Vertäfelung Balkon/Dach - Einschätzung gewünscht

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, dass ich in diesem Teil des Forums mit meiner Frage richtig bin:


    Meine schon recht betragte Mutter bewohnt ein Reihenhaus mit überdachten Balkon hinten auf der 1. Etage. Nach einem Wasserschaden durch ein falsch eingedecktes Dach sind die Nägel/Schrauben, mit denen die Vertäfelung dieses überdachten Balkons befestigt waren, teilweise korrodiert und heruntergekommen und die Verkleidung sollte nun komplett erneuert werden. Zuvor sah die Vertäfelung zwar optisch schon etwas in die Jahre gekommen aus, war aber ansonsten in Ordnung und absolut ordentlich gearbeitet (siehe auch 1. Foto mit den Kreidekreuzen).


    Bereits jetzt, wenige Wochen nach Abschluss der neuen Arbeiten, lösen sich erste Bretter und liegen schief. Teilweise am Rand, also dort, wo die Vertäfelung an der Hauswand abschließt, teilweise aber auch mitten in der Fläche. Dass das nicht in Ordnung ist und nachgebessert werden muss ist selbst für mich als Laien klar. Ich frage mich allerdings auch, ob es sich bei diesen Arbeiten nicht um Steckverbindungen handelt, d. h. also wenn ein Brett locker ist, dann doch auch alle anderen Bretter lose sein oder mit der Zeit werden dürften, so dass wir - sollte der Dachdecker hier nicht nochmal alles checken und ggfs. nachbessern - auch zukünftig weitere Probleme bekommen könnten. Ich bin kein Fachmann, meinte aber verstanden zu haben, dass es sich um Nut-/Federverbindungen handelt und daher von innen nach außen gearbeitet wird, damit die Verkleidung fest ineinandergesteckt werden kann und sich eben nicht löst. Doch nun mitten drin das lose Brett, m.E. gibt es auch noch mehr Ritzen.


    Darüber hinaus gibt es einen weiteren Teil der fertiggestellten Verkleidung, bei dem ich kein gutes Gefühl habe.

    Meine Mutter wurde gefragt, ob die Verkleidung komplett geschlossen werden soll oder die im Dach befindlichen Kabel zugänglich bleiben für den Bedarfsfall.

    Zuvor waren dafür lediglich 2-3 äußere langen Leisten direkt ab Vorderkante einmal durchgesägt und wieder verschraubt worden. Dieser Zugang fiel optisch überhaupt nicht auf, war sehr sauber gearbeitet. In der Annahme, dass dies auch diesmal wieder so gearbeitet würde, stimmte sie zu. Das Ergebnis stellt sich nun aber völlig anders dar (s. Foto d63...) : Mit >1 cm breitem Spalt als Einflugschneise für Insekten, dazu auf der anderen Seite schief.


    Leider wurde meine Mutter nach Abschluss der Arbeiten nicht gebeten, sich das mal anzuschauen, ob das für sie so in Ordnung ist und hat in ihrem hohen Alter einfach darauf vertraut. Jetzt ist sie todunglücklich, weil die ersten Schäden zutage treten. Ich finde das alles ein wenig befremdlich und würde mich freuen, die Meinung von jemandem mit Sachverstand zu hören. Der Dachdecker bietet eine Regulierung an... dafür möchte er zusätzliche Kosten geltend machen.


    Schon jetzt vielen Dank für eure Expertenmeinung!


    LG

    K. Hase

  • Schön schaut anders aus und dass jetzt schon sich alles langsam zerlegt ist nicht gut. Ich hoffe mal, dass die anderen da mehr dazu sagen können als ich.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Schön schaut anders aus

    In diesen Fall fast beschönigt

    Ich würd mich ja schämen sowas abzuliefern

    Da wurde jemand altersbedingt übertöpelt.

    Grund warum man Mama nicht alein lassen sollte und auf vier Augenprinzip setzen solte

    Eine Verkleidung durfte ein geschlossene Fläche vorausetzen, das wäre mit den Spalten nicht erfüllt.

    Lose geht auch nicht.

    Also wäre Mängelbeseitigung angesagt.

    Aber bei der Ausführung wüsste ich nicht ob ich ihn nochmal ranlassen würde.

    Wenn ich die sichtbare Verschraubung schon sehe - der koa nicht!

    Der Dachdecker bietet eine Regulierung an... dafür möchte er zusätzliche Kosten geltend machen.

    Was hat er den für Vorstellungen zu seinem Pfusch?


    Aber wie man solchen Zeitgenossen auf die Finger klopft gibts hier erfahrenere als mich

    Früher hat man Götter gesagt, heute sagt man Internet.


    Herbert Achternbusch RIP

  • Was hat er den für Vorstellungen zu seinem Pfusch?

    Beziffert hat er das noch nicht. Habe ihm vorhin erst mal Fotos geschickt und auch meine Meinung zur Qualität der Arbeiten.

    Er kommt am Freitag, um sich das anzuschauen. Diesmal gehen wir auch mit hin. Er wurde uns übrigens von einem Freund empfohlen. :wall:

    Meine Mutter ist völlig durch den Wind - ich möchte sie da raushalten, sonst kriegt sie noch nen Herzinfarkt vor Aufregung. :(

  • Ich frage mich allerdings auch, ob es sich bei diesen Arbeiten nicht um Steckverbindungen handelt, d. h. also wenn ein Brett locker ist, dann doch auch alle anderen Bretter lose sein oder mit der Zeit werden dürften,

    Die Bretter wurden mit sogenannten Profilholzkrallen befestigt (s. Bild #2), d.h. jede Nutseite der Bretter ist an der Unterkonstruktion befestigt (Kralle geschraubt, genagelt oder geklammert), und die Federseite wird gehalten indem sie in die Nut greift. Richtig verarbeitet, können sich die Federn in der Nut etwas bewegen, so dass Veränderungen aufgrund der Luftfeuchtigkeit quasi unsichtbar vonstatten gehen können.

    Wenn sich bei einem Brett die Feder aus der Nut löst, dann sind die anderen Bretter trotzdem noch befestigt.


    Anhand Deiner Bilder habe ich den Eindruck, dass die Bretter nicht gerade von bester Qualität sind (verwinden). Zudem hätte ich diesen vor der Montage einen Schutzanstrich verpasst (Lasur), die werden sonst ziemlich schnell grau.

    Auf Bild #2 sieht man 2 Krallen, die für meinen Geschmack zu viel Abstand zur Nut haben. Wenn man das an mehreren Reihen macht, dann summiert sich der "Fehler" und irgendwann hält in der letzten Reihe die Kralle nicht mehr.


    Revisionsöffnungen an der Decke kann man auf verschiedene Weise herstellen, das hängt von den benötigten Abmessungen und der Unterkonstruktion ab. Das was man auf dem Bild sieht ist, vorsichtigt ausgedrückt, nicht optimal (ach was bin ich heute wieder diplomatisch).


    Über den Anschluss an der Wand kann man nur den Kopf schütteln.


    Lösung:

    Ich würde jetzt erst einmal die Stellungnahme des Handwerkers abwarten. Er soll darlegen wie er die Verkleidung retten möchte, danach kann man entscheiden. Eine Meisterleistung wird das nicht mehr, das dürfte klar sein, aber andererseits würde ich jetzt bei der Verkleidung einer Balkondecke auch nicht den gleichen Maßstab anlegen wie bei einem hochwertigen Wohnzimmer. Ein paar sichtbare Nagel- oder Schraubenköpfe wären für mich in diesem Fall noch kein K.O. Kriterium.


    Wie man hier am besten hätte vorgehen sollen, das kann man anhand der bisherigen Infos noch nicht genau sagen. An sich beginnt man damit, dass man zuerst einmal die Fläche exakt ausmessen muss, und damit meine ich auf den Millimeter und nicht geschätzt mit Daumendicke. Unebenheiten der UK, "Wellen" in den Wandflächen, rechte Winkel, paralleler Abstand.

    Ich würde in diesem Fall wahrscheinlich mit dem Anschluss an die Hauswand (lange Seite) beginnen. Dazu trennt man am ersten Brett die Feder ab und setzt dieses mit etwas Abstand zur Wand (Luft, Kompriband). Dieses erste Brett muss man exakt ausrichten (Balkon-Außenkante beachten), dann wird es auf der Nutseite mit den Krallen und an der Wandseite mit dünnen Stiften (oder Schrauben) an der UK befestigt. Später kommt dann über die entstandene Fuge und die sichtbaren Nagel-/Schraubenköpfe eine Abdeckleiste (20-30mm).


    Die nächste Reihe setzt man satt in die Fuge, und das muss man über die komplette Länge kontrollieren. Erst dann die Krallen setzen und befestigen. Alleine ist das eine Qual, man sollte das schon mit 2 Mann machen, und immer wieder Maße kontrollieren.

    Das letzte Brett wird dann auf Maß gesägt und wie das Anfangsbrett mit Nagel oder Schrauben befestigt. Winkelprofil drauf, fertig.


    Man könnte anhand der zu Beginn ermittelten Maße auch eine etwas andere Aufteilung wählen, je nach Anspruch. Bei einem Balkon wäre das für mich aber nicht so wichtig. Da hätte ich kein Problem damit, wenn auf der einen Seite ein ganzes und auf der gegenüberliegenden Seite ein "halbes" Brett hängt. Ärgerlich wird es nur, wenn man plötzlich einen Streifen von wenigen cm einziehen soll. Deswegen immer Maß nehmen, Aufteilung vornehmen, und erst dann loslegen.


    Zur Revisionsöffnung kann ich jetzt nicht viel schreiben, da es dazu zu wenige Infos gibt. Reicht ein einzelnes Brett, dann kann man auf der Rückseite die Nut abfräsen und das Brett sichtbar befestigen. Bei mehreren Brettern würde ich diese zusammenstecken und an der Rückseite eine Hilfskonstruktion befestigen. Je nach Höhe der Unterkonstruktion lässt sich dieser "Deckel" dann sogar hinter die Decke schieben und in die Öffnung der Decke einlegen. In Fällen wie hier gezeigt, steht die Höhe meist nicht zur Verfügung. Der Deckel wird dann schräg von unten mit der Feder in die Nut eingeschoben, und auf der Nutseite mit Schrauben fixiert. Bei langen Brettern kann man die Revisions"klappe" auch mehrfach teilen. Es gibt viele Möglichkeiten wie man das auch optisch unauffällig oder ansprechend lösen kann.

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  • Auf Bild #2 sieht man 2 Krallen, die für meinen Geschmack zu viel Abstand zur Nut haben

    Dem Brett daneben scheint die Feder zu fehlen, der vermutliche Grund warum die Krallen zusehen sind.

    Ob fliegende Stösse zulässig sind weiß ich nicht, ich würde die vermeiden.

    Die Abschlussseite aussen steht die Abschlussleiste am Stoss auch ab.

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    Herbert Achternbusch RIP

  • Man hat einfach die Feder abgesägt und die Bretter halt in die Lücke geschraubt. Da bleibt zwangsweise eine Fuge übrig, genau deswegen macht man so etwas nicht.

    Mir ging es aber um die Krallen, denn wenn die alle mit so viel Abstand montiert sind, dann haben die Bretter zu viel Spiel. Man soll die Krallen zwar nicht mit dem Hammer gegen die Nut klopfen, aber sie sollten zumindest bündig anliegen. So eine Kralle kann sich dann beim Fixieren mal ein bisschen verschieben, das ist kein Problem, aber auf dem Bild ist das bei 2 Krallen fast identisch, das lässt vermuten, dass das keine Ausnahme war.

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