• Hallo zusammen,


    wir planen gerade unsere Neubau Reihenhaus. Ich hatte eine lange Diskussion über Fensterfalzlüfter mit dem Bauleiter und irgendwann kam die Idee einer dezentralen Lüftungsanlage auf.

    Der Bauträger bietet standardmäßig von der Firma Lunos das Produkt e2 an. Verbaut werden dann je Stockwerk zwei Geräte.

    Uns gefällt die Idee deshalb, weil ich starke Allergikerin bin und die Hoffnung ist, sich da Entlastung durch Pollenfilter zu schaffen. Auf der anderen Seite fürchten wir, dass uns das zu laut wird (ein Gerät wäre im Schlafzimmer, wie sieht es mit Schall von außen aus?).

    Wir haben bisher im Neubau mit Fensterfalzlüftern die Luft als sehr unzureichend empfunden. Sobald Besuch da war musste man ständig, auch im Winter, die Fenster aufreißen und lüften... Das hat uns sehr genervt (und man heizt halt den Garten gleich mit...)


    Ist so eine Lüftungsanlage sinnvoll? Und wenn ja hat jemand Erfahrung mit genau diesem Produkt?

    Was für Kosten sind für den reinen Einbau (ohne das eigentliche Gerät und die Steuerung) realistisch? Rohbau wird gerade begonnen.


    Ich freue mich über Anregungen.

  • Verbaut werden dann je Stockwerk zwei Geräte.

    Ob das ausreicht, das kann man aus der Ferne nicht sagen.



    Auf der anderen Seite fürchten wir, dass uns das zu laut wird (ein Gerät wäre im Schlafzimmer, wie sieht es mit Schall von außen aus?).

    Diese Furcht ist in meinen Augen unbegründet, zumindest nach einer ersten Durchsicht der technischen Daten. Hier kommt auch ein wichtiger Aspekt zum Vorschein, auch im Zusammenhang mit dem o.g. Punkt (2 Geräte pro Stockwerk), denn der vom Gerät erzeugte Schalldruckpegel ist natürlich abhängig von der eingestellten "Leistungs"stufe. Es kann also lohnenswert sein, ein größeres Modell zu wählen und dieses mit einer geringeren Leistungsstufe zu betreiben, als ein kleineres Gerät das ständig am Anschlag läuft.


    Der Hersteller gibt an:


    Schalldruckpegel bei 1 m Abstand 10 - 48 dB(A)

    Schalldruckpegel bei 3 m Abstand 3 - 39 dB(A)

    Meßflächenschalldruckpegel 9 dB(A)

    Max. Normschallpegeldifferenz Dn,e,w 67 dB

    Schallleistungspegel LW 18 - 56 dB(A)


    Man müsste sich nun die Prüfberichte dazu anschauen, zumindest ein Schalldruckpegel von 3dB(A) stammt wohl eher aus einer Berechnung als einer Messung. Ich glaube meine beste Messkapsel produziert bei A-Bewertung ein Eigenrauschen um die 10dB(A), besser ging es nur bei Messung in kleineren Teilbereichen (1/3 Oktave etc.).


    Was man aber sagen kann, auf niedriger Leistungsstufe sind die Lüfter so leise, dass sie selbst in einem Schlafraum nicht stören, auf max. Leistungsstufe sind sie jedoch mehr als nur deutlich wahrnehmbar, und zwar sowohl bei 1 als auch bei 3m Abstand. Je nach persönlichem Geräuschempfinden würde ich für mein Schlafzimmer eine Grenze bei ca. 20dB(A) ziehen. Das wäre dann der persönliche Grenzwert, unabhängig von irgendwelchen Normen.


    Ob beim Richtungswechsel kurzzeitig mit einem höheren Schallpegel zu rechnen ist, das ist den Unterlagen nicht zu entnehmen.


    Ein weiterer wichtiger Punkt wäre für Dich die Angabe "Normschallpegeldifferenz", die im Datenblatt mit 67dB angegeben ist. Das halte ich für einen guten bis sehr guten Wert. Wie hoch der Wert nun in dem von Dir genannten Bereich "Straßenlärm" ist, das müsste man aus dem Prüfbericht extrahieren. So lange Du nicht gerade an einer viel befahrenen Autobahn wohst, oder direkt an den Bahngleisen, würde ich diesen Wert als ausreichend betrachten.


    Weiterhin gibt es wohl noch Zubehör mit dem sich die Schalldämmung verbessern lässt, dazu liegen mir aber keine technischen Informationen vor, das müsste man beim Hersteller erfragen.


    Kurzum, aus Sicht der Schallemission und Schalldämmung gibt es keinen Grund, warum man die Geräte bei entsprechender DImensionierung nicht einsetzen sollte. Eine durchaus interessante Alternative zu einer zentralen KWL, und ich würde die einem Fensterfalzlüfter immer vorziehen.

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  • Vorweg: Ich bin ein Fan von Lüftungsanlagen, sei es zentral, sei es dezentral. Wir haben eine zentrale. Unsere musste mal mehrere Tage ausgeschaltet sein <x. Fand ich extrem unlustig, gerade bei Neubauten, die doch sehr dicht sind.


    Vielleicht besteht die Möglichkeit, sich sowas mal anzuhören? Als mal SirSydom fragte, ob man unsere hören würde, habe ich erst mal verneint - um dann festzustellen, dass sie doch nicht so leise ist, wie ich dachte. Es ist aber ein Hintergrundrauschen, das man ausblendet.


    Oft ist es ja nicht die Lautstärke, sondern das Geräusch selbst, das stört.

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  • Danke schon Mal für die zahlreichen und auch sehr ausführlichen Antworten!

    Das Schlafzimmer liegt zu einer weniger befahrenen 30er Zone in der Kleinstadt, zumindest nachts ist da nichts mehr los, die Außengeräusche müssten sich in Grenzen halten.

    Der Bauträger baut die Lüftung von Lunos wohl regelmäßig ein, besonders in Wohnungen, und ist damit sehr zufrieden.

    Ob nun wirklich zwei Geräte pro Stockwerk reichen, muss ich nochmal genau anschauen.


    Das EG ist komplett offen, da haut das sicherlich hin. Im OG bin ich unsicher, weil das Schlafzimmer und Bad (ohne ein Lunos) zur Nordseite liegt und auf der Südseite dann nur ein Kinderzimmer quasi den Gegenpart bekommt. Das zweite KiZi wäre dann ohne. Ich wüsste aber auch nicht, wie es sonst gehen soll, weil die Lunos immer paarweise verbaut werden sollen. Im OG sind die Türen noch nicht ausgesucht und bestellt, da müssten wir dann auf Überström Möglichkeit achten. Danke für den Hinweis!


    mls Ich hatte es so verstanden, dass das Grundprinzip paarweiser Gegenstrombetrieb ist, mit Richtungswechsel alle 70 Minuten.


    Nun müssen wir Mal rechnen, der Bauträger will 3600 Euro pro Stockwerk dafür. :( meine Recherchen ergaben 1000 Euro für das Paar Lunos und 500 für die Steuerung... Das ist ein bisschen weit weg vom Einbaupreis des Bauträgers.

  • Ausgerechnet im Bad würde ich gefühlsmäßig schon was einbauen. (Luftfeuchte) Aber ich bin mehr der Theoretiker, wenn’s spezieller wird, kenne ich mich nicht so gut aus.

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  • Das ist ein bisschen weit weg vom Einbaupreis des Bauträgers.

    Man muss ja auch noch etwas Arbeit für den Einbau rechnen, und welcher BT sagt schon nein, wenn er so leicht Geld verdienen kann. Das ist leider gängige Praxis. Eine Lösung für dieses Problem habe ich leider nicht, vielleicht selbst einbauen (lassen), falls der BT mitspielt, aber ob sich das am Ende rechnet, dafür würde ich meine Hand nicht in´s Feuer legen.


    Ob nun wirklich zwei Geräte pro Stockwerk reichen, muss ich nochmal genau anschauen.

    Achte bitte auf den gewünschten Luftwechsel, nicht nur auf die Anzahl der Räume. Wenn 1 Etage beispielsweise 100m² hätte, dann wären das um die 250m³ Volumen, und selbst bei nur 0,25 Luftwechseln pro Stunde kommen da 60m³/h zusammen. Dann den o.g. Punkt mit dem Luftdurchsatz abhängig von der Leistungsstufe und somit Lautstärke.


    Die sinnvolle (notwendige) Anzahl ergibt sich also aus mehreren Faktoren.

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  • R.B. Danke! Nein, es soll dann schon der BT machen... Sie lassen sich für Sonderwünsche aber wirklich fürstlich bezahlen (haben wir vorher gewusst... Nur muss man halt die Gesamtkosten im Blick behalten und an eine Lüftungsanlage haben wir anfangs überhaupt nicht gedacht)


    Ich bespreche mich auch noch unserem SV dazu, der den Bau begleitet und lese mich noch ein bisschen ein, ist ein völlig neues Thema für mich...

  • Ich bespreche mich auch noch unserem SV dazu,

    Das ist gut, der sollte mit so Sachen wie Lüftungskonzepte und Dimensionierung etwas anfangen können.

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  • Wenn das Bad ohnehin eine Entlüftung hat, dann braucht’s nicht noch extra was.

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  • Ich meinte damit, dass es nicht noch mehr Entlüftung dann braucht. Aber ja, sollte schon alles zusammenpassen.

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  • Im Bad ist standardmäßig sowieso eine Entlüftung übers Dach vorgesehen. Das wäre quasi extra.. ob die Kombi so schlau ist?!?

    Vielleicht ist mit standardmäßig 'Entlüftung übers Dach' nur die Ent/Belüftung der Abwasserleitung gemeint ?