemiologische Studien und umfangreiche toxikologische Studien erlauben eine bessere Charakterisierung der gesundheitlichen Wirkungen und eine klarere Bewertung der Kausalität als bei Stickstoffdioxid. Trotz der guten Studienlage konnte bisher keine untere Wirkungsschwelle identifiziert werden. Das heißt, dass selbst unterhalb der derzeit gültigen Grenzwerte der EU und sogar unterhalb des deutlich niedrigeren Richtwerts der Weltgesundheitsorganisation die Wirkungen mit zunehmender Belastung ansteigen."



    "Abbildung 6.1: Direkte Emissionen aus Straßenverkehr (Auspuff, Abrieb, gesamt), Holzfeuerung und Feuerwerk.
    Zu beachten ist, dass die Sekundäraerosolbildung in der Atmosphäre, die für einen größeren Anteil der PM2,5-
    Belastung verantwortlich ist, hier nicht erfasst ist (Quelle: Umweltbundesamt, 2019, unveröffentlicht)."


    "Die Zahl von Holzöfen hat aufgrund staatlicher Förderprogramme in den letzten Jahren stark zugenommen. Holzöfen (Einzelraumfeuerstellen) emittieren im Alltagsbetrieb häufig deutlich mehr Feinstaub als auf dem Typenschild angegeben. ... Auch wenn nur noch emissionsärmere
    Öfen installiert werden dürfen und ältere Modelle stillgelegt werden, rangiert ihr Anteil an den direkten Emissionen von PM2,5 inzwischen deutlich über dem von Verbrennungsmotoren. ... In Wohngebieten mit vielen Holzöfen werden vor allem in den Abendstunden sehr hohe PM2,5-Immissionswerte gemessen. Über Feinstaub hinaus tragen Holzöfen auch zur Belastung mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei."


    Holzöfen haben auf ganz D gemittelt mehrfach höhere PM2,5-Emissionen als alles, was aus jeglichen Auspuffen kommt. Die Immissionen dürften lokal um ein Vielfaches höher sein.


    Mir erscheinen die Dieselfahrverbote jetzt noch blödsinniger als in der Vergangenheit.

    Hier ist Frühsommer. gestern waren 20°C, heute wird es so ähnlich, morgen wahrscheinlich noch wärmer. Dazu Sonne ohne Ende.


    Das ist defintiv kein typisches Aprilwetter.

    Der TV hängt bei uns auch an einer schwenk- und ausziehbaren Halterung. Ich habe die größte gekauft, die es im Laden gab (bis 80"). Wichtig war die größtmögliche Ankerplatte, weil die Wand Porenbeton PP2 ist. Für das Geld bekommt man auch ein 42" TV, aber anders hätte es keinen Sinn.


    Darunter steht ein Schrank für Schallplatten und das restliche Zeug (derzeit Plattenspieler, Receiver, DVD-Player).


    2 Steckdosen sind "normal" geklemmt, 4 Steckdosen sind schaltbar, damit nicht alles ewig im Standby läuft. Leider ist es incl. Subwoofer eine zu wenig, so dass doch wieder eine Steckdosenleiste nötig ist.:thumpsdown: Die liegt aber jetzt immerhin im Schrank und nicht mehr auf dem Fußboden.


    Außerdem guckt da aus der Wand die Verkabelung für die 5.1-Anlage, 2-fach Netzwerkkabel und Sat-Dose sind natürlich auch da.


    Die Dosenarie wäre kein schöner Anblick ohne den Schrank davor. Also auch für die Elektroplanung ist das Multimediagedöns mittlerweile eine Herausforderung.

    Wir haben im Wohnzimmer einen 65" und im Schlafzimmer 40". Letzterer wird i.d.R. für Fitnesszwecke genutzt.


    Der 65" sah im Laden riesig aus, von 4,50 - 5 m Entfernung schon nicht mehr. Hier sind Größenempfehlungen in Relation zum Abstand.


    Es wird sicherlich nicht einfacher werden, optimale Standorte für Fernseher in der Bauplanung zu berücksichtigen. Die Dinger werden immer größer und schärfer, und dann müssen die Boxen der Stereo- oder Heimkinoanlage auch noch irgendwo hin. Im Rücken soll kein Fenster sein, dafür aber viel bodentiefe, neben dem TV stört der Kamin, und das alles in einem offenen Wohn-/Koch-/Esszimmer.

    Da stellt sich mir dann aber eher ganz allgemein die Frage, wie diese sinnvoll belegt werden können. Und das Klapperproblem stellt doch bei diesen Decken eher ein nachrangiges dar, oder?

    Das Klapperproblem ist schon sehr vordergründig. Deshalb wird auch bei MFH mit Holzbalkendecken von Laminat abgeraten, weil es im Vergleich zu Teppich der Bahnenbelägen zu Trittschallverschlechterungen kommt. Beim Klappern käme noch Körperschall dazu.


    Sinnvoll belegt können diese Böden wie eh und je mit Bahnenbelägen oder Teppich. Ob heute in vermieteten Wohnungen verklebt und der Aufwand beim Belagswechsel in Kauf genommen wird, weiß ich nicht. Früher gab es nichts verklebtes.

    ... genau deshalb sollte ein dauerhafter Bodenbelag auch direkt auf dem Estrich verklebt werden!

    Das führt dann zu:

    Trotz Arbeit mit einem Teppichstripper ließen sich die Reste der alten Gummierung nicht restlos entfernen.

    Es gibt auch andere Böden außer Estrich, z.B. Holzbalkendecken mit Rauspund oder Spanplatte, wo ich niemals etwas aufkleben würde.

    Ich hatte mal die Theorie aufgestellt, dass die Folie die "Gleiteigenschaften" des Oberbelags verbessern könnte, so dass dieser auch wirklich "schwimmt". Dadurch würde das Risiko vermindert, dass sich der Bodenbelag bei Belastung "von oben" (Möbel) aufstellt, und man am Ende eine Berg- und Talbahn hat.

    Bei solchen Buckeln würde auch eine Schaumkunstststofffolie nicht viel bringen. M.E. geht es um das Verhindern des Klappern der harten Bretter auf dem ebenfalls harten Boden, wenn dazwischen etwas Luft ist. Das wäre bei schwimmend verlegtem Parkett übrigens auch nicht anders.

    Ich stimme R.B. zu und würde auch überlegen, ob nicht Holzbalkendecken die bessere Lösung wären. So große Stützweiten können das ja nicht sein in einem Treppenloch. Die Stb.-Decken müssten auch noch geputzt werden. Schwimmender Estrich, ggf. auch als Trockenestrich, geht auch auf Holzbalkendecke. Schwierig kann es werden, falls Brand- und Schallschutzanforderungen bestehen. Ich bin erst mal von einem Ein- bis Zweifamilienhaus ausgegangen.

    Richtig, das sind Filigranelemente. Die waren ein Kompromiss, weil die Baufirma keine geschalten Wände oberflächenfertigen Wände herstellen wollte. Da sich hier diverse "Macken", wie Dübellöcher zur Montage, nicht verhindern lassen, wurde alles noch einmal lasiert. Bei der Treppe gab es auch bei wenigen Stufen oberseitig zugespachtelte Löcher für die Kranhaken.


    Mehr weiß ich dazu leider nicht. Das Haus hat ein GÜ gebaut, und ich hatte keine Bauleitung, nur Baugenehmigung, schlanke Ausführungsplanung (im wesentlichen 50tel ohne weitere Detaillierung) und Statik incl. Teilnahme an Bewehrungsabnahmen beauftragt. Die Fa. zum Lasieren haben die Bauherren selbst gesucht und beauftragt, weil ihnen die rohen Elemente mit sichtbaren Spachtelstellen nicht gefallen haben. Ich war beeindruckt, dass die Lasur so einen Effekt hatte. Optisch 1A, besser geht (glatter) Sichtbeton nicht.



    Sind die vertikalen und die horizontalen Stücke gleich hoch / breit?

    Das ginge schlecht. Die Treppe wiederholt sich quasi unterseitig (Steigung/Auftritt).


    Die Steigung ist mit 19,6 grenzwertig, das war aber allen bewusst und von den Bauherren so akzeptiert. Mehr Steigungen hätten andere Konsequenzen nach sich gezogen, die nicht gewünscht waren.



    (Ergänzung: k.A., warum das Bild 2x erscheint. In der Vorschau ist es nur 1x.)

    Faltwerktreppe





    Das Geländer hätte ich mit nicht ausgesucht, aber den Bauherren hat es so gefallen.


    Die Treppe und die Stb.-Wand wurden lasiert.


    Hier im Rohbau:


    (Ich muss gestehen, dass so eine ober- und unterseitig recht scharfkantige Treppe nicht meins wäre, aber hier hat die Optik gesiegt.)

    Wenn der Kapitalismus es nicht schafft, das Wachstumsdogma zu überwinden, wird er sich selbst abschaffen und mit ihm die ganze Menschheit.

    Wie sieht denn Deine Alternative aus, Thomas T. ?

    Ob uns das gefällt oder nicht: Das Wachstumsdogma ist Voraussetzung für den Kapitalismus. Ohne Profit gibt es keinen Anreiz, irgendeine Ware herzustellen oder Dienstleistungen anzubieten. Die paar Jahre real existierender Sozialismus mit seiner Kapitalvernichtung sind dafür Bestätigung.


    Wünschenswerte Alternativen zum Kapitalismus sehe ich nicht, jedenfalls keine, die ich erleben möchte. Die Alternativen sind Diktatur oder Anarchie.

    Und "keine Freiheit ohne Kapitalismus" halte ich erstmal auch nur fuer eine Ueberzeugung (manche nennen es Ideologie) die zumindest hinterfragt werden darf.

    Hinterfragt werden darf alles. Antworten wären besser. Ich bitte um ein Beispiel zur Widerlegung meiner These.


    Und wenn schon Kapitalismus, dann bleiben immer noch viele Gestaltungsmoeglichkeiten, die unter Umstaenden die Freiheit einschraenken, so wie immer. Unsere Freiheit und andere Grundrechte werden tagtaeglich eingeschraenkt, durch Gesetze.

    Das hängt von der Definition von Grundrechten ab. In unserer Gesellschaft sind die bezugnehmend auf die (westlichen) Menschenrechte so definiert:

    "Grundrechte sind wesentliche Rechte, die Mitgliedern der Gesellschaft gegenüber Staaten als beständig, dauerhaft und einklagbar garantiert werden. In erster Linie sind sie Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat, sie können sich jedoch auch auf das Verhältnis der Bürger untereinander auswirken („Drittwirkung“)."


    Ganz anders die Grundrechte z.B. in der DDR.

    "Die Grundrechte dienten also nicht der Verwirklichung des Individuums, sondern der Verwirklichung des Kommunismus; die freie Entfaltung des Einzelnen war allein zu diesem kollektiven Zweck vorgesehen. Letztlich wurden die Grundrechte damit instrumentalisiert, um die Gesellschaft auf ihrem "Weg des Sozialismus und des Kommunismus" zu entwickeln, und sie dienten nicht als Abwehrrechte des Einzelnen gegen den Staat. "


    Welche mir lieber sind, muss ich nicht erläutern.


    In Ländern wie z.B. den islamischen oder Nordkorea bestehen ganz andere Auffassungen von Menschenrechten. Die halte ich aber nicht für erstrebenswert.

    Raubtierkapitalismus ohne Beschraenkung und alle gegen alle will vermutlich keiner. Und die Regeln koennen und sollten wir gestalten.

    Klar doch. Heißt hier "soziale Marktwirtschaft", ist aber trotzdem Kapitalismus.


    Ich verstehe die Abneigung gegen das Wachstum nicht. Jeder hat doch schon Krisen erlebt, wo Nullwachstum zur Rezession geführt hat. Nicht auszudenken, wohin dauerhaftes Schrumpfen führt.


    Ob die Menschheit dann ausstirbt, glaube ich nicht. Aber schon durch den Ausfall der industrialisierten Landwirtschaft und des Welthandels wird es auch in Mitteleuropa wieder zu Hungersnöten und Kriegen kommen. Nach dem 30-jährigen Krieg war die Menschheit in Europa auch nicht ausgestorben, es waren nur viel weniger als vorher, und das Land war verwüstet.


    Immer bedenken: Die Decke der Zivilisation ist dünn.

    Kapitalismus und Diktatur schließen sich auch nicht aus.

    Das ist richtig, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Demokratie Kapitalismus voraussetzt. Bitte keine eineindeutigen Schlüsse.


    Skeptiker , ich zitiere Welzer aus dem DLF-Interview:

    "Aber Wachstum generiert unsere Probleme. Es beseitigt sie nicht. Und die große Aufgabe fürs 21. Jahrhundert, auch für Ökonomen insbesondere, ist, eine Wirtschaftsform zu entwickeln, die unsere zivilisatorischen Güter bewahrt, also Freiheit aufrecht erhält und alles, was dazu gehört, und ein anderes Naturverhältnis entwickelt."


    Es gibt keinen Kapitalismus ohne Wachstum, keine Freiheit ohne Kapitalismus (egal, in welchem Kleid die scheinbar postkapitalistischen Alternativen auftraten - immer wurde zuerst die Freiheit abgeschafft.). Und Welzer will ihn abschaffen. Das halte ich für Unfug. „Mir kommt es auf den Pfadwechsel an. ... Es ist ganz einfach.“


    Populismus in Reinstform.

    Hättest Du die Güte, kurz "den Kapitalismus" und dann die Verständnisdefizite Welzers dabei zu erklären?

    Es gibt keinen Kapitalismus ohne Wachstum. Und was nach dem Kapitalismus kommt, kann sich keiner vorstellen. Ich fürchte, nicht zuletzt aus eigenem Erleben, nicht viel Gutes. Keine Demokratie ohne Kapitalismus, deshalb bleiben nur Diktatur oder Anarchie übrig.


    Das heißt ja nicht, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Der Kapitalismus hat viele Wandlungen erlebt und wird sich weiter verändern, ist aber existenziell wichtig für eine demokratische, freie und offene Gesellschaft. Geplante Transformationen oder die Schaffung "neuer Menschen" werden wie schon geschehen zur Diktatur führen. Alles schon dagewesen.