Fassade nur Giebel dämmen erlaubt?

  • Hallo zusammen,

    wir überlegen ja unser Dach mit einer Aufsparrendämmung zu versehen. Laut Energieberater soll auch eine Fassadendämmung viel bringen, da trauen wir uns aber in einem Schritt nicht raun.

    Nun hatte der Dachdecker (Fachbetrieb für Dach und Fassade) die Idee, zumindest den Giebel zu dämmen, da die Giebelwände bei uns auch dünner sind als im Erdgeschoss.

    Wir fanden die Idee erstmal gut und haben es ls optional aufnehmen lassen.


    Nun fragen wir uns aber, ob das überhaupt erlaubt ist? Der Aufbau wäre wie folgt 2cm Lattung 6cm Dämmng, 2cm Larrung, 8cm Dämmung.

    Damit erreicht er wahrscheinlich noch nicht einmal die Fassadendämmung vom Energieberater (der hatte PUR Dämmung 16 cm WLS 025 angegeben) und zum anderen sind zwei Giebel eben mehr als 10% der Fassadenfläche und somit dürften wir nur ganz oder garnicht dämmen?


    Vielen Dank für Hinweise und Tipps

  • mehr als 10% der Fassadenfläche und somit dürften wir nur ganz oder garnicht dämmen?

    Wo auch immer dieser Irrglaube herkommen mag, der mit schon des Öfteren begegnet ist.


    Grundsätzlich fordert das GEG (genau wie früher schon die EnEV) bei Erneuerung, Ersatz oder erstmaligem Einbau von Außenbauteilen, dass diese bestimmte Anforderungen an die Dämmqualität einhalten. Je nach Bauteil lösen auch gewisse Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten diese Forderung aus.


    Diese Verpflichtung bezieht sich aber immer nur auf genau den betroffenen Bereich. Die restliche Bauteilfläche muss nicht zwingend mitgedämmt werden.


    Rechtlich ist es also überhaupt kein Problem, die Giebelwand nur im Bereich des Dachbodens zu dämmen. Ob das bauphysikalisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, ist eine andere Frage.



    da trauen wir uns aber in einem Schritt nicht raun


    Habt ihr euch einen individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen? Der zeigt auf, welche Maßnahmen in welcher Kombination und welcher Reihenfolge sinnvoll sind.

  • (der hatte PUR Dämmung 16 cm WLS 025 angegeben)

    Möchtet Ihr irgendwelche Fördermittel beantragen? 16cm in WLG025, da hätte alleine schon die Dämmung einen U-Wert von etwa 0,15W/m²K. Das wäre deutlich besser als nach GEG gefordert.

    Oder meinst Du WLG035? Dann wäre das ein U-Wert um die 0,2W/m²K, immer noch ganz ordentlich und besser als nach GEG gefordert (0,24W/m²K).


    Natürlich darf man besser dämmen als nach GEG gefordert, meist wird das halt gemacht wenn man irgendwelche Förderung beantragen möchte. Wenn nun die 0,15W/m²K aus irgendwelchen Gründen erforderlich wären, dann würde Deine Lösung mit den 2 Lagen MiWo nicht ausreichen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Erstmal die Fassade oben zu dämmen ist eine normale Vorgehensweise. Da macht man Kreuzweise 2 Lagen 6x8er mit jeweils 8cm Dämmung und hat damit 160mm Mineralwolle. Dann lattung und Wetterschutz.

    Du kannst dann irgendwann 160mm WDVS drunter machen und hast entsprechend Überstand und Anschluß oben. Saubere Lösung, seit Jahrzehnten bewährt und vom Schimmel her völlig problemlos. Der Aufbau den dein Dachdecker da erklärt versteh ich nicht, den skizzier mal bitte.


  • Ok, vielen Dank für die Aufklärung. Könnte denn Bauphysikalisch was dagegen sprechen?

    Wirtschaftlich klar, direkt die ganze Fassade dämmen wäre besser. Aber wenn es nicht geht, ist es doch besser einen Teil mitzunehmen als nix?

    Hintergrund ist, dass wir in der obersten Etage auch nur 26er Hohlblock haben (unten 30 - klar, auch nicht besser...).


    Einen individuellen Sanierungsfahrplan haben wir von der Bafa.

    Hier sind verschiedene Maßnahmenpakete gerechnet, 1. Dach 2. Außenwand. Die Außenwand rechten sich am besten (19%) das Dach durch die deutlich höhere Investition nicht so (15%). Da wir auch keinen Dachüberstand haben, wollen wir also mit dem Dach starten.

  • Möchtet Ihr irgendwelche Fördermittel beantragen? 16cm in WLG025, da hätte alleine schon die Dämmung einen U-Wert von etwa 0,15W/m²K. Das wäre deutlich besser als nach GEG gefordert.

    Oder meinst Du WLG035? Dann wäre das ein U-Wert um die 0,2W/m²K, immer noch ganz ordentlich und besser als nach GEG gefordert (0,24W/m²K).


    Natürlich darf man besser dämmen als nach GEG gefordert, meist wird das halt gemacht wenn man irgendwelche Förderung beantragen möchte. Wenn nun die 0,15W/m²K aus irgendwelchen Gründen erforderlich wären, dann würde Deine Lösung mit den 2 Lagen MiWo nicht ausreichen.

    Für die reine Aufsparrendämmung würden wie eine BAFA Förderung beantragen. Hier hat der Energieberater geschrieben "PUR Dämmung 16 cm WLS 025".


    Mit dem Dachdecker kamen wir jetzt auf die Idee den Giebel mit zu dämmen, das ist mit dem Energieberater noch nicht besprochen.

    Der Dachdecker sagte man macht dann 2cm Lattung 6cm Dämmung 2cm Lattung 8cm Dämmung.

    Der Energieberater hat für die komplette Fassade angegeben "Dämmung 14 cm WLS 032".


    Sorry wenn ich zuvor was durcheinander gebracht habe.

  • Erstmal die Fassade oben zu dämmen ist eine normale Vorgehensweise. Da macht man Kreuzweise 2 Lagen 6x8er mit jeweils 8cm Dämmung und hat damit 160mm Mineralwolle. Dann lattung und Wetterschutz.

    Du kannst dann irgendwann 160mm WDVS drunter machen und hast entsprechend Überstand und Anschluß oben. Saubere Lösung, seit Jahrzehnten bewährt und vom Schimmel her völlig problemlos. Der Aufbau den dein Dachdecker da erklärt versteh ich nicht, den skizzier mal bitte.

    Ich werde es nochmal konkretisieren wenn der Auftrag vorliegt :)

    Erstmal sind wir ganz happy dass die Idee legal und durchaus üblich zu sein scheint.

  • Diese Verpflichtung bezieht sich aber immer nur auf genau den betroffenen Bereich.

    Richtig

    Rechtlich ist es also überhaupt kein Problem, die Giebelwand nur im Bereich des Dachbodens zu dämmen.

    Nicht wirklich richtig - vgl. § 48 GEG

    Die GiebeLwand ist als EIN Bauteil zu betrachten ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Der Aufbau den dein Dachdecker da erklärt versteh ich nicht, den skizzier mal bitte.

    Nun kann ich den Aufbau erklären:

    6cm Kantholz an die Wand, dazwischen/darein kommen 8cm Holzfaser Dämmung.

    Darauf 8cm Kantholz und darein 8cm Holzfaser Dämmung.

    Das ergibt dann 16cm WLG 035. Die Fläche wird mit Brettern oder Holzplatten verschalt, Schalungsbahn und Naturschiefer (20x20) drauf.

  • Ah, dann ist das klar, so mach ich das auch... Ich mach immer noch eine Konterlattung als Lüftungsebene nach dem 8er Kantholz

    Und zwar in senkrechter Einbaulage! Achtung: Am Sockel und über Öffnungen für Zuluftöffnungen und am oberen Ende und unter Öffnungen Abluftöffnungen vorsehen! Dort Kleintiergitter / -sperre nicht vergessen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.