Definition Fassade

  • Hallo Zusammen,


    wir haben unser Haus streichen lassen und klären dabei gerade mit dem Maler entsprechende m². Wir haben die Befürchtung, dass er Balkon- und Terassenwandfläche doppelt abrechnet.


    Daher möchte ich mich mal diesbezüglich informieren. Leider findet sich nichts konkretes darüber, was genau Fassade sein soll.


    Für mich persönlich ist die Fassade alles was von außen am Haus sichtbar ist, also auch Terassen- und Balkonwand. Ich habe mal versucht die m² aus der Rechnung nachzurechnen, und komme in Summe auf meine m2, die auch der Maler angeboten hat, allerdings on Top eben die m² für Terasse und Balkon.


    Vielleicht weiß da jemand Rat für mich?


    Danke und Gruß

  • Beidseitig beschichtete Flächen werden beidseitig abgerechnet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Für mich persönlich ist die Fassade alles was von außen am Haus sichtbar ist, also auch Terassen- und Balkonwand. Ich habe mal versucht die m² aus der Rechnung nachzurechnen, und komme in Summe auf meine m2, die auch der Maler angeboten hat, allerdings on Top eben die m² für Terasse und Balkon.

    Ich vermute den üblichen Schummelverdachtspunkt "Laibungen von aus gutem Grund bei der Berechnung zweckmässig übermessenen Öffnungen", deren Flächensumme aus reinem Zufall einer anderen Flächensumme ähneln mag. Das wäre zumindest "der Klassiker".

  • Beidseitig beschichtete Flächen werden beidseitig abgerechnet.

    Was ist damit genau gemeint?



    Wären die Grundlagen vorher geklärt worden, wär jetzt alles klar


    Für uns war es geklärt. Ausgemacht war, dass die Fassade in Farbe X gestrichen werden soll, davon Balkon und Terassenwand in Farbe Y. Im Angebot war angegeben 180m² Fassade waschen, grundieren, streichen. Nun kam die Rechnung mit 180 m² Fassade + 30 m² für Balkon und Terassenwand.


    Ich war bisher, leider, der Meinung, dass es mündlich reicht. Anscheined müssen die Angebote doch so detailiert wie möglich sein, um keinerlei Diskussionspunkte zu liefern.


    P.S. ich kann auch gerne die Pläne einstellen, damit man es bei Bedarf auch nachrechnen kann.

  • Vielleicht waren die 30m² einfach nicht im Angebot enthalten bei der Flächenberechnung? Also vergessen, oder nur überschlägig ermittelt.

    War denn vereinbart dass die tatsächlich ausgeführten Flächen nach Aufmaß abgerechnet werden?

    Stimmt denn das Aufmaß vom Maler mit 180+30m² oder gibt es da Unstimmigkeiten?

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, habt Ihr dem Maler die 180 m² vorgegeben.


    Grundlage der Flächenermittlung ist die behandelte/beschichtete Fläche. Rückflächen von Nischen sowie Laibungen werden unabhängig von Ihrer Fläche gesondert gerechnet. Aussparungen bis 2,50 m² werden übermessen.


    Ich vermute eher, dass Ihr die Fläche unzutreffend ermittelt habt.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich vermute den üblichen Schummelverdachtspunkt "Laibungen von aus gutem Grund bei der Berechnung zweckmässig übermessenen Öffnungen", deren Flächensumme aus reinem Zufall einer anderen Flächensumme ähneln mag. Das wäre zumindest "der Klassiker".

    Die Beschichtung von Laibungen soll nach Pkt. 0.5.2 DIN 18363 VOB/C in Metern ausgeschrieben werden.

    Zudem sind nach Nr. 5.2.3 DIN 18363 VOB/C Laibungen unabhängig von Ihrer Einzelgröße mit ihren Maßen gesondert zu rechnen.


    Der "Schummelverdachtspunkt" ist also seit spätestens 2019 nicht mehr gegeben ;)

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    5.Mose 27:18

  • Die Beschichtung von Laibungen soll nach Pkt. 0.5.2 DIN 18363 VOB/C in Metern ausgeschrieben werden.

    Zudem sind nach Nr. 5.2.3 DIN 18363 VOB/C Laibungen unabhängig von Ihrer Einzelgröße mit ihren Maßen gesondert zu rechnen.


    Der "Schummelverdachtspunkt" ist also seit spätestens 2019 nicht mehr gegeben ;)

    Sofern die VOB/C im Einzelfall mit "Verbrauchern" (wie hier vermutlich beteiligt) wirksam vereinbart wurde oder aus anderen Gründen anzuwenden ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich meine, die Abrechnungsregeln der jeweiligen DIN/des VOB/C Abschnitts wären auch bei Nichtvereinbarung anzuwenden. Mangels "handwerksüblicher" Alternativen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sofern die VOB/C im Einzelfall mit "Verbrauchern" (wie hier vermutlich beteiligt) wirksam vereinbart wurde oder aus anderen Gründen anzuwenden ist.

    Zitat

    § 157 BGB

    Verträge sind so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

    Die Abrechnungsregeln nach VOB/C sind meiner Meinung nach durchaus als "Verkehrssitte" anzusehen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Die Abrechnungsregeln nach VOB/C sind meiner Meinung nach durchaus als "Verkehrssitte" anzusehen.

    Das sehen meines Wissens die dt. Obergerichte gegenüber "Verbrauchern" bisher nicht so. Woher sollen umvorbelastete Verbraucher die "Verkehrssitten" kennen? Die Bezeichnung / Charakterisierung "Verbraucher" sagt ja gerade, dass (Vor-) Kenntnisse über "Verkehrssitten" eben nicht vorhanden sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielleicht waren die 30m² einfach nicht im Angebot enthalten bei der Flächenberechnung? Also vergessen, oder nur überschlägig ermittelt.

    War denn vereinbart dass die tatsächlich ausgeführten Flächen nach Aufmaß abgerechnet werden?

    Stimmt denn das Aufmaß vom Maler mit 180+30m² oder gibt es da Unstimmigkeiten?

    Im Angebot wurden die Arbeiten nach m² angegeben. Ob sie vergessen wurden sind, kann ich aktuell nicht sagen, da sicher der Maler noch nicht gemeldet hat.


    Ich habe einmal nach Bauplan und einmal nach selbstgemessenen Werten gerechnet und komme insgesamt auf +- 180 m² Fläche.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, habt Ihr dem Maler die 180 m² vorgegeben.

    Nein, dem Maler lag die Baubeschreibung des Hauses mit allen Maßen vor. Wir haben nur ein Fenster mit knapp 3,4m², dass habe ich ausgelassen bei meiner Berechnung.



    Wie erwähnt, ich habe der Einfachkeit halber alles in Summe gerechnet und komme auf 180 m². Wenn nun der Maler sagt er hat einmal 180 m² Fassade und nochmal 30 m² Fläche von Terasse und Balkonwand, hat er ja gut 210 m² Fläche und auf einen solchen Wert komme ich niemals. Daher ist es nach meinem Empfinden so, dass die eigentliche Fassade eigentlich nur 150 m² betragen sollte.

  • Ich habe einmal nach Bauplan und einmal nach selbstgemessenen Werten gerechnet und komme insgesamt auf +- 180 m² Fläche.

    Gibt es kein prüfbares Aufmaß des Malers?

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    5.Mose 27:18

  • Das sehen meines Wissens die dt. Obergerichte gegenüber "Verbrauchern" bisher nicht so. Woher sollen umvorbelastete Verbraucher die "Verkehrssitten" kennen. Die Bezeichnung / Charakterisierung "Verbraucher" sagt ja gerade, dass (Vor-) Kenntnisse über "Verkehrssitten" nicht vorhanden sind.

    Da habe ich was anderes gefunden.


    Quelle: https://books.google.de/books?…20U%20326%2F99-80&f=false

    Aber wohl nur, wenn die VOB/C explizit und zumindest gewerbebezogen vollständig vereinbart wird.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Wie erwähnt, ich habe der Einfachkeit halber alles in Summe gerechnet und komme auf 180 m². Wenn nun der Maler sagt er hat einmal 180 m² Fassade und nochmal 30 m² Fläche von Terasse und Balkonwand, hat er ja gut 210 m² Fläche und auf einen solchen Wert komme ich niemals. Daher ist es nach meinem Empfinden so, dass die eigentliche Fassade eigentlich nur 150 m² betragen sollte.

    Da würde ich mich nicht auf vage und ungefähre Empfindungen beziehen, sondern exakte Mathematik anwenden und mir vom Maler sein Aufmaß detailliert erklären d.h. vorrechnen lassen. Das nennt sich dann "Aufmaßprüfung" und ist etwas völlig normales. Man bittet darum ohne jeden Vorwurf und höflich, einfach des vollständigen Verständnisses halber. Das machen Profis auch so. Wenn nach der Erklärung immer noch Punkte unklar oder strittig sein sollten, so kann man diese hier diskutieren und bewerten. Also: Einfach nachfragen, dann mehr wissen und weitersehen.


    :thumbsup:

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  • Die Beschichtung von Laibungen soll nach Pkt. 0.5.2 DIN 18363 VOB/C in Metern ausgeschrieben werden.

    Zudem sind nach Nr. 5.2.3 DIN 18363 VOB/C Laibungen unabhängig von Ihrer Einzelgröße mit ihren Maßen gesondert zu rechnen.

    Der "Schummelverdachtspunkt" ist also seit spätestens 2019 nicht mehr gegeben

    Die Abrechnungsregeln nach VOB/C sind meiner Meinung nach durchaus als "Verkehrssitte" anzusehen.

    Dann hätte ich nach VOB/C für Dich wohl ausdrücklich anmerken sollen, dass der in meiner Praxis "Klassiker" anhaltend aktuell ein solcher ist. Zu den "Verkehrssitten" von Auftraggebern mit der Eigenschaft "Verbraucher auch im Sinne von Voll-Nichtkaufmann" gehört nach meiner Erfahrung zudem, als eine Art gewohnheitsrechtliches Privileg zu wähnen, hinsichtlich Mengen- und Massenermittlungen von Tuten und Blasen keinen Schimmer haben müssen zu dürfen. Daher sind Meinungsverschiedenheiten über abrechnungsrelevante Flächen ja auch so ein Evergreen (und möchten so viele Bauwillige ihr Haus am liebsten von einem GU als "1 Stück Haus, gebaut wie gezeichnet" bekommen).

  • Hallo nochmal zusammen,


    hatte mittlerweile Kontakt zu dem Maler. Anscheinend war es ein internes Kommunikationsproblem bei Maler. Die 180 m² waren inkl. den Terassen und Balkonwänden. Leider wurde das intern nicht kommuniziert, so dass es zu dem "Fehler" kam.


    Auf jedenfall wird die Rechnung nun entsprechend gekürzt und alles ist gut. Danke an alle antworten soweit :)

  • weil die Parteien nicht "kommuniziert" haben.

    Naja unterschiedliche Parteien waren es nicht wirklich. Es waren drei Personen innerhalb eines Betriebs, die anscheinend wenig bis gar nicht über unser Projekt gesprochen haben und wir alles mehrfach abstimmen durften.

  • Danke für die Rückmeldung. Wie solche Fälle ausgehen, ist für Leser oftmals sehr hilfreich. Nämlich, dass es oft nicht die große Keule braucht, sondern einfach mal nachfragen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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