Fenstersturz und Mauerpfeiler

  • Also bevor das Fenster stürzt, mal ne Frage.

    Hab mal profilaktisch bissl Wand freigelegt.

    Von oben nach unten:

    Ringanker mit HWL bekleidet

    1 Lage KS

    Fenstersturz

    1 Lage Maurerpuzzle

    1 Lage KS (mittig gerissen)

    Fenstersturz

    1 Lage rot/weiß

    darunter dann der Mauerpfeiler aus 30cm Gasbeton, was auch insgesamt als Wandbildner genutzt wurde


    Zu denken gibt mir der Riss im KS zwischen den beiden Sturzlagen. Besteht akuter Handlungsbedarf? Die Lastabtragung sollte ja dadurch nicht wirklich gehemmt werden, oder?

    Was ist mit dem Maurerpuzzle, Bröckelschicht, irgendwas? Hat sich da ein Mörtelbett, Auflagerpolster, irgendwas selbst aufgegeben? Besteht hier akuter Handlungsbedarf?


    Wollte man diesen Wandbereich ersetzen (GEG-Bagatelle außer Acht gelassen!) und bauordnungsrechtlich im Bestand bleiben will, wieviel Außenwand dürfte man ersetzen.

    Wo liegt der Ermessensspielraum? Jetzt mal so rein prozentual?


    Besten Dank.

  • Das heisst heute PORENbeton!

    Was da vermauert ist, heißt Gasbeton. Zugehörige TGL hier. Einen Opel Blitz nennst Du auch nicht Astra. ;)


    zum Thema mögliche Ursachen für den Riss:

    1. Den gibt es schon von Anfang an, weil die Fundamente irgendwie "bemessen" wurde, aber nicht nach den örtlichen Gegebenheiten.

    2. Der Sturz (sicher irgendein Fertigteil aus DDR-Produktion) ist überlastet.

    3. Das Auflager ist überlastet.

    4. Die Druckzone über dem Sturz funktioniert nicht.


    Oder eine Kombination aus mehreren Ursachen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Off-Topic:

    Was da vermauert ist, heißt Gasbeton. Zugehörige TGL hier. Einen Opel Blitz nennst Du auch nicht Astra. ;)

    Du meinst vermutlich den Kadett, den direkten Vorgänger des Astra. In der Sache stimme ich Dir aber ausdrücklich zu!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Von mir aus können wir auch den P4 nehmen, um die Autodiskussion zu beenden. "Ytong" ist übrigens die Abkürzung für „Yxhults Ånghärdade Gasbetong“. Das nur, um auch diese Diskussion abzuschließen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Off-Topic:
    Off-Topic:

    Ne. Das ist ein Bier. ;)

    zumindest halten es einige Menschen, vor allem in Norddeutschland, dafür, erschreckenderweise inzwischen auch in B. Aber was letztere für Bier halten, war ja schon immer überaus erstaunlich!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Beton ist das sowieso nicht.

    Der erste Lizenznehmer nannte es ja auch auf gut schwedisch "Betong", :P deshalb ja auch Ytong! ;)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wenn das ein fertigsturz ist und das fenster üblich kleine abmessungen hat, besonders breite < 120cm, dann sehe ich keine schuld beim sturz, ausser, man könnte sie ihm nachweisen.


    ursachenforschung bei solchen delikatessen ist per fernwartung schwierig und vor ort .. naja. ich hab in einem "ähnlichen" fall ziemlich viel öffnen lassen, das hat auch geholfen, die ursache einzugrenzen und war nötig, nachdem ein "schädling" das ganze bauwerk kaputtschreiben wollte.

  • ursachenforschung bei solchen delikatessen ist per fernwartung schwierig und vor ort .. naja.

    Vor Ort ist da meist auch nicht viel mehr zu sehen. Viele DDR-Bauten wurden in Eigenleistung hochgezogen, jeder Scheixxdreck vermauert, wie man an der Krümelschicht über dem KS sehen kann ("Mir hatten ja nüscht!"), Statik und Baugrundgutachten Fehlanzeige.


    Falls überhaupt ein gelernter Maurer (nach Feierabend) dabei war, musste der und die helfenden Kumpels z.B. mit blauem Würger, Goldi oder Rhöni je nach Vorliebe motiviert werden, Bier wurde zum runterspülen benutzt ("nur braune Flaschen, in den grünen wird das Bier so schnell schlecht!"). Da hat die Kritikfähigkeit für die eigene Arbeit schon mal etwas nachgelassen. Hauptsache, die Bude stand irgendwann. Wände im Lot, wer brauchte denn sowas?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Naja, wenn man schon so DDR Patchworkbauten bewohnen will, kann man ja nur Rissen leben und diese als normal betrachten. :corn:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • in den grünen wird das Bier so schnell schlecht!

    echt? sowas habe ich auch früher von einem onkel in ostberlin gehört, der hintergrund war nicht aufzuklären. wurde bonzenplörre in braunen flaschen abgefüllt? würde passen ..

  • echt?

    zweifle ich an.

    das als durchaus zu den besten bieren zählende urquell aus pilsen wird schon immer in grüne flaschen abgefüllt :bier:


    ich denke , dass die sich schon noch gedanken dazu gemacht haben und machen

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • urquell aus pilsen

    einverstanden.

    aber das war wohl nur den supersozialistischen führungshelden vorbehalten, selbst betriebsleiter (auch die brauchten tauschware) konnten davon nur träumen - insofern rangiert das ausserhalb der flaschenfarbenthematik.

  • konnten davon nur träumen

    da hatten es die tschechen besser als die ddrler.

    da gab es das urquell bei bestimmten nierenerkrankungen sogar auf rezept vom arzt. kein scherz.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • zweifle ich an.

    das als durchaus zu den besten bieren zählende urquell aus pilsen wird schon immer in grüne flaschen abgefüllt :bier:

    Bestechende Argumentation! :bier:


    Die gilt sinngemäß übrigens auch für das lange Zeit im alten Westberlin einzig erhältliche trinkbare Bier, das importierte Becks!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wurde bonzenplörre in braunen flaschen

    Das war ein nicht auszurottender Aberglaube in der doch so dialektischen DDR.

    Das einheimische Bier hatte im Allgemeinen eine ziemlich kurze Haltbarkeit und es hatte sich die Auffassung durchgesetzt, dass die braunen Flaschen besser seien.

    Ungeachtet dieser nie bewiesenen Behauptung war es reflektorisch, beim Bierkauf jede Flasche auf den Kopf zu stellen und gegens Licht zu halten um Trübung und Bodensatz zu prüfen.

    Der gemeine Ossi, mich eingeschlossen, war noch Jahre nach der Wende an diesem Einkaufsverhalten zu erkennen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • und? bist du mit der heutigen homogenisierten, pasteurisierten, fermentierten und zementierten einheitsplörre endlich zufrieden?

    willkommen im kapitalismus, brudi - aber nein, darauf stoss´ ma angesichts der top 10 "deutscher grösster brauer" besser ned an.

    dann scho lieber auf die letzten guten brauereien, die nicht in den top 10 sind :bier:

  • nd? bist du mit der heutigen homogenisierten, pasteurisierten, fermentierten und zementierten einheitsplörre endlich zufrieden?

    Nö, deshalb trinke ich am Liebsten Kellerbier aus kleinen Brauereien, die es glücklicherweise zunehmend wieder gibt.

    Bier muss nicht drei Jahre haltbar sein.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • und? bist du mit der heutigen homogenisierten, pasteurisierten, fermentierten und zementierten einheitsplörre endlich zufrieden?

    Aus genau dieser Unzufriedenheit ist die neue Biervielfalt entstanden - jedenfalls hier im Norden. In meinem Geburtsort bei Hamburg gab es vor 150 Jahren für gute 50.000 Einwohner 6 größere Brauereien. 1995 gab es in ganz Hamburg mit damals 1.700.000 Einwohner noch genau eine Brauereien mit gefühlt 6 Sorten, die unter 4 Marken verkauft wurden. Heute sind des nach amtlicher Statistik immerhin wieder 12 kleine + 1 Multibrauerei mit zusammen mind. 50 Sorten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • und? bist du mit der heutigen homogenisierten, pasteurisierten, fermentierten und zementierten einheitsplörre endlich zufrieden?

    willkommen im kapitalismus, brudi - aber nein, darauf stoss´ ma angesichts der top 10 "deutscher grösster brauer" besser ned an.

    dann scho lieber auf die letzten guten brauereien, die nicht in den top 10 sind :bier:

    Hehe... Man muss dazu wissen, dass nahezu alle große Marken aus nördlich der Weißwurstgrenze, die täglich im Werbefernsehen zu sehen sind, unter dem Dach von Oetker sind. Die bekommen alle ihr Bier von wenigen Megabrauereien, alle einheitlich nach dem gleichen Rezept und der gleichen Technik. Wenn die in neutrale Flaschen abgefüllt werden, ohne Etikett, dann schmecken die alle gleich. Selbst erfahrene Biersommerliere erkennen keine Unterschiede. Gleiches übrigens für die großen Bayrischen Brauereien, die alle unter dem Dach von Budweiser sind. Dadurch hat Deutschland so ziemlich die langweiligste Biersortenlandschaft unter den bierbrauenden Nationen. Anspruch und Wirklichkeit gehen bei uns extrem weit auseinander. Die größeren Lokalbrauereien versuchen auch nach dem Einheitsgeschmack zu brauen und es den Großen nachzumachen. Von daher ist es gut Bier von kleinen einheimischen Brauereien zu konsumieren, die vom Einerlei abweichen. Dort bekommt man noch das gute Bier. Ist der Geschmack einmal versaut, ist es schwer zum wahren guten Geschmack zurück zu kehren und ein gutes Bier zu erkennen. :bier:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Man muss dazu wissen, dass nahezu alle große Marken aus nördlich der Weißwurstgrenze, die täglich im Werbefernsehen zu sehen sind, unter dem Dach von Oetker sind. Die bekommen alle ihr Bier von wenigen Megabrauereien, alle einheitlich nach dem gleichen Rezept und der gleichen Technik.

    und woher stammt diese (nicht richtige) weisheit?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Das nenn ich mal erschöpfend. Sehr aufschlussreich auch die Geschichte mit den braunen Flaschen. Besten Dank.

    Aber Alkohol bei Nierenerkrankungen? Wahrscheinlich wg. dem kalten Entzug oder um den Harnfluss bei drohender Kolik anzuregen. Wie auch immer.

    Auch heute noch, ist man froh, dass das Gebäude auf dem Grundstück steht, wenn der Maurer fertig ist. DDR hin oder her.

    In der DDR hatten die wenigstens noch den Anstand das (Stein-)Material selbst auf die Baustelle zu schaffen.

    Und ob nun Gasbeton ohne oder Porenbeton mit Nasen mit ein bisschen Übung ein für den Selbsterlernenden dankbares Material ist, bleibt davon oftmals unberührt.

    Insges. waren hier damals allesamt kompetente Leute am Werk.


    Bleibt zu guter Letzt die Frage nach dem Teilersetzen der Wand gem. Fragestellung.

    Dankbar für sachdienl. Hinweise.

    Ick glaub', ich brauch `ne Zeichnung

  • Deine "fachiche Bildung" willst u anscheinend nicht ofenbaren.

    Bei "Teiaufgabenberater" ist sogar gockel überfordert ;)


    Ich würde es mit "teilweise ganz (ohne) Ahnung" "überstzen".

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • und woher stammt diese (nicht richtige) weisheit?

    Diese Weisheit IST richtig. War mal in einer erschöpfenden Doku über Deutsches Bier Thema, vor einigen Jahren. Ja, ich weiß. Die Illusion will man sich in Deutschland nicht nehmen, ist aber so. :P


    Sebastian Lege hat auch mal gezeigt wie man in Deutschland Bier braut mit allen möglichen Zusatzstoffen, die aber am Ende raus gefiltert werden. Man hält sich schon lange nicht mehr am Reinheitsgebot. Sicherlich, am Ende kommt ein Gesöff raus das dem entspricht, aber der Weg dort hin ist es nicht und um das zu erreichen wird das Bier zu Tode gefiltert und am Ende hat man eine Einheitsplörre. Damit das Bier möglichst lange hält, muss es ja von Schwebstoffen möglichst frei sein. Darum plädiere ich ja darauf lieber zu kleinen einheimischen Brauereien zu gehen, deren Bier nicht so lange hält, dafür aber nicht zu Tode gefiltert ist. Einige dieser Brauereien sind sogar als nachhaltig zertifiziert.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Illusion will man sich in Deutschland nicht nehmen, ist aber so.

    ich brauche keine illusion.


    und gerade bei uns in der gegend gibt es genug mittelgrosse und kleine brauereien (familienbetriebe und kleine gesellschaften) , auf die deine halbwahrheit nicht zutrifft.


    auch wenn man uns jenseits des weisswurstäquators irgendwie jegliche zivilisation nicht zutraut :lach: wir haben sie .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Du musst lesen lernen. Ich sagte doch, dass man besser auf kleinere Brauereien zugreifen sollte... X/

    :bier:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...