Steckdose auf dem/in den Rolladenkasten

  • Liebe Bauexperten,


    In Kurz:

    Kann ich eine Steckdose vorn auf einen Rolladenkasten setzen?


    In Lang:

    ich hoffe ihr könnt mir mit eurer Expertise bei Folgendem eine Einschätzung geben:

    Setting:
    Ich rüste gerade die Rolläden in einem Haus von 2015 mit händischem Gurtwickler auf elektrisch um - warum in einem so jungen Haus nicht von vornherein elektrische Rolläden verbaut wurden ist mir ein Rätsel.

    Die Rolladenkästen sind alle recht gut isoliert, innen klebt eine ca. 10cm dicke Styroporschicht an allen relevanten Seiten. Die Revisionsklappe ist unten am Kasten.

    Nun plane ich von den bestehenden Steckdosen am Boden jeweils einen Schlitz hoch, auf Höhe des Kastens zu ziehen. An jedem Rolladenkasten soll dann eine Steckdose zu platziert werden (Weihnachtsbeleuchtung, Accesspoints o.ä.) Von dort geht dann ein Kabel weiter in den Kasten. Da ich Rademacher-Motoren verwende, möchte/brauche ich zwischendrin keinen extra Schalter setzen. Das geht per Funk(schalter).

    Die Kästen sind durch den bestehenden Gurt und den Wickler ein gutes Stück breiter als die eigentliche Rollade. Dadurch kann ich leider nicht einfach einen geraden Schlitz hochziehen und dort die Dose hinsetzen - die wäre dann im Kasten. Ich muss also eine von zwei Optionen wählen, bei denen ich mich über eine Einschätzung von euch sehr freuen würde:

    Option a)
    Ich gehe ein Stück weiter in Richtung des Kastens. Dort entferne ich dann die "Gurtleitrolle" (manchmal auch "Steckleitrolle" genannt d.h. der Zugang des Gurts zum Kasten). Dieses Ding ist ein Ungetüm: Es steht raus und soll daher mindestens mal abgeflext werden, geht aber auch rund 5cm in den Kasten (in das Styropor) rein. Vom durchmesser ist es ca. so wie eine abgewickelte Klopapierrolle. Wenn ich das Ding nicht abflexe, sondern raushole habe ich also sowieso ein Loch im Kasten.

    Das könnte ich noch ein bisschen verbreitern und dann eine winddichte Dose reinsetzen, das Kabel für den Motor noch durchziehen und mit Schaum und/oder Styrodureinsätzen und/oder Mörtel dahinter zu machen. Die Dose endet ca. 4-5cm vor Ende der Styroporisolierung. Dadurch, dass in dem Teil des Rolladenkastens recht viel Platz ist (Gurtrolle fehlt ja in Zukunft) kann ich dieses Loch vermutlich gut abdichten und nochmal eine 3-4cm Styrodurplatte davor kleben. Option a) wäre leichter umzusetzen.

    Option b)
    Ich flexe die Gurtleitrolle ab und verspachtel sie. Das Loch mache ich von hinten zu. Dann setze ich eine Dose neben den Kasten und bohre von innerhalb des Kastens einen Zugang zur Steckdose für die Verkabelung. Option b) ist vermutlich mehr Aufwand. Ich habe dann eine zweite Öffnung im Kasten.

    Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir einen Rat geben könntet.

    Ganz herzlichen Dank im Voraus!!!!

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Mehrfachumbrüche entfernt

  • - warum in einem so jungen Haus nicht von vornherein elektrische Rolläden verbaut wurden ist mir ein Rätsel.

    Warum nicht? Rolläden mit manuellen Gurtwicklern funktionieren bei "normaler" Nutzung erfahrungsgemäß über Jahrzehnte, schließlich lässt niemand ständig den Rolladen rauf und runter. Wenn Du Pech hast, dann hast Du in dieser Zeit ein halbes Dutzend el. Antriebe verschlissen, wobei es sich nicht einmal um mechanischen Verschleiß handeln muss, es gibt viele Gründe warum so ein el. Antrieb plötzlich seine Arbeit einstellt.


    d.h. der Gurtwickler ist nicht unbedingt die Variante mit dem höchsten Komfort, aber zuverlässig und günstig.


    Wer sein Haus vollständig automatisieren möchte, der sollte natürlich auf el. Antriebe setzen und die Nachteile (Komplexität, geringere Ausfallsicherheit) in Kauf nehmen.


    Option b)

    So habe ich es gemacht, wobei ich aber keine Steckdose gesetzt habe sondern nur eine Verteildose. Bisher gab es noch keinen Grund hier eine Steckdose zu platzieren. Weihnachtsbeleuchtung wird von einer Steckdose unterhalb des Fensters versorgt. Router steht auf einem SChrank und die Leitungen verlaufen hinter dem Schrank. Ich wüsste also nicht, warum ich an dieser Stelle direkt neben dem Rolladenkasten eine Steckdose montieren sollte, auch wenn das einfach möglich wäre.

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  • Ist damit der Aussenwandbereich oder die Innenwand gemeint?

    Ich formuliere noch einmal anders: Ist die Außen- oder die Innenseite der Außenwand gemeint?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ist damit der Aussenwandbereich oder die Innenwand gemeint?

    Die Innenseite der Aussenwand (also die die man tapeziert)! Glücklicherweise gibt es an jedem Fenster mindestens in Bodennähe eine Steckdose, bei manchen auch auf Schalterhöhe.


    Der Schlitzaufwand wird sich in Grenzen halten, aber das Thema Dämmung und Dichtigkeit sorgen mich.


    Danke schonmal für die Antwort

  • Das könnte ich noch ein bisschen verbreitern und dann eine winddichte Dose reinsetzen

    Meinst Du, Du willst eine Hohlwanddose IN die Verkleidung des Rollladenkastens einlassen so wie in eine Gipskartonwand?


    Ich würde mich nicht wundern, wenn dann regelmäßig im Winter der FI rausfliegt. Weil zwischen Hohlwanddose und Aussenluft im Rollladenkasten keine/zu wenig Dämmung übrig bleibt und die Luftfeuchte der Innenluft in der Hohlwanddose kondensiert (und einen Kurzschluß verursacht).

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Meinst Du, Du willst eine Hohlwanddose IN die Verkleidung des Rollladenkastens einlassen so wie in eine Gipskartonwand?


    Ich würde mich nicht wundern, wenn dann regelmäßig im Winter der FI rausfliegt. Weil zwischen Hohlwanddose und Aussenluft im Rollladenkasten keine/zu wenig Dämmung übrig bleibt und die Luftfeuchte der Innenluft in der Hohlwanddose kondensiert (und einen Kurzschluß verursacht).

    Ganz genau, die Dose soll IN die Verkleidung des Rolladens.


    Man kann sich das Innenleben des aktuellen Kastens wie folgt vorstellen:

    https://www.fensterblick.de/files/bilder/rollladen/drutex-aufsatzkasten-rs-styropor-revision-aussen.jpg

    (nicht exakt gleich, aber die Dämmung ist ziemlich genau so.) Die Styroporschicht im Bild rechts (dickster Teil) ist locker 10cm dick.


    Eine Dose würde davon dann 6 oder 4cm einnehmen. Dadurch dass der Gurtwickler nicht mehr da ist, kann ich auch noch eine 5cm dicke Styrodurplatte hinten an die Öffnung kleben, so dass ich insgesamt wieder auf 10cm Dämmung käme.

  • Mach, was Du meinst. Ich hab nur laut(schriftlich) gedacht. Ist auch nicht nur Theorie, hab ich so ähnlich schon mal erlebt als SV.

    Das sind aber ja wertvolle Infos, danke schonmal.


    Ich war mir nur nicht sicher, ob das Setting klar war.


    Könnte man ggf. durch die Gurtöffnung denn ein Kabel in den Kasten einführen und die dazu passende Dose neben den Kasten setzen? Oder lieber von innen durch? Durch die Dicke Dämmung kann ich die Bohrung nämlich leider nur mit mehr als 6cm Abstand zum Innenseiten-Putz setzen und finde dann ggf. die Dose nicht.

  • Der Schlitzaufwand wird sich in Grenzen halten, aber das Thema Dämmung und Dichtigkeit sorgen mich.

    Nahezu raumhohe Wandschlitze im Lastabtragebereich des Fenstersturzes werden auch nicht immer gern gesehen.


    Was spricht denn dagegen, die gewünschte Steckdose seitlich mit Abstand neben dem Rolladen zu setzen und von dort aus eine Leitung als Einzelkabeleinführung in den Rolladen zu bringen?

  • Nahezu raumhohe Wandschlitze im Lastabtragebereich des Fenstersturzes werden auch nicht immer gern gesehen.


    Was spricht denn dagegen, die gewünschte Steckdose seitlich mit Abstand neben dem Rolladen zu setzen und von dort aus eine Leitung als Einzelkabeleinführung in den Rolladen zu bringen?

    Ganz lieben Dank euch beiden! Nur dass ich die Tabelle von Skeptiker als Laie verstehe: ich muss die Schlitze mit mindestes 24cm Abstand zu den Fensteröffnungen (oder: Zum Rolladenkasten?) setzen? Dann wäre die Option mit dem „Steckdose in den Kasten setzen“ vermutlich sofort raus.


    Ich denke ich werde die Steckdose dann - wie du schreibst - neben die Rolladen setzen.


    Am liebsten würde ich dann von inneren des Rolladenkastens zur Dose (durch die Wand) bohren. Denkst du, das ist eine gute Idee?

  • Nur dass ich die Tabelle von Skeptiker als Laie verstehe: ich muss die Schlitze mit mindestes 24cm Abstand zu den Fensteröffnungen (oder: Zum Rolladenkasten?) setzen?

    nein, laut der rot umrandeten Bereiche ich Anmerkungen der Tabelle gilt:



    Als Schlitztiefe sind beim nachträglichen Schlitzen abhängig von der Mauerwerksstärke bis zu 30 mm zulässig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Als Schlitztiefe sind beim nachträglichen Schlitzen abhängig von der Mauerwerksstärke bis zu 30 mm zulässig.

    Benötigt werden vermutlich höchstens 10mm in der Wand, dann wird das Kabel noch von 10mm Putz überdeckt. Da ist man also weit im grünen Bereich.


    Am liebsten würde ich dann von inneren des Rolladenkastens zur Dose (durch die Wand) bohren. Denkst du, das ist eine gute Idee?

    Oder von der Dose zum Rolladenkasten. Wie es halt beliebt oder wie man besser hinkommt.

  • Meinst Du?

    Ja. Wobei ich mich hier nicht unbedingt um die Schlitztiefe sorge , sondern eher den Abstand Fensteröffnung - Wandschlitz beachten würde.

    Installationszone ELT darf 10-30cm von der Fensteröffnung entfernt liegen, eine (evtl. beim TE vorhandene u.P.-)-Gurtführung würde ich wesentlich näher an der Fensteröffnung erwarten. Die Beschreibung des TE deutete darauf hin, das der Wandschlitz sehr nahe an der Fensteröffnung entlang geplant war:

    Könnte man ggf. durch die Gurtöffnung denn ein Kabel in den Kasten einführen und die dazu passende Dose neben den Kasten setzen?

    Deshalb mein Hinweis, Dose seitlich und Abstand halten.