Immobiliendarlehen kaum noch gefragt

  • Neugeschäft mit Baufinanzierungen bricht ein
    Wegen steigender Zinsen ist das Interesse an Baufinanzierungen stark gefallen. Das Neugeschäft damit brach ein: Immobiliendarlehen sind so wenig gefragt wie…
    www.tagesschau.de

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Auch die Bestandsimmobilien sind inzwischen deutlich länger auf dem Markt. Das Geschäft ist ziemlich eingebrochen. Die Preise sind aber auch einfach zu schnell hochgegangen in manchen Gegenden. Und wenn ich so sehe, was da manchmal angeboten wird… :pfusch:


    Lt Erzählungen schauen sich die Banken wohl mittlerweile auch die Energieausweise an. Würde mich interessieren, ob die Berater den dann auch jeweils verstehen. (Vielleicht sollte ich da Kurse anbieten :D).

    Wenn ich so sehe, was da manche Energieberater ankreuzen als Modernisierung X/

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Lt Erzählungen schauen sich die Banken wohl mittlerweile auch die Energieausweise an.

    Aus eigener Erfahrung diesen Herbst, von 5 Banken hat 1 nach einem Energieausweis gefragt. Das war aber nur eine Formsache, geprüft wurde der nicht.

    Irgendein 50,- € Online-Ausweis war ausreichend.

    Liegt eine Wertermittlung vor, dann wird diese nur noch grob auf Plausibilität geprüft. Ansonsten ist ein Fragebogen auszufüllen, in dem aber nur gefragt wird, ob ein Energieausweis vorhanden ist, und wenn ja, wie hoch der Endenergiebedarf ist. In wieweit diese Angabe einen Einfluss auf die Wertermittlung hat (Besicherung für die Bank) das habe ich nicht gefragt.


    Die letzten Jahre wurde alles zu Spitzenpreisen verkauft was auch nur Ähnlichkeit mit einem "Wohnhaus" hatte,da spielte der Energieausweis keine Rolle. Was mir aufgefallen ist, in den Notarverträgen vor 2-3 Jahren war noch ein Passus enthalten, ob ein Energieausweis vorlag. In den letzten beiden Verträgen (gleicher Notar) war dieser nicht mehr enthalten. Keine Ahnung ob das ein Versehen war oder ob dieser Abschnitt aus den Verträgen absichtlich entfernt wurde. Genau genommen ist es dem Notar auch egal, wie sich die Parteien einigen.

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  • R.B. Das ist die Erzählung von Maklern, die täglich damit zu tun haben. Geht wohl auch darum, wie hoch dann allfällige Nebenkosten sind/werden/sein können. Die Banken sind bei Finanzierungen wohl deutlich vorsichtiger geworden.

    Ich behaupte ja auch nicht, dass Banker den Ausweis verstehen. Bei einer Bank wird wohl ziemlich auf die Vorschläge zur Modernisierung geschaut, die hinten draufstehen. Das ist ja auch relativ einfach- theoretisch. Da sind dann die Makler froh, dass wir diese Seite immer noch mit Bemerkungen bzgl der beretis erfolgten energetischen Modernisierungen bzw des Bestands füllen. Gibt einfach ein deutlicheres Bild.

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  • Ui, nur 2014 war schlechter, na sowas.


    Zitat: "So einen Zinsanstieg gab es noch nie", sagte Berater Peter Barkow.

    Vielleicht ist seine Suchmaschine zur Reparatur.


    Ergebnis meiner: hier


    Hyp.-Zinsen unter 4 % gab es überhaupt erst nach 2010. Meine erste Finanzierung (Abschluss Ende 1991) lief mit 9,82 % Eff.-Zins, 10 J. fest.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Preise sinds, die zusammen mit den Zinsen die Probleme machen. Aber die sind auch einfach heftig schnell gestiegen in der Niedrigzinsphase.


    Was bin ich froh, dass wir damals einen Bausparer abgeschlossen hatten und den größten Teil über 20 Jahre.

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  • Bei einer Bank wird wohl ziemlich auf die Vorschläge zur Modernisierung geschaut, die hinten draufstehen.

    Das glaube ich weniger. Die Bank interessiert sich primär für die Darlehenshöhe und was es dafür an Sicherheit gibt, und natürlich für die Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers. Ob das Haus nun eine 1a Immobilie oder eine Feldscheune ist, das ist völlig egal so lange die Zahlen passen.


    Wie gesagt, von den 5 Banken in den letzten Monaten hat nur 1 überhaupt danach gefragt.


    Bei der Verkehrswertermittlung ist der Dämmstandard entsprechend dem Baujahr schon mit eingerechnet. Da kann man noch ein paar Modernisierungspünktchen vergeben, aber das hat auf das Endergebnis nur einen geringen Einfluss. Bei einer umfangreichen (bereits durchgeführten) Modernisierung wird die GND erhöht. Was man mit der Immobilie sonst noch machen könnte (Sanierungs-/Modernisierungsvorschläge) das ist irrelevant, so lange diese nicht mitfinanziert werden sollen.

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  • Das sind Deine Erfahrungen. Das kann durchaus von Bearbeiter zu Bearbeiter verschieden sein. Ist jedenfalls die direkte Rückmeldung eines Maklers an uns gewesen.

    Verbunden mit der Bitte, entsprechend bei den Energieausweisen drauf zu achten.

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  • Es kommen schwere Zeiten auf unseren Beruf zu. Aber das war absehbar, denn so lange konnte das nicht gut gehen. Andererseits ist so viel Geld durch Spekulationen und sonstigem verdient worden, das von Investoren in Beton gegossen werden will bevor der Zaster wieder verpufft, dass das nie alles zu Beton gemacht werden kann. Da hatte ich mal ein nettes Gespräch mit so einem Fond-Verwalter. Da sind zwei Entwicklungen die irgend wie nicht zusammen passen. Mit Glück könnten diese Investoren die Bauwirtschaft durch das Tal tragen und es doch nicht so heftig werden lassen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Richtig interessant wird es, wenn die aktuell laufenden super-günstigen Kredite nachfinanziert werden müssen.

    Dann werden vermutlich ganze Neubaugebiete neu besiedelt.


    Gruß

  • Das ging mir auch schon durch den Kopf. Andererseits vermute ich, dass der Zinsanstieg begrenzt bleibt und Inflation entwertet quasi Schulden. Wer sein Darlehen auf Kante genäht hat, der könnte Probleme bekommen.

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  • Bin ich froh, dass wir gerade noch rechtzeitig (2013) gebaut haben. Wir haben zwar 2,79 % Zins gezahlt (Anschlusskredit war günstiger), aber die Baukosten waren deutlich erträglicher. Klar, wir hatten den Baumängelprozess, aber trotz allem sind wir noch mit dem blauen Auge davongekommen - und die Kredite sind auch in spätestens 6 Jahren alle abgelöst.


    Off-Topic:

    Meine Bank hat mich gestern angerufen und wollte mir einen Termingeldvertrag anbieten - 2,4 % für Geld, das auf einer anderen Bank gebunkert ist und 2 % für Geld, das schon bei ihr liegt. Toll - die eigenen Kunden werden als schlechter behandelt... Und üppig ist das auch nicht, dafür dass das Geld dann für mindestens drei Jahre festliegt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Off-Topic:
    Off-Topic:

    Meine Bank hat mich gestern angerufen und wollte mir einen Termingeldvertrag anbieten - 2,4 % für Geld, das auf einer anderen Bank gebunkert ist und 2 % für Geld, das schon bei ihr liegt.

    Mooooment: +/- 2 % Zins bei 10 % Inflation. Das ist ja schon ziemlich traurig! Ja, ich weiß, andere zahlen noch weniger und vor einigen Jahren gab es noch Negativzinsen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die letzten Jahre wurde alles zu Spitzenpreisen verkauft was auch nur Ähnlichkeit mit einem "Wohnhaus" hatte,da spielte der Energieausweis keine Rolle.

    Ja. Und es wurden teils unfassbar lange Kredite mit variablen Zinsen an Menschen ohne nennenswertes Eigenkapital vergeben. Ich denke auch, dass sich das zukünftig wohl in etlichen Fällen rächen wird. Hier in Österreich gibt es jetzt strengere Vorschriften für Wohnkredite. Ich persönlich finde die, ehrlich gesagt, nicht ungebührlich streng und würde mich mit schlechteren Voraussetzungen wohl gar nicht erst trauen zu bauen oder zu kaufen und einen Kredit dafür aufzunehmen.

    Es wird interessant.

    Wird es. Bei uns haben wir gerade mit der Baustelle begonnen. Werden aber die Aufträge größtenteils selbst vergeben, einiges in Eigenleistung machen und eine längere Bauzeit in Kauf nehmen. Sind halt jetzt ungünstige Zeiten, um loszulegen. Die Preise sind saftig und werden wohl erst mal noch anziehen. Aber den Baubeginn bei der aktuellen Inflation noch weiter zu verschieben, wäre auch eine in unserem Fall blöde Idee, weil man dann den Ersparnissen nur so dabei zu sehen kann, wie sie noch weiter an Wert verlieren.

  • Off-Topic:

    Bin ich froh, dass wir gerade noch rechtzeitig (2013) gebaut haben. Wir haben zwar 2,79 % Zins gezahlt (Anschlusskredit war günstiger), aber die Baukosten waren deutlich erträglicher.

    Fast wie bei uns. Erste 10 Jahre bis Mitte 2022 2,74%, dann vor 2 Jahren aus Langeweile mitten im Corona-Lockdown ein Forward-Darlehen über weitere 10 Jahre ab 2022 abgeschlossen für 0,5% über 10 jahre. :yeah: Klar, könnte ich jetzt einiges davon sondertilgen, aber.... wäre ich ja schön blöd ... selbst auf Tagesgeldkonten gibt's inzwischen mehr als 1%...


    Bin auch mal gespannt wie sich die (Bestands-) Häuserpreise weiter entwickeln. Alleine der Bodenrichtwert hat sich seit Kauf bei uns knapp verdreifacht...

  • Oder die Zinsbindung ausläuft und eine Anschlußfinanzierung her muss

    Genau das meinte ich. Ich kenne Leute, die eine höhere Anschlussfinanzierung brauchen, als das Ursprungsdarlehen, weil wenig getilgt wurde und

    an der Bude mittlerweile schon die ersten Rep. anstehen.


    Gruß

  • Wir hatten so ein Darlehen von der Labo. Supergünstig, aber super wenig Tilgung. Das übernimmt jetzt der Bausparer und unsere Belastung verändert sich nicht.

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  • Das ging mir auch schon durch den Kopf. Andererseits vermute ich, dass der Zinsanstieg begrenzt bleibt und Inflation entwertet quasi Schulden. Wer sein Darlehen auf Kante genäht hat, der könnte Probleme bekommen.

    Was soll die Entwertung der Schulden durch Inflation dem Kreditnehmer bringen, wenn dieser keine Entsprechende Einnahmenaufwertung bekommt?

    Das ist doch alles nur theoretisches wirwar. Letztendlich entscheiden die Realzahlen was gut ist...

    Letztlich wird durch die Inflation, momentan zumindest, die Immoblase um 10% geschrumpft ohne das es jemandem Weh tut oder eine Krise entsteht.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Was soll die Entwertung der Schulden durch Inflation dem Kreditnehmer bringen, wenn dieser keine Entsprechende Einnahmenaufwertung bekommt?

    Schau Dir mal die aktuellen Tarifabschlüsse an. Die Entwertung erfolgt natürlich nicht über Nacht, aber schauen wir mal wie es in 5 oder 10 Jahren aussieht. Wer in den letzten 12 Monaten zu 1 oder 2% finanziert hat der ist auf der sicheren Seite. Selbst wer vor 5 oder 10 Jahren finanziert hat, lag beim Zinssatz in etwa auf dem Niveau von heute oder knapp darunter, und hat seitdem ja (hoffentlich) getilgt.

    Gleichzeitig sind aber die Immobilienwerte und Einkommen gestiegen.


    Ich behaupte ja nicht, dass ein Kreditnehmer über Inflation innerhalb weniger Jahre komplett entschuldet wird.


    hätte sowieso platzen müssen, über kurz oder lang . ist halt durch die äusseren umstände früher und heftiger ausgefallen....

    :thumbsup:


    Ich frage mich, ob es tatsächlich so heftig ist, oder ob das Platzen nur so empfunden wird, schließlich hatte man sich an fallende Zinsen und steigende Imobilienpreise gewöhnt, und jede Änderung ist für uns erst einmal gewöhnungsbedürftig. Abgesehen davon, dass der Preissturz auch regional unterschiedlich ausfällt, könnte ich mir gut vorstellen, dass es noch heftiger gewesen wäre wenn es noch 1 oder 2 oder 3 Jahre so weitergegangen wäre.


    Schaut man sich den Verlauf der Immobilienzinsen in den letzten Monaten an, dann war der Anstieg sehr steil. Ob das wirklich notwendig war, darüber könnte man streiten. Das Zinsniveau hingegen ist noch lange nicht im kritischen Bereich, und da steckt einiges an Übertreibung drin. Mal sehen wann der erste Rücksetzer kommt. Juli/August ging es ja schon einmal etwas bergab, und der Verlauf der letzten Wochen könnte auch in einem Rücksetzer enden.

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  • dann war der Anstieg sehr steil.

    Auch bei den Kosten für Bestandsimmobilien, allerdings auf den Verlauf der letzten Jahre bezogen.


    Mal sehen, wie das weitergeht.

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  • Ich frage mich, ob es tatsächlich so heftig ist, oder ob das Platzen nur so empfunden wird, schließlich hatte man sich an fallende Zinsen und steigende Imobilienpreise gewöhnt, und jede Änderung ist für uns erst einmal gewöhnungsbedürftig. Abgesehen davon, dass der Preissturz auch regional unterschiedlich ausfällt, könnte ich mir gut vorstellen, dass es noch heftiger gewesen wäre wenn es noch 1 oder 2 oder 3 Jahre so weitergegangen wäre.

    Unser Wirtschaftssystem beruht auf Wachstum. Selbst wenn es vernünftig ist die Blase platzen zu lassen weil die eh nur heiße Luft war und vieles überbewertet war, für die Konjunkturdaten bedeutet es ein minus und somit Drama. An die rauf oder runter Daten hängen viele Dinge wie Konditionen für Kredite für die Wirtschaft usw. Für mich als Normalbürgerin ist es ganz vernünftig, dass die Immobilienpreise sich wieder normalisieren und, dass man für geliehenes Geld Zinsen zahlen muss, war für mich schon immer völlig normal. Die jüngeren Generationen haben sich an die Nullzinsen gewöhnt, die kennen fast nichts anderes und rechnen alles ohne Zinsen, was für unsereiner ältere Generation merkwürdig ist. Für die bricht jetzt eine Welt zusammen und das große Drama beginnt. Für viele brechen Finanzierungen zusammen. Für Teile der Wirtschaft wird Geld teurer und man investiert weniger. Für Spekulanten bricht eh alles zusammen und die sind ein Teil jener, die den Investoren Geld geben um es in Beton zu gießen. Auch dieses Geld entfällt, obwohl auch ohne Immo-Spekulanten die Geldtöpfe eh übervoll sind.


    Bei mir sieht derzeit alles normal aus. Ich bin gespannt wie es nächstes Jahr aussieht und wie sich das alles auf meine Kunden auswirkt und ob die noch investieren und somit bauen. Gebaut werden muss ja eh, es fehlen ja immer noch Wohnungen. Aber ob z.B. der Gewerbebau auch noch so weiter geht. Schaun mer mal. Der EFH Häuslebau geht eh runter. Wie sich das bei den gut situierten Häuslebauer der Bodenseegegend auswirkt, schaun mer mal.

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  • Unser Wirtschaftssystem beruht auf Wachstum.

    Das ist richtig. Man darf aber WIrtschaftswachstum nicht über alles stellen, sonst landet man, wie man in den letzten Jahren sehen konnte, bei Wirtschaftswachstum (überwiegend) durch Schuldenwachstum. Viele Länder praktizieren das schon seit Jahrzehnten, das wohl bekannteste Beispiel dürften die USA sein. Die Folgen sind bekannt, in Europa muss man sich dazu nur mal die Bilanzen (Haushalte) der verschiedenen Länder anschauen. Da wird an allen Ecken getrickst, schau Dir mal den Bundeshaushalt für 2023 an, der gestern beschlossen wurde. Einerseits wird noch groß geschrieben "Weichenstellung für eine höhere Resilienz der öffentlichen Finanzen", und dann reizt man die Neuschulden bis zum Anschlag aus, und das Einhalten dieser Grenze ist auch nur möglich, weil man ein Vielfaches davon in Schattenhaushalten versteckt, oder Risiken (EZB) erst gar nicht bilanziert.

    Das ist aber noch gar nichts wenn man diesen Haushalt mit anderen Ländern (Italien, Frankreich etc.) vergleicht.


    Nun ist hinlänglich bekannt, dass Staatsschulden niemals zurückgeführt werden. Tilgungen erfolgen immer durch Neuverschuldung. Man braucht also Inflation, und grundsätzlich ist Inflationen ja nicht schlecht.
    Was dabei immer wieder vergessen wird, dass so ein Staatshaushalt oder "die Wirtschaft" immer auf dem Rücken der Bürger finanziert werden. Sie können zwar keinen Einfluss nehmen, müssen aber die Zeche bezahlen, wenn nicht direkt durch Steuern und Abgaben, dann eben über die Entwertung ihres Vermögens. Es gibt nur wenige die sich dem entziehen können, die Masse kann nur zuschauen und zahlen.


    Da schließt sich nun der Bogen zu den Immobilienfinanzierungen, das dürfte bei den meisten die größte Investition ihres Lebens darstellen. Ob sie diese langfristig schultern können das hängt von den Rahmenbedingungen ab. Da sollten 2 oder 3% Zinsen kein Problem sein, auch 4% sehe ich nicht als kritisch, aber es gibt im Verlauf immer Übertreibungen, entweder in die eine Richtung (s. die letzten Jahre mit Zinsen unter 1%) oder mit "zu hohen" Zinsen.


    Die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme waren schon Ende 2018, spätestens im Laufe des Jahres 2019 zu erkennen. Einkaufsmanager-Index. Rückgang Exportnachfrage usw., und nicht vergessen, die Staatsschulden Chinas das über viele Jahre (durch Verschuldung) auch die Wirtschaft in anderen Ländern angekurbelt hat. Die Zeichen standen auf Sturm.


    Die nächsten Monate werden für Häuslebauer (und-käufer) nicht einfach. Was man aktuell sieht das ist erst der Anfang, wir sind noch lange nicht durch. Der Immobilienmarkt wird noch etwas abkühlen müssen, aber auch da finden sich potenzielle Käufer. Man kann jetzt also kaufen, spekulieren oder einfach abwarten. Die Finanzierungskosten haben schnell angezogen, bis die Einnahmeseite steigt das kann noch etwas dauern. Auf deutlich fallende Kaufpreise würde ich jetzt nicht spekulieren, auch wenn es Regionen gibt in denen die Immobilienpreise stark korrigieren müssen.

    Man sollte aber auch seine eigenen Möglichkeiten überdenken. Wenn eine Finanzierung an 1 oder 2 % höheren Zinsen scheitert, dann sollte man überlegen, ob man nicht seinen Finanzplan überarbeitet.

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  • So schnell geht das normalerweise nicht. Die meisten Betriebe haben doch einen Auftragsbestand den sie abarbeiten können, aber wenn die Flaute länger anhält, dann könnte es doch noch eng werden.

    Was unterschätzt wird, es gibt eine Menge Betriebe mit älteren Betriebsinhabern, ohne Nachfolgeregelung. Da könnte ein Auftragsrückgang der berühmte Tropfen sein der das Fass zum Überlaufen bringt, und dann entscheidet sich der "Chef" vielleicht doch etwas früher für die Rente.


    Ein gut geführter Betrieb muss sich da weniger Sorgen machen, Veränderungen gehören einfach dazu. Man muss halt auf die neuen Rahmenbedingungen entsprechend reagieren, dafür ist man Unternehmer, schließlich möchte man etwas unternehmen.

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  • Die Branche hat doch eh über Arbeitermangel geklagt. Wenn jetzt weniger los sein sollte, dann haben sie wieder genug Leute für die weniger Aufträge. Ob es da Massenentlassungen geben wird, ist fraglich. Es kann auch sein, dass öffentliche und Gewerbe Aufträge den Häuslebau kompensieren. Was aufgeben könnte sind die GU/GÜ, die sich auf EFHs spezialisiert haben. Die Fertighausanbieter sind eh in der Vergangenheit schon durch viele Täler gegangen, die werden weiter bestehen und der Große in der Branche wird den einen oder anderen kleinen Hersteller schlucken.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich als Dachdecker mache mir wenig Sorgen um die Zukunft. Der Mitarbeitermangel ist brutal, der Sanierungsstau aufgrund der Steigerung der Energiekosten und recht gleichaltrigen Gebäude besonders hier in Hamburg ist meiner Meinung nach immens. Da gibt es ganze Stadtteile mit Kilometerlangen Straßenzügen die komplett neu gedeckt werden müssen.

    Die Firmen die hauptsächlich Neubauten machen haben es da schwerer...