Frage zu Lavendel

  • Hallo,


    ich habe eine Frage zum Wuchs von Lavendel.

    Ich habe an einem schmalen Hangbereich gute Erfahrungen mit Lavendel gemacht, keine Probleme mit Trockenheit und schnelle Ausbreitung in der Fläche.

    Nun wird der Lavendel dort jährlich von meiner Frau geschnitten, ich würde nun gerne an einem sonnigen und schlecht zu bewirtschafteten Hang auch Lavendel pflanzen.

    Was passiert eigentlich langfristig mit dem Lavendel wenn man ihn nicht zurückschneiden würde? Es handelt sich meines Wissens nach um 'echten Lavendel'


    Für Tips wäre ich sehr dankbar.

  • Was passiert eigentlich langfristig mit dem Lavendel wenn man ihn nicht zurückschneiden würde?

    Ich würde mal sagen, er wird zu einem großen Strauch der in die Breite geht (auseinander fällt) , im Kern verholzt ist und kaum noch Blüten treibt, oder zumindest nicht mehr so "dicht" blüht.

    Auf meiner Grundstücksgrenze sitzen so ein paar Kandidaten, nicht unbedingt ein schöner Anblick. Nach jetzt 7 Jahren versuche ich die 5 Sträucher zu verjüngen, also gab es dieses Frühjahr einen radikalen Schnitt auch in´s alte Holz. Bei einem kamen unten neue Triebe hervor, die anderen 4 Stück zeigen noch keinen Erfolg. Ich habe das zuerst auf den geringen Niederschlag im Sommer zurückgeführt, also warten wir mal ab wie es nächstes Frühjahr aussehen wird.


    Ich hoffe darauf, dass mir die Robustheit des Lavendels etwas entgegenkommt. Vor vielen Jahren habe ich mal so einen verwucherten Strauch auf etwa 20cm herunter geschnitten, das tat richtig weh, nach 2 Jahren sah er aus wie neu.


    d.h. Wenn Du den Lavendel über viele Jahre gar nicht schneidest dann bekommst Du eine Strauchlandschaft mit vereinzelten Blüten in einer Höhe von vielleicht 1-1,5m. Wieviele Jahre das so ein Strauch überlebt, das habe ich noch nicht ausprobiert. Ich könnte mir vorstellen, dass so ein verholzter Strauch irgendwann so gut wie gar keine neuen Blüten mehr ansetzt und daher nicht so alt wird wie ein Strauch der regelmäßig gepflegt wird.

    Geht man davon aus, dass bis dahin jedes Jahr Samen auf dem Boden gelandet sind, dann werden zwischen den Sträuchern wohl schon neue wachsen und den durch die alten Pflanzen geschaffenen Freiraum erobern.


    Die Pflege dient also nicht nur der Optik sondern hält die Pflanze auch vital und verlängert ihr Leben.

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  • ich würde nun gerne an einem sonnigen und schlecht zu bewirtschafteten Hang auch Lavendel pflanzen.

    Vielleicht noch als Ergänzung.


    Du hast nicht geschrieben wie groß dieser Hang ist. Schaut man sich in der Natur um, so wird man feststellen, dass sich im Laufe der Jahre noch viele andere Pflanzen ansiedeln werden, darunter auch Kandidaten die sich gegenüber dem Lavendel durchsetzen können. Das hängt auch von den Boden- und Lichtverhältnissen ab, und die Pflanzen in der Nachbarschaft spielen auch eine Rolle.


    Zieht man nun einen Zeitraum von Jahrzehnten heran, dann könnten dort auch andere Sträucher oder sogar Bäume wachsen.

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  • Was passiert eigentlich langfristig mit dem Lavendel wenn man ihn nicht zurückschneiden würde?

    s.u.

    Ich würde mal sagen, er wird zu einem großen Strauch der in die Breite geht (auseinander fällt) , im Kern verholzt ist und kaum noch Blüten treibt, oder zumindest nicht mehr so "dicht" blüht.

    auf etwa 20cm herunter geschnitten, das tat richtig weh, nach 2 Jahren sah er aus wie neu.

    ist wie bei vielen sträuchern , ein gescickter altholz(raus)schnitt wirkt manchmal wunder . aber vorsicht , nicht alle strächer danken es einem , es gibt kandidaten , die es auch heftig übelnehmen :eek:

    dass so ein verholzter Strauch irgendwann so gut wie gar keine neuen Blüten mehr ansetzt

    garkeine wohl nicht , aber lavendel sieht als überalterter strauch ziemlich traurig aus...

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • warum?

    lavendel ist klasse , muss man halt ab und an schneiden.


    die teleskopschere ist schon erfunden :yeah:

    und da schnittgut braucht man doch nicht wegräumen , schützt sogar vor spontanvegetation :D

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ja, es wäre gut zu wissen wie groß der Hang tatsächlich ist, um den Aufwand bzw. Möglichkeit der Pflege abschätzen zu können.


    Kollege hat so ein Hangrundstück, davon ca. 600m² die nicht so einfach zugänglich sind. Früher hat er das alles selbst gemacht, zwischenzeitlich ist er schon etwas älter und engagiert alle paar Jahre Profis die den Hang ausmisten. Die sind mehrere Tage damit beschäftigt.

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  • Die Fläche ist doch überschaubar. Was spricht dagen hier den Lavendel zu schneiden? Wenn Du damit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen möchtest, dann geht man halt ab und zu mit der Heckenschere drüber. Besser ein schlechter Schnitt als gar kein Schnitt, und wenn man das einmal in einem Jahr versäumt, dann halt im nächsten Jahr etwas mehr runter nehmen.


    Wenn Du den Lavendel gar nicht schneidest, dann sieht die Böschung in 10 Jahren nicht viel anders aus als jetzt. Alle möglichen Pflanzen und dazwischen ein paar verhungerte Lavendelsträucher.


    Ich würde hier nicht überall Lavendel setzen sondern die Fläche nutzen und verschiedene Pflanzen kombinieren. Es gibt auch Bodendecker in verschiedenen Farben die auch relativ pflegeleicht sind und wasweissich kennt da sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten, beispielsweise Pflanzen die im Frühjahr blühen kombiniert mit solchen die eher im Herbst blühen. Ein Freund hat mir mal Phlox oder so ähnlich empfohlen, die gibt es in verschiedenen Farben und die bilden mit den Jahren einen dichten Teppich. Denen muss man angeblich nur ab und zu die Grenzen aufzeigen damit sie sich nicht unkontroliert ausbreiten, ansonsten wären sie pflegeleicht.

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  • wenn man es noch etwas aufpeppen will , nimmt man noch Buddleja (Schmetterlingsflieder) die mag auch trockene, sonnige standorte , blüht genauso üppig wie lavendel , .........


    auch , wie der deutsche name sagt ,sehr bei schmeterlingen und hummeln beliebt....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • :thumbsup:

    Jepp, ich mag Schmetterlingsflieder, obwohl er als "invasive" Art von einigen Leuten verteufelt wird. 2 Stück hatte ich auf der Terrasse, da war immer Leben im Strauch. Schmetterlinge, Taubenschwänzchen (oder wie die auch heißen), da war immer was los. Leider haben beide den vorletzten Winter nicht überlebt, aber Nachschub ist schon unterwegs. ;) .

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  • Leider haben beide den vorletzten Winter nicht überlebt,

    so gut sie trockene sommer vertragen , so schlecht vertragen sie trockenen frost ..... da hilft, wenn trockener frost angesagt ist, ein eimer wasser , noch besser zwei :D

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Leider haben beide den vorletzten Winter nicht überlebt,

    Bei uns sind die nicht kaputt zu kriegen. Die gehen überall wild auf - kaum schneidet man einen weg, schon wachsen zwei neue nach...

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Das wild welche aufgehen, habe ich noch nicht gesehen. Den einheimischen Flieder finde ich auch noch ganz nett.


    Lavendel ist schnell geschnitten (und es riecht dabei gut)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Bei uns hat 2007 ein Kanalbau stattgefunden. In diesem Zuge wurde Aushubmaterial von anderswo angefahren - mutmaßlich aus dem Umfeld einer Gärtnerei, die von hier 5 km weg ist. Seitdem haben wir hier überall wild aufgegangene Schmetterlingsflieder in allen Farben. Aber auch entlang von Fließgewässern, vor allem am Inn und seinen Nebengewässern, findet man immer mehr davon. Die Samen werden offenbar auch durch Gewässer verbreitet.

    Buddleja wurde übrigens längst auch als Neophyt geführt, den es zu bekämpfen gilt: Sommerflieder als Neophyt

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Buddleja wurde übrigens längst auch als Neophyt geführt, den es zu bekämpfen gilt: Sommerflieder als Neophyt

    Gilt das dann auch für Deutschland? Könnte ich meinen Gärtner verklagen wenn er mir einen verkauft? ;)


    Also Gewässer gibt es bei mir auf der Terrasse nicht, und ich habe auch noch nicht festgestellt, dass aus dem Boden wild neue Pflanzen sprießen würden (ist ja Betonboden :D ).


    Mein "normaler" Flieder im Garten versucht sich zwar auszubreiten, aber da kommt ihm der Rasenmäher in die Quere. Seit 30 Jahren hatte er noch keine Chance.

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  • Gilt das dann auch für Deutschland? Könnte ich meinen Gärtner verklagen wenn er mir einen verkauft? ;)


    Also Gewässer gibt es bei mir auf der Terrasse nicht, und ich habe auch noch nicht festgestellt, dass aus dem Boden wild neue Pflanzen sprießen würden (ist ja Betonboden :D ).


    Mein "normaler" Flieder im Garten versucht sich zwar auszubreiten, aber da kommt ihm der Rasenmäher in die Quere. Seit 30 Jahren hatte er noch keine Chance.

    In Deinem Garten darfst Du alles pflanzen, was Dir Dein Gärtner verkauft. Z.B. auch Thujen... ;(

    Und nicht jeder mäht exzessiv seinen Rasen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Um den Flieder an der Ausbreitung zu hindern genügt 1 x jährlich mähen. Irgendwann gibt er auf. :D

    Ja klar, und nebendran geht ein neuer auf, aus den Samen. Die Dinger wachsen bei uns innerhalb eines Jahres locker zu stattlichen Büschen heran.

    Und weil wir sie gar nicht so schlimm finden, schneiden wir auch nur die weg, die uns stören. ;)

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Was passiert eigentlich langfristig mit dem Lavendel wenn man ihn nicht zurückschneiden würde?

    Einige Jahre kann man Lavendel auch ungeschnitten lassen, wie dieses Bild einer ca. 5 - 8 Jahre alten frei wuchernden Pflanzung mit Südausrichtung zeigt, die aber auch schon sichtbar zu verkahlen beginnt:



    Dieser Busch / Strauch steht seit gut 10 Jahren solitär in einem Kübel im Schatten:



    Auf dem Bild aus dieser Blickrichtung (Hauptansicht Besucher, Westsonne) geht’s noch, auf den zweiten Blick sieht man von der Rückseite (unbesonnte Ostseite) aber deutlich



    die Verkahlung des Altholzes.



    Eine weiterer Solitär-Strauch mit voller Sonne ist vor einigen Wochen am selben Standort nach 13 Jahren bei einem Durchmesser und einer Höhe von knapp 2 m auseinander gebrochen und wird im Herbst ersetzt werden. Einige Absenker haben sich bereits gut bewurzelt. Die werden wir dann aber regelmäßig schneiden!


    (Die Bilder oben sind teilweise mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen, um den beschriebenen Effekt besser sichtbar zu machen. Nur die ersten beiden Bilder geben die Wahrnehmung des menschlichen Auges beim Vorbeigehen annähernd realistisch wieder.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Dinger wachsen bei uns innerhalb eines Jahres locker zu stattlichen Büschen heran.

    ist aber nicht besonders tragisch. ein hieb mit der rodehacke und schon hat es sich erledigt.


    da machen mir andere neophyten mehr sorgen, heraklium (riesenbärenklau) , Fallopia japonica (japanischer staudenknöterich) Echinochloa crus-galli (hühnerhirse).....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • welche Sorgen macht die Hühnerhirse?

    die macht sich keine sorgen , die wächst wo es ihr gefallt und es gefällt ihr fast überall. und sie wächst teilweise sehr üppig.

    es gibt ecken , wo sie , weil sie sehr schnell und ausladend wächst , einsaat und niedrige bepflanzungen einfach niederbügelt...


    ich weiss , ist auch schnell wieder rausgerupft n nur tarnt sie sich am anfang , in dem sie wie ganz einfaches grasbüschel aussieht und dann , ja dann .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • einfach kräftig zurückschneiden aber bitte nicht vor dem winter. entweder jetzt ganz schnell , oder noch besser im frühjahr

    Meinst Du die Absenker oder den gezeigten Solitär?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich werfe mal für den Hang Königskerzen in den Ring

    Mögen trocknen steinigen Boden. Halten den boden mit ihren tiefen Wurzeln.

    Wegen dieser kein Problem mit trockenperioden. Blühen lange mit Hauptblüte und habe eine nachblüte.

    Beliebt bei vielen insekten. Samen sich selber aus. Da zweijährig mit was scharfen einzugrenzen.

    Bedeckt mit den Blättern auch den Boden.

    Früher hat man Götter gesagt, heute sagt man Internet.


    Herbert Achternbusch RIP

  • Ich werfe mal für den Hang Königskerzen in den Ring

    Mögen trocknen steinigen Boden. Halten den boden mit ihren tiefen Wurzeln.

    Wegen dieser kein Problem mit trockenperioden. Blühen lange mit Hauptblüte und habe eine nachblüte.

    Beliebt bei vielen insekten. Samen sich selber aus. Da zweijährig mit was scharfen einzugrenzen.

    Bedeckt mit den Blättern auch den Boden.

    Die mögen alles - bei mir wuchern sie am Bach - sind aber leicht unter Kontrolle zu halten - was zu fiel ist wird entfernt.