Terrasse auf Stelzlagern: Gefälle ja oder nein?

  • Moin liebe Experten,

    ich plane gerade für unseren Hausbau eine Terrasse, die ich (als Laie) selbst bauen möchte. Würde mich als handwerklich nicht ganz unerfahren und nicht ungeschickt bezeichnen, wobei ich noch keine Terrasse gebaut habe - ich hätte daher die ein oder andere Frage. ;)

    Meine Planung sieht aus wie folgt (gerne laut schreien, wenn etwas nicht passt):


    - Terrasse um eine Hausecke auf gleichem Niveau wie die bodentiefen Fenster, ca. 50m², 4m tief

    - Holzoptikfliesen Feinsteinzeug auf Stelzlager, Format 40x120x2


    - Da das Haus rund 40cm über das aktuelle Gelände kommt, würde ich den bisherigen Untergrund belassen, verdichten, und 30cm Recyclingschotter auffüllen (in Schichten verdichtet)

    - Die Schotterschicht wird mit 2% Gefälle vom Haus weg angelegt

    - Betonplatten 40x40 auf die Schotterschicht verlegt als Basis für die Stelzlager (und auch nur dort, wo die Lager hinkommen)

    - Rand der Terrasse mit 40cm hohen L-Steinen, in Beton gesetzt

    - Stelzlager auf die Betonplatten, darauf die Terrassenfliesen, zur Wand und zu den L-Steinen hin mit Randabschlussklammern


    Dazu die Frage: Ich fände es ganz elegant, mit den Stelzlagern das Gefälle wiederum abzufangen und so eine komplett ebene Terrasse zu bauen. Das Wasser fließt ja über die Fugen ohnehin ab.


    Zusatzfrage: Würdet ihr die Betonplatten a) in Splitt verlegen oder b) ganz weglassen und die Stelzlager direkt auf den verdichteten Untergrund stellen? Zusatzinfo: Laut Bodengutachten haben wir 30-40cm Mutterboden, danach nur noch kompakten, sehr sickerfähigen Sand.


    Zusatzfrage 2: Macht bei den offenen Fugen eine ACO-Rinne vor den Fenstern Sinn? Unser Hausbauer empfiehlt es, aber Wasser kann ja ohnehin nicht ans Haus ran. Im Bereich der Bodenplatte würde ich zudem ja eine Sockelentwässerung einbauen. (Im Bereich der Klinkerwand ist ein Kiesbett vorgesehen)


    Zusatzfrage 3: Würdet ihr auf Seite der Terrasse vor den L-Steinen ebenfalls eine Drainage legen?


    Danke für euren Input,

    liebe Grüße


    curzon

  • - Terrasse um eine Hausecke auf gleichem Niveau wie die bodentiefen Fenster,

    Das sieht man zwar oft, es macht es aber nicht richtiger.


    Die Terrasse muss 15/5 cm (je nach Ausführung) tiefer als die Oberkante Abdichtung liegen. Die bodentiefen Fenster müssten in die Abdichtung eingebunden sein

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das sieht man zwar oft, es macht es aber nicht richtiger.


    Die Terrasse muss 15/5 cm (je nach Ausführung) tiefer als die Oberkante Abdichtung liegen. Die bodentiefen Fenster müssten in die Abdichtung eingebunden sein

    Interessant. Von unserem Hausbauer gibt's sogar ein Merkblatt, dass für bodentiefe Fenster ein Terrassenniveau von 2cm unter OKFF vorgibt. (was für mich im Grunde das gleiche Niveau ist. Demnach ist das offiziell zu wenig?

  • Das sieht man zwar oft, es macht es aber nicht richtiger. Die Terrasse muss 15/5 cm (je nach Ausführung) tiefer als die Oberkante Abdichtung liegen.

    Die 15 cm stimmen im Zeitalter der Barrierefreiheit so nicht (mehr) überall. Da sind es dann im Bereich barrierefreier Ausgänge / Zugänge nämlich nur noch 5 / 2 cm, aber eben nur dort!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Die 15 cm stimmen im Zeitalter der Barrierefreiheit so nicht (mehr) überall. Da sind es dann im Bereich barrierefreier Ausgänge / Zugänge nämlich nur noch 5 / 2 cm.

    Genau die 2 cm werden vorgegeben, zudem eine Entwässerungsrinnen vor der Tür, die aber wiederum ins Kiesbett entwässern darf und nicht ans Abwassersystem angeschlossen sein muss. Daher war die Frage: wenn das Wasser eh zwischen den Fugen durchlaufen kann, brauche ich die Rinne? ACO hat ja auch Schlitzrinnen, die auch nicht breiter sind als eine Fuge.


    Und zurück zur eigentlichen Frage: Würdet ihr ein Gefälle einplanen? Dass der Untergrund eines bekommt, steht außer Frage.

  • Genau die 2 cm werden vorgegeben, zudem eine Entwässerungsrinnen vor der Tür, die aber wiederum ins Kiesbett entwässern darf und nicht ans Abwassersystem angeschlossen sein muss.

    Das sehe ich anders!

    Daher war die Frage: wenn das Wasser eh zwischen den Fugen durchlaufen kann, brauche ich die Rinne?

    ja

    Würdet ihr ein Gefälle einplanen?

    ja

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Das sehe ich anders!

    Die Aussage bezog sich auf das, was unser Bauträger uns mitgeteilt hat. Ob das so gut und richtig ist, kann ich nicht beurteilen... ;)
    Danke auf jeden Fall für das wertvolle Feedback, das mich weiterbringt. Hast du auch eine schnelle Meinung zu den anderen Punkten?

  • im Bereich barrierefreier Ausgänge / Zugänge nämlich nur noch 5 / 2 cm,

    Wo steht das?


    Ich finde in der 18533 nur folgendes

    Zitat

    9.3Niveaugleiche Schwellen

    Sind die unter 8.8.2.1 genannten Aufkantungshöhen im Einzelfall nicht herstellbar (z. B. barrierefreie Hauseingänge, Terrassentür), sind besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser oder das Hinterlaufen der Abdichtung einzuplanen.

    ...

    Planerisch ist darauf zu achten, dass bei der Verwendung von werkseitigen Anschlussstreifen an Türen oder Schwellen die Verträglichkeit mit der Abdichtungsschicht und die Dichtheit des Anschlusses gewährleistet sind.


    8.8.2.1 sind die 30 cm Abdichtung.


    Anderes finde ich dort nicht (hab mir die DIN 18533 extra nochmal aufgerufen und nochmal quergelesen.)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • : wenn das Wasser eh zwischen den Fugen durchlaufen kann,

    nur weiss es das wasser nicht immer. dem taiwasser aus schnee und noch schlimmer aus eis , welches sich bildet , wenn die temperatur im winter wegen verwirrung nicht weiss , ob sie unter oder über null bleiben soll ,hat es nämlich keiner gesagt , dass es gefälligst zu warten hat bis das eis in den fugen weg ist .....


    auch wenn das mit dem klimawandel voranschreitet , solche situationen werden doch noch öfter entstehen.und du bist dann gerade auf dem letzten gletscher zu nochmal skifahren , bevor der weggeschmolzen ist und die bude zu hause steht unter (schmelz)wasser . nicht lustig .


    und eine gewährleistung für deine holzbude ist ohne rinne auch hinfällig

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Die Drainrinne vor deinem Fensterelement ist wichtig. Der Regentropfen wird dadurch gehindert, bei geringer Anschlusshöhe, an die Fensterfront zu spritzen, Der Tropfen fällt durch das Gitter.

  • In Deutschland macht man sich sehr viel Kopf um jede Sicherheit die es gibt. Im schneereichen Österreich ist es Standard bodengleiche Terrassen zu bauen. Und es funktioniert dort sehr gut, wenn das Wasser oder schmelzende Schnee vom Holzrost 15cm tiefer laufen kann. Systematische Probleme sind mir aus Österreich nicht bekannt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...