Kann sich das Türblatt einer Schiebetür in einer Stahlzarge elektrostatisch aufladen?

  • Nutzer einer von uns geplanten Wohnung beklagen schmerzhafte Stromschläge, welche ihre kleine Tochter beim Bewegen einer Schiebetür schon mehrfach erhalten haben soll. Der Boden der Wohnung ist vollflächig mit einem Massivholzparkett auf Zementestrich belegt. Die Tür hat ein Blatt aus Holzwerkstoffen und fährt durch eine Stahlzarge in die Nische einer Trockenbauwand hinein. In dieser Trockenbauwand sind Elektroleitungen verlegt und ein Trafo in einer Gerätedose verbaut.


    Der ehem. Bauleiter erklärt sich ebenso für unzuständig wie der Elektromeister und ö.b.u.v. SV für Elektrotechnik, denn "für Türen ist der Architekt zuständig". Der Architekt (hier also ich als Büroinhaber und "Berufsträger") wundert sich, denn Holz kann sich doch eigentlich nicht elektrostatisch aufladen, schon garnicht, wenn es über metallische Bauteile an einer metallischen Trockenbau-UK aufgehängt ist, oder?


    Ideen? (Außer dass die Kollegen von der Elektrotechnik faule Socken sind)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kriechströme (Eli ins Gesäß treten) - es sei denn, Du hast da irgendwo Kunststoffe versteckt ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • es sei denn, Du hast da irgendwo Kunststoffe versteckt ;)

    Das Türblatt ist ordentlich schwer und aus Holzwerkstoffen mit Metall-Beschlägen, sonst nüscht, isch schwöre auf Koran Alta!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielleicht ist ja das Kind statisch aufgeladen und entläd sich über die Metallzarge oder andere leitfahige Teile?

    Der Effekt ist der Gleiche.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Zum Stromfluss soll es immer nur bei Berührung des Türblatts bzw. der Griffmuschel gekommen sein. Der Boden ist wie geschrieben …

    … vollflächig mit einem Massivholzparkett auf Zementestrich belegt.

    Über bestimmte Sohlen oder Kleidung des Kindes ist nichts bekannt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zunaechst sollte man doch wohl die Sachlage klaeren. Ob eine Tuere statisch aufgeladen ist laesst sich prinzipiell nachpruefen. Jeder nicht geerdete (Nicht-)leiter kann im Prinzip statisch geladen werden. Wenngleich Holz eher ungewoehnlich waere, eventuell am ehesten noch bei sehr duennem Furnier.

    Moeglichkeiten:

    - Ist vielleicht im Tuerspalt eine Buerste oder aehnliches verbaut, um den Spalt schmutzfrei zu halten. Koennte zu Ladungstrennung auf der Oberflaeche fuehren. A.la: Kind spielt Tuer rein- Tuer raus (viele Male und vermutlich verbotener Weise), beruehrt dann die Griffmuschel und bekommt von dort die gesammte statische Ladung ab.

    - Es gibt eine Katze im Haushalt

    - Schmerzhaft ist sehr subjektiv, die Skala reicht hier sicher von "wahrnehmbar" bis "wirklich richtig schmerzhaft"

    . Kleidung und Schuhe/ Socken etc. V.a. relevant wenn der Effekt nur beim Kind auftritt...

    - es gibt tatsaechlich ein Isolationsproblem und Kriechstroeme, dann sollten aber alle betroffen sein, die die Tuere anfassen.


    Es scheint als muessten hier umfangreiche Untersuchungen durchgefuehrt werden. Je nach spezifischem Auftreten des Effekts, Alter des Kindes und tatsaechlichem Schmerzreiz koennte ein Mittel sein: geeignete Literatur (z.B. Was ist was: Elektrizitaet ) fuer das Kind (und /oder die Eltern) und es zunaechst der kindlichen Neugier ueberlassen, den Effekt zu untersuchen. Andernfalls muesste man zunaechst mal die Statische Ladung der Tuere nachweisen, und koennte sich dann um die Ursache kuemmern.

  • Beitrag von feelfree ()

    Dieser Beitrag wurde von Skeptiker aus folgendem Grund gelöscht: Wunsch des Autoren ().
  • Vielleicht ist ja das Kind statisch aufgeladen und entläd sich über die Metallzarge oder andere leitfahige Teile?

    Der Effekt ist der Gleiche.

    Das ist sogar sehr wahrscheinlich. Dabei muss das Türblatt nicht unbedingt aufgeladen oder "geerdet" sein, es genügt eine Potenzialdifferenz. Die Potenzialdifferenz bestimmt zusammen mit der el. Leitfähigkeit dann den Entladestrom, oder anders ausgedrückt, das macht den Unterschied ob man die Entladung sieht oder spürt oder gar nichts feststellt.


    Der Holzboden, vermutlich auch versiegelt, ist ideal um eine Person die sich beispielsweise mit Socken in diesem Raum bewegt, aufzuladen. Die trockene (Raum)Luft im Winter unterstützt das noch.


    Das kennt man auch aus Kaufhäusern wo man dann die Böden ersetzt hat, weil sich Kunden aufgeladen und an den Gestellen an denen die Klamotten hängen, schmerzhaft entladen haben.


    Würde die Tür auf Potenzial geladen, beispielsweise durch el. Leitungen in der Nähe, dann könnte man den Effekt ständig wiederholen. Man fasst mehrmals gegen die Tür und es erfolgt jedes Mal eine vergleichbare Entladung. Hat sich die Person aufgeladen, dann funktioniert das nur einmalig, schließlich ist die Person dann entladen und kann problemlos an die Tür fassen.

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    .

    • Es ist keine Bürstendichtung verbaut.
    • Es gibt keine Katze im Haushalt.
    • Ob das Kind bei den Entladungen immer die selbe Fußbekleidung trug, ließ sich bisher nicht aufklären.
    • Das Phänomen trat bisher ausschließlich beim Kind auf.

    In der Summe spricht also sehr viel für eine Aufladung des Kindes durch eine ungünstige Kombination von Fußboden, Fußbekleidung und möglicherweise weiteren Faktoren.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das Phänomen kenn ich leider auch. So wär ich sehr interessiert an einer Lösung.


    Ich entlade mich regelmäßig an der Terrassentür oder wahlweise an meinen Katzen, wenn ich sie noch streichle beim Rein- oder Rauskommen, was die beiden verständlicherweise nicht so gern haben. Ich trag mal nur Socken, mal Hausschlappen mit Gummisohle, das Parkett ist geölt, vor der Tür liegt eine kleine Fußmatte aus Gummi. Bei uns im Haushalt bin auch nur ich davon betroffen.

    Weniger Luftfeuchtigkeit wurde mir schon als Erklärung angeboten, was natürlich sein kann, da ich diese Entladung bisher nur in der kälteren Jahreszeit beobachten konnte, aber warum nur bei mir? Als wirklich schmerzhaft empfinde ich es nicht, aber es gibt Angenehmeres. Kann schon sein, dass ein Kind das stärker empfindet.

  • In der Summe spricht also sehr viel für eine Aufladung des Kindes durch eine ungünstige Kombination von Fußboden, Fußbekleidung und möglicherweise weiteren Faktoren.


    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kinder (welches Alter?) für diesen Effekt sensibler sind, einfach weil sie das nicht kennen, und der geringere Hautwiderstand könnte auch eine Rolle spielen. Socken (Baumwolle, Kunststoffanteil) evtl. mit Gummianteil (Rutschhemmung) können dazu führen, dass sich Personen unterschiedlich aufladen. Vielleicht trägt das Kind ja überwiegend Socken die das begünstigen.


    Tritt der Effekt ausschließlich an der Tür auf?

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  • aber warum nur bei mir?

    Vielleicht haben die anderen Bewohner Schweißfüße? Bereits eine nur leicht erhöhte Feuchtigkeitsschicht leitet Ladung ab und lässt ein höheres Potential gar nicht erst entstehen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die Tür habe ich heute besichtigt. Die Kernaussagen der Eigentümerin waren vorher:

    1. „Mein Kind hat bereits einen elektrischen Schlag bekommen.“
    2. "Sobald die Tür geschlossen ist und dann wieder geöffnet wird, ist ein vibrierendes Geräusch zu hören, praktisch ein Knistern. Vermutlich laden sich die Metallteile auf."

    "Untersuchungsergebnisse" dazu:

    1. Der "elektrische Schlag" war ein einmaliges Erlebnis und war seither nicht reproduzierbar.
    2. Die von beschriebenen Geräusche konnte ich auch hören. Die Geräusche klingen ähnlich denen beim Betrieb einer Piezo-Zündung an entsprechend ausgestatteten Feuerzeugen oder Gasherden. Vermutlich rührte daher auch der Eindruck der Eigentümerin, hier komme es zu einem Lichtbogen, den sie als "Aufladung" umschrieb. Die Geräusche sind beim Öffnungsvorgang der Tür hörbar, vor allem auf den ersten 20 - 40 cm, anscheinend abhängig von der Öffnungsgeschwindigkeit. Diese Geräusche treten sicher reproduzierbar bei jeder Öffnung auf. Die Entstehung der Geräusche konnte ich an einem der Enden des Türsturzes lokalisieren. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Geräusche bei der Spannung- oder Entspannung des hier in die Schiene montierten Einlaufdämpfer/s entstehen. Dessen Darstellung findet man oben auf Seite 30 der unter diesem Link aufrufbaren Broschüre.

    Meine Bewertungen:

    1. Wenn am Türblatt oder an der Griffmuschel oder anderen Beschlägen der Tür eine aus der Elektroinstallation übertragene Spannung anliegt, so muss diese messtechnisch nachweisbar sein. Ohne einen positiven Nachweis einer anliegenden Spannung lässt sich dieses Thema nicht weiter verfolgen. Ich verfüge nicht über geeignete Messgeräte, um Spannungen oder elektrostatische Ladungen nachweisen zu können.
    2. Nach erster Recherche beim Hersteller können leichte Geräusche bei diesen Dämpfern bei richtigem Einbau und normalem Betrieb auftreten und sind insofern nicht zu bemängeln.

    Ich betrachte diese Sache damit vorerst für im Rahmen meiner Objektbetreuung durch die Gewährleistungszeit bezüglich dieser Schiebetür als erledigt.


    :rulez:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich verfüge nicht über geeignete Messgeräte, um Spannungen oder elektrostatische Ladungen nachweisen zu können.


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    Dann musst Du nur noch den strengen, prüfenden Blick üben.


    Ach ja, und natürlich den wichtigsten Satz, "Oh, oooh, das ist gar nicht gut". ;)

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  • Bei einer Holz-Schiebetür ist dieses Szenario aber nicht denkbar. Das Türblatt ist el. nicht leitend, und die Griffmuschel, sofern überhaupt aus Metall, hat keinen el. leitfähigen Kontakt zur eigentlichen Aufhängung (Schiene). Bei Metalltüren sieht die Welt etwas anders aus.

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  • Bei einer Holz-Schiebetür ist dieses Szenario aber nicht denkbar. Das Türblatt ist el. nicht leitend, und die Griffmuschel, sofern überhaupt aus Metall, hat keinen el. leitfähigen Kontakt zur eigentlichen Aufhängung (Schiene). Bei Metalltüren sieht die Welt etwas anders aus.

    Auch nicht das evt vorhandene Hackenschloss?

    Egal, ich wollte nur etwas Sensibilisieren.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Bei einem Hakenschloss müsste dann auch das Schließblech in einer el. leitenden Konstruktion sitzen, also eine Art Stahlzarge.

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  • Schöne Grüße an die Leute......hier bei mir knallts bei allem und jedem was ich anfasse. Hauptsächlich wenns draußen und drinnen rappeltrocken ist, wie es in den letzten Jahren nicht nur im Winter sehr oft vorkommt.

    Hygrometer können bei der Prophylaxe helfen, hats unter 30% und hat irgendwer Gummisohlen oder Socken aus Kunstfaser oder ähnliches....funkts einfach überall wo nur Ansatzweise Elektronen fließen können. Am besten mit nackigen Füßen rum laufen. Sollte dann eigentlich eher nicht mehr vorkommen. :thumbsup:

  • Kann ich nun - nach 2 Tagen Selbstversuchen mit Socken, barfuß und mit Schuhen - bestätigen. Entgegen meiner ersten Einschätzung, dass ich auch mit nur Socken "geladen" bin, hab ich nun festgestellt, dass die Schuhe schuldig sind.

  • :D Eine super Alternative!


    Nö ernsthaft. Die Teile waren auch mal mal IN bei mir, aber inzwischen braucht Frau Hausschlappen mit weicherem Innenpolster von Gabor oder Rieker. Schicker sind die auch noch!

  • Möglicherweise meint Ralf Dühlmeyer , dass man im Winter im Haus eher nicht barfuss unterwegs sein wird - er diesen Gedanken jedenfalls für "abwegig" hält.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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