Heizen mit Holz ist schädlicher als gedacht

  • interessanter Artikel, so langsam reift die Erkenntnis, dass beim Verbrennen von Holz CO2 entsteht....leider viel zu spät, erst nachdem viele Holzöfen installiert wurden.

    Immerhin ermöglicht uns das Holzverbrennen den Betrieb von E-Autos, wie ein Vertreter der Kaminindustrie bemerkt...


    Umwelt und Wohnen: Neue Erkenntnisse: Heizen mit Holz ist schädlicher als gedacht – Umweltbundesamt rät jetzt von Kaminöfen und Pellet-Heizungen ab
    Ist es wirklich klimaneutral und sinnvoll, Holz zu verfeuern? Über diese Frage wird in Deutschland, wo Kaminöfen heiß begehrt sind und jährlich Zigtausende…
    www.volksfreund.de

  • Beim mir reifte die Erkentnis die letzten Jahre - beim Neubau planen 2015 hatte ich Pellets noch nicht ausgeschlossen.


    Aber die letzten Jahre wohnen im Dorf mit einem sehr, sehr hohen Anteil an Scheitholzheizern hat mich zum schon fast militanten Gegner von Holzheizungen werden lassen.

    Es ist ein verdammt dreckiges Geschäft. Von Ende September bis in den April kannst du oft tagelang kein Fenster öffen, weil ein penetranter Holzbrandgeruch in der Luft liegt. Selbst durch den F9 Filter der KWL ist es manchmal in den Zulufträumen zu erschnuppern.

    Wie der F9 Filter nach der Heizperiode aussieht, kann man sich kaum vorstellen.


    Und diesen Dreck (Feinstaub) atmen wir ein, vom CO2 mal abgesehen. Aber auf Diesel-PKW schimpfen...


    Jetzt wird zwar ein Nahwärmenetz gebaut, die meisten Nachbarn haben sich Anschlüsse legen lassen. Aber wo kommt die Wärme her? Genau, Hackschnitzel...

    Wenigstens dann mit besseren Abgaswerten und weiter weg.


    CO2 ist ein anderes, aber definitiv auch ein Thema. Hier schadet das Heizen mit Holz dem Klima mehr, als Fossil zu heizen.

    Warum? Weil es sehr stark auf die nächsten 20-50 Jahre ankommt. Und der Baum, der heute verbrannt wird, wächst nicht in 20 Jahren nach. Es dauert 100 Jahre, bis das CO2 wieder gebunden ist.

    Ein Forst ist auch keine CO2 Senke - nur Urwald, in dem das Totholz verottet und Humus bildet, speichert das CO2 dauerhaft im Boden.


    Die Förderung gehört ganz dringend eingestellt und die Primärenergiefaktoren entsprechend angepasst...


    Energie aus Biomasse ist nicht per se klimaschädlich, aber leider brutal ineffizient.

    Mais für Biogas mach ca. 25MWh pro Hektar. Mit PV 500MWh pro Hektar - ohne PSM, ohne Nitrat im Grundwasser, mit artenreichen Wiesen und Rückzugsort für Kleingetier...

  • Es da eben genauso wie bei der E-Mobilität: Politisch vorgegeben.

    Ich hab mich auch schon länger mit dem Thema Pellets befasst. Angeblich CO2-neutral und relativ wenig Feinstaub.

    Div. Untersuchungen haben ergeben, dass auch der Feinstaub bei Pellets im Realbetrieb enorm ist.

    Und die CO2-Bilanz ist auch nicht ganz so toll, weil die meisten Pellets auch nicht aus heimischen Wäldern kommen.

    Deshalb bleib ich bei meiner Meinung, dass Heizen - egal mit was - nicht gut fürs Klima ist und es weniger darauf ankommt, mit was man

    heizt, sondern dass man möglichst wenig Heizenergie benötigt.

    Wenn die Bude energetisch gut da steht, ist dem Klima mehr geholfen, als ein Altbau mit ungedämmten Wänden / Dach und alten Fenstern

    mit staatlicher (Wahnsinns-)Förderung mit Pelletheizung oder Wärmepumpe zu betreiben.


    Gruß

  • Mein Reden. Als vor vielen Jahren das mit den Pellets und Holzschnetzel hoch kam, dann ging es um Restholz, das bei der Holzverarbeitung übrig blieb oder Totholz beim ausforsten usw. Viel zu viele sind auf diesen Zug aufgesprungen, weil es hip ist und inzwischen wird mehr Holz verbraucht, als man aus heimischen Wäldern liefern kann. Man bedient sich zweifelhafter Lieferanten aus dem Ausland und gerade in Osteuropa, wo der Umweltgedanke noch nicht überall angekommen ist und die Korruption hoch ist, werden Naturwälder nieder geholzt, um das Umweltgewissen unbedarfter (wenn nicht gar naiver) Verbraucher in Deutschland zu beruhigen. Das System ist pervertiert und hat mit Nachhaltigkeit kaum noch was zu tun. Die Wälder die für diesen Wahnsinn gerodet werden, die werden für die längste Zeit verloren bleiben.


    Irgend wie pervertieren wir alles wo mal ein guter Gedanke dahinter stand. Ähnlich ist es auch mit dem E10 Benzin und anderen Dingen. Der Gedanke ist erst mal gut, dann wollen es alle und die angedachte Rohstoffbasis reicht nicht aus und man zerstört dafür Natur um die Nachfrage zu befriedigen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ich wage mal zu behaupten: sicher immer noch ökologischer als eine fossile Beheizung. Insbesondere wenn wir über Scheitholzheizungen sprechen...

    Und der genannte Holzbrandgeruch kommt vermutlich weniger aus modernen Holzvergaserheizkesseln als aus einfachen Naturzug-Durchbrandkesseln und Einzelöfen diverser Bauarten...

    Das mit dem Feinstaub mag sein. Je höher die Verbrennungstemperatur, desto besser die Verbrennung und umso höher der Anteil an Feinstaub... Hierfür gibt es aber auch schon etliche Jahre technische Hilfsmittel, diese herauszufiltern.

    soweit zumindest mein Wissensstand...

  • Abholzung ist nur in Brasilien schlecht, in Europa gut:

    Rodungen in ukrainischen Wäldern: Der Schrei der Bäume verhallt
    Illegaler Holzeinschlag bedroht die Karpaten der Ukraine. Auch die EU hat Interesse an dem kostbaren Rohstoff und hintertreibt den Schutz der Wälder.
    taz.de

    Wissenschaftler schlagen Alarm: Europa verliert Wald
    In der EU werden Forschern zufolge immer mehr Waldflächen gefällt. Das könnte auch Auswirkungen auf das Klima haben.
    taz.de


    Von der zweifelhaften Herkunft abgesehen, gibt es nichts dreckigeres mit mehr CO2-Ausstoß als den Brennstoff Holz.


    Quelle: Faktenblatt Emissionsfaktoren Feuerungen als pdf öffnen

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • stimme den Ausführungen voll zu, im Winter ist die Luft total verdreckt und das von nur vereinzelten Kaminöfen. Immer mehr kommt bei mir die Kindheitserinnerung nach Kohlegeruch dabei dazu, d.h. immer mehr Kaminbesitzer haben entdeckt, dass Stein-und Braunkohle billiger ist als Holz. Allein die Mengen, die in Baumärkten verkauft werden, zeigen, wie immer öfters die Kaminöfen zu Kohleöfen umfunktioniert werden.

    Es waren damals allein die Hersteller der Kaminöfen, die behaupteten, dass beim Verbrennen von Holz wenig Feinstaub anfällt. Jetzt erst kommt so langsam die Erkenntnis, welcher Fehler es war, die ganzen Einzelverbrennungsanlagen zuzulassen.

    Ich möchte gar nicht dran denken, wie lange es dauern wird, diese Heizungsanlagen wieder umzurüsten...

  • ich wage mal zu behaupten: sicher immer noch ökologischer als eine fossile Beheizung. Insbesondere wenn wir über Scheitholzheizungen sprechen...

    Und der genannte Holzbrandgeruch kommt vermutlich weniger aus modernen Holzvergaserheizkesseln als aus einfachen Naturzug-Durchbrandkesseln und Einzelöfen diverser Bauarten...

    Das mit dem Feinstaub mag sein. Je höher die Verbrennungstemperatur, desto besser die Verbrennung und umso höher der Anteil an Feinstaub... Hierfür gibt es aber auch schon etliche Jahre technische Hilfsmittel, diese herauszufiltern.

    soweit zumindest mein Wissensstand...

    Bei uns im Ort gibt es mittlerweile div. Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen massivem Verbrennungsgeruch. Da sind teilweise sogar schon die RA im Spiel.

    Merkwürdigerweise sind die Aussagen immer dieselben: seit der Nachbar einen neuen Holzofen bekommen hat ist der Geruch beissend und unerträglich.

    Ich persönlich wage zu bezweifeln, dass Holzheizungen ökologischer sind als fossile Beheizung.

    Und je mehr Holzheizungen, desto mehr Beschwerden von den Nachbarn. Ein Kaminkehrer hat mir kürzlich berichtet, dass er mittlerweile an 2 -3 Tagen die

    Woche Holzöfen kontrollieren muss, weil Beschwerden vorliegen.

    Nicht umsonst gelten ab 2022 neue Regelungen für Kamine.


    Gruß

  • Danke!


    Neu sind die 40 cm über First aber nicht. Und die Abstandsvorgabe ist im wesentlichen anders formuliert, dürfte aber in den meisten Fällen zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen wie bisher. Ob sich das nennenswert auf die Luftqualität positiv auswirken wird, weiß ich nicht ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke!


    Neu sind die 40 cm über First aber nicht. Und die Abstandsvorgabe ist im wesentlichen anders formuliert, dürfte aber in den meisten Fällen zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen wie bisher. Ob sich das nennenswert auf die Luftqualität positiv auswirken wird, weiß ich nicht ...

    Wird hauptsächlich die vielen nachgerüsteten Kaminöfen betreffen. Wenn ein Edelstahlkamin nachgerüstet werden muss, wird das wohl künftig in Wohngebieten kaum noch möglich sein. Ausserdem ist es nicht immer möglich einen Ofen in Haus dorthin zu platzieren, wo aussen am Haus noch ein Kamin zulässig ist.


    Gruß

  • ... ist es nicht immer möglich einen Ofen in Haus dorthin zu platzieren, wo aussen am Haus noch ein Kamin zulässig ist.

    Hmmm, habe ich bisher immer hinbekommen und bei retrospektiver Betrachtung erfüllen auf den ersten Blick alle Schornsteine, die ich bisher geplant habe auch die neuen Anforderungen - außer vielleicht einer, an dem aber gerade kein Kaminofen hängt, sondern ein Gas-BHKW.

    Wird hauptsächlich die vielen nachgerüsteten Kaminöfen betreffen.

    Scheint mir nicht so, aber in der Großstadt hier sehen die Häuser eh etwas anders aus und da war es schon immer ein Kunststück das hinzubekommen - wenn es denn überhaupt ging.


    Trotzdem danke für die Information! Ich dachte, die Anforderungen an die Öfen seien gestiegen ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wird hauptsächlich die vielen nachgerüsteten Kaminöfen betreffen.

    Ja, das hat mir ein befreundeter Ofenbauer letztens auch gesagt und meinte, dass er Aufträge mit überwiegend bzw. komplett traufseitigen Edelstahlschornsteinen mittlerweile ablehnt, nur noch giebelseitig und firstnah.

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Bei uns fällt ganz viel Käferholz an. Von Waldbesitzern bekomme ich dieses Holz geschenkt, weil sie froh sind, wenn die Stämme so schnell wie möglich aus dem restlichen gesunden Wald raus sind.

    Braunkohlebriketts gibt es in den Baumärkten nicht mehr. Vereinzelt werden noch 10 kg Pakete verkauft. Die 25 kg Packete sind aus und kommen eventuell im Herbst wieder ins Lager.

    Ich bin froh, dass wir einen Holzofen, neben einer Gastherme, im Keller stehen haben, da Holzmachen auch mehrmals wärmt. ;)

  • ei uns im Ort gibt es mittlerweile div. Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen massivem Verbrennungsgeruch. Da sind teilweise sogar schon die RA im Spiel.

    Merkwürdigerweise sind die Aussagen immer dieselben: seit der Nachbar einen neuen Holzofen bekommen hat ist der Geruch beissend und unerträglich.

    Ich persönlich wage zu bezweifeln, dass Holzheizungen ökologischer sind als fossile Beheizung.

    Du bringst zwei unterschiedliche Themen in einem Thread zusammen:

    1. den Verbrennungsgeruch. Das mag noch für einfache Einzelöfen gelten. Insbesondere aus ungeregelter Verbrennung und dann besonders, wenn der Brennstoff für diesen Fall eher problematisch ist. Ich selbst habe aber von Holzvergaserheizkesseln (insbesondere meine ich moderne mit Lamdaregelung) gesprochen. Sogar wenn man da relativ feuchtes Holz verheizt, riecht man nix. Im Gegenteil: äußerst trockenes Holz macht sogar tendenziell mehr Probleme als Holz mit höheren Holzfeuchtewerten. Aber nicht für die Umgebung, sondern aus meiner Sicht für den Kessel selbst (weil es das Material mehr belastet). Und ich meine, das durchaus beurteilen zu können, denn meine Eltern hatten lange einen nicht geregelten Heizkessel, der dann durch einen geregelten Gebläsekessel ersetzt wurde (extreme Verbesserung!) Und ich selbst habe auch einen lambdageregelten Feststoffkessel in Betrieb. Viel mehr als ein bisschen weißer Rauch steigt da nicht aus dem Kamin auf...

    2. ökologischer: nur weil Du es bezweifelst, muss es nicht richtiger sein, dass rein fossile Beheizung wohl ökologischer sein mag. Holz ist Holz und Öl ist Öl.


    Letztlich sollte man bei allen durchaus wichtigen und oftmals auch angebrachten Befindlichkeiten die Objektivität wahren...

  • Du bringst zwei unterschiedliche Themen in einem Thread zusammen:

    1. den Verbrennungsgeruch. Das mag noch für einfache Einzelöfen gelten. Insbesondere aus ungeregelter Verbrennung und dann besonders, wenn der Brennstoff für diesen Fall eher problematisch ist. Ich selbst habe aber von Holzvergaserheizkesseln (insbesondere meine ich moderne mit Lamdaregelung) gesprochen. Sogar wenn man da relativ feuchtes Holz verheizt, riecht man nix. Im Gegenteil: äußerst trockenes Holz macht sogar tendenziell mehr Probleme als Holz mit höheren Holzfeuchtewerten. Aber nicht für die Umgebung, sondern aus meiner Sicht für den Kessel selbst (weil es das Material mehr belastet). Und ich meine, das durchaus beurteilen zu können, denn meine Eltern hatten lange einen nicht geregelten Heizkessel, der dann durch einen geregelten Gebläsekessel ersetzt wurde (extreme Verbesserung!) Und ich selbst habe auch einen lambdageregelten Feststoffkessel in Betrieb. Viel mehr als ein bisschen weißer Rauch steigt da nicht aus dem Kamin auf...

    2. ökologischer: nur weil Du es bezweifelst, muss es nicht richtiger sein, dass rein fossile Beheizung wohl ökologischer sein mag. Holz ist Holz und Öl ist Öl.


    Letztlich sollte man bei allen durchaus wichtigen und oftmals auch angebrachten Befindlichkeiten die Objektivität wahren...

    zu 1: bei den Fällen handelt es sich um große Scheitholzanlagen. Bei uns auf dem Dorf nicht unüblich, da viele eigenen Wald haben.

    zu 2: nicht nur ich bezweifle es. Mittlerweile gibt es viele Fachleute, die dies bezweifeln. Da nützt die ganze Schönrechnerei (genau wie bei den E-Autos)

    nichts.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass ich die Objektivität nicht gewahrt habe.


    Gruß

  • man muss kein Experte sein, um zu verstehen, dass wir das ganze Holz, das bei uns verbrannt wird, vorher entweder im Wald stehen hatten, wo es das C gespeichert hat, oder aber noch schlimmer, die zusätzlichen Holzmengen von der halben Welt herfahren, erst vor ein paar Tagen einen Bericht über Holzklau in Rumänien gesehen, wir beschweren uns über die Abholzung des Regenwaldes und aller Wälder, was aber machen wir in Deutschland? Mittlerweile werden die Bäume grösstenteils nur noch als dünne Stämme geerntet, Hauptsache, es gibt Nachschub zum Anzünden.

    Und das ausgerechnet in einer Zeit, wo wir über CO2-Speicherung sprechen, ist nicht gerade ein alter Wald mit dicken Stämmen der ideale CO2-Speicher?

    Und wenn man den schon abholzt, sollte das CO2 möglichste weiter gespeichert bleiben, also lieber Holzhäuser damit bauen, als es anzuzünden und damit das CO2 freizusetzen.

    Leider war das politisch so gewollt, irgendwie müssen wir ja unsere CO2 Ziele erreichen und wenn die Betrachtung von Holz als CO2 neutral hilft da schon, nur nicht der Umwelt.

  • meint Ihr wirklich, dass eine rein fossile Beheizung ökologischer ist (wie ich es oben in #17 in Frage gestellt habe)?


    Was die CO2-Speicherung im Wald angeht: wir müssen da eher in erdgeschichtlichen Zeiträumen denken, nicht in Zeiträumen von ein paar Jahren.

    Natürlich nehme ich mit dem Holz einen CO2-Speicher aus dem Wald. Aber dieses Co2 ist erst wenige Jahre oder Jahrzehnte vorher eingespeichert worden. Würde ich es konsequent nicht herausnehmen, würde es im Wald verrotten und dabei auch wieder Co2 freisetzen. Natürlich verbunden mit anderen Vorteilen, aber das lasse ich jetzt mal bei Seite.

    Beim fossilen Brennstoff setzt man aber Co2 frei, das vor und über Jahrmillionen eingespeichert wurde, welches nun innerhalb weniger Jahrzehnte den Co2-Haushalt der Erde zusätzlich belastet...


    Beim Brennholz müssen wir natürlich daran arbeiten, dass kein Raubbau betrieben wird, keine Frage.

    Mein Bruder verheizt beispielsweise unter anderem viel Heckenschnitt, der bei der Pflege von Autobahnrandstreifen anfällt... Und auch sonst viel Holz, das sonst keiner will...

  • meint Ihr wirklich, dass eine rein fossile Beheizung ökologischer ist (wie ich es oben in #17 in Frage gestellt habe)?


    Was die CO2-Speicherung im Wald angeht: wir müssen da eher in erdgeschichtlichen Zeiträumen denken, nicht in Zeiträumen von ein paar Jahren.

    Natürlich nehme ich mit dem Holz einen CO2-Speicher aus dem Wald. Aber dieses Co2 ist erst wenige Jahre oder Jahrzehnte vorher eingespeichert worden. Würde ich es konsequent nicht herausnehmen, würde es im Wald verrotten und dabei auch wieder Co2 freisetzen. Natürlich verbunden mit anderen Vorteilen, aber das lasse ich jetzt mal bei Seite.

    Wenn außerdem für jeden gefüllten Baum ein neuer gepflanzt wird, fängt dieser ja auch direkt wieder an CO2 zu speichern.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Und wenn man den schon abholzt, sollte das CO2 möglichste weiter gespeichert bleiben, also lieber Holzhäuser damit bauen, als es anzuzünden und damit das CO2 freizusetzen.

    Das Bauen von Häusern mit Holz ist vor allem deshalb ökologisch interessant, weil dann in der gleichen Zeit keine Häuser mit Ziegel gebaut werden und zudem viel Beton eingespart wird. Beides oftmals mit erheblichem Anteil von fossilem Brennstoff hergestellt.

    Die Speicherung im Baukörper dauert im Mittel ja nur vielleicht 80 - 100 Jahre, dann wird das CO2 schon wieder freigesetzt. Das ist erdgeschichtlich ein Pups...

  • Was die CO2-Speicherung im Wald angeht: wir müssen da eher in erdgeschichtlichen Zeiträumen denken, nicht in Zeiträumen von ein paar Jahren.

    Natürlich nehme ich mit dem Holz einen CO2-Speicher aus dem Wald. Aber dieses Co2 ist erst wenige Jahre oder Jahrzehnte vorher eingespeichert worden.

    Das ist der Trugschluss. Das CO2 wurde mit der Entstehung der Ökosysteme Wald entnommen und wird laufend in den Boden eingespeichert (Oder woher kommt deiner Meinung nach sonst Kohle und Erdöl?).


    Mit einer "nachhaltigen" Nutzung als Forst wird nicht nur die weitere Speicherung von Kohlenstoff im Boden unterbunden, es wird auch der "oberflächlich" als Holz gespeicherte C freigesetzt. Wenn man jetzt annimmt, dass ein Baum linear C einlagtert, ergibt sich dann ein Mittelwert von CO2 in der Atmosphäre der im Bereich von 50% der im Holz gespeicherten Menge entspricht.


    Noch schlimmer ist natürlich der Kahlschlagbei dem alles freigesetzt wird und noch schlimmer ist es dann, wenn darunter der Permafrost auftaut und gigantische Mengen CO2 und Methan aus dem Boden freigesetzt werden.

    Vor allem sind diese Wälder wahrscheinlich für immer verloren.

  • Wenn außerdem für jeden gefüllten Baum ein neuer gepflanzt wird, fängt dieser ja auch direkt wieder an CO2 zu speichern.

    Beim Holz gibt es 2 Probleme: Zum einen wird aktuell viel mehr Holz benötigt, als nachwachsen kann. Und es macht auch keinen Sinn wieder den Fehler zu machen, schnellwachsende Baumsorten nachzupflanzen, weil diese eben sehr empfindlich auf Trockenheit und Schädlingsbefall reagieren.

    Und wenn man bei uns versucht eine vernünftige Waldwirtschaft zu betreiben, dann wird halt das fehlende Holz von weit hergekarrt, nämlich von da, wo der Umweltgedanke überhaupt keine Rolle spielt.

    Problem 2 ist die schöngerechnete CO2-Bilanz und der Feinstaub.

    Hinzukommt, dass gerade in ländlichen Regionen viele eigenen Wald haben oder zumindest ihr Holz selber sägen und es für diese Leute somit relativ günstig ist, mit Holz zu heizen. So werden dann halt lieber ein paar Steer Holz mehr verheizt, als das Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht.


    Gruß

  • Hinzukommt, dass gerade in ländlichen Regionen viele eigenen Wald haben oder zumindest ihr Holz selber sägen und es für diese Leute somit relativ günstig ist, mit Holz zu heizen. So werden dann halt lieber ein paar Steer Holz mehr verheizt, als das Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht.

    Ja, wobei ich sehe dass diese Privatwälder am nachhaltigsten überhaupt bewirtschaftet werden.

    Ohne Harvester, meistens mit einem 50 Jahre alten, kleinen Bulldog (kleine Schneisen, wenig Bodenverdichtung), und weit weg von "ich hol raus aus dem Wald was geht" sonder oft nur Sturm- und Käferholz.

    Da agieren die Königlich Bayerischen Staatsforsten oder Thurn&Taxis gaaaanz anders.


    Ich würd mir ja auch ein paar ha zulegen und somit der intensiven Bewirtschaftung entziehen, aber gibt ja keiner was her...

  • Ein Problem was wir haben in D sind diese ständigen Änderungen....

    Keine langfristige Planungssicherheit

    Heute werden Holzheizungen ( Pellets) mit bis zu 55 % gefördert...morgen werden sie verboten oder mit Strafsteuer belegt

    Wie soll der 0815 Häuslebesitzer mit Durchschnittseinkommen das was vernünftiges planen für die nächsten 20-30 Jahre !?!?

    Ich kenne nicht wenige die sagen mittlerweile... vor 2025 nochmal den Ölbrenner erneuern und dann ist gut...

    das Öl wird bezahlt was immer es kostet und basta

    So wird das nix mit der Klimarettung in Deutschland :(

  • Das ist der Trugschluss. Das CO2 wurde mit der Entstehung der Ökosysteme Wald entnommen und wird laufend in den Boden eingespeichert (Oder woher kommt deiner Meinung nach sonst Kohle und Erdöl?).

    Nach meinem bisherigen Verständnis entsteht Kohle aus absterbenden Pflanzenresten, die im Sumpf versinken, so dem aeroben Zersetzungsprozess entzogen werden und zunächst zu Torf umgewandelt werden. Wenn dann die weiteren Vorraussetzungen bezüglich der Entwicklung der Erdkruste (über Millionen Jahre) kann Kohle entstehen.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Dass das Heizen mit Holz nur dann ökologisch sinnvoll ist, wenn es nachhaltig geschieht sollte eigentlich klar sein, IMHO.


    Genauso wie klar sein sollte, dass unter dieser Voraussetzung die Anzahl der Feuerungsstellen, die (weltweit) betrieben werden kann, endlich ist, da ja jedes Jahr nur soviel Holz verbrannt werden kann, wie nachwachsen kann.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)