Neue Heizung vorerst nur in einer Wohnung (Zweifamilienhaus)?

  • Hallo zusammen,


    ich bin hier neu und werde vermutlich zukünftig noch die ein oder andere Frage haben ;)


    Mein Mann und ich planen, in den nächsten wenigen Jahren in mein Elternhaus zu ziehen. Meine Eltern wohnen im Erdgeschoss und wir würden in die bereits ausgebaute Dachgeschosswohnung ziehen (es gibt zwar einen gemeinsamen Hauseingang, die Wohnungen sind aber voneinander getrennt).

    Das Haus ist Baujahr 1984 und leider haben sich meine Eltern damals für Elektroheizung mit Nachtspeicheröfen entschieden (in der Wohnung meiner Eltern sind es noch die ersten Heizkörper, da die Dachgeschosswohnung nachträglich ausgebaut wurde sind die Heizkörper dort etwas neuer).


    Wir fragen uns jetzt, was heizungstechnisch am meisten Sinn macht. Wenn es nach meinen Eltern ginge, würde die Elektroheizung bleiben und ein Teil der Heizkosten über eine Photovoltaikanlage abgedeckt werden. Da die klobigen Nachtspeicheröfen natürlich auch optisch kein Highlight sind, könnte man die neueren Öfen aus dem Dachgeschoss in der Wohnung meiner Eltern anschließen und für uns dann modernere, bzw. dezentere besorgen.

    Mein Mann und ich würden allerdings am liebsten auf Erdwärme in Kombination mit Fußbodenheizung umrüsten. Unter anderem da meine Eltern vor noch nicht allzu langer Zeit umfassende Renovierungen in ihrer Wohnung vorgenommen haben (neue Böden in mehreren Räumen, neue Küche), kommt das für sie momentan nicht in Frage.


    Gibt es hier für uns einen Kompromiss? Macht es Sinn, vorerst nur die obere Wohnung mit einer neuen Heizungsanlage auszustatten und die untere Wohnung zu gegebener Zeit dann daran mitanzuschließen? Gibt es vielleicht noch andere Lösungen für uns?


    Achja, zusätzlich können beide Wohnungen mit Holz geheizt werden, meine Eltern haben einen Kachelofen und wir werden ebenfalls einen Kamin einbauen.


    Vielleicht hat jemand ein paar Tipps für uns, vielen Dank schonmal :)

  • ja, das ist durchaus möglich. ich habe aktuell ein sehr ähnlich gelagertes Projekt. Dort kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine zusätzliche PV-Anlage für die OG Wohnung zum Einsatz, im EG bleibt alles beim Alten.


    Je nach Wohnungszuschnitt ist eine nennenswerte Beheizung auch über einen Kachelofen möglich. Vor einigen Jahrzehnten war das noch eine sehr gebräuchliche Art, zu heizen. Könnte halt sein (aber das kennen die dann ja), dass das mit ein bisschen Komforteinbußen einhergeht...


    Mittelfristig sollte aber über eine Verbesserung der Wärmedämmung nachgedacht werden (sofern noch nicht passiert). Die wärmetechnischen Anforderungen waren 1984 noch nicht so arg hoch...

  • ja, das ist durchaus möglich. ich habe aktuell ein sehr ähnlich gelagertes Projekt. Dort kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine zusätzliche PV-Anlage für die OG Wohnung zum Einsatz, im EG bleibt alles beim

    Danke dir für die Antwort. Darf ich fragen, was das umrüsten auf die Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa gekostet hat?

    Und hätte es nicht mehr Sinn gemacht, die PV-Anlage für die untere Wohnung, also die mit der Elektroheizung, zu nutzen?

  • und für uns dann modernere, bzw. dezentere besorgen.

    "Dezentere" Nachspeicher bedeutet in erster Linie weniger Speichermasse. Ob diese dann ausreicht um den Raum ausreichend lange zu beheizen, das hängt wiederum von der Heizlast ab, und die wiederum vom Dämmstandard des Gebäudes. Dieser Dämmstandard war mit der 2. WSchVo zwar schon deutlich besser als bei Gebäuden aus den 60er oder 70er Jahren, aber mit dem Dämmstandard von heute ist das nicht zu vergleichen.


    Schau mal wieviel Heizstrom pro Jahr benötigt wird, und wieviel Holz zugeheizt wird, und dann immer auch den Komfort im Auge behalten. Ohne eine bessere Dämmung wird die benötigte Heizleistung (und somit der Jahresverbrauch) entsprechend hoch bleiben.


    d.h. Wenn Du kleinere (dezente) Nachspeicher verbauen lässt, dann kann es passieren, dass diese bereits gegen Mittag entladen sind und kaum noch Wärme liefern. Dann stellt sich die Frage, wie der Wärmebedarf am Nachmittag und gegen Abend gedeckt werden soll. Eine PV Anlage liefert im Winter auch nur unregelmäßig Energie, und gerade am späten Nachmittag und Abend liefert sie dann gar nichts. Man müsste dann zum üblicherweise teuren HT Tarif nachheizen, oder auf eine andere Wärmeerzeugung zurückgreifen können. Hier müsste dann der Holzofen regelmäßig zum Einsatz kommen, wobei dieser genau genommen auch nur den Aufstellraum beheizt.


    Macht es Sinn, vorerst nur die obere Wohnung mit einer neuen Heizungsanlage auszustatten und die untere Wohnung zu gegebener Zeit dann daran mitanzuschließen?

    Machbar wäre das schon, die Frage ist nur, ob es bereits Sinn macht die obere Wohnung mit einer WP und FBH zu beheizen. Der el. Energbiebedarf wird zwar niedriger sein als bei Nachtspeichern, aber für eine effiziente Betriebsweise einer WP benötigt es entsprechende Rahmenbedingungen. Schon sind wir wieder beim Dämmstadnard.

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  • Danke auch dir für die Antwort!

    "Dezentere" Nachspeicher bedeutet in erster Linie weniger Speichermasse. Ob diese dann ausreicht um den Raum ausreichend lange zu beheizen, das hängt wiederum von der Heizlast ab, und die wiederum vom Dämmstandard des Gebäudes. Dieser Dämmstandard war mit der 2. WSchVo zwar schon deutlich besser als bei Gebäuden aus den 60er oder 70er Jahren, aber mit dem Dämmstandard von heute ist das nicht zu vergleichen.

    Dezentere Heizkörper wäre für uns auch eher ein Kompromiss - für den Fall, dass das Haus grundsätzlich gar nicht auf eine andere Heizung umgerüstet wird.

    Machbar wäre das schon, die Frage ist nur, ob es bereits Sinn macht die obere Wohnung mit einer WP und FBH zu beheizen. Der el. Energbiebedarf wird zwar niedriger sein als bei Nachtspeichern, aber für eine effiziente Betriebsweise einer WP benötigt es entsprechende Rahmenbedingungen. Schon sind wir wieder beim Dämmstadnard.

    Das Problem dabei wenn wir jetzt die Dachgeschosswohnung erstmal nicht umrüsten, sondern warten würden, bis man ggf. das ganze Haus in Angriff nehmen kann wäre, dass wir jetzt zum Einzug ja einiges renovieren wollen, also alle Böden und das Badezimmer neu und evt. Einbaumöbel. D.h., es müsste ja dann wieder alles raus sobald die Heizung erneuert wird, deswegen würden wir zumindest die DG-Wohnung gerne schon soweit fertig machen.


    Dieser Dämmstandard war mit der 2. WSchVo zwar schon deutlich besser als bei Gebäuden aus den 60er oder 70er Jahren, aber mit dem Dämmstandard von heute ist das nicht zu vergleichen.


    Puh, ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob und wie das Haus gedämmt ist. Rein vom Gefühl würde ich sagen, dass ein gutes Raumklima herrscht und man nicht den Eindruck hat, dass haufenweise Energie benötigt wird um eine angenehme Temperatur zu erzeugen/zu halten. Aber das ist jetzt wie gesagt sehr subjektiv...

  • Rein vom Gefühl würde ich sagen, dass ein gutes Raumklima herrscht und man nicht den Eindruck hat, dass haufenweise Energie benötigt wird um eine angenehme Temperatur zu erzeugen/zu halten. Aber das ist jetzt wie gesagt sehr subjektiv...

    Ja, das ist es! Mit welchem der menschlichen Sinne läßt sich der Heizenergieverbrauch wahrnehmen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine allererste Näherung wäre der durchschnittliche Jahresverbrauch für die Nachtspeicheröfen mit Angaben zur beheizten Fläche und den üblichen Raumtemperaturen.


    Besser wäre es, wenn du zusätzlich Angaben zum Aufbau von Wänden, Fenstern und Dach machen kannst.

  • Rein vom Gefühl würde ich sagen,

    Deswegen mein HInweis



    Schau mal wieviel Heizstrom pro Jahr benötigt wird, und wieviel Holz zugeheizt wird,

    Auch wenn das Nutzerverhalten einen erheblichen Einfluss hat, so kann man daraus schon einmal grob abschätzen, ob der Heizwärmebedarf außerordentlich hoch, oder eher moderat ist.


    D.h., es müsste ja dann wieder alles raus sobald die Heizung erneuert wird, deswegen würden wir zumindest die DG-Wohnung gerne schon soweit fertig machen.

    Das ist verständlich. Die FBH könnte man vorab dimensionieren, dann würde man bei späteren Maßnahmen zur Verbesserung der Dämmung, nur noch die Heizwassertemperatur reduzieren und evtl. die FBH Kreise neu abgleichen (Volumenstrom anpassen).

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  • Ja, das ist es! Mit welchem der menschlichen Sinne läßt sich der Heizenergieverbrauch wahrnehmen?

    Ich habe mir schon gedacht, dass das nicht gut ankommt ;)

    Eine allererste Näherung wäre der durchschnittliche Jahresverbrauch für die Nachtspeicheröfen mit Angaben zur beheizten Fläche und den üblichen Raumtemperaturen.


    Besser wäre es, wenn du zusätzlich Angaben zum Aufbau von Wänden, Fenstern und Dach machen kannst.

    Wir sind noch ganz am Anfang unserer "Planungen", daher fehlen da momentan noch richtige Daten und Fakten. Es ging jetzt erstmal um allgemeine Informationen, aber ich versuche mal,in den nächsten Tagrn ein paar Dinge in Erfahrung zu bringen.

  • Darf ich fragen, was das umrüsten auf die Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa gekostet hat?

    ich habe keine konkreten Kosten vorliegen.

    Die Anlagentechnik im Heizraum kostet in Etwa das Gleiche, wie wenn man das ganze Haus über die WäPu versorgen müsste. Ob die ein paar kW mehr oder weniger hat oder mehr, ist nicht so entscheidend.


    In der Wohnung hat man halt die Verteilung und die Heizflächen. Das richtet sich natürlich auch nach dem Wärmedämm-Standard, vor allem aber auch nach den Flächen und nach der Geometrie...

    Und hätte es nicht mehr Sinn gemacht, die PV-Anlage für die untere Wohnung, also die mit der Elektroheizung, zu nutzen?

    in Eurem Fall möglicherweise und sogar wahrscheinlich. Zu klären wäre bei unterschiedlichen Eigentümern noch die Frage, wie man den Stromverbrauch abrechnet. Aber da gibt es Lösungen dafür.

    In dem von mir beschrieben Fall war im EG eine Gasheizung vorhanden... Da also nicht.

  • Auch wenn das Nutzerverhalten einen erheblichen Einfluss hat, so kann man daraus schon einmal grob abschätzen, ob der Heizwärmebedarf außerordentlich hoch, oder eher moderat ist.

    Mir fehlen da ehrlich gesagt noch einige Daten, da wir noch ganz am Anfang aller "Planungen" stehen und das ganze eigentlich bisher weder Hand noch Fuß hat. Wir haben einfach mal grob überschlagen, was an dem Haus gemacht werden müsste, bzw. wir gerne umsetzen würden, damit wir schonmal abschätzen könnten, wo wir uns preislich dann bewegen. Ich versuche mal, in den nächsten Tagen ein paar Infos zusammen zu tragen.

    Das ist verständlich. Die FBH könnte man vorab dimensionieren, dann würde man bei späteren Maßnahmen zur Verbesserung der Dämmung, nur noch die Heizwassertemperatur reduzieren und evtl. die FBH Kreise neu abgleichen (Volumenstrom anpassen).

    Eine Dämmung kam für uns eigentlich gar nicht in Frage, da wir uns dann fürchte ich in Preisspähren bewegen, die für uns kaum machbar sind, bzw. sich dann irgendwann im Vergleich zum kompletten Neubau wohl auch kaum mehr rechnen würden. Es fallen für uns beim Umbau des Elternhauses nämlich noch weitere Maßnahmen an, die relativ kostenintensiv werden, z.B. das Anbringen von Gauben (in dem Zug wäre zu überlegen, ob man das ganze Dach einmal neu deckt) und das Erweitern der Wohnung um einen Balkon.

    Die Anlagentechnik im Heizraum kostet in Etwa das Gleiche, wie wenn man das ganze Haus über die WäPu versorgen müsste. Ob die ein paar kW mehr oder weniger hat oder mehr, ist nicht so entscheidend.

    Da wäre für mich als Laie noch die Frage, ob dann die Leistung der Heizung "zu stark" sein könnte, wenn sie für das ganze Haus ausgelegt ist, man aber nur die Hälfte davon darüber heizt... Ähnlich wie bei einem zu starken Ladekabel fürs Handy.

  • Ähnlich wie bei einem zu starken Ladekabel fürs Handy.

    Das es nicht gibt.

    Und natürlich kannst Du auch mit einem 500PS Porsche problemlos durch die 30er Zone fahren, genauso wie Du mit einer zu starken Heizung nur wenig Heizen kannst. Sonst wäre eine "richtig dimensionierte" Heizung (die darauf ausgelegt ist, an den kältesten Tagen des Jahres genug Leistung zu bringen) an 350 Tagen im Jahr ebenfalls zu stark, weil es da ja gar nicht so kalt ist.

  • Ich würde mir sehr gut überlegen, ob ich größere Summen in ein Haus auf energetischem Standard der 80er Jahre investiere, wenn dabei nicht auch eine deutliche Verbesserung des Energieverbrauchs eintritt.


    Zur Heizung: Natürlich kann der Wärmeerzeuger überdimensioniert sein. Ob das schlimm ist, hängt von vielen Faktoren ab - und da braucht ihr erstmal einen besseren Überblick.

  • Ich würde mir sehr gut überlegen, ob ich größere Summen in ein Haus auf energetischem Standard der 80er Jahre investiere, wenn dabei nicht auch eine deutliche Verbesserung des Energieverbrauchs eintritt.

    :thumbsup:  :thumbsup::thumbsup:


    Wenn ich z.B. sowas lese:

    würde die Elektroheizung bleiben und ein Teil der Heizkosten über eine Photovoltaikanlage abgedeckt werden.

    Klar, auch 3% wären ein Teil....


    Und sowas:

    z.B. das Anbringen von Gauben (in dem Zug wäre zu überlegen, ob man das ganze Dach einmal neu deckt) und das Erweitern der Wohnung um einen Balkon.

    dann sind da die Vorstellungen und Prioritäten völlig falsch gestellt.


    Natürlich kann man auch eine Energieschleuder aus den 80ern soweit umbauen bis einem alles passt, aber es bleibt dann halt: eine Energieschleuder.

  • Wie Du merkst, ist "1x Heizung neu" gar nicht so einfach.

    Nicht umsonst wurden Wärmeschutz- und Heizungsverordnung zusammengeführt in ein Gesetz (EnEV bzw jetzt GEG).


    Da ihr in einigen Jahren plant, habt ihr den Vorteil, Euch ein Konzept bzw. ein Vorgehen zu überlegen, sodass ihr das beste für Euch da rausholen könnt:


    Ein paar Gedanken:

    Wenn eh das Dach angefasst wird, könnte es sich tatsächlich lohnen, das ganze Dach anzufassen und den modernen Standards entsprechend zu dämmen, gegebenenfalls sogar besser und dann auch gleich Förderungen mitzunehmen, je nach Kubatur des Hauses und Fläche des Daches.


    Bei Baujahr1984 habe ich in meiner Vorstellung ein größeres Gebäude von der Grundfläche her, meist mit sehr rauhem Putz, gerne auch mit einer auskragenden Essecke.
    Zumeist EG mit ausgebautem DG und einem unbeheiztem Spitzboden. Keller zumeist auch beheizbar. Wobei bei Elektro könnte dann sein, dass dem nicht so ist. Elektroheizung hatte ich tatsächlich in so einem Baujahr bislang nicht. Tendenziell ist sowas in noch älteren Häusern.


    Positiv finde ich die Kaminöfen, die überbrückend genutzt werden können.


    Wie sieht es denn bisher mit energetischen Modernisierungen aus. Häuser aus dem Baujahr finde ich etwas schwierig, denn sie sind einerseits nicht wirklich schlecht (verglichen mit 50er und 60er beispielsweise), andererseits von heutigen Ansprüchen doch noch ein gutes Stück entfernt. Zumeist wurde da energetisch auch nie was gemacht.


    Sind überall die Bauteile noch Original? Also Fenster, Wände, Dach, etc.? Wurde im Zuge der Modernisierung bei den Eltern der Boden zum Keller gedämmt?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Eine Dämmung kam für uns eigentlich gar nicht in Frage, da wir uns dann fürchte ich in Preisspähren bewegen, die für uns kaum machbar sind, bzw. sich dann irgendwann im Vergleich zum kompletten Neubau wohl auch kaum mehr rechnen würden. Es fallen für uns beim Umbau des Elternhauses nämlich noch weitere Maßnahmen an, die relativ kostenintensiv werden, z.B. das Anbringen von Gauben (in dem Zug wäre zu überlegen, ob man das ganze Dach einmal neu deckt) und das Erweitern der Wohnung um einen Balkon.

    Ein Umbau/Modernisierung kann problemlos so teuer werden wie ein Neubau, das hängt halt von den eigenen Wünschen ab. Meist geht das ja mit einer Erweiterung einher, wie man auch in Deinem Fall sieht, und das kostet immer Geld.


    Bei einer Heizfläche, egal ob Heizkörper oder Fußbodenheizung, sollte man vorher genau überlegen, denn eine nachträgliche Änderung ist immer mit sehr viel Aufwand verbunden. Wasserführende Heizflächen haben sich bewährt, weil man mit Wasser sehr einfach größere Energiemengen transportieren kann, im Vergleich zu Luft zum Beispiel. Luft wäre eine Alternative wenn die Heizlast des Gebäudes sehr niedrig ist, ansonsten wird das insbesondere im Zusammenhang mit WP (geringe Luftübertemperatur) sehr schnell unangenehm.


    Ein wasserführendes System hat halt den Vorteil, dass man sehr einfach fast jeden Wärmeerzeuger anschließen kann, egal ob Öl, Gas, Holz, WP, Solarthermie oder auch PV. Ich würde daher darüber nachdenken, ob man gleich zu Beginn eine FBH installiert, auch wenn die Entscheidung für einen bestimmten Wärmeerzeuger noch nicht getroffen wurde.


    Noch einmal zur Wärmedämmung der Fassade. Wie ich schon geschrieben habe, dürfte das Haus entsprechend der 2. WSchVo gebaut sein, die Außenwände haben wahrscheinlich einen U-Wert um die 0,5W/m²K. Bei einem typischen EFH bzw. Zweifamilienhaus kann man grob mit einer Fassadenfläche um die 200m² rechnen. Der Anteil der Fassade an der Gebäudeheizlast beträgt somit ca. 3.500W, der Anteil am jährlichen Heizenergiebedarf ca. 8.000kWh. Verbessert man die Wärmedämmung auf den Standard nach GEG, dann halbiert sich dieser Anteil. Die Gebäudeheizlast sinkt somit um ca. 1,7kW und der jährliche Heizenergiebedarf um ca. 4.000kWh, was bei einem aktuellen Energiepreis von 15Ct./kWh immerhin 600,- € im Jahr entspricht. Wie der Energiepreis in Zukunft aussehen wird, das steht in den Sternen. Langfristig geht es nach oben, auch wenn jetzt erst einmal eine Korrektur anstehen dürfte.

    Ob sich nun eine Fassadendämmung rechnet, bzw. wann, das hängt von den Investitionskosten (abzüglich Förderung) ab. Spätestens wenn man die Fassade sowieso anfassen muss, sollte eine wirtschaftliche Betrachtung ein positives Ergebnis liefern.


    Bei einem Gebäude Bj, 1984 wären wahrscheinlich die Fenster früher dran. Die typischen Fenster aus dieser Zeit hatten einen U-Wert um die 2,7W/m²K, heute würde man bei einem Austausch wohl Fenster mit einem Uw von 0,8-0,9W/m²K einbauen. Im Gegensatz zur Fassade würde sich der U-Wert nicht nur halbieren, sondern er würde auf ein Drittel gesenkt. Dafür ist die Fensterfläche geringer als die Fassadenfläche. Nehmen wir an, der Fensteranteil an der Gebäudehülle beträgt ca. 40m², dann wären das aktuell 3.780W (zukünftig dann nur noch 1.260W) und der Heizwärmebedarf würde sich um etwa 5.760kWh verringern, oder umgerechnet 864,- € pro Jahr.


    Ob die Einsparungen so eintreffen, das hängt vom Nutzerverhalten ab. Man sieht aber zumindest schon einmal die Größenordnung über die wir reden.


    Ich kann zwar verstehen, dass man bei so einer Aktion erst einmal an die naheliegenden Dinge denkt, sprich Gaube oder andere Wünsche, aber dennoch würde ich auch langfristig denken und diese Planung nicht aus den Augen verlieren.

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  • Durch die von R.B. genannten beiden Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmedämmung der Gebäudehülle allein lassen sich so rd. 1.500 € / Jahr an Heizkosten einsparen - und gleichzeitig die Behaglichkeit ganz erheblich verbessern - mit vorhandener Heizung!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielleicht noch als Ergänzung:

    da wir noch ganz am Anfang aller "Planungen" stehen

    Das ist doch perfekt. Ihr habt keinen Zeitdruck und könntet alle möglichen Optionen schon mal gedanklich (und auf Papier) durchspielen.

    da wir uns dann fürchte ich in Preisspähren bewegen,

    Über welche "Preisspähren" reden wir denn überhaupt?..............Siehste, ich wette, DU kannst die Frage nicht beantworten. Warum? Na, weil doch noch gar nicht klar ist, was welche Maßnahme überhaupt kosten würde.

    Normalerweise kommt dann an dieser Stelle "ich habe schon gehört", oder "der hat mir gesagt", oder...... "ich habe im Internet gelesen". Vergiss das alles, denn weder "der" noch das "Internet" werden Deine Rechnungen bezahlen.


    d.h. Zum aktuellen Zeitpunkt kannst Du noch gar nicht einschätzen, ob eine Fassadendämmung sinnvoll und bezahlbar wäre. Es wäre also ein Fehler wenn man diese mögliche Option gleich unter den Tisch fallen lässt, das entscheidet sich erst viel später.


    Ich würde an Deiner Stelle zuerst einmal eine Art Bestandsaufnahme machen, und zwar sowohl in finanzieller Hinsicht (was gibt der Geldbeutel her?) als auch was das Gebäude und Eure Wünsche betrifft. Dann kann man sich Gedanken über eine mögliche Umsetzung machen und auch mal die Kosten kalkulieren, wobei aktuell kein günstiger Zeitpunkt ist um Angebote für Bauleistungen einzuholen, aber das wird sich auch wieder ändern.

    Vorsicht auch vor Aussagen von Freunden, befreundeten Handwerkern, die man kennt (oder meint zu kennen), und die mit irgendwelchen Zahlen um sich werfen. Die Erfahrung zeigt, es wird fast immer teurer als gedacht. Vorsicht ist auch geboten, wenn "Fachleute" (Verkäufer) einen kostenlosen oder billigen (im wahrsten Sinne des Wortes) Service anbieten. Auch wenn es um Hausbau, Sanierung, Modernisierung geht hat niemand etwas zu verschenken, nicht einmal an Weihnachten. ;)


    Noch ein Tipp, über kurz oder lang solltest Du jemanden an der Hand haben, im Idealfall ein unabhängiger Fachmann, der Euch einen Weg durch dieses augenscheinliche Chaos zeigt. Als Laie läuft man schnell Gefahr, dass man sich "verzettelt". Spätestens wenn es dann um Kosten und Fördermittel geht steht man auf verlorenem Posten.


    d.h. Deine Frage nach einer Erneuerung der Heizung ist zwar berechtigt, und es werden (leider) sehr oft einfach mal so Heizungen ausgetauscht, doch das Einsparpotenzial ist überschaubar. Man sollte immer das Ganze im Blick haben. Evtl. ist das Geld an anderer Stelle besser investiert.


    Noch ein Tipp. Größere Maßnahmen zur Energieeinsparung rechnen sich meist dann, wenn die zu modernisierenden Bauteile ihre typische Lebensdauer erreicht oder schon überschritten haben. Dann steht über kurz oder lang sowieso eine Erneuerung an. Die Fenster sind beispielsweise knapp 40 Jahre alt. Natürlich funktionieren die noch, aber in absehbarer Zeit steht ein Austausch auf der Tagesordnung. Jetzt könnte man überlegen, ob man diesen sowieso bald notwendigen Austausch vorzieht, oder noch abwartet.

    Da stellt sich beispielsweise die Frage, ob es sinnvoll ist die nächsten Jahre jedes jahr 600,- € an Heiz(mehr)kosten zu bezahlen, oder ob man heute investiert und schon nächsten Winter diesen Betrag einsparen kann. Wie verhält sich das zu den Investitionskosten? Bei Veränderung der Energiepreise?

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  • Durch die Verbesserung der Wärmedämmung der Gebäudehülle lassen sich so rd. 1.500 € / Jahr an Heizkosten einsparen - und gleichzeitig die Behaglichkeit ganz erheblich verbessern - mit vorhandener Heizung!

    :thumbsup: genau so ist es, und dabei wurde das Dach noch gar nicht berücksichtigt.


    Die entscheidende Frage ist nun, mit welchen Investitionskosten muss man rechnen, bzw. wann würden diese sowieso fällig. Bei den Fenstern fällt die Betrachtung leichter als bei der Fassade.

    Das zeigt auch, je schlechter der Dämmstandard, um so leichter fällt die Entscheidung, denn dann rechnen sich Maßnahmen um so schneller.

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