Balkonkraftwerk hinter Gemeinschaftszähler im MFH möglich?

  • Etwas OT, aber auch Google wusste zu dem Thema nichts:

    man kann ja hinter jedem Wohnungszähler in einem MFH ein Balkonkraftwerk installieren.


    Aber wie sieht das bei einem Gemeinschaftsstromzähler aus?

    Könnte man, Einigkeit bei den Eigentümern vorausgesetzt, auch dahinter ein BKW installieren und im Marktstammregister und beim Versorger anmelden?

    Oder sind BKW nur hinter Zählern von Privatwohnungen/-häusern möglich?

  • Könnte man, Einigkeit bei den Eigentümern vorausgesetzt, auch dahinter ein BKW installieren und im Marktstammregister und beim Versorger anmelden?

    M.w. unterscheidet das EEG nicht nach den Besitzverhaeltnissen eines Zählers. Natuerlich muss die Anmeldung vom Zählereigentuemer vorgenommen werden.


    Die technischen Grundlagen sind ohnehin die gleichen:


    Anschluss BKW

  • Off-Topic:

    karo1170: darf ich mal nach Deiner Meinung zum Thema "Sinnhaftigkeit von Balkonkraftwerken" fragen? Vielleicht könnte man ja mal in einem eigenen Thema ganz allgemein über alles rund um Balkonkraftwerke diskutieren?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Bin zwar nicht karo, aber natürlich darfst Du fragen.

    Gibt's da überhaupt viel zu diskutieren? Mir fiele kein einziger Grund ein, warum so ein Ding *nicht* sinnhaftig sein könnte....

  • Mir fiele kein einziger Grund ein, warum so ein Ding *nicht* sinnhaftig sein könnte....


    Naja, ein oder zwei Gründe würden mir schon einfallen... Balkon nach Norden ausgerichtet, Aufstell-/Montagemöglichkeit mehr als fraglich, Nachbarmieter oder WEG sind streitbar, Balkonstromkreis hängt irgendwo mit drauf, den Zählerplatz fasst der Versorger nicht mal mit PSA an, die Hausverkabelung ist in klassischer Nullung mit DDR-Silber vorhanden, der Verbrauch der Wohnungsinhaber liegt fast ausschliesslich in den Morgen- und Abendstunden, und noch paar andere Kleinigkeiten.

  • @karo1170 Erstmal danke für die Auskunft - so hatte ich mir das eigentlich auch gedacht.


    Aus meiner Sicht macht es beim Gemeinschaftsstrom bei MFHs sogar am meisten Sinn.

    Die meisten Bewohner sind tagsüber außer Haus, dementsprechend niedrig ist die Grundlast pro Wohnung.

    Bei Homeoffice oder Rentnern sieht es natürlich anders aus.


    Konkret geht es um 1000kWh Gemeinschaftsstrom pro Jahr.

    Es liegen ständig 20W durch Steuerungen im Heizraum und die Klingelanlage an.

    Dazu kommen diverse Pumpen: Solarthermie (35W), Zirkulation (12W), Kessel (15W) und die Ladepumpe der Frischwasserstation (bis zu 300W unter Volllast).

    Mindestens 300kWh/Jahr sollten nach meinen Berechnungen durch eine 600Wp-Anlage abknabberbar sein, so dass die Investition nach 5-7 Jahren wieder drin wäre.

  • DDR-Silber

    😂Den Begriff kannte ich noch nicht. Herrlich.

    Aber Du hast natürlich Recht. Auch wenn die Stromstärken bei BKW nicht allzu hoch sind, sollte die Installation Mindeststandards genügen.

    Wir lassen bei Mitgliedern, die einen Antrag stellen, einen E-Check machen.

    Die erhofften 300 kWh/a sollte realistisch sein.

    Mein Tipp für speicherlose Anlagen: Nicht auf maximalen Mittagsertrag ausrichten, sondern die Module so staffeln, dass möglichst die gesamte Tagesganglinie der Sonne abgedeckt wird.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Mein Tipp für speicherlose Anlagen: Nicht auf maximalen Mittagsertrag ausrichten, sondern die Module so staffeln, dass möglichst die gesamte Tagesganglinie der Sonne abgedeckt wird.

    Ja, dem hatte ich Beachtung geschenkt.

    Das Objekt hat eine Südwest-Ausrichtung.

    Die Solarthermie-Panels sind z.B. nur auf einer Dachseite montiert, daher kommt erst ab ca. 11 Uhr verwertbare Temperatur vom Dach.

    Das BKW würde je ein Panel pro Dachseite bekommen, so dass die Tageshelligkeit möglichst komplett ausgeschöpft werden würde.


    Im Spitzboden liegt eine 1,5mm²-Cu-Leitung, die bislang nur für die Spitzboden-Funzel genutzt wurde.

    Mir ist bewusst, dass 1,5mm² nicht mehr das ist, was man heute verlegen würde, aber für die 600Wp sollte sie ausreichend sein: es hängt nichts weiter an der Leitung. Man korrigiere mich, wenn ich falsch liege.

  • Mich würde einmal interessieren, ob es wirklich vorgeschrieben ist, eine Wieland-Steckdose zu installieren. Das scheint ja eine deutsche Eigenheit zu sein und ich habe auch schon gelesen, dass es eine solche Vorschrift gar nicht gebe. Wie ernst muss man das Thema nehmen?

    In anderen europäischen Ländern scheint es ganz normal zu sein, derartige Anlagen über den ganz normalen Schuko-Stecker anzustecken.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Mich würde einmal interessieren, ob es wirklich vorgeschrieben ist, eine Wieland-Steckdose zu installieren.

    Ja.

    Grund dafür ist auch ganz einfach in 2 Sätzen zu erklären:

    1. Verpolungssicherheit des Anschlusses ist zu gewährleisten, da ansonsten Schutzeinrichtungen (z.b. RCD) nicht funktionieren.

    2. Spannungsführende Teile (hier: Schukosteckerstifte) sind zu isolieren.

  • ob es wirklich vorgeschrieben ist, eine Wieland-Steckdose zu installieren.

    Wenn Dein Netzbetreiber das so vorschreibt dann..... Schau Dir mal die Formulare an, da findet man oft solche Anmerkungen wie "Wieland" oder "Festanschluss".


    In anderen europäischen Ländern

    funktioniert der Lobbyismus nicht so gut.

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  • 2. Spannungsführende Teile (hier: Schukosteckerstifte) sind zu isolieren.

    So lange der WR nicht mit dem Netz verbunden ist, liefert er auch keine Spannung an die Stifte.

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  • Verpolungssicherheit des Anschlusses ist zu gewährleisten, da ansonsten Schutzeinrichtungen (z.b. RCD) nicht funktionieren.

    Häh?

    2. Spannungsführende Teile (hier: Schukosteckerstifte) sind zu isolieren.

    Nicht notwendig, da der (zugelassene) WR schnell genug abschaltet.


    Technisch gibt es keinen Grund für die Einspeisesteckdose. Aber dann wär's ja zu einfach, pragmatisch und niemand würde was dran verdienen...

    Siehe auch hier:

    Normungsgremium: Vorerst kein Ende der Einspeisesteckdose für Balkonkraftwerke
    Steckerfertige PV-Anlagen senken die Stromkosten mit Sonnenenergie. Laut VDE darf man sie nicht per Schuko anschließen – das wird sich vorerst nicht ändern.
    www.heise.de

    Ich wüsste, was ich machen würde.

  • So lange der WR nicht mit dem Netz verbunden ist, liefert er auch keine Spannung an die Stifte.

    Das Problem ist das Abziehen des Schukosteckers im Betrieb...hier ist dann die Frage, ob der eigentlich geforderte NA-Schutz im WR wirklich vorhanden ist und schnell genug reagiert, damit an den Stiften keine Berührungsspannung kurzzeitig stehen bleibt. Da würde ich gerade bei den zahlreichen Import-Exemplaren aus zweifelhaften Internetshops nicht unbedingt meine Hand ins Feuer oder an den Stecker legen wollen.

  • Danke für die vielen Infos - ich denke schon länger über die Anschaffung eines BKWs nach, bin aber immer noch etwas unsicher, ob es sich lohnen wird. Mein Stromverbrauch ist ja eher gering (knapp 1000 kWh/a).

    Welche Kosten muss man denn für den Umbau der Steckdose rechnen? Einen Elektriker hätte ich bei der Hand.

    Und gibt es Empfehlungen für bestimmte Module?

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  • Ja, bei nicht vorhandener Vernunft (Stecker ziehen und sofort Finger an Steckerpins) und kaputtem Gürtel (nicht normgerechter NA-Schutz) ist eben ein zusätzlicher Hosenträger (Wieland-Steckdose) ein adäquater Sicherheitsgewinn.

    Deshalb gibt es in anderen Ländern auch so viele Stromunfälle mit Balkonkraftwerken.


    Disclaimer: Wer Ironie oder Sarkasmus findet, darf sie behalten.

  • Das Problem ist das Abziehen des Schukosteckers im Betrieb...

    Das ist bestenfalls ein theoretisch konstruiertes Problem, praktisch irrelevant, denn die Entwickler sind ja nicht blöd.

    Mit dem gleichen Argument müsste man auch verhindern, dass jemand einen Nagel in die Steckdose steckt und anfasst.


    Welche Kosten muss man denn für den Umbau der Steckdose rechnen? Einen Elektriker hätte ich bei der Hand.

    Dann den Elektriker fragen. Steckdose kostet ca. 30,- € und Stecker ca. 10,- €. Was der Eli daraus macht das kommt darauf an wie geschäftstüchtig er ist. Ich würde mal mit 200,- € bis 300,- € rechnen, inkl. An- und Abfahrt, ein bisschen Hand auflegen und Beschwörungsformeln murmeln.


    Und gibt es Empfehlungen für bestimmte Module?

    Ich würde die Module überdimensionieren und die Begrenzung im WR machen, also beispielsweise 2 x 400W Module an einem 600W WR.

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  • Was der Eli daraus macht das kommt darauf an wie geschäftstüchtig er ist. Ich würde mal mit 200,- € bis 300,- € rechnen, inkl. An- und Abfahrt, ein bisschen Hand auflegen und Beschwörungsformeln murmeln.

    ...da ist dann gleich der Gewinn von zwei Jahren weg - finde ich heftig. Das heißt diese Forderung soll wohl a) dem Handwerk Geld bringen und b) maximale Abschreckung von Interessenten bewirken. ;(

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  • ...da ist dann gleich der Gewinn von zwei Jahren weg - finde ich heftig. Das heißt diese Forderung soll wohl a) dem Handwerk Geld bringen und b) maximale Abschreckung von Interessenten bewirken. ;(

    Genau wie feelfree (oder der von ihm verlinkte Artikel) es bereist zusammenfassten). Irgendwann werden die verzweifelten Rückzugsgefechte der alten weissen Männer von der Realität als solche entlarvt werden, wenn sie von ihr überrollt worden sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich verstehe darunter eigentlich auch nur, dass sich das irgendwann zumindest rechnen soll. Sonst lasse ich es gleich bleiben.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • dass sich das irgendwann zumindest rechnen soll.

    Ach, irgendwann wird es sich schon rechnen, spätestens bei 2,- €/kWh bist Du ganz vorne mit dabei.


    Ich kenne die Argumentation leider zu gut, vor 10 Jahren habe ich einen RA in einem Verfahren unterstützt, der war mit den Nerven am Ende. Da argumentiert man gegen eine (Beton)wand.


    Da geht es nicht um Personenschutz, oder Umweltschutz, sondern ganz einfach um Geld. Da werden Pfründe verteidigt.

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  • Ist halt immer die Frage, wo man für sein Geld am sinnvollsten etwas für die Umwelt tun kann. Für das Geld pflanze ich dann lieber noch ein paar Obstbäume...

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  • Im Bekanntenkreis gibt es einige solcher ökologisch sinnvoller und wirtschaftlicher Anlagen. Und wenn ein Elektriker kommt, werden die Stecker gezogen und / oder Bettdecken zum Lüften drüber gehängt oder was weiß ich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Im Bekanntenkreis gibt es einige solcher ökologisch sinnvoller und wirtschaftlicher Anlagen. Und wenn ein Elektriker kommt, werden die Stecker gezogen und / oder Bettdecken zum Lüften drüber gehängt oder was weiß ich.

    ...danke für den Tipp... :corn:

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