WDVS vs VHF vs Schilfrohr

  • Hallo zusammen, ich muss nächstes Jahr Fassade erneuern, die Baueingabe möchte ich bis Oktober abschliessen.

    Es geht um ein EFH Bj. 1970 im Hang, UG Betonmauerwerk 20 cm, EG einfache Ziegelmauer 18 cm.

    EPS [bis auf Sockel/gegen Erdreich wo es sein muss] scheidet aus. Ansonsten schwanke ich zwischen WDVS (das Meiste fürs Geld, zumindestens kurzfristig) und VHF (Luxusfassade).

    Die Idee mit Schilfrohrmatten ist etwas exotisch, es gibt aber ein Beispiel in der Nähe wo es funktioniert.

    Porenbeton (Ytong) ist auch noch auf der Liste, ich konnte bisher kein Angebot einholen, wahrscheinlich sind Ytong Multipor Fassaden etwas unüblich.

    Es gibt viele Berater, nur sehr wenige sind unabhängig, noch wenige haben echte Erfahrungen, diese Erfahrungen interessieren mich am Meisten.

    Wer hat in der letzten Zeit mit Isover, Flumroc, Gutex, Ytong ähnliches eine WDVS oder VHF an einem 1960-70er Altbau mit relativ dünnen Mauern realisiert?

    Wie sind die Erfahrungen im Sommer (gerade bei aktuellen Temperarturen) oder entscheidet Fenstersonnenschutz primär über die Innentemperatur?

    Bekommt man es mit Lüften im Winter trocken, auf die Belüftung möchte ich verzichten.


    Vielen Dank und Grüsse

  • Wie sind die Erfahrungen im Sommer (gerade bei aktuellen Temperarturen) oder entscheidet Fenstersonnenschutz primär über die Innentemperatur?

    Beides hat seinen Anteil - ungefähr im Anteil an den Gebäudeoberflächen.


    Mit Schilf habe ich keine Erfahrungen, mit VHF aus verschiedenen Materialien über die Fläche gesehen und über die Jahrzehnte deutlich mehr als mit WDVS.


    VHF (hinterlüftete Vorhangfassaden) sind nach meiner Erfahrung dann nicht sonderlich teurer als WDVS, wenn die VHF aus (nahezu) unbehandeltem Holz auf Holz-UK hergestellt werden, was beim EFH problemlos funktioniert. Dabei kommt es aber relativ schnell zu einer sichtbaren optischen Alterung / Verfärbung des Holzes. Das mag nicht jeder. Es passt auch nicht in jede Umgebung und zu jedem Objekt. Fäden zur Alterung unbehandelter Nadelholzfassaden gibt es in diesem Forum bspw. hier und hier.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank. Die Optik ist kein Thema, dass Holz unter Umständen vergänglich wird, dagegen schon, ich plane für 30-40 Jahre.

    Die erste Offerte vom Zimmerman für eine VHF mit Steinwolle weist leider Fehler (kein durchgehender Hinterlüftungskanal) aus und hat einen Preis ( > 250Euro/m2).

    Was ist von Gutex und Ytong Multipor WDVS zu halten?


    Bei VHF könnte ich noch mit Eternit Timboard oder Hardie Plan kalkulieren zu lassen, dort sind zumindestens die Materialkosten akzeptabel.

    Hat die jemand verbaut? Hardie gibt 15 Jahre Garantie (vermutlich fürs Material, wenn es nicht gut montiert ist, hilft dann auch nix).

  • Vielen Dank. Die Optik ist kein Thema, dass Holz unter Umständen vergänglich wird, dagegen schon, ich plane für 30-40 Jahre.

    Zumindest 30 Jahre sehe ich bei den von mir präferierten 3-Schichtplatten aus europäischer alpiner Lärche unkritisch. Die im verlinkten Thread ist mittlerweile 12 Jahre alt und hat demnach noch mind. einmal so lange vor sich, eher mehr. Rohe Zeder in der Nachbarschaft aus der selben Bauzeit fällt hier bereits ab.

    Was ist von Gutex und Ytong Multipor WDVS zu halten?

    Konkrete Produktbewertungen gibt es in diesem Forum nach NUBs nicht!


    In meiner Nachbarschaft gibt es eines der seltenen WDVS-Fassaden auf Gasbeton-Basis. Es sieht nicht anders aus, als andere WDVS mit mineralischem Putz.


    Mit Holzfaser-WDVS habe ich keine Erfahrung.

    Bei VHF könnte ich noch mit Eternit Timboard oder Hardie Plan kalkulieren zu lassen, dort sind zumindestens die Materialkosten akzeptabel.

    Die altern natürlich auch - nur eben anders, denn beide sind nicht durchgefärbt, sondern beschichtet. Ich denke beide unterscheiden sich qualitativ nicht nennenswert. Die Boards von James Hardie habe ich mir kürzlich präsentieren lassen - und ganz subjektiv für meinen Ansprüchen ästhetisch nicht genügend und zu wenig dauerhaft bewertet.

    Hardie gibt 15 Jahre Garantie (vermutlich fürs Material, wenn es nicht gut montiert ist, hilft dann auch nix).

    so ist es


    Und immer schauen, wie die Verschraubung ausschaut!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für die Erklärungen. Ich tendiere zu Gutex/Holzfaser WDVS mit Verputz, Preis-Leistung scheint dort zu stimmen. Beim Qualitätsholz wie Lärche wird es schnell teuer und wie du gesagt hast, eignet es sich dann besser für VHF. Es stimmt auch, dass ich von den Firmen die 10-15 Jahre alten Holzfassaden anschauen kann aber nicht die Referenzen mit den genannten Faserzementboards, dafür sind die Produkte zu neu.

  • Ein paar Wochen später und nach etlichen Versuchen Offerte einzuholen, habe ich folgendes gelernt. Zimmermann macht ausschliesslich VHF, hier reicht mein Budget nicht. WDVS machen die Verputzbetriebe, die meisten offerieren Steinwolle (da preislich am attraktivsten und die Erfahrungen vorliegen). Gibt es Bedenken bei Steinwolle (Wärmeschutz, Feuchte) oder kann man das Material nehmen und gespartes Geld in Carport und Vordach investieren?