Kalkeinschluss im Verblendstein

  • Moin, was ist das für ein Schadensbild, nach dem Mauern platz von den Steinen die Oberfläche ab/auf, und drin ist weißes Pulver, ich denke Kalk. Was kann man dagegen tun?

    Gruß Volker

    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: anhängende Auszüge aus einer Immobilienbewertung entfernt, da ohne erkennbaren Zusammenhang mit der angefragten Steinproblematik und mit möglicherweise sensiblen Daten

  • Was kann man dagegen tun?

    Nichts. Es ist ein Produktionsfehler, der in gewissem Umfang zu tolerieren ist.


    Da DU hier allein schon 4 Bildchen hast, frage mal beim Liefereanten nach.

    Der Kunde dürfte da nicht erfreut sein ;)


    P.S.: Es sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Kalkeinschlüsse. Die sind für die Dauerhaftigkeit des Verblendziegels, meiner Meinung nach, aber nicht von Belang.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Also wenn man ums Haus geht sind es ca 100-200 Ausbrüche, ich denke in der feuchten Jahreszeit werden es noch mehr, ich frag mich wie ich rechtlich vorgehe, bei Produktfehler ist ja der Ziegler in der Gewährleistung, kann ja ein Fass ohne Boden werden🙈

  • Das sind in der Tat Kalkeinschlüsse, diese nehmen Wasser vom Regen oder der Luftfeuchtigkeit auf und expandieren hierdurch. Dies führt dann zu diesen Abplatzungen.

    Das Erscheinungsbild ist nach EN 771 Bestandteil des Kaufvertrages, wenn du da nichts geregelt hast bestehen wenig Chancen.
    "Besondere Beachtung sollte tiefen oder ausgedehnten Rissen, beschädigten Ecken

    und Kanten, Kieseln und treibenden Kalkeinschlüssen geschenkt werden."

    In der Vorgänger DIN Norm wurden hierzu noch ein zu haltende Grenzen spezifiziert die aber mit der Nachfolger EN Norm entfallen.


    Ich betreue leider ein Projekt bei dem wir einen ähnlichen Schadensfall haben dem wir aber kulant begegnen möchten. Hier kommt es an der Fassade auch nach zwei Jahren noch zu neuen Abplatzungen, dies trifft vermehrt an den stark bewitterten Gebäudeseiten auf.

  • Das Erscheinungsbild ist nach EN 771 Bestandteil des Kaufvertrages, wenn du da nichts geregelt hast bestehen wenig Chancen.

    Wenn sich bereits 4 Wochen nach Fertigstellung laut Aussage des TE ca. 100-200 solcher Fehlstellen zeigen, dann werden es in Zukunft wohl noch deutlich mehr werden. Von einer geringfügigen optischen Beeinträchtigung kann man dann wohl nicht mehr sprechen.

    Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Gebrauchstauglichkeit (Bsp.: typ. zu erwartende Lebensdauer) gegeben ist. Es ist zu befürchten, dass durch Abplatzungen und Risse die Lebensdauer stark eingeschränkt wird.


    Das Werk weicht somit erheblich von dem ab was man typischerweise erwarten kann.


    Auch ohne eine eindeutige Regelung im Kaufvertrag sehe ich hier Ansatzpunkte für den Kunden.


    ich frag mich wie ich rechtlich vorgehe, bei Produktfehler ist ja der Ziegler in der Gewährleistung, kann ja ein Fass ohne Boden werden🙈


    Zuerst einmal den Vertragspartner kontaktieren der das Werk erstellt hat und den Mangel anzeigen. Dann abwarten wie er reagiert. Falls keine Reaktion erfolgt, dann noch einmal kontaktieren mit Fristsetzung usw.. Während dieser Phase könnte man sich noch ohne Sachverständige und Anwälte einigen. Sollte eine Einigung nicht möglich sein, dann wäre der nächste Schritt an der Reihe.


    Ich würde jetzt noch nicht die schweren Kaliber auspacken, denn das kostet erst einmal Zeit, Nerven und Geld.

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  • Zuerst einmal den Vertragspartner kontaktieren der das Werk erstellt hat

    Da hier anscheinend der Maurer angefragt hat, wäre der Baustofflieferant der Vertragspartner ;)

    Bisher kam leider noch keine Information, was der Lieferant sagt.

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    5.Mose 27:18

  • ups, den Beruf hatte ich doch glatt übersehen.


    Dann ist es ja noch einfacher, da der Handwerker zum Baustofflieferanten wohl einen bessere Kontakt hat als der Endkunde zu einem Handwerker den er (oftmals) nur ein einziges Mal in seinem Leben beauftragt. Da würde ich mal Druck machen, sonst ist jetzt schon klar wer den Schwarzen Peter hat.

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  • Wenn es tatsächlich Handwerker zu Lieferant ein solches Problem gibt, empfehle ich DRINGEND und SOFORT einen Rechtsanwalt einzuschalten mit Hinweis auf HGB § 377 Abs. 3


    Mehr mag ich zu diesem Hinweis nicht sagen, es könnte als unerlaubte Rechtsberatung ausgelegt werden.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Moin, also es ist so gelaufen: mein Lieferant hat sich mit dem Werk in Verbindung gesetzt, wir haben dann das Mauerwerk genässt, und dann nach einer Woche die Abplatzungen dokumentiert (Bild mit Größe). Es waren 240 Steine, diese wurden gewechselt. Die Kosten hierfür hat das Werk übernommen. Des Weiteren wurde schriftlich vereinbart, sollte es in den kommenden Jahren weitere Abplatzungen auftreten werden auch diese Kosten vom Werk übernommen. Ich glaube mit dieser Lösung können alle Seiten leben.

    Danke für Meinungen 😊