28 Jahre als Gas-Zentralheizung, was tun?

  • Es geht um das EFH meines Vaters.


    BJ 1991, > 200m² Wohnfläche + Keller, viel Glas.

    Bewohnt von 2 Personen, viele Räume ungenutzt und ungeheizt.


    Es ist immer noch der erste Gaskessel von 1991 (Wolf) drinnen.

    Hauptsächlich Heizkörper, nur in den 2 Bädern und im WiGa gibts FBH.

    Warmwasser auch über den Gaskessel.


    Nutzungskonzept sieht aktuell eher so aus dass die Heizung auf "manuell" steht also mit irrsinnig hoher VL und am Abend dann schnell und kräftig eingeheizt wird, in ich sag mal 1/4 der Wohnfläche.


    Im Zuge der massiv gestiegenen Kosten für Gas (6 => 14 Cent) wird natürlich überlegt was man hier tun kann.


    Eine Wärmepumpe halte ich aufgrund des Wärmeverteilungssystems und des Nutzungsverhaltens eher (ziemlich) ungeeignet. PV wäre auch nicht vorhanden. (Ost/West Dach 45°, mit vielen DFF und Garage...)

    Hybrid hört sich schlau an, aber je komplexer das System.. und dann mit neuem Gaskessel?! Ne...

    Was bleibt... Pellets. Sind zur Zeit zumindest ja auch nicht billiger als Gas (750€/to ~ 15Cent/kWh). Platz genug wäre im Keller.


    Ich tendiere dazu zu raten erstmal nichts zu machen, weil in der aktuellen Situation durch starke Nachfrage, Handwerkermangel und Lieferengpässe die Preise derart hoch sind, dass sich nichts lohnt, trotz der hohen Gaspreise.

    Also erstmal aussitzen.


    Was meint ihr?

  • Ganz ähnlich wie bei meiner Mutter, sie lebt alleine auf 175qm. Gasheizung Viessmann Bj. 86.

    Der Kachelofen mit Glaseinsatz im EG wird wahrscheinlich dieses Jahr vom Kaminkehrer stillgelegt.

    Wir lassen es drauf ankommen und machen: nix.

    Zum Glück haben wir aber für den Fall der Fälle einen Gas/Wasser/Heizungsbetrieb in der Verwandtschaft.

  • WIe wäre es denn, den Tatsachen ins Auge zu sehen und den Palast zu verkaufen?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • WIe wäre es denn, den Tatsachen ins Auge zu sehen und den Palast zu verkaufen?

    Durchaus berechtigte Frage! Viele, vermutlich die meisten, alten Eigentümer sehen das nicht oder erst sehr sehr spät ein. Mögen wir dereinst weiser sein! :nono:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • das wird nicht passieren...

    das sehe ich bei meinen Großeltern die auch noch ihren Palast bewohnen mit 92/85 und meinem Vater und wenn ich daran denke meine Hütte aufzugeben irgendwann sag ich auch erstmal "mit den Füßen zuerst" :D

  • Hier scheinen die älteren Mitbürger realistischer zu sein. Unsere Genossenschaft erlebt einen regelrechten Boom von Hausverkäufern aus dem Umland, die hier in eine Stadtwohnung ziehen, wo es Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur gibt.

    Ein wichtiger Grund scheint auch unsere verbreitete Fernwärmeversorgung zu sein.




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    M.G.Wetrow

  • Off-Topic:

    Das ist so ein Klassiker. Ganz viele ältere Mneschen leben in zu großen Häusern, wobei ich damals es schon geschätzt habe, dass man bei den Eltern oder Schwiegereltern mitsamt Kindern ohne Platzprobleme übernachten konnte. Aber für die paar Mal?

    Bin gespannt, wie wir das später mal handhaben. Ich stelle es mir sehr sehr schwer vor.

    Tendenziell würde ich die Heizung tatsächlich erst mal drinlassen. Aber die Frage stellt sich dennoch: Was, wenn die sich verabschiedet. Soviel Auswahl hat man da nicht wirklich. Selbst bei BJ 1991. Vor allem, wenn solare Unterstützung auch noch weitgehend wegfällt.

    Da bleibt ja nichts anderes als Pellets im Endeffekt. Zumindest wenn man ans Alter denkt. Holzvergaser wäre ja die andere Möglchkeit, aber sehe ich bei älteren Leuten jetzt nicht so.

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  • Also erstmal aussitzen.


    Was meint ihr?

    Ich schließe mich dem an, in der aktuellen SItuation ist "aussitzen" wohl die beste Strategie. Ich weiß, die hohen Preise schmerzen, aber jetzt in Aktionismus verfallen hilft auch nicht weiter. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass man einen Fehler macht den man später wieder bereut, und wie wir wissen, bei "Heizungen" geht es schnell um viel Geld.


    Was man machen kann, versuche zu optimieren, und parallel an einer mittelfristig umsetzbaren Alternative arbeiten.


    Nach meiner bisherigen Erfahrung lassen sich die ersten "Prozente" relativ einfach einsparen. Viele Anlagen laufen auf Werkseinstellung oder mit unpassenden Parametern. Das liegt einfach daran, dass sich bisher niemand darum gekümmert hat, Energiepreise waren bezahlbar und es war warm in der Bude. Man hat sich irgendwann mit einem bestimmten "Verbrauch" arrangiert, und der Schorni hat ja regelmäßig bestätigt "die läuft super".


    Was man nun im Detail unternehmen kann das hängt von der Anlage ab.


    Ganz pauschal:


    a.) Heizzeiten optimieren

    b.) Heizkurve anpassen

    c.) WW Erzeugung optimieren.


    Das sind alles Dinge die man ohne viel Kapitaleinsatz machen kann. Trotzdem lässt sich der Verbrauch reduzieren, je nachdem wie weit die Kiste neben der Spur läuft sind das schnell mal 5-10% und mehr.


    Ich würde beispielsweise bei älteren Gebäuden mit eher schlechter Wärmedämmung immer eine Nachtabsenkung aktivieren. Je nach Nutzerverhalten und Anlagendimensionierung mit Beginn irgendwann zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht, und Heizbetrieb dann erst wieder so ab 04:00 Uhr bis 06:00 Uhr.

    Bei älteren Menschen ist eine Absenkung am Vormittag kaum machbar, da diese meist den ganzen Tag über zuhause sind. Ansonsten könnte man noch darüber nachdenken zwischen ca. 08:00 Uhr und 12:00 Uhr abzuschalten.


    So muss man sich Schritt für Schritt vortasten. Ach ja, und Angeboten die mit "bis zu 30% Einsparung möglich" werben sollte man immer skeptisch gegenüber stehen.


    Es ist auch ein Mythos dass einem durch Brenneroptimierung der große Wurf gelingt. Natürlich sollte ein Brenner "sauber" laufen, aber 1 oder 2% Abgasverlust mehr oder weniger sind nicht kriegsentscheidend. Das sind Dinge über die man sich Gedanken macht wenn alle o.g. Optionen schon ausgereizt sind.

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  • Kommt mir alles sehr bekannt vor, nur ist unsere Heizung noch ein wenig älter.

    Bin auch an der Sache dran, werde aber einen eigenen Thread aufmachen um hier die Diskussion nicht zu stören.

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Beratender Ingenieur

    AQUA-Planungsgruppe PartG mbB

    Ingenieurbüro für Tiefbau

  • Warum eigentlich aussitzen oder Verkaufen?


    Das ältere Semester ungern das Haus verlassen ist nicht neu. Früher wurde daraus eigentlich oft ein Mehrgenerationenhaus.

    Oma/Opa und Kinder, ggf Enkel werden vom Oma / Opa betreut bzw. andersrum. Die Kids halten OMa/Opa auf trab und damit fit :bier: .


    Also nicht Oma Opa rauswerfen aus ihrem Haus, sondern selber einziehen. im dem "zu großen Haus." :D

    Ressourcen bündeln.

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  • Achso, Heizung war ja das Thema.


    Was willst du da nun noch hören?

    Das meiste hast du ausgeschlossen!

    Und mit Kesselwechsel wird das ja eh nix mehr dieses Jahr, auch wenn du dich Heute für X oder Y entscheidest.

    Letzter Stand so 6-9 Monate Wartezeit, ohne die in der Luft hängenden BAFA geschädigten , ähm geförderten. :lach:

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  • Das ist eh ein eigenes Thema.

    das muss man auch wollen...
    der Zug ist abgefahren, alle 3 Kinder haben ne eigene Hütte. Und das auch nicht gleich nebenan.

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  • das muss man auch wollen...

    Wie soll man dann helfen, wenn alle sinnvollen Lösungen ausgeschlagen werden?

    Irgendwann lebt halt nur noch eine Person in den 200 Quadratmetern und dann ist der Jammer noch größer.

    Das Sprichwort mit den alten Bäumen lasse ich übrigens nicht gelten. Das zeugt nur von Starrsinn und wird tagtäglich tausendfach widerlegt.




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    M.G.Wetrow

  • Wo ist denn das Problem wenn jemand alleine auf seinen 200m² wohnen möchte? Wenn er das Haus finanzieren kann dann ist das doch ganz allein seine Entscheidung. Klar kostet das mehr als eine 40m² Wohnung, und wer merkt dass der Geldbeutel nicht mehr mitspielt, der wird sich von alleine nach einer Alternative umschauen. Bis dahin kann jeder mit seinem Haus machen was er will.

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  • kann jeder mit seinem Haus machen was er will.

    Natürlich kann er oder sie das.

    Ich habe halt die Erfahrung gemacht, dass es mit der Selbstbestimmtheit nicht weit her ist, wenn der Winter kalt und der Schnee auf dem Gehweg hoch ist, die Heizung dauernd ausfällt oder im Sommer der Birnbaum voll hängt und niemand das Obst haben will. Die undankbaren Kinder sind alle weggezogen und kümmern sich nicht.

    Solche Geschichten höre ich jede Woche in der Sprechstunde des Seniorenbeirats.




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    M.G.Wetrow

  • mal ne Frage..


    Vater hat mal den Gasverbrauch abgelesen solange die Heizung aus war, also nur die Zündflamme lief.

    Laut seiner Aussage (er ist Dipl.Ing, also rechnen kann er schon) braucht die Zündflmme hochgerechnet 200m³ im Jahr, also ca. 2000kWh.

    Das entspricht einer Leistung von ca. 160W.


    Das ist doch VIEL zu VIEL oder?


    Vor einiger Zeit gabs mal Probleme mit der Flamme, da war dann ein Heizi da und dann gings wieder.
    Kann man die einfach "aufdrehen" ?

  • Kann man die einfach "aufdrehen" ?

    Wie aufdrehen?

    Willst Du die Zündflamme größer haben?

    Ja, man kann die Gasmenge für die Zündflamme regulieren.

    Die 160 W sind, so sie stimmen, natürlich viel zu viel.

    Ich habe das zu Zeiten von Gasgeräten mit Zündflamme nie austesten können (und wollen), weil ich bis 1992 sechs Geräte in meiner Wohnung hatte.

    Nach meiner Umstellung auf Gaskessel mit WW-Speicher vor 30 Jahren hatte sich das erledigt, weil der Schönebecker Kessel bereits eine elektronische Zündung hatte.




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    M.G.Wetrow

  • Wie aufdrehen?

    Willst Du die Zündflamme größer haben?

    Ja, man kann die Gasmenge für die Zündflamme regulieren.

    Die 160 W sind, so sie stimmen, natürlich viel zu viel.

    naja, es gab ja Probleme mit der Zündflamme und da liegt der Verdacht nahe dass zur Optimierung der Zuverlässigkeit der Heizi die Zündflamme einfach mal auf "max" gestellt hat..

    sie soll eher auf ein sinnvolles Maß zurückgestellt werden.
    Die Frage lautet also eher: lässt sich die Zündflamme einstellen und wie.

  • Und wieder beginnt es mit einer Unterstellung... muss denn jedesmal das sein?


    Je nach Gerät, kann man die Zündflamme garnicht verändern. Die ist vom Hersteller vorgeben. Und das mal eine Zündflammenbrenner verschleisst ist normal.

    Ergo, bitte mehr fakten, als wieder im trüben nach einem schuldigen Dritten fischen.


    EDIT: ich musste selber kurz nachgooglen, und dort wird meist mir 60W gerechnet. was die Zündflamme braucht.

    ABER: ich weiss auch von einem meiner Kunden, das er selber von 1m³ pro Tag gesprochen hat. Und das war auch so ein alter Schinken wie du ihn in der Familie wahrscheinblich hast. Oranges Gerät mit Dauerflamme und PiezoHandzündung. Bodenstehend und Athmosphärisch.

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  • Jetzt war ich zu langsam:


    Noch als Info:

    Pilotflammen älterer Heizkessel und Warmwassererzeuger können auch das Fünf- bis Achtfache verbrauchen.

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  • Da stehen hier im ländlichen Raum noch einige rum - und laufen wohl ohne Probleme.

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