Schadstoffe in Raumluft durch Steckdose

  • Hallo!


    Ich komme nicht weiter und erbitte Hilfe.


    2018 neu gebaut, ein geziegeltes Haus mit 16cm WDVS System. Die Ziegel sind normale Hohllochziegel. Die Elektroinstallation befindet sich in der Betondecke, also die Steckdosen usw. führen direkt in einem Schlitz rauf und laufen dann auf der Decke bis zu einem Schacht und von dort aus in den Keller.


    Seit längerer Zeit kommt aus mind. einer Steckdose im Schlafzimmer (dieser befindet sich auf der im Haus integrierten Garage) eine sehr unangenehme Luft.


    Ich habe jetzt zwei Messungen machen lassen, es wurde Styrol und Tuloul gefunden, ein TVOC von 1500 uvm. Der beauftragte Baubiologe sagte nur, es sind Stoffe da aber wo die jetzt herkommen wisse er auch nicht.


    Der Elektriker sagt, an ihm liegt es nicht, die Steckdosen passen. Der WDVS Bauer sagt, er kann da nichts machen. Und überhaupt kann hier keiner die Schuld finden ich solle doch einfach immer lüften aber das geht halt so auch nicht. Es ist eine Lüftungsanlage verbaut, dieser Raum ist ein Zuluftraum dazu.#


    Im Sommer ist der Geruch m. E. deutlicher (an der Außenwand wurde das Flachdach der Garage als Bitumendach gemacht) aber nach Bitumen riecht es nicht. Ich lüfte den Raum, kurze Zeit danach kommt der Geruch wieder. Hat jemand eine Hilfestellung für mich? Ich bin hier schon sehr lange drüber aber niemand will es gewesen sein und die Gewährleistung läuft langsam ab.


    Ich habe die Steckdosen mit Klebeband abgeklebt und trotzdem kommt der Geruch noch.

  • ... zwei Messungen machen lassen, es wurde Styrol und Tuloul gefunden, ein TVOC von 1500 uvm.

    Das vermutlich als Einheit gemeinte "uvm" sagt mir nichts. Ich kenne dazu nur die Langform "und vieles mehr", die hier aber kaum gemeint sein dürfte. Aber welche Langform ist es dann?


    Vorher kommen Styrol und Toluol üblicherweise? Styrol kann als Rest in EPS ("Styropor") enthalten sein und von dort ausgasen, Toluol aus Treibstoffen oder in Abgasen von Verbrennungsmotoren enthalten sein. Ich würde also zuerst die

    Seit längerer Zeit kommt aus mind. einer Steckdose im Schlafzimmer (dieser befindet sich auf der im Haus integrierten Garage) eine sehr unangenehme Luft.

    anschauen bzw. eher "beriechen" (lassen).


    Welche Wand- und Deckenbaustoffe trennen die beiden Nutzungen Garage und Wohnen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Entschuldigen Sie die undeutliche Schreibweise. Also TVOC von genau 1550 μg/m3 sowie Styrol i. H. v. 25 µg/m3, Ethylbenzol sowie Xylol


    75 μg/m3 Ethanol, 20 μg/m3 2-Propanol, 15 μg/m3 n-Pentan sowie weitere unbekannte Komponenten, überwiegend im Siedebereich von C3 bis C5, enthalten. Die Flächen der unbekannten Stoffe wurden addiert und als Toluoläquivalent berechnet (1240 μg/m3)

  • 1,5 mg TVOC / m3 Raumluft sind schon ein "hygienisch auffälliger" Wert, der nach div. relevanten Einschätzungen / Grenzwerten max. 12 Monate in Wohnräumen akzeptiert werden sollte. Also: Hurtig Mangelanzeige mit Verweis auf die Analyse und die einschlägigen Grenzwerte (siehe Link) verschicken. Aber an wen ist diese zu verschicken?


    Wurde das Haus von

    • einem Bauträger gekauft?
    • einem GU / GÜ mit dessen eigenem oder einem von Euch direkt beauftragten freien Architekten gebaut?
    • von einzeln beauftragten Gewerken erstellt, koordiniert von einem damit von Euch direkt beauftragten freien Architekten?
    • ... ?

    Von der Antwort hierauf hängt neben der Antwort auf die noch offene Frage nach der möglichen Ursache der Empfänger der Mangelanzeige ab.


    Aufgrund der Vielzahl der Schadstoffe und der Tatsache, dass relativ viele davon rund ums Automobil, für dessen Antrieb oder als Schmier- oder Reinigungsmittel dafür eingesetzt werden können, würde ich zu allererst aber die Raumluft in der Garage auf genau diese Schadstoffe untersuchen lassen, um so auszuschließen, dass in deren Nutzung die Quelle der Schadstoffe zu finden ist, denn genau diesen Nachweis dürfte jeder nicht ganz dumme Beklagte zu seiner Entlastung verlangen. Und es wäre sehr unpraktisch, wenn erst der / die teure Gerichts-SV diese Entlastung brächte.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Elektroinstallation befindet sich in der Betondecke, also die Steckdosen usw. führen direkt in einem Schlitz rauf und laufen dann auf der Decke bis zu einem Schacht und von dort aus in den Keller.

    Also, "in der Betondecke" und "auf der Betondecke" sind schon verschiedene Varianten...


    Elektroleitungen im Schlitz unter Putz (voll eingeputzt) oder im Leerrohr, eingezogen, unter Putz?


    u.P. Dosen als herkoemmliche Geraetedosen oder Sonderformen ausgefuehrt?

  • Die Elektroinstallation befindet sich in der Betondecke, also die Steckdosen usw. führen direkt in einem Schlitz rauf und laufen dann auf der Decke bis zu einem Schacht und von dort aus in den Keller.

    Da die Formulierungen widersprüchlich sind, habe ich eine Skizze zur Erklärung gemacht, denn Laien verstehen im Gegensatz zu bautechnisch versierten Menschen unter "Decke" oft nur die unterseitig sichtbare Schicht einer Deckenkonstruktion, nicht wie bautechnisch üblich, das gesamte Bauteil von mit von oben nach unten Belag / Estrich / Fußbodenheizung / Trittschall- und / oder Wärmedämmung / Tragschicht / Putz / Farbe.



    • Aus der Beschreibung des TS lese ich die Leitungsführung A meiner Skizze heraus.
    • Möglich wäre auch B (so verstehe ich karo1170 )
    • im Wohnbau kenne ich als Standard die Variante C und zwar nur C2 (C1 ist eine Abwandlung von A)

    Der TS möge karo1170 erleuchten, wie bei ihm gebaut wurde!


    Inwieweit das hoffentlich bald neu gewonnene Wissen dem TS auf seiner Suche helfen wird, erschließt sich mir noch nicht, aber ich lese interessiert mit!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Egal woher die Gerüche kommen. Es gibt "winddichte" Gerätedosen, die die über die Hochlochziegel stattfindende Zirkulation unterbinden sollten.


    Wer für die Kosten aufkommen muss, sh. #4.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wie schauts mit der Lüftungsanlage selbst aus?


    Aus eigenem Erleben: Bei uns hatte sich unbemerkt etwas zugesetzt. Infolgedessen fingen unsere Steckdosen an zu "singen".Die Lüftung holte sich Luft an Stellen, wo sie gar keine holen sollte. Ich würde also auch die Einstellungen der Lüftungsanlage, die Filter und die Zuluft in die Überprüfung definitiv mit einbeziehen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Vielen Dank erst einmal für die Unterstützung. Das Haus wurde von einem Architekten geplant, mehr aber nicht. Ich habe dann einen Rohbauer beauftragt, einen Elektrofachbetrieb, einen Malerfachbetrieb für das Wärmedämmverbundsystem, einen Dachdecker usw. Zu meinem Unglück hatte ich niemanden mit der Bauaufsicht beauftragt was sich als großen Fehler herausstellte. Meine Annahme, ich beauftrage ausschließlich Örtliche Meisterfachbetriebe war offensichtlich falsch.


    Die Garage war bis heute ausschließlich ein Lagerraum, in dem kein KFZ stand. Es war lediglich Holz usw. eingelagert, mittlerweile habe ich den Raum gefliest und dieser ist komplett leer. Also die komplette Garage ist sauber geputzt und leer.


    Die Elektroleitungen laufen in der Betondecke (es wurde eine Fertigteilbetondecke mit einzelnen Elementen eingebaut - auf dieser dann die Elektrokabel verlegt auch zwischen den Stahlstreben und Bewährungen und diese dann mit Beton ausgegossen). Leerrohre wurden ausschließlich für SAT Kabel verwendet und Netzwerk. Stromkabel und KNX Kabel haben keine Leerrohre. Die elektroleitungen im Schlitz unter Putz (voll eingeputzt). Das Leerrohr endet in der Decke und auch das SAT Kabel beispielsweise kommt dann in den Schlitz in der Wand runter ohne Leerrohr. Die Unterputzdosen sind herkömmliche Gerätedosen (Farbe Blau mit zwei Gewinden) und keine Sonderausführung. Es wurden keine Winddichten Dosen eingebaut (müsste man bei einer Lüftungsanlage)?

  • Die elektroleitungen im Schlitz unter Putz (voll eingeputzt). Das Leerrohr endet in der Decke und auch das SAT Kabel beispielsweise kommt dann in den Schlitz in der Wand runter ohne Leerrohr.

    Dann kann man eine Geruchsübertragung durch Leerrohre aus anderen Bereichen wohl recht sicher ausschliessen. Der Einsatz von luftdichten Dosen im Mauerwerk bekämpft zwar die Auswirkungen im einzelnen Raum...aber irgendwo muss es ja eine Quelle für die Ausdünstungen geben.

  • Dann kann man eine Geruchsübertragung durch Leerrohre aus anderen Bereichen wohl recht sicher ausschliessen.

    Sehe ich jetzt ähnlich.


    Mein nächstliegender Verdacht wäre die Dämmung unterm Estrich.

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    5.Mose 27:18

  • Mein nächstliegender Verdacht wäre die Dämmung unterm Estrich.

    Bei festgestellten Produkten der Petrochemie? Ich weiß nicht. Eher würde ich bei der Abdichtung nach einer Mitverursachung suchen.

    Das Haus wurde von einem Architekten geplant, mehr aber nicht. Ich habe dann einen Rohbauer beauftragt, einen Elektrofachbetrieb, einen Malerfachbetrieb für das Wärmedämmverbundsystem, einen Dachdecker usw. ...

    Mit "geplant" ist dann vermutlich nur die Genehmigungsplanung gemeint, keine Ausführungsplanung. Dann ist nach meinem jurist. Laienwissen erstmal bei keinem der anderen Beteiligten eine gesamtschuldnerische Haftung gegeben. Und damit gibt es keinen Anspruchsgegner, der dann Dritte in Anspruch nehmen könnte. Damit wird es schwieriger mit der Durchsetzung der Ansprüche.

    Die Garage war bis heute ausschließlich ein Lagerraum, in dem kein KFZ stand. Es war lediglich Holz usw. eingelagert, mittlerweile habe ich den Raum gefliest und dieser ist komplett leer. Also die komplette Garage ist sauber geputzt und leer.

    Also gab es und gibt es keine Raffinerieprodukte in der Garage. Aber wo kommen die dann her? Konnte das Labor keine Rückschlüsse aus den Anteilen der einzelnen Schadstoffe auf einen Ausgangsstoff ziehen? Ich würde dort noch einmal nachfragen.


    Ist der Baugrund sicher frei von Altlasten mit diesen Schadstoffen? Welche Nutzungen gab es dort vorher?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Styrol als Hauptkomponente der Belastungen.

    nein, keineswegs:


    Es wurden in Summe

    TVOC von genau 1550 μg/m3

    festgestellt, denn TVOC umfasst die Gesamtmenge aller betrachteten Stoffe.


    Davon ist

    Styrol ... 25 µg/m3

    und das sind gerade einmal 1,6 Masseprozent von 1550 μg/m3. Unter einer

    Hauptkomponente der Belastungen

    würde ich etwas anderes verstehen. Dies aber unter der Voraussetzung, alle Werte oben richtig angegeben bekommen, richtig verstanden und richtig wiedergegeben zu haben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • das wäre die entsprechende Außenwand wo die Steckdose drin sitzt. Diese sitzt direkt auf dem Garagendach, welches als Flachdach ausgeführt ist.


    Vom Aufbau kam erst ein Schwarzanstrich, dann eine Klebebahn. Auf diese Klebebahn die Gefälledämmung und auf diese nochmals eine Klebebahn. Und zu guter ltzt auf diese nochmals eine Bitumen Schweißbahn.


    Und an der Wand das 16cm WDVS

  • Ich frage nochmal:

    Wurde die Lüftungsanlage berechnet und eingestellt?

    Was ist mit Filtern?

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  • Pläne wären zusätzlich sehr hilfreich, Grundrisse und Schnitte vor allem, notfalls auch Ansichten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • also das wäre die Schnittdarstellung. Unten wie gesagt die Garage und darauf zur Hälfte das Schlafzimmer sozusagen.


    Die Lüftungsanlage ist bis heute noch nicht überprüft worden. Tatsächlich ist es so, dass das Schlafzimmer ein Zuluft Raum ist, allerdings ist dieser Verbunden mit der Ankleide und dem Bad und dies sind beides Ablufträume also in der Summe ist da weniger Zuluft als Abluft. ich habe allerdings jetzt einmal die Lüftung ganz ausgemacht und dann war der Geruch noch extremer.


    Auch jetzt im Sommer, besonders in den letzten Tagen ist der Geruch wieder stärker geworden als im Winter so zumindest das Gefühl.

  • In Deine Skizze habe ich dort, wo ich sie vermute, schematisch bituminöse Abdichtungen (blau) und Wärmedämmungen (EPS / Styropor, rot) eingetragen:



    Stimmt das soweit?


    Wenn ja, wüsste ich gerne, ob auf der Terrassenfläche und dem Dach über dem Schlafraum Beläge auf den Abdichtungen / Dämmungen liegen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • perfekt eingezeichnet, exakt so ist es. Auch auf dem Dach ist erst


    1.) Schwarzanstrich

    2.) Vedagard ES PLUS

    3.) Dämmung aus EPS

    4.) Vedatop SU

    5.) Bitumenschweißbahn

  • Dann

    wüsste ich gerne, ob auf der Terrassenfläche und dem Dach über dem Schlafraum Beläge auf den Abdichtungen / Dämmungen liegen!

    Das wären z.B. Kies, ein Gründach, Terrassenbeläge wie Holz oder mineralische Beläge.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ich konnte den Voranstrich noch in Erfahrung bringen


    1.) Schwarzanstrich Vedag Bitumen Voranstrich (lösemittelhaltig)

    2.) Vedagard ES PLUS

    3.) Dämmung aus EPS

    4.) Vedatop SU

    5.) Bitumenschweißbahn

  • Als baubiologischer Laie habe ich die Reste des Voranstrichs und / oder die Abdichtung und ggf. auch das EPS im Verdacht, welche unter Sonneneinstrahlung VOC / Styrol verdampfen. Dieses geht dann den Weg des geringsten Widerstandes - durch die Steckdose in den Wohnraum. Ich würde das Labor um einen Abgleich der Inhaltsstoffe der drei Materialien mit den festgestellten Schadstoffen bitten und dann weitersehen.


    Zur Sanierung kann ich leider weiter nichts beitragen, hatte das Problem trotz mehrfacher Ausführung solcher Konstruktionen auch noch nicht. Was schreiben unsere Dachdecker dazu? Kalle?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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