Natursteinmauer mit Kalkmörtel und Lehm sanieren

  • Es dreht sich um 120 Jahre alte 60 CM dicke Natursteinmauern aus vorwiegend Schiefer Bruchsteinen. Der Kalkputz und Mörtel zerbröselt altersgemäß und lässt sich mit einem Bleistift rauskratzen. Welche Mörtelarten sind empfehlenswert?

    Wie tief soll man auskratzen?

  • warum soll ich dich hauen ? nur weil du etwas empfiehlst was vielleicht funktionieren könnte ?ob weiss ich nicht , ich würde es nicht nehmen , weil :

    ;) watt der buur nich kenn , frett er nich ...


    wir können auch in die geschichte gehen , :


    aus https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbr%C3%BCcke


    Die Überlieferung, der Mörtel sei mit Eiern angereichert worden, um die Stabilität zu erhöhen, wurde nach wissenschaftlichen Materialanalysen anlässlich der Rekonstruktion im Jahr 2008 widersprüchlich beantwortet. Die Beimischung von Quarkund Wein als „römischer Mörtel“ konnte jedoch nachgewiesen werden

    steht sein 13XX .....


    aber die anforderungen ändern sich deutlich , mit dem standort/funktion der mauern :D

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Nun, es sind Hausmauern, Erdgeschoss.

    Die Anteile Lehm sind an den Innenmauern wohl etwas höher. Die Aussenmauern sind schon etwas fester vermittelt. Die Mauern stehen seit 120 Jahren und nun würde ich die gerne für weitere 100 fit machen. Lehm hat mich halt etwas überrascht und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll

  • der heutige "normale" kalkmörtel hat ziemlich sicher hochhydraulische bestandteile, deren reaktion mit oder gegen den verwendeten schiefer nicht bekannt ist, weil früher (vermutlich) gelöschter kalk verwendet wurde (evtl. sind im mörtel ausser sand noch kleine "flinserl" zu erkennen - das ist uralter, schwach abgelöschter kalk). also kann man nich einfach eine empfehlung aussprechen (ausser, beim alten material zu bleiben).

  • Wie tief soll man auskratzen?

    mindestens ~2x fugenbreite


    was man für mörtel nehmen sollte hängt im grossen ganzen von der beschaffenheit/herkunft/zustand des schiefer. das zeug muss nur schichtig spalten , sonst kann es so ziemlich alles sein :P .


    ich für meinen teil würde einen "unterernährten" trasskalk/trasszementmörtel favorisieren, mit nicht zu feinem zuschlag

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke für die Tipps...


    ich denke ich weiß jetzt, wie ich rangehe...im unteren Bereich, nahe des Bodens werde ich Trass-Kalkmörtel verwenden, im konstruktiv anspruchsvollen Bereich Kalkzement oder sogar Zementmörtel verwenden, das ist der Bereich wo neue Mauern aus Tonziegel mit den alten Mauern verzahnt werden. Alle anspruchsloseren Bereiche mit Kalkmörtel und Verputzen natürlich mit Kalkputz. Und dann hoffen ich mal, dass das der Mauer gefällt... :)

  • … im konstruktiv anspruchsvollen Bereich Kalkzement oder sogar Zementmörtel verwenden, das ist der Bereich wo neue Mauern aus Tonziegel mit den alten Mauern verzahnt werden.

    Ich bin ja kein Statiker, aber meine mich an eine Aussage unseres Tragwerkslehreprofs aus dem Grundstudium zu erinnern, dass Mauerwerk zur Vermeidung von Setzungsdifferenzen immer homogen aufgebaut sein sollte / müsse (?). In diesem Sinne würde ich auch auf eine Verzahnung alten und neuen Mauerwerks aus so völlig unterschiedlichen Materialien wie Schiefer und Tonziegel verzichten.


    Aber dazu überlasse ich gerne mls oder Thomas T. das (letzte) fachliche Wort und lasse die beiden Sätze oben als Frage an sie stehen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Interessant ist so eine Sanierung alten Gemäuers allemal. Berichte bitte weiter wie es läuft.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf dem Bild sehe ich nur Trockenmauern.


    Kann zur Vermörtelung leider nichts beitragen mangels Wissens.


    Vielleicht haben Einheimische einen Tipp.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich glaube, damit wollte er nur die Steine zeigen. Die eigentlichen Wände sind andere.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich glaube, damit wollte er nur die Steine zeigen.

    du glaubst , ich auch , ja ich denke sogar , ich bin mir sicher .


    nur bin ich mir annähernd genauso sicher , dass es kein schiefer ist . so sieht bei uns wacke aus .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ich auch , und ich hätte gesagt , das ist wacke......

    Grauwacke ist wie Schiefer eher ein unscharfer Begriff.


    Solche Mauern, entweder als Trockenmauern oder viel häufiger als Grund-/Kellermauern für Fachwerkhäuser, kenne ich auch. Ich stamme aus dem Thüringer Schiefergebirge, wenn auch eher vom westlichen Teil.


    Wacke ist letztlich auch ein Sammelbegriff. Ob die geschiefert vorkommt, weiß ich nicht. Die Steine auf dem Foto in #10 erscheinen mir wie Schiefer-Bruchsteine. Schieferbrücke gab es früher in der Nähe jeder Siedlung. Aber evtl. war da auch Grauwacke drin.


    Spielt das eine Rolle bei der Wahl eines Mörtels? Es sind ja beides viele Mio Jahre alte Sedimentgesteine.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich werde jedenfalls nicht größerflächig absperren und hauptsächlich mit Kalkmörteln arbeiten. Allerdings ist es halt an einzelnen Stellen notwendig eine armierte Betonsäule oder eine Versteifung einzubauen und da muss man halt kombinieren und mit Zement arbeiten. Wird schon gehen.

  • Interessant ist so eine Sanierung alten Gemäuers allemal. Berichte bitte weiter wie es läuft.

    Klar doch, vor allem von den Fehlschlägen...😁

  • Hat jemand von euch schonmal Erfahrungen mit Hochdruckreinigern zur Fugen/Mauerwerkvorbereitung gesammelt? Ich überlege mit niedrigster Druckstufe die ausgekratzten Fugen sozusagen anzufeuchten.

    Evtl. mit einem Haftvermittler als Zuschlag.

  • Hallo,


    mit dem Hochdruckreiniger die Fugen zu befeuchten ist aus meiner Sicht keine gute Idee, das machen wir so nicht. Wichtig beim Fugen räumen ist eine gleichmäßige Tiefe; mit dem Hochdruckreiniger wird loses Material ausgewaschen und die Fugen werden ungleichmäßig tief. Das Anfeuchten reicht mit dem Quast, wichtiger ist das Feuchthalten der frischen Verfugung durch Abhängen und befeuchten mit Jute oder Sisalmatten über mehrere Tage. Wenn die Fugen ausreichend fest sind (hängt vom Verfugmaterial ab) die Oberfläche abkratzen und evtl. verbandeln.

    Jochen

  • Also dan mehr so mit nem Drucksprüher für den Garten? Weil bei meiner Mauer ist alles so ungleichmäßig tief und breit in den Fugen, da geht es halt auch um gründliche Benetzung...

  • Ich muss im Zuge der Planumsetzung Türdurchbrüche in den erwähnten Bestandsmauern durchführen. Jetzt sind diese Mauern mehr so auf einander geschmissen und mit Lehm, Kalk und Weissnichwas zusammengepappt und ich hab mir überlegt, erst mit Hohllochziegel die Flurmauern zu ziehen und das alte Mauerwerk so zusätzlich zu stabilisieren, bevor ich Durchbrüche mache...

    Was aber auch bedeutet, erst Betonboden um die Zwischenmauer draufzustellen, wodurch ich Mehraufwand beim Betonieren und Niveauabgleich kriege, da ja keine Durchbrüche zu den anderen Flächen da sind... :(

    Oder ich stelle die Flurmauern auf Streifenfundamente?