Kann ein BV in einem Naturschutzgebiet (Natura 2000) genehmigt werden?

  • Hallo Zusammen,


    ich habe mal eine Frage. Gegenüber von meinem neuen Haus (alte umgebaute Scheune) ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Es gehört zum europäischen Natura 2000 Naturschutz Programm.


    Die Bezeichnung lautet Rotmain-, Mistelbach- und Ölschnitztal um Bayreuth (SiteCode: DE6035372) und kann hier getrackt werden: Natura 2000 Network Viewer (europa.eu)


    Dies ist ein sehr schönes Gebiet und ich kann direkt aus meinem Fenster in die Mainauen blicken.


    Jetzt fände ich es sehr schade wenn mir da irgend jemand etwas rein baut. Ich könnte wahrscheinlich den Grund / Wiese erwerben, aber zu einem nicht ganz unerheblichen Preis. Ich würde die Wiese dann an die Landwirtschaft verpachten und so selbst Herr der Bebauung sein (was ich nicht tun würde - als das Bebauen - die Wiese würde Wiese bleiben).


    Das könnte man sich sparen, wenn eh nicht reingebaut werden darf - da europäisches (?) Naturschutzgebiet.


    Der Bürgermeister unseres Dorfes geht nicht davon aus, dass man da bauen darf - das muss aber noch nichts heißen, da ich zu viele Pferde vor der Apotheke ***tzen sehen habe.


    Jüngst wurde in einer großen Stadt in NRW aus einem Vogelschutzgebiet / Naturschutzgebiet über Nacht Bauland, da es im Interesse der Stadt lag. So was passiert ja mal.


    Frage - kennt sich jemand damit aus und kann sagen (oder mich in die richtige Richtung verweisen) ob man da bauen darf und wie es sich so mit Naturschutzgebieten verhält.


    Lieben Dank


    kandetvara

  • Ich hab einmal eine Bauvoranfrage für einen (Lager)Schuppen in einem LSG gemacht (ist mittlerweile FFH-Gebiet) Überraschender Weise waren die Naturschützer nicht das Problem, eher die Wasserrechtler (direktes Überflutungsgebiet der Leine)

    Auch aus der Debatte um die Einbeziehung des Geländes und unmittelbare Umgebung in FFH erinnere ich nicht, dass es um Verbote in Sachen Bebaubarkeit gab.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • tja kontrollieren hilft nur kaufen. Der Preis sollte eigentlich von der derzieitigen Nutzung abhängen.

    Vielleicht helfen dir ja beim überlegen die benannten Erhaltungsziele weiter

    https://www.lfu.bayern.de/natur/natura_2000_vollzugshinweise_erhaltungsziele/6020_6946/doc/6035_372.pdf


    Die Erhaltungsziele deuten auf Wasserschutz und extensives mageres Grünland hin. Ein preis drüber wäre spekulativ.

    Ich nehme mal an der derzeitige besitzer spekuliert auf Bausland. da mussst du selber einschätzen wie die ökonomisch/ politische spezlwirtschaft vor ort aufgestellt ist.

    Früher hat man Götter gesagt, heute sagt man Internet.


    Herbert Achternbusch RIP

  • Danke - diesen Auszug hatte ich auch gefunden und interpretiere ihn wie Du. Da ist jetzt kein Biber oder Lurch oder Salamander unterwegs. Ist nur Wiese.


    Es ist auch als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen im Umweltatlas Bayern - aber nur als "Hochwassergefahrenfläche HQ Extrem" und auch nicht in völliger Gänze.... Also ein Hochwasser alle 100 Jahre oder so. Und eins habe ich selbst schon mal erlebt ;) Sollte dann in 50 Jahren oder so wieder kommen.


    Ich gehe auch davon aus, dass auf Bauland spekuliert wird. Der Verkaufspreis ist daher rein spekulativ. Und echte Not zu verkaufen herrscht nicht - was wiederum den Preis treibt...

  • Da ist jetzt kein Biber oder Lurch oder Salamander unterwegs. Ist nur Wiese.

    Ja gut - unter 12. findet sich die Bachperlmuschel also ist gewässerschutz wichtig. Die sind ziemlich empfindlich.

    Aber Bauten haben da eher weniger einfluss als Wiesendüngung :D

    Sollte dann in 50 Jahren oder so wieder kommen.

    können manchmal verdammt kurz sein

    Ich gehe auch davon aus, dass auf Bauland spekuliert wird. Der Verkaufspreis ist daher rein spekulativ. Und echte Not zu verkaufen herrscht nicht - was wiederum den Preis treibt...

    Generationenübergang wäre noch eine Chance.

    Ich proftiere von sowas. leere Baugrunstücke schauen mit kurzem bewuchs besser aus :)

    Früher hat man Götter gesagt, heute sagt man Internet.


    Herbert Achternbusch RIP

  • Generationenübergang wäre noch eine Chance.

    Ich proftiere von sowas. leere Baugrunstücke schauen mit kurzem bewuchs besser aus :)

    Nee - da findet kein Generationsübergang statt in nächster Zeit. Eigentümer ist 3 Jahre älter als ich.


    Schöner wäre der Ansatz gewesen, wenn ich hätte hingehen können und sagen dass er da eh nie reinbauen darf. Kann ich immer noch machen - eine starke Behauptung ersetzt ein schwaches Argument. Aber das wird so wohl nix werden.


    Mal sehen - kann ja mal bei der EU eine Bauanfrage starten ;)


    LG

  • Also - LSG ist was anders als NSG. Im NSG ist es eher unwahrscheinlich, dass das bebaut werden darf.

    Du solltest Dir die Schutzgebietsverordnung besorgen, da steht drin was erlaubt ist und was nicht. Aber es ist wie immer - 100% Sicherheit gibt es nicht.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • 100% Sicherheit gibt es nicht.

    eben. Selbst Eigentum nicht.


    Darf man mal fragen was der m² Grünland für dich kosten soll?


    Ich denke die Frage ist auch ob du das als Invest siehst oder nicht. Grünland vor meiner Haustür - ich würde ohne zu zögern zuschlagen, hätte ich die Gelegenheit. sofern der Preis nicht das zigfache des Marktwertes beträgt...

  • Ein eigenes NSG-Grundstück - das wäre für mich auch ein Traum. Ich würde alles dafür tun, dass es als Biotop aufgewertet würde. Eine schöne extensive Blumenwiese, das wäre was. Aber natürlich muss der Spass auch bezahlbar sein.


    Ich habe mal im Fernsehen einen Bericht über einen Millionär aus Ba-Wü gesehen, der Grundstücke in der freien Natur aufgekauft hat und dann wollte, dass ihm die Behörde diese als NSG ausweist. War gar nicht so einfach die zu überzeugen...

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Also - LSG ist was anders als NSG. Im NSG ist es eher unwahrscheinlich, dass das bebaut werden darf.

    Du solltest Dir die Schutzgebietsverordnung besorgen, da steht drin was erlaubt ist und was nicht. Aber es ist wie immer - 100% Sicherheit gibt es nicht.

    Ist ein LSG und ein FFH Gebiet. Das entnehme ich dem Bayern Atlas. NSG ist es NICHT.

    Wo bekomme ich die "Schutzgebietsverordnung" her?


    LG

  • Ich habe mal im Fernsehen einen Bericht über einen Millionär aus Ba-Wü gesehen, der Grundstücke in der freien Natur aufgekauft hat und dann wollte, dass ihm die Behörde diese als NSG ausweist. War gar nicht so einfach die zu überzeugen...

    GIbt es hier auch, die Käufer sind hauptsächlich Ärzte und Zahnärzte. Die geben Anzeigen auf und bieten mehr als die Bauern. Mit dem Naturschutz sieht es hinterher trotz Zuschüssen nicht so toll aus. Es ist halt doch nicht so einfach mit dem Anlegen einer Blühwiese usw.

    Die Bauern selber wirtschaften schon extensiv. Mir gefällt das Verhalten der Investoren nicht.

  • eben. Selbst Eigentum nicht.


    Darf man mal fragen was der m² Grünland für dich kosten soll?


    Ich denke die Frage ist auch ob du das als Invest siehst oder nicht. Grünland vor meiner Haustür - ich würde ohne zu zögern zuschlagen, hätte ich die Gelegenheit. sofern der Preis nicht das zigfache des Marktwertes beträgt...

    Klar wuerde ich es als Invest sehen. Aber der Hof hat so schon 2.500 m2 mit Obstgarten - aber eben nach hinten raus und nicht zu meiner Aussicht aus dem Fenster. Ihr merkt - das ist leiden auf hohem Niveau.


    Der normale Preis sollte so bei 2,50 euro den m2 liegen. Vor 5 Jahren hat man 4 Euro pro m2 ausgeschlagen. Ich vermure, dass der Preis bei 10-15 Euro pro m2 liegen wird. Das ist mir bei 7000 m2 einfach zu viel Geld - vielmehr - ich habe es nicht.

  • Ist ein LSG und ein FFH Gebiet. Das entnehme ich dem Bayern Atlas. NSG ist es NICHT.

    Wo bekomme ich die "Schutzgebietsverordnung" her?


    LG

    Die VO bekommst Du bei Landratsamt. Vielleicht ist sie auch auf der Homepage veröffentlicht.

    Im LSG ist eine Bebauung nicht per se ausgeschlossen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ... Ihr merkt - das ist leiden auf hohem Niveau.


    ... Das ist mir bei 7000 m2 einfach zu viel Geld - vielmehr - ich habe es nicht.

    Da hat so jeder sein Päckchen zu tragen, bei anderen schlägt auf 2700 qm Wildwuchs und ein Haufen Arbeit zu .

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Die Frage sollte doch sein, wenn ich mir schon einen halben Hektar Land kaufe,

    nur um eine unverbaubare Aussicht zu haben, wie will ich den dann bewirtschaften?


    Einfach mal so rum liegen lassen? Kann man machen, könnte ein Biotop werden, naja ...

    so einfach sehe ich das nicht.


    Aufforsten oder Weidetiere, bei beiden brauchste nen Zaun, ist auch nicht gerade billig,

    oder aber wirklich der Mutter Natur überlassen, dann aber mit allen Konsequenzen.


    Nicht ganz einfach, finde ich.

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    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Ich wollte nur_indirekt_ sagen, Eigentum verpflichtet, wenn Du nen Hektar Land kaufst, dann musst Du Dir im Klaren drüber sein,

    dass Du da auch verantwortlich bist.

    Ich wollte nur mal den 'romantischen Touch' vom Biotop vor der Eigenen Haustür da versuchen rauszunehmen.

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    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Ich glaube, es geht da weniger um den romantischen Touch wie um den Ausblick.


    Wenn ich die Wahl hätte zwischen Blick auf grüne Wiese mit Gebüsch im Mittelgrund und Hügeln im Hintergrund oder Haus Erika145, dann wüsste ich, was ich wählen würde.

    Selbst ein architektonisch schönes Gebäude wäre hier eigentlich im Weg, wenn ich mir die Photos anschaue. Der Blick ist tatsächlich wunderschön.

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  • Die VO bekommst Du bei Landratsamt. Vielleicht ist sie auch auf der Homepage veröffentlicht.

    Im LSG ist eine Bebauung nicht per se ausgeschlossen.

    LSG VO finden sich meist in den olinearchivtiefen der landratsämter. Da sie ein größeres gebiet umfassen kann man mit dem zugehörigen namen.

    Landschaftsschutzgebiete sind meist größere zusammenhängende gebiete und es geht um erhalt der gebietskullise. Da wäre Zersiedlung eher ein thema

    Es geht darum den Charakter der landschaft zu erhalten.

    FFH Gebiete dienen der Erhaltung eines habitat, wie im vorliegenden Fall. Also kleiner als bei einer landschaft. Verhindert werden soll die verschlechterung des Zustandes. Wer die verlinkte beschreibung liest stell fest das dort die charakteristik und nur als wunsch die verbesserung.

    Nur eien nutzung die zur verschlechterung führt ist verboten, eine Landwirtschaftliche Nutzung ist meist wie vorher möglich, Wurde gerne mal missverstanden.

    Das Erhaltungziel ist beschrieben.

    Naturschutzflächen sind Einzelflächen bzw zusammenhängende Einzelflächen die einen noch stärkeren schutzstatus haben und ein meist genauere Bioliogische beschreibung des erhaltungwürdigen zustands.

    In einen mir bekannten Fall war der der triebwerkskanal auch als NSG ausgewiesen. Ziel war der durchgängige Naturschutzwanderungsstrecke.

    Die beschreibung hatte ich damal bei der unteren naturschutzbehörde erfragt.

    Da gibts meisten bewirtschaftungsauflagen da das erhaltungswürdige ziemlich genau beschrieben ist.

    Ich bin mir nicht ganz sicher ob das folgende noch aktuell ist.

    Aber die ausweisung durchs Amt weist nicht die Unterschutzstellung nach. das ist reine registrierung.

    Der besitzer/Nutzer hat selbständig die schützenswürdigkeit nach bayr naturschutz gesetz zu erkennen und nicht dem zuwieder zu handeln. in meinem Fall war das kein Problem weil auch den einschätzenden biologen über den weg gelaufen bin.

    Verbuschung kan dem ziel entgegen laufen, das fängt aber schon beim landschaftschutzgebiet an.

    Regelmässig erfuhr man dann erst beim verkauf einer solchen fläche. Da gibts dann auch vorkaufrechte. Da taucht regelmässig der LBV bzw der BUND auf.

    Beim NSG ist der beschriebene zustand zu erhalten. Was arbeitaufwand bzw erschwernis nach sich führt.

    da wären wir bei der Föderung die meist, berechtigter massen, Ausgleichzahlung heißt.

    veränderung zum Nachteil der oben genannten flächen, abgestuft von LSG zum NSG, sind wieder herzustellen. Was dann mal gescheiht ins Geld gehen kann. Das erfolgt dann mit fach gutachterelicher begleitung.

    Wenn also neben euerm haus auf der Wiese wildes Knabenkraut zu finden ist, wäre die Anlage einer Blumenwiese dort gut zu überdenken. Die meisten seltene Sachen haben ein ausgeklügeltes biologisches zusammenleben


    Verbesserung einer NSG erfordert biologisches fachwissen.


    ZU Bild mit dem Mäher

    sieht nicht sonderlich naturschutzfreundlich aus.

    "gute fachliche Praxis" ist das mähen von aussen nach innen nicht mehr.

    Um der Fauna Fluchmöglichkeiten zu gewähren sollte von innen nach aussen gemäht werden, also in der Mitte einen Streifen mähen und dann links und rechts nach aussen. Die schaffung einenes Vorgewends ist natürlich erlaubt, aber das konzentrische nach inne mähen eigentlich nicht mehr.

    Die umstellung erfordert meist nur die überwindung des gewohnheitshundes und den einmaligen einsatz ein paar gehirnzellen.


    wie sind die Preise in der östlichen Opf ?

    keine Ahnung. landwirtschaftliche Flächenpreise finden sich bei den gutachterausschüssen. Ich hab damals telefonisch angefragt.

    Ich kaufe nicht - ich nutze :D

    Früher hat man Götter gesagt, heute sagt man Internet.


    Herbert Achternbusch RIP