welche Fassung BauNVO?

  • Hallo zusammen,


    hier kurz die Fakten :


    Haus gebaut = mitte der 50er

    letzte bekannte Änderung des B-Plan = 1988 (somit der aktuelle)

    Meines wissens, die 1988 gültige Fassung der Baunutzungsverordnung = 1977


    Meine Frage :


    Wenn ich "jetzt" etwas zusätzlich bauen möchte - z.B Carport, Terrasse, Garage,

    auf welche Fassung der Baunutzungsverordnung kann ich mich stürzen?


    Ist die 1977er Fassung in meinem Fall die aktuell noch gültige, oder muss ich mich an die neue halten?


    Im I-Net gibt sind zwar Regelungen zu finden, die besagen das die 1977er immer noch gilt, aber mir ist

    deutlich ob es sich auf einen "Bestandsschutz" bezieht, oder diese auch bei Neuvorhaben anzuwenden ist (Nebenanlagen)


    Kennt sich da jemand aus???


    viele Grüße

  • Gibt es dazu irgendwo eine eindeutige Grundlage/Quelle zum nachlesen?

    Na gut, dann eben kompliziert:

    Es gelten immer die Gesetze und Verordnungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung in Kraft sind. Wenn Du kommenden Montag einen Antrag stellst, gilt die BauNVO 2017, zuletzt geändert am 14.06.2021. Dort findest Du unter den §§25ff die Überleitungsvorschriften. Darin ist geregelt, welche Fassung anzuwenden ist, nämlich die, die zum Zeitpunkt der Offenlage des Bebauungsplanes in Kraft war.

  • Darin ist geregelt, welche Fassung anzuwenden ist, nämlich die, die zum Zeitpunkt der Offenlage des Bebauungsplanes in Kraft war.

    Klasse, besten Dank...


    Um jetzt ganz sicher zu gehen ,würde ich meine Frage gern nochmal konkretisieren / auf den Punkt bringen.


    Aus der BauNVO 77 (welche ja für mich Gültigkeit hat) interpretiere ich, dass Carports und Terrassen (in meinem Fall Terrasse) unabhängig von der GRZ gebaut werden dürfen. Ich kann also eine Terrasse oder Carport bauen, obwohl ich die GRZ von 0,3 schon ausgeschöpft habe. Auch unabhängig davon ob die Terrasse/Carport Freistehend ist oder direkt am Gebäude angeschlossen ist.


    Ist das soweit richtig? Oder habe ich etwas übersehen?


    Grüße

    Mio

  • Gibt nur das:


    B-Plan 1962 "Parken" = Auf jedem Grundstück ist je Wohneinheit ein Einstellplatz zu erstellen und eine Garage vorzusehen!


    Änderung B-Plan 1988 = Nichts


    Wenn Allgemein zulässig, liege ich dann mit meiner obigen Annahme (GRZ- Befreiung von Terrassen/Carports) richtig?

  • Hab ich mir gerade durchgelesen... Ja, denke das ist eindeutig. Wenn mir jetzt nicht noch ein Paragraph dazwischen funkt, Lande ich immerhin bei 0,4 ... sehr gut danke.


    Ich bin über noch ein Zwickmühle gestolpert... dazu mache ich mal einen neuen Thread


    Grüße

  • Nein, es gelten m.E. die Obergrenzen gem. § 17 BauNVO 1977.

    IMHO trifft das nicht zu. Zum einen gelten die Obergrenzen für die Stadtplaner, die die Bebauungspläne aufstellen (§16 Abs. 2 BauNVO), zum anderen werden Terrassen nach §19 Abs. 4 ja nicht mitgerechnet, so dass jede Obergrenze diesbezüglich ins Leere läuft.

    GRZ- Befreiung von Terrassen/Carports

    Für Stellplätze (auch überdachte) und Garagen könnte auch §21a BauNVO von Bedeutung sein.

  • Du hast bedacht,dass die Terrasse überdacht werden soll?

    Ja, allerdings kann ich weder im Verordnungstext noch in den Erläuterungen von München und Frankfurt eine Unterscheidung erkennen.


    Wir können aber mal versuchen ins Detail zu gehen.

    B-Plan 1962

    Je nach dem, was 1988 geändert wurde, könnte noch die BauNVO 1962 gelten. Diese enthält das Wort "Terrasse" nicht. Somit fallen Terrassen unter die baulichen Anlagen, die im Bauwich zulässig sind, was aber eine Überdachung ausschließt.

  • Der erste "ursprüngliche" B-Plan ist von April - 1962 , die 3 Änderung (mich betreffenden) ist von 1988!

    Dort wird einzig das Thema GRZ+GfZ behandelt, sonst meines Erachtens nichts.


    Hierzu musst du mich bitte abholen:

    was aber eine Überdachung ausschließt.


    Wenns die 62er sein sollte und die Überdachung ausgeschlossen ist , wie wird sie denn dann behandelt?


    Ich meine ,in der 77er wird auch nichts von einer Überdachung erwähnt...???

  • Wenns die 62er sein sollte und die Überdachung ausgeschlossen ist , wie wird sie denn dann behandelt?

    Sobald eine Terrasse überdacht wird, löst sie Abstandsflächen aus. Da sie, sofern sie am Haus anschließt, auch keine Nebenanlage nach §14 BauNVO ist, findet §19 Abs. 4 keine Anwendung und die Terrasse zählt zur GRZ dazu.

    ch meine ,in der 77er wird auch nichts von einer Überdachung erwähnt...???

    Das ist richtig. 1977 sind In §19 Abs. 4 Terrassen aber ausdrücklich zusätzlich zu den abstandsflächenlosen baulichen Anlagen aufgelistet. Da nicht zwischen überdacht und nicht überdacht unterschieden wird, sind also alle Terrassenflächen nicht anzurechnen.

  • Je nach dem, was 1988 geändert wurde, könnte noch die BauNVO 1962 gelten

    Hoffe du hast noch etwas Geduld :)


    Da ja in der Änderung 1988 Nebenanlagen/ Terrassen / Garagen usw. nicht Thematisiert wurden, bin ich jetzt davon ausgegangen, dass zu genau diesen Themen dann immer noch die BauNVO 1962 anzuwenden ist.

    Was hat dich denn jetzt dazu bewegt, dass die BauNVO 1977 die ist, welche betrachtet werden muss ???

  • Hoffe du hast noch etwas Geduld

    Sie geht zur Neige, da Deine Informationen nur tröpfchenweise fließen und zudem noch auf zwei Threads verteilt sind, statt Dein Vorhaben mit einem maßstäblichen Lageplan zu beschreiben und mit vollständigen BPlänen zu fragen, ob etwas gegen die Errichtung einer Terrasse und einem Carport spricht.

    Was hat dich denn jetzt dazu bewegt, dass die BauNVO 1977 die ist, welche betrachtet werden muss ???

    Weil die Änderung auch das Maß der baulichen Nutzung (GRZ, GFZ) betrifft.

  • Sie geht zur Neige, da Deine Informationen nur tröpfchenweise fließen und zudem noch auf zwei Threads verteilt sind, statt Dein Vorhaben mit einem maßstäblichen Lageplan zu beschreiben und mit vollständigen BPlänen zu fragen, ob etwas gegen die Errichtung einer Terrasse und einem Carport spricht.

    Weil die Änderung auch das Maß der baulichen Nutzung (GRZ, GFZ) betrifft.

    Verstanden, bin ich falsch angegangen - wird optimiert.

    Nichtsdestotrotz hab ich schon ordentlich was gelernt und bis hierhin schonmal vielen vielen vielen (kanns nicht oft genug sagen) Dank

  • Nach der Ohrfeige, andere Frage neuer Thread?


    Ich mach mal hier weiter...


    Escroda ,


    Mein Nachbar steht mit seinem Haus 2.50 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt (Niedersachsen).

    Kommt aus einer guten alten Zeit (eine Phase) wo das wohl die Regel / erlaubt war habe ich gelernt.

    Alles gut, soll er auch - mir Egal...

    Aber wie weit müsste ich denn jetzt eigentlich weg bleiben?

    3 oder auch 2.50m ???

  • Nach der Ohrfeige

    Wieso Ohrfeige? Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass in naher Zukunft Deine Hoffnung auf etwas Geduld enttäuscht werden könnte, und eine Begründung angefügt.

    Aber wie weit müsste ich denn jetzt eigentlich weg bleiben?

    0,5H (§5 Abs. 2 NBauO)

    3 oder auch 2.50m ???

    Sofern Deine Überdachung nicht höher als 6m wird also 3m.