Puffer-/WW-Speicher bei LWWP

  • Hallo!

    Wir planen in unserem EFH (BJ 2000, 190 qm) die Umrüstung von Ölheizung auf Wärmepumpe. Unser Heizungsbauer war diesbzgl. schon zur Erstbegehung vor Ort und hat nun auch konkrete Vorschläge bzgl. der Installationstechnik gemacht (s. unten).



    Folgende Gegebenheiten:

    • EFH (Baujahr 2000)
    • 190 m² Wohnfläche auf 2 Ebenen (kein Keller)
    • Thermo-Ton-Wände mit Liapor-Blähton (Außenwanddicke 30 cm)
    • Aufsparrendämmung
    • Schüco-Kunststofffenster, doppeltverglast
    • 2 Personenhaushalt (zukünftig ggf. 3, max. 4)
    • Bad 1: Waschbecken, Toilette, Dusche (ggf. Regendusche), 2-Personen-Badewanne (geplant, aber nicht zwingend erforderlich)
    • Bad 2: Waschbecken, Toilette, Dusche
    • Viessmann-Ölheizung (22 kW, mit 160 L Speicher) soll durch Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt werden (s.u.)
    • Heizkörper (derzeit im ganzen Haus, lediglich Bad 1 bereits mit FBH) sollen im ganzen Haus durch FBH ersetzt werden


    Vorschlag des Heizungsbauers:

    • Roth Luft-Wasser-Wärmepumpe "ThermoAura 9 kW" (scheinbar baugleich zu "alpha innotec LWD 90 A" und "NOVELAN LAD 9")
    • bzw. alternativ die frequenzgeregelte Variante "ThermoAura F 9 kW" (scheinbar baugleich zu "alpha innotec LWDV 91-1/3" und "NOVELAN LADV 9")
    • Roth Thermotank-Trennspeicher Quadroline TQ-TWT 850, mit Zirkulationsrückführung


    Da ich schon des Öfteren gelesen habe - unter anderem eben auch hier - dass bei WP+FBH ein Pufferspeicher bzw. auch ein Kombispeicher (?) zu vermeiden ist, würde mich interessieren, zu welcher Speicher-Lösung bzw. Form der WW-Bereitung Ihr raten würdet?


    Nachfolgend der Vollständigkeit halber mal der Link mit den Roth-Produktdatenblättern:

    Roth-Thermotank.pdf


    Hierzu meine Fragen:

    • Der vom Heizungsbauer vorgeschlagene Trinkwassertrennspeicher ("TQ-TWT", S.30/31) sollte dann wohl nicht die erste Wahl sein?
    • Sind denn 2 separate Speichereinheiten aus Trennspeicher ("TQ-T", S.20/21) und Trinkwasserspeicher ("TQ-TW", S.24/25) sinnvoller?
    • Bzw. würde der Trinkwasserspeicher ("TQ-TW", S.24/25) allein schon ausreichen?
    • Oder idealerweise direkt eine Kombi aus Trennspeicher (bspw. wieder der "TQ-T") und Frischwasserstation (bspw. FRISTAR2WP von TA) wählen?


    Über Rückmeldungen wäre ich dankbar!


    Gruß
    Flo

  • Wie hoch war Euer bisherigen Ölverbrauch p.a.?

    Werden die 190m² auch vollständig genutzt?


    Der vom Heizungsbauer vorgeschlagene Trinkwassertrennspeicher ("TQ-TWT", S.30/31) sollte dann wohl nicht die erste Wahl sein?

    Für den Betrieb mit einer Wärmepumpe wäre das nicht meine erste Wahl. Die Zapfrate wird nur bei einer hohen Speichertemperatur von 65°C erreicht, der WT hat ja nur einen Inhalt von 27 Liter. Wenn die Wärmepumpe die 65°C erreichen soll, dann nur mit einem schlechten COP und mit Hilfe eines el. Heizstabs.


    Für einen Holz- oder Pelletkessel könnte ich mir so einen Speicher vorstellen, für eine WP eher nicht.


    Soll der Speicher gleichzeitig noch als Trennspeicher dienen, dann bedeutet das, dass dieser auf hohe Temperatur aufgeladen wird, um für den Heizkreis (FBH) die Temperatur wieder durch Mischen zu reduzieren. Somit würde die WP ständig auf hohem Tempraturniveau betrieben, auch für den Heizbetrieb, und das mag eine WP gar nicht (und quittiert das mit schlechten Arbeitszahlen).


    Man sollte überlegen, ob für den Heizkreis überhaupt eine Trennung (hydraulische Entkopplung) erforderlich ist, oder ob die WP diese Wassermenge für die FBH nicht direkt liefern kann. Dann einen kleinen WW Speicher ergänzen, der nur dann mit höherer Temperatur geladen wird, wenn dies für WW erforderlich ist.

    d.h. Verzicht auf einen Pufferspeicher, egal wie man diesen nennt.


    Dann läuft die WP die meiste Zeit des Jahres mit niedrigen Temperaturen (VL für eine FBH bewegt sich im Jahresverlauf typ. zwischen 25-35°C) und somit einer hohen Arbeitszahl, und für den WW Betrieb läuft sie vielleicht für 1h pro Tag mit höherem Temperaturniveau.

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  • Danke für die Rückmeldung!


    Zum Ölverbrauch habe ich keine aussagekräftigen Daten, da das Haus bislang nur un- bzw. teilbewohnt war. Ich habe lediglich die Wärmeleistungen aller derzeit noch verbauten Heizkörper (ob die Auslegung damals rechnerisch erfolgt ist oder mittels Würfel, weiß ich aber auch nicht) und orientierende Werte des Wärmebedarfs der Räume (allerdings keine detaillierte raumweise Heizlastberechnung).


    Man sollte überlegen, ob für den Heizkreis überhaupt eine Trennung (hydraulische Entkopplung) erforderlich ist, oder ob die WP diese Wassermenge für die FBH nicht direkt liefern kann. Dann einen kleinen WW Speicher ergänzen, der nur dann mit höherer Temperatur geladen wird, wenn dies für WW erforderlich ist.

    d.h. Verzicht auf einen Pufferspeicher, egal wie man diesen nennt.


    Das wäre dann bspw. so was, wie der oben aufgeführte Trinkwasserspeicher "TQ-TW" (TQ-TW 500) mit Heizschlange?

  • Das wäre ein Trinkwasserspeicher (meist emailliert) mit einem Wärmetauscher durch den das Heizwasser geführt wird.

    Also das umgekehrte Prinzip wie bei den von Dir gezeigten Speichern, bei denen ja der Speicher mit Heizwasser gefüllt ist, und das Trinkwasser durch den Wärmetauscher geführt wird.


    Du planst eine relativ große Badewanne und evtl. auch noch eine Regendusche. Beide benötigen eine entsprechende Zapfleistung, sonst kommt aus der Regendusche nur ein kleines Rinnsal und bis die Badewanne gefüllt ist, ist das Wasser schon wieder kalt. Das erreicht man am einfachsten durch Bevorratung einer entsprechenden Wassermenge. Hast Du beispielsweise in einem 300 Liter WW Speicher Wasser mit sagen wir mal 45 oder 50°C, dann kannst Du diesen innerhalb von Minuten leeren, Deine Dusche oder die Badewanne sind kein Problem.


    Bei einem Speicher mit Erwärmung im Durchlaufprinzip ist die Zapfrate begrenzt, vor allen Dingen wenn nur Wasser mit niedriger Temperatur bevorratet wird. Die Übertragung auf den Wärmetauscher gibt hier die Grenze vor, der hat ja nur eine relativ kleine Oberfläche (hier beispielsweise 5m²). Deswegen werden in den Datenblättern auch 65°C als Speichertemperatur genannt.

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  • Wir haben eine Pelletheizung mit so einem Speicher durch den das Trinkwasser durchfließt um es zu erwärmen (800l). Im Sommer hat der Speicher 65°. Da ist es nicht möglich eine Badewanne mit warmen Wasser zu füllen. Zum Duschen reicht es, wenn nicht 4 Personen unmittelbar nacheinander Duschen. Wenn ich das Bad mal umbaue, kommt in jedem Fall noch ein elektrischer Durchlauferhitzer dazu als Zusatzheizung zum Duschen und Baden.

    Ich würde diese Lösung nicht wieder nehmen. (Es funktioniert, aber nur mit deutlichen Komforteinschränkungen.)

  • gefühlt ist mir die 9kW WP bei einem 22 Jahre alten Haus (Dämmstandard ?!) mit knapp 200m² etwas zu klein...

    Ich rate grundsätzlich zum leistungsgeregelten Modell.

    Sofern Photovoltaik und eine Eigenverbrauchsoptimierung geplant ist, ist es auch nicht schlecht wenn die WP nicht total auf Kante genäht ist.


    Ich hab z.B. in der letzten Woche mit Tagesmitteltemperaturen zwischen 0 und 5° und bis zu -8° Nachts nicht eine kWh fürs Heizen aus dem Netz bezogen.

    Weil ich tagsüber ordentlich aufheize und die Heizung nachts steht.


    Und bitte noch das Profil ausfüllen - Bundesland und Beruf - das sind bei uns Pflichtangaben.

  • Danke Euch!


    Bzgl. der Wärmepumpe geht die Tendenz klar zum leistungsgeregelten Modell (hatte der Heizungsbauer auch favorisiert).


    Komplett unschlüssig bin ich allerdings nach wie vor hinsichtlich Speicherung / WW-Bereitung.


    Bitte korrigiert mich, wenn ich es noch immer nicht verstanden habe - die Differenzierung der Speicher kann so zusammengefasst werden:

    - Trinkwasserspeicher (Heizwasser wird durch Rohrwendel geführt)

    - Hygienespeicher (Trinkwasser wird durch Rohrwendel geführt) -> bspw. der oben aufgeführte "TQ-TW"

    - Kombispeicher (Puffer + Hygienespeicher) -> bspw. der oben aufgeführte "TQ-TWT"


    Und in Kombination mit WP wäre (bei richtiger Auslegung) der Trinkwasserspeicher die beste Wahl, da...

    ... der Hygienespeicher den WW-Bedarf zu "Spitzenzeiten" ggf. nicht abdecken kann

    ... und der Kombispeicher mit ca. 65°C betrieben werden muss (?), was zur Ineffizienz der WP führt?


    Ist damit der ursprüngliche Ansatz des Heizungsbauers mit der Empfehlung zum "TQ-TWT" komplett daneben, so dass man ihn von einer der anderen Varianten überzeugen sollte bzw. ggf. sogar nach einem anderen Heizungsbauer Ausschau halten sollte?

  • Da ist es nicht möglich eine Badewanne mit warmen Wasser zu füllen.

    Du brauchst eine kleinere Badewanne :D


    Ich habe lediglich die Wärmeleistungen aller derzeit noch verbauten Heizkörper

    Wie Du richtigerweise erkannt hast, hilft das nicht weiter. Es ist unbekannt wie diese dimensioniert wurden, so dass man damit bestenfalls ganz grob die Größenordnung der Heizlast schätzen könnte. Für die Dimensionierung einer WP wäre mir das zu wenig.


    Nachdem auch keine Verbrauchsdaten vorliegen, bleibt wohl nur der Weg über eine Heizlastermittlung. Wichtig ist hierbei, dass man nicht nur die Heizlast ermittelt, sondern auch den WW Bedarf genauer betrachtet.

    In älteren Gebäuden war die Heizlast der dominierende Anteil bei der Ermittlung der Heizleistung eines Wärmeerzeugers. Da konnte man unterstellen, dass der Wärmeerzeuger das bisschen WW so "nebenbei" mit erledigt. Je mehr man die Gebäude gedämmt hat, um so niedriger wurde die spezifische Heizlast, und bei kleinereren Gebäuden war die Heizlast irgendwann niedriger als die benötigte Heizleistung um WW zu erzeugen.


    Schaut man sich die Leistungskurven der geplanten WP an, dann sieht man, dass diese bei AT -10°C noch in etwa 7-7,5kW an Heizleistung liefern (bei VL Temperatur 35°C). Je nach Region würde man mit AT -14°C rechnen, dann wären es noch 6-6,5kW, und zwar für beide Modelle (ungeregelt und geregelt).


    Das erscheint mir bei Dämmstandard Jahr 2000 und 190m² etwas sehr knapp dimensioniert. Deswegen hatte ich auch nach dem Ölverbrauch gefragt, so dass man mehrere Methoden einer Abschätzung hat.

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  • wo ich doch grad das Volumen verringere.

    Kein Problem.

    1 Mensch hat ein Körpervolumen von sagen wir mal 75 Liter, dementsprechend haben 2 Menschen ein Volumen von 150 Liter. Organisiere eine "Pool"party und es reicht ein 10 Liter Eimer WW. :lach:

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