Dämmung von Aussenwänden

  • Hallo,


    ich habe vor mir ein altes Fachwerkhaus zu kaufen. Dieses wurde von aussen vor einigen Jahren saniert. Man hat im Aussenbereich auf die alten Fachwerkbalken neue Balken aufgeschraubt in ca. 80 mm Stärke und die Felder mit 80 mm Styropor ausgekleidet. Darunter ist noch die alte Verkleidung die aus Bruchstein besteht, ca 200 mm dick. Im Innebereich wurden vor allen Wänden Fermacellplatten montiert mit einem Abstand zu den ursprünglichen Wänden von ca. 80 mm ohne Dämmmaterial. Die Fenster wurden auch erneuert und sind mit Doppelverglasung Gilt das schon als Wärmedämmung ? Oder muss z. B. das Styropor dicker sein, z.B. 100 mm. Sind die Balken Wärmebrücken ? Weil da ist ja kein Styropor.


    Vielen Dank

  • Gilt das schon als Wärmedämmung ? Oder muss z. B. das Styropor dicker sein, z.B. 100 mm.

    Das gilt schon als Wärmedämmung, oder meinst Du damit, ob die Anforderungen des GEG eingehalten werden?


    Das GEG gibt für Außenwände einen U-Wert von 0,24W/m²K vor, dieser wird durch die 8cm Wärmedämmung nicht erreicht. Du schreibst jedoch auch,


    Dieses wurde von aussen vor einigen Jahren saniert.

    es wäre gut möglich, dass die Anforderungen der zu diesem Zeitpunkt gültigen EnEV erreicht wurden, evtl. gab es auch Erleichterungen für Fachwerk, das müsste man einmal nachlesen. Dann gibt es keinen Grund daran etwas zu ändern, falls die Fassade nicht erneut modernisiert werden soll.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Du solltest den Wandaufbau trotzdem überprüfen lassen, das liest sich stark nach "Eigenleistung ohne Ahnung". Grade bei Fachwerk (aber auch sonst) kann eine falsche Ausführung schadensträchtig sein.

  • altes Fachwerkhaus … wurde von aussen vor einigen Jahren saniert. Man hat im Aussenbereich auf die alten Fachwerkbalken neue Balken aufgeschraubt in ca. 80 mm Stärke und die Felder mit 80 mm Styropor ausgekleidet. Darunter ist noch die alte Verkleidung die aus Bruchstein besteht, ca 200 mm dick.

    Sind die Bruchsteine wirklich eine Verkleidung, die Ausmauerung des Fachwerks oder in diesem Bereich die eigentliche tragende Wand?


    Die „Sanierung“, vor allem die Dämmung liest sich fragwürdig:

    • 8 cm Styropor („EPS“) waren schon vor über 30 Jahren zu wenig um effizientes Heizen zu ermöglichen.
    • EPS in Plattenform läßt sich dicht gestoßen ganz ordentlich zu einer lückenlosen Wärmedämmung verarbeiten, nicht aber zwischen den Hölzern einer Lattung.
    • Bei einem Fachwerk ist durch die Anordnung von (feuchteempfindlichem) Holz im Wandquerschnitt besondere Vorsicht geboten, was Kondensation angeht.
    • Ja, die äußeren Latten sind eine Wärmebrücken.

    Die Modernisierung der Gebäudehülle ist bei Fachwerk besonders sensibel und sollte fachkundig begleitet, besser angeleitet werden!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.


  • Das GEG gibt für Außenwände einen U-Wert von 0,24W/m²K vor, dieser wird durch die 8cm Wärmedämmung nicht erreicht. Du schreibst jedoch auch,

    ich habe neulich in einem Arbeitsblatt der Propstei Johannesberg gelesen, dass für Fachwerkwände bis 150 kg/m2 ein k von 1,22 zulässig ist. Eine Quelle oder soetwas stand da nicht dabei. Weiß jemand woher das kommt oder worauf sich diese Aussage stützt?

    Jochen

  • … altes Fachwerkhaus … wurde von aussen vor einigen Jahren saniert. Man hat im Aussenbereich auf die alten Fachwerkbalken neue Balken aufgeschraubt in ca. 80 mm Stärke und die Felder mit 80 mm Styropor ausgekleidet. Darunter ist noch die alte Verkleidung die aus Bruchstein besteht, ca 200 mm dick.

    Sind die Bruchsteine wirklich eine Verkleidung, die Ausmauerung des Fachwerks oder in diesem Bereich die eigentliche tragende Wand?


    Die „Sanierung“, vor allem die Dämmung liest sich fragwürdig:

    • 8 cm Styropor („EPS“) waren schon vor über 30 Jahren zu wenig um effizientes Heizen zu ermöglichen.
    • EPS in Plattenform läßt sich dicht gestoßen ganz ordentlich zu einer lückenlosen Wärmedämmung verarbeiten, nicht aber zwischen den Hölzern einer Lattung.
    • Bei einem Fachwerk ist durch die Anordnung von (feuchteempfindlichem) Holz im Wandquerschnitt besondere Vorsicht geboten, was Kondensation angeht.
    • Ja, die äußeren Latten sind Wärmebrücken.

    Die Modernisierung der Gebäudehülle ist bei Fachwerk besonders sensibel und sollte fachkundig begleitet, besser angeleitet werden!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • 8 cm Styropor („EPS“) waren schon vor über 30 Jahren zu wenig um effizientes Heizen zu ermöglichen.

    Das ist zwar richtig, aber die EnEV forderte damals auch nur U-Werte von beispielsweise 0,35W/m²K oder gar nur 0,45W/m²K, und letzteres konnte man mit 8cm Dämmung in der damals typischen WLG040 erreichen. Ich möchte natürlich nicht ausschließen, dass im o.g. Fall ein bisschen schöngerechnet wurde, die 8cm "Luftschicht" raumseits würde ich jetzt nicht als "typisch" bezeichnen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Styropor gehört nicht auf oder ins Fachwerk, das ist immer Murks!

    So wie ich es sehe ist der Feuchtetransport jetzt in der Wand geblockt und kann nur nach Innen entfeuchten/austrocknen.

    Das wird nicht ausreichen, zumal du auch nichts über die Hinterlüftung schreibst.

    Schau dir mal das aktuelle Video von Laura Kampf an (You Tube) da kann man sehr schön sehen, was mit Fachwerk passiert, wenn Die Feuchte nicht mehr abtrocknen kann.

    Ich würde die Finger von so einem Haus lassen!

  • Styropor gehört nicht auf oder ins Fachwerk, das ist immer Murks!

    Aha! Und wie funktionieren dann WDVS auf EPS-Basis?

    So wie ich es sehe ist der Feuchtetransport jetzt in der Wand geblockt und kann nur nach Innen entfeuchten/austrocknen.

    Das ist falsch, denn EPS ist ausreichend wasserdampfdiffusionsoffen. Nein, ich bevorzuge anderes Dämmstoffe, aber mit Verlaub: Das ist nun wirklich Unsinn! Trotzdem könnte eine innenseitige Dampfbremse sinnvoll sein.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Aha! Und wie funktionieren dann WDVS auf EPS-Basis?

    Das ist falsch, denn EPS ist ausreichend wasserdampfdiffusionsoffen. Nein, ich bevorzuge anderes Dämmstoffe, aber mit Verlaub: Das ist nun wirklich Unsinn! Trotzdem könnte eine innenseitige Dampfbremse sinnvoll sein.

    Du wirst mir doch jetzt nicht ernsthaft erklären wollen, dass das Fachwerk an der Styroporfläche ein Chance hat abzutrocknen, wie das vorher an der Außenluft möglich war?

  • , wie das vorher an der Außenluft möglich war?

    Wenn direkter Aussenluftkontakt gegeben ist, ist auch Feuchte aus Niederschlägen vorhanden. Wenn eine andere Schicht den Aussenluftkontakt übernimmt, muss auch diese Feuchte nicht mehr abtrocknen, weil der Niederschlag vorher "abgefangen" wird

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Es geht hier aber um die Feuchte die in der Wand ist und von Innen ständigt nachgeführt wird. In der Praxis führt das immer dazu, dass die Balken vergammeln, erst nur außen zur Sperrschicht hin.

    Von innen merkt man da noch garnix, weil es sich nocht massiv anfühlt und anhört, später zeigen sich Risse und der Schwellbalken gibt nach. Auf diese Weise wurden unzählige Häuser in wenigen Jahren zerstört, das sollte doch auch hier bekannt sein!

  • Du wirst mir doch jetzt nicht ernsthaft erklären wollen, dass das Fachwerk an der Styroporfläche ein Chance hat abzutrocknen, wie das vorher an der Außenluft möglich war?

    Ich will Dir garnichts erklären. Du vergleichst hier aber grad gleichzeitig Äpfel mit Birnen und Pflaumen:

    1. Freiliegendes Holzfachwerk kann aussenseitig wunderbar abtrocknen, wird aber vorher erstmal direkt vom Niederschlag nass. Der Vorteil kompensiert also nur einen Nachteil.
    2. Außenseitig vor einer Luftschicht mit einer wasserableitenden Schicht von Niederschlag geschütztes Holzfachwerk hat diesen Nachteil nicht, wird also nicht durch Niederschlag nass, auch nicht wenn man zwischen tragenden Wandbildnern und Wetterschutzschale noch eine Wärmedämmung anordnet. Dennoch kann es durch die Luftschicht wunderbar abtrocknen (-> Fachwerk mit Schiefer- oder Schindelverkleidung, ggf. außenseitig gedämmt).
    3. Auch außenseitig wärmegedämmtes und mit einer wasserableitenden Schicht (Putz) von Niederschlag geschütztes WDVS hat diesen Nachteil nicht, wird also nicht durch Niederschlag nass. (-> Fachwerk mit WDVS).

    Kurz: Was nicht nass wird, muss auch nicht abtrocknen.


    Und noch einmal: EPS ist für WDVS ausreichend wasserdampfdiffusionoffen.

    • Bei einem Fachwerk ist durch die Anordnung von (feuchteempfindlichem) Holz im Wandquerschnitt besondere Vorsicht geboten, was Kondensation angeht.

    Die Modernisierung der Gebäudehülle ist bei Fachwerk besonders sensibel und sollte fachkundig begleitet, besser angeleitet werden!

    und:

    ... ich bevorzuge andere Dämmstoffe ...

    Faserdämmstoffe nämlich, ...

    ... aber mit Verlaub: Das ist nun wirklich Unsinn! Trotzdem könnte eine innenseitige Dampfbremse sinnvoll sein.

    Bitte dann erzählt doch weiter das Märchen von derr tollen WDVS im Albau und besonders toll mit Fachwerk.

    Wo bitte habe ich geschrieben, dass ich EPS-basiertes WDVS im Allgemeinen, im Besonderen im Altbau und ganz besonders vor Holzfachwerk für empfehlenswert halte? Nur weil ich auf einen Unsinn hinweise und ihn korrigiere, befürworte ich noch lange nicht einen anderen Unsinn!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Es geht hier aber um die Feuchte die in der Wand ist und von Innen ständigt nachgeführt wird.

    Wenn (Raum)Luftfeuchtigkeit durch eine Wand diffundieren muss dann läuft etwas schief, denn die Menge die unter idealen Bedingungen diffundieren könnte ist vernachlässigbar, völlig unabhängig davon ob mit oder ohne WDVS. EPS ist keine Plastikfolie sondern besteht größtenteils aus Luft.

    Die falsche Farbe auf den Putz streichen ist schlimmer als die EPS Platten.


    Natürlich könnte man auch ein anderes Material nehmen, aber die Behauptung, dass EPS ursächlich für Feuchteschäden ist, sollte man zumindest begründen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Habt ihr nen EPS Sponsor?

    Ich nicht,

    ich bevorzuge andere Dämmstoffe,

    Faserdämmstoffe nämlich, ...

    Nur weil ich auf einen Unsinn hinweise und ihn korrigiere, befürworte ich noch lange nicht einen anderen Unsinn!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Habt ihr nen EPS Sponsor?

    Sicherlich nicht. Könnte es sein, dass Du Dich noch nie ernsthaft mit dieser Thematik auseinandergesetzt hast?


    aber die Behauptung, dass EPS ursächlich für Feuchteschäden ist, sollte man zumindest begründen.

    Irgendetwas nachplappern ist natürlich einfacher.


    Welches Material für welchen Zweck als Dämmung eingesetzt werden sollte, sollte man anhand nachvollziehbarer Fakten entscheiden und nicht nach Bauchgefühl oder weil man irgendwo im Internet mal etwas gelesen hat. Ich käme jetzt nicht auf die Idee ein xxx Jahre altes Fachwerkgebäude außen mit EPS zu dämmen, nicht weil das technisch nicht möglich wäre, sondern weil ich der Meinung bin, dass man hier bei der Wahl der Materialien auch das Alter und Bauweise berücksichtigen sollte, und da gibt es in meinen Augen geeignetere Lösungen. Letztendlich ist das aber allein die Entscheidung des Eigentümers, und irgendwelche nicht fundierten Sprüche bringen an dieser Stelle gar nichts.


    Du kannst von Deinem Bauchgefühl schreiben, von einem Planer hingegen würde ich auch erwarten, dass er seinem Kunden alle Optionen aufzeigt, mit Vor- und Nachteilen, anhand nachvollziehbarer Daten. Dann kann der Kunde entscheiden.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .