Dachsanierung Altbau / Aufsparrendämmung

  • Hallo zusammen,


    wir haben ein Haus den 60er Jahren und ich möchte das Dach (energetisch) sanieren.


    Bisher ist gar nichts gedämmt, weder die Geschossdecke noch das Dach an sich. Man sieht den blanken Ziegel, auch keine Folie.


    Momentan lasse ich einen Sanierungsfahrplan erstellen.


    Der Dachboden ist nicht ausgebaut und wird bisher nur als Stauraum genutzt.


    Ich hatte bereits einige Dachdecker/Zimmerleute da. Da das Dach auf jeden Fall neu eingedeckt werden muss, raten mir bisher ausnahmslos alle zu einer Aufdachdämmung mit PU. (Um mit erträglicher Aufbauhöhe U-Wert von 0,14 zu erreichen) Es gibt noch 2 Gauben, die allerdings anderweitig mit u-Wert 0,2 gedämmt werden sollen. Die Alternative Geschossdecke dämmen kostet ähnlich viel, da der Dachboden mit dem Treppenaufgang verbunden ist und komplett rückgebaut werden müsste, sehr aufwendig.


    Da der Dachboden nicht beheizt wird: Kann es bei Aufdachdämmung Feuchtigkeitsprobleme geben unter dem Dach? Wurde bisher von allen Dachdeckern verneint.. ich bin mir da aber nicht so sicher. Fassade ist und bleibt (vorerst) ungedämmt.


    Ich habe nun schon einiges gelesen bzgl. Ausführung einer Aufdachdämmung und bin mir ziemlich unsicher. Vom Prinzip her erzählen mir alle Dachdecker das gleiche, sobald es aber an die Details geht, bekomm ich doch ziemlich Bauchschmerzen. Der eine z.B. hält eine 100% dichte Konstruktion für nicht wirklich wichtig – „in dem Altbau hat man eh so viele Wärmebrücken“ – der nächste eiert rum bei der Frage, wie die Luftdichtheitsbahn denn an z.B. den Giebel angeschlossen werden soll (Krüppelwalmdach) „ja da muss man dann mal schauen wie das gemacht werden kann“


    Ich habe also eher ein schlechtes Gefühl dabei. Wir reden immerhin auch von einem Invest von 80-100k (ca. 300m² Dachfläche).


    Dem Energieberater traue ich eine Baubegleitung ehrlich gesagt weniger zu.


    Wie geht man am besten vor? An wen wende ich mich idealerweise? (Ich wohne ca. 100km südlich von Stuttgart) Würde das gerne von einem Profi planen und begleiten lassen oder zumindest mal absichern lassen, um es im Nachgang nicht zu bereuen..


    Wie gesagt, die hiesigen Energieberater machen mir nicht den Eindruck, dass das etwas bringen würde..


    Danke!

  • Um mit erträglicher Aufbauhöhe U-Wert von 0,14 zu erreichen)

    Geschätzt 18-20cm PU-Dämmplatten als Aufsparrendämmung, das wird aber nicht billig.

    Wurden die Alternativen schon einmal durchgerechnet? Vor- und Nachteile sind bekannt?


    Denkbar wäre auch eine Holzfaserplatte auf die Sparren, und dann noch den Sparrenzwischenraum nutzen (MiWo). Soll das Dach von innen beplankt werden, dann könnte man in die Konstruktion auch noch ein paar mm Dämmung unter die Sparren setzen. Ich würde auf jeden Fall auch Alternativen mal durchrechnen lassen, bei der Dachfläche kommen da schnell ein paar Euro zusammen.

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  • Der Anteil der Dämmung an den Gesamtkosten liegt bei "nur" ca. 15-20%. Also eher vernachlässigbar.


    Das Dach wird von innen nicht beplankt.


    Zwischensparrendämmung auch unvorteilhaft, da das Dach fast über das gesamte Obergeschoss geht.

    Dort sind zwischen den Sparren Betonsteine bzw. ist sogar einbetoniert, wissen wir nicht ganz genau..

    Das müsste dann aber alles raus. Bei Aufsparrendämmung bleibt alles wo es ist.


    Vor- und Nachteile.. teilweise bekannt, ja.

  • Wenn Du den ausgebauten Teil nicht anrühren willst bleibt Dir fast nichts anderes übrig als diese Puren-Dämmung, weil Du ansonsten die geforderten Werte wohl nicht erreichen wirst.

    Mir persönlich gefällt das Puren-Zeugs gar nicht. Ich frag mich da auch immer wieder, wie die Handwerker die Luftdichtung - speziell an der Traufe herstellen (meist nämlich gar nicht oder schlampig).

    Mir persönlich würde die Version mit Holzweichfaser besser gefallen. Dann müssten aber die Bimssteine in den Gefachen raus.

    In dem Bereich würde ich mir die Sparren sowieso ganz genau anschauen, denn die Bimssteine zwischen den Sparren haben oft dafür gesorgt, dass die Sparren, die aufgrund fehlender Unterdeckung, sehr oft feucht geworden sind, sehr schlecht wieder getrocknet sind.


    Gruß

  • Prinzipiell wäre mir die Holzweichfaserversion auch lieber. Aber das OG soll von innen nicht angerührt werden, da wir mit 2 kleinen Kindern bei der Sanierung auch jeden Aufwand sparen wollen, den man kann.


    Die Sparren sehen wir ja leider erst, wenn abgedeckt wurde. Hoffen wir Mal, dass diese noch OK sind. Aber danke für den Tipp

  • und was spricht bei Verwendung eines Dämmstoffs, der nicht PU ist, dagegen, dass das OG von innen nicht angerührt wird?

    Ok, sicher braucht es mehr Informationen zu einer qualifizierten Beurteilung, das wird hier online nicht funktionieren. Aber auf den ersten Blick hört sich das jetzt auch nicht so arg exotisch an. Die Fläche ist halt ein bisschen größer, aber sonst?


    Bezüglich der Dämmung wird es häufig so sein, dass eine Zusatzdämmung, wenn denn unbedingt PU als Aufsparrendämmung gewählt werden soll, von 16cm alukaschiertem PU genügt, wenn man die Bestandskonstruktion rechnerisch berücksichtigen kann.


    Was ist das denn für ein Objekt? Was muss man sich hier vorstellen?


    100km südlich von Stuttgart? früher mal war ich da immer mal unterwegs. Heute ist es mir zu weit für so ein Projekt...

    Ich müsste meinen Freund Günter fragen, ob er nicht mal mit dem UL nach Singen kommt... Oder doch eher auf der kalten Alp?

    (im "grünen" hatten wir mal einen echt kompetenten Dachdecker von dort. Biber, könnt Ihr Euch erinnern? )

  • ich weiß nicht, ob ich die erste Frage richtig verstehe. Wenn die Bimssteine rausgenommen werden müssten, besteht ja die Gefahr, dass der Wandaufbau von innen neu gemacht werden müsste. So hab ich den einen Dachdecker jedenfalls verstanden. Und das kommt halt nicht in Frage.


    Ist ein EFH mit angebautem Ökonomieteil.

    Dieser soll nur neu gedeckt, aber nicht gedämmt werden. Das hätte ich vielleicht noch sagen sollen. Der Teil, der gedämmt wird sind also "nur" knapp 150 bis 200m2. Das Dach ist durchgehend.


    Ist im Landkreis RW.

  • besteht ja die Gefahr, dass der Wandaufbau von innen neu gemacht werden müsste. So hab ich den einen Dachdecker jedenfalls verstanden.

    Wie wärs, mal jemanden mit der Planung des ganzen zu beauftragen, die/der die Brötchen nur mit der Planung verdient und nicht mit der Umsetzung?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ein Energieberater ist ein BERATER und keine Planer !!!!

    Ja, aber hier ist ein(e) Planer(in) von Nöten. Einen Energieberater, dem er nicht viel zutraut, hat er. Daher weiß ich nicht, wieso Du den in #11 wieder ins Spel bringst

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  • Ja, aber hier ist ein(e) Planer(in) von Nöten. Einen Energieberater, dem er nicht viel zutraut, hat er. Daher weiß ich nicht, wieso Du den in #11 wieder ins Spel bringst

    Bei uns in der Gegend ist die Situation die, dass Du für so einen "Kleinkram" keinen Planer finden würdest.

    Und um gekehrt - wenn Du einen Planer finden würdest, der evtl. auch noch die Ausschreibungen macht, würdest Du wahrscheinlich keinen Handwerker

    finden, der den Auftrag annimmt, weil die sich nicht gerne überwachen lassen.

    Die hauen lieber ihre Dachsanierungen im Ruck-Zuck-Tempo durch.

    Bei uns in der Nachbarschaft wurde ein Dach mit Puren-Dämmplatten saniert. Das war innerhalb von ein paar Tagen durch. Über die Luftdichtung an Traufe und Gibel reden wir nicht (die gibt´s nämlich nicht).


    Gruß

  • Bei uns in der Nachbarschaft wurde ein Dach mit Puren-DämmpÜber die Luftdichtung an Traufe und Gibel reden wir nicht (die gibt´s nämlich nicht).


    Gruß

    Naja das das so nicht gut gehen kann, könnte man aber auch als Laie wissen ...

  • Naja das das so nicht gut gehen kann, könnte man aber auch als Laie wissen ...

    Der Laie freut sich über die schönen funkelnden Dachziegel.


    Gruß

  • Mir persönlich würde die Version mit Holzweichfaser besser gefallen.

    Hast du mal den Unterschied zwischen einer PU-Aufdachdämmung und einer mit Holzweichfaser? Bei gleichem Konzept der Luftdichtung?


    Es geht bei Luftdichtung nur Sup-and-Top Verfahren oder eine LDB-Variante. Beide birgen Vorteile und Nachteile, beide sind aber völlig unabhängig des Materials.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Hast du mal den Unterschied zwischen einer PU-Aufdachdämmung und einer mit Holzweichfaser? Bei gleichem Konzept der Luftdichtung?


    Es geht bei Luftdichtung nur Sup-and-Top Verfahren oder eine LDB-Variante. Beide birgen Vorteile und Nachteile, beide sind aber völlig unabhängig des Materials.

    Den Unterschied zwischen PU und Holzfaser kenne ich schon. Genau deshalb habe ich ja geschrieben, dass ich das PU-Zeugs auf dem Dach nicht mag.

    Wenn das Dach - einschießlich der ausgemauerten Gefache - nicht angetastet werden soll, bleibt ja nur die PU-Variante übrig, um die Werte zu erfüllen.


    Gruß

  • Genau deshalb habe ich ja geschrieben, dass ich das PU-Zeugs auf dem Dach nicht mag.

    Weswegen jetzt?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Weswegen jetzt?

    Für mich sind in erster Linie der Schallschutz, der bei PU kaum gegeben ist. Zum anderen wird der Dachaufbau deutlich höher, wenn man die Gefache nicht

    ausdämmen will.

    Die Holzfaser ist ausserdem sehr damfdiffusionsoffen und somit auch etwas fehlerverzeihender.

    Natürlich muss man auch die Verhältnisse vor Ort berücksichtigen und sehen, was der Bauherr will.

    Will er mit möglichst wenig Eingriffen in den Bestand die geforderten Werte erfüllen, wird es mit PU deutlich einfacher.


    Gruß