Schimmel hinter Vorstellwand

  • Hallo,

    bei mir hat sich Schimmel breit gemacht, habe eine Idee was ich machen kann, bin mir nur unsicher und vielleicht hat hier jemand eine bessere Idee?


    Info um was es geht:

    Wir haben einen Stall zum Wohnraum/Hobbyraum umgebaut, da an dem alten Mauerwerk im unteren Bereich stets Salzausblühungen waren, haben wir Ständerprofile angebracht und imprägnierte Rigipsplatten für die Wände verwendet. Der Abstand der Platten zum Mauerwerk beträgt knapp 15cm.

    An einer Wand war plötzlich weißer Schimmel zu sehen, im ersten Jahr nur im unteren Bereich, im zweiten Jahr an der ganzen Wand. Diese eine Wand ist die einzige, die von uns keine Lüftungsschlitze bekommen hat, sie stößt direkt an die Decke des Raumes. Nach entfernen des Schimmels wollte ich nun Lüftungsschlitze in die Wand einlassen, habe ein Stück vom Rigips entfernt und gesehen, dass dieser auch von der Rückseite befallen ist. Ich habe somit eine ganze Vorstellwand, die von hinten von Schimmel befallen ist und ich habe keine Möglichkeit dahinter etwas zu entfernen.


    Meine Idee: Die ganze Wand muss raus, alle Rigipsplatten auf dieser Seite entfernen, dann neue Platten holen, erneut imprägnierte, diese zusätzlich von beiden Seiten mit Schimmelimprägnierung einsprühen, beim Anschrauben direkt Lüftungsschlitze im oberen und unteren Bereich einlassen, zusätzlich einen Luftfilter und Luftentfeuchter täglich im Raum laufen lassen.


    Denkt ihr das klappt oder habt ihr bessere Ideen?

  • Schimmelpilze wachsen wachsen auf organischem Material dort, wo es bei passender Temperatur schön feucht ist. Es geht also darum, dort den Anfall von Feuchtigkeit zu unterbinden. Deshalb sollte man zuerst verstehen, woher die Feuchtigkeit kommt:


    Wird der betroffene Raum geheizt, sind seine Außenwände wärmegedämmt? Wie oft halten sich dort wie lange Personen auf?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Feuchtigkeit kommt durch das Erdreich auf der Außenseite des mauerwerks.

    Der Raum hat eine Heizung, wird aktuell aber nicht geheizt, da er zur Zeit leider gar nicht genutzt wird.

  • Außerdem sitzt die Wand auf einem Lehmboden. Die Scheune ist über 100 Jahre alt, gedämmt ist da nix

    Ich hatte zuletzt nach der Abdichtung gefragt!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dann ist die Sache einfach: Die Bodenfeuchte dringt von unten und von außen beständig in die Wand. Also ist diese dauerhaft feucht und bietet bei Vorhandensein von organischem Material (hier: Karton der Gipskartonplatten) auf diesem Schimmelpilzen bei passender Temperatur und wenig Luftbewegung ein 1a-Biotop. Ihr habt also einen perfekten Raum zur Pilzzucht!


    Dort sollte man kein organisches Material lagern (außer vielleicht Kartoffeln, Gemüse oder Obst, wenn man gut lüftet). Gipskartonplatten haben dort nichts zu suchen, egal ob sie imprägniert sind oder nicht. Auch die chemische Keule (Fungizide) unterbindet das Leben dort nur vorübergehend. Wenn das Raumklima geändert (getrocknet) werden soll, so ist hierfür zuerst eine Abdichtung gegen nachziehende Feuchte und dann eine Trocknung erforderlich. Erstere wird teuer, letztere teuer oder langwierig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dann ist die Sache einfach: Die Bodenfeuchte dringt von unten und von außen beständig in die Wand. Also ist diese dauerhaft feucht und bietet bei Vorhandensein von organischem Material (hier: Karton der Gipskartonplatten) auf diesem Schimmelpilzen bei passender Temperatur und wenig Luftbewegung ein 1a-Biotop. Ihr habt also einen perfekten Raum zur Pilzzucht!


    Dort sollte man kein organisches Material lagern (außer vielleicht Kartoffeln, Gemüse oder Obst, wenn man gut lüftet). Gipskartonplatten haben dort nichts zu suchen, egal ob sie imprägniert sind oder nicht. Auch die chemische Keule (Fungizide) unterbindet das Leben dort nur vorübergehend. Wenn das Raumklima geändert (getrocknet) werden soll, so ist hierfür zuerst eine Abdichtung gegen nachziehende Feuchte und dann eine Trocknung erforderlich. Erstere wird teuer, letztere teuer oder langwierig.

    Also ist der gesamte Raum nicht zu retten und ich habe mir einen Hobbyraum geschaffen, der ständig schimmeln wird....

  • Also ist der gesamte Raum nicht zu retten und ich habe mir einen Hobbyraum geschaffen, der ständig schimmeln wird....

    Nein, "nicht zu retten" ist der Raum nicht. Man kann den aktuellen Zustand schon ändern, (siehe oben, Abdichtung, Trocknung, ggf. Wärmedämmung und Heizung) nur eben nicht mit

    ... entfernen des Schimmels ... Lüftungsschlitze ... neue Platten holen, erneut imprägnierte ... von beiden Seiten mit Schimmelimprägnierung einsprühen ... Lüftungsschlitze im oberen und unteren Bereich ... Luftfilter und Luftentfeuchter täglich ... laufen lassen ...

    , denn durch die weiter eindringende Feuchtigkeit wird andernfalls neues organisches Material weiter flott verstoffwechselt werden. Und auch ein rein anorganischer (mineralischer) Ausbau könnte zwar widerständiger sein, aber auch dann werden Papier, Pappe, Holz, Naturfasern aller Art etc. von Pilzen zerlegt werden, sobald man sie dorthin mitnimmt. Einmachgläsern und Tongefässe könnten dort schon gelagert werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aktuell besteht fast der gesamte Raum inklusive Einrichtung aus Rigipsplatten und Holz... Da steckt viel Arbeit und Geld drin.

    Trocknung des Raumes wäre dann einfach zu teuer.

    Danke für die Antwort, wenigstens weiß ich jetzt bescheid. Muss nun noch überlegen was ich jetzt mache

  • Aktuell besteht fast der gesamte Raum inklusive Einrichtung aus Rigipsplatten und Holz... Da steckt viel Arbeit und Geld drin.

    Alles was mit Raum- und Materialfeuchte zu tun hat kann schwierig und problematisch sein.

    Dazu dann noch fehlerintolerante Baustoffe.


    Wenn man jetzt noch den falschen oder keinen Berater/Planer hat wirds sehr oft (hinterher) teuer.

    Gruß Werner :)