Kleinwindkraft Bayern: "freie Höhe" BayBO etc..

  • Morgen,


    was bedeutet genau "freie Höhe" in Art 57 BayBO:


    Zitat

    Art. 57
    Verfahrensfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen

    (1) Verfahrensfrei sind
    [...]
    3. folgende Energiegewinnungsanlagen:
    [...]
    b) Kleinwindkraftanlagen mit einer freien Höhe bis zu 10 m,


    Insbesondere mit einer Montage auf dem Dach.


    Was gilt bzgl Abstandsflächen? Emmisionen?

  • was bedeutet genau "freie Höhe" in Art 57 BayBO:

    Nabenhöhe + Länge Rotoblatt, also "Gesamthöhe".


    https://www.stmwi.bayern.de/fileadmin/user_upload/stmwi/publikationen/pdf/2020-07-31_Kleinwindkraftanlagen.pdf


    Interessant ist auch der Satz,


    Zitat

    Bei Installationen an Gebäuden ist hierbei die Höhe über der baulichen Anlage maßgeblich,

    Es gibt also keine abweichende Regelung der Höhe bei Montage auf einem (Haus)dach. Die 10m gelten also auch über Hausdach.


    Emmisionen?

    Hier würde ich davon ausgehen, dass die TA Lärm maßgeblich ist.


    Was gilt bzgl Abstandsflächen?

    Dürfte bei einer Montage auf einem Hausdach doch kein Problem sein.

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  • Es gibt also keine abweichende Regelung der Höhe bei Montage auf einem (Haus)dach. Die 10m gelten also auch über Hausdach.

    Na das ist doch schon eine beachtliche Abweichung: Haushöhe + WKA kann dann schon bis auf 17-18 m kommen.

    Viel Spaß mit den Nachbarn.😉




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Tja, wenn man bedenkt wie hoch zukünftig Schornsteine sein müssen, dann vielleicht noch ein Antennenmast auf dem Dach, da kann man optisch jeder Abhörstation der Nato Konkurrenz machen. :lach:

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  • Na das ist doch schon eine beachtliche Abweichung: Haushöhe + WKA kann dann schon bis auf 17-18 m kommen.

    das wäre natürlich schon krass und auch ein Master mit diesen Dimensionen wäre auf dem Haus durch arg ... scheußlich.

    Da meine Firsthöhe aber schon 8,08 beträgt wären 10m verdammt knapp. So kann man schon mal weiter überlegen...


    Dürfte bei einer Montage auf einem Hausdach doch kein Problem sein.

    Je nachdem was da gilt. Die neue BayBo sagt ja 0,4H statt 1H. Mit 1H hätte ich schon ein Problem ... Grenzabstand läge so bei ca. 10m.



    Viel Spaß mit den Nachbarn.😉

    ich würde wenn dann wohl eine vertikale Anlage nehmen. Optisch gefälliger, kein Stroboskopeffekt etc...




    Zitat

    5.1 Zulässigkeit von Kleinwindkraftanlagen im Innenbereich Kleinwindkraftanlagen sind in Dorf-, Misch-, Gewerbe- und Industriegebieten prinzipiell zulässig.

    Da ist es doch mal wieder vorteilhaft im Dorfgebiet zu wohnen. Auch die 5-10 db(A) mehr gegenüber dem Wohngebiet sind da von Vorteil.

  • Dürfte bei einer Montage auf einem Hausdach doch kein Problem sein.

    die dazu gehörende statik dürfte bei einem bestandsgebäude spannend sein.

    Viel Spaß mit den Nachbarn

    ach warum, wenn es jeder 2te in der siedlung macht , spart man die fahrt nach ostfriesland ,um den windkraftherrlichkeit zu geniessen , spart also CO2 gleich 2x

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • und auch ein Master mit diesen Dimensionen wäre auf dem Haus durch arg ...

    Die Statik von solchen Konstruktionen ist auch nicht zu unterschätzen, da kommen durchaus heftige Dimensionen der Teile zustande. Bei so einer Höhe und so einer Last am Mastkopf wird entweder der Mast vom Durchmesser heftig, oder man muss diesen abspannen, was der Optik auch nicht gerade zuträglich ist.


    Nicht zu unterschätzen ist auch der Geräuschpegel der durch Bewegungen in die Dachkonstruktion geleitet, und von dort im ganzen Haus verteilt wird. Ich hatte mir aus diesem Grund mal ein Rohr-in-Rohr System als Antennenmast gebaut, mit Lagern damit das innere Rohr auch drehbar ist. Bei Wind waren die Bewegungen aber doch im Haus hörbar.

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  • ohne alles gelesen zu haben - der Kommentar sagt:

    Zitat

    Die Höhe berechnet sich von der natürlichen oder festgelegten Geländeoberfläche bis zum höchsten Punkt der Windkraftanlage, nämlich dem höchsten vom Rotor überstrichenen Punkt (vgl. Gesetzesbegründung zum ÄndG 2012 LT-Drs. 16/375, 13 und VGH München NVwZ-RR 2009, 992). Wird die Windkraftanlage auf einer baulichen Anlage errichtet, wird die Höhe dieser Anlage nicht mitgerechnet, da sich das Höchstmaß von 10 m aus statisch-konstruktiven Erwägungen ergibt (vgl. Gesetzesbegründung zum ÄndG 2012 LT-Drs. 16/375, 13).

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

    Einmal editiert, zuletzt von Rose24 ()

  • welche Art von Kleinanlagen sind denn heute zu bevorzugen, mit welcher Leistung (ggf. Ertrag) und welchen Kosten sollte man dafür kalkulieren?

    genau das versuche ich auch herauszubekommen, dafür wollte ich aber erstmal die grundsätzliche Machbarkeit abklären.


    sowas in der Art finde ich ist jetzt optisch nicht so problematisch:



    Das ist jetzt eine 500W Anlage, die aber erst ab 15m/s ankommen.

    Darunter natürich wesentlich weniger.

    Die Anlage liegt angeblich bei 32db(A).


    Rotoren in der Größenordnung liegen im Bereich 500-1500€...


    Also eigentlich immer noch viel zu teuer.


    Ein erster Schritt wäre wohl mal eine Windmessung auf der angedachten Höhe...

  • Ein erster Schritt wäre wohl mal eine Windmessung auf der angedachten Höhe...

    :thumbsup:


    Das ist ein guter Weg. Die prognostizierten Windgeschwindigkeiten sind oftmals schöngerechnet, und lassen sich nur selten auf den Standort übertragen, denn Bebauung usw. spielen ja auch eine Rolle.

    Eine größere Anlage hier im Umkreis erreicht gerade mal 1.500 Volllaststunden, und das unter idealen Bedingungen (Höhenlage, Nabenhöhe ca. 100m usw. usw.). Bei kleinen Anlagen in Bodennähe (also sagen wir mal 10-20m Höhe) wird man sich eher mit 200-300 Vollstastunden zufrieden geben müssen.


    Bei der Planung einer größeren Anlage hier um die Ecke, ergaben Messungen erhebliche Abweichungen zu den Prognosen. Am Ende waren anstatt optimistischer 7m/s nur noch etwas über 5m/s übrig. Man kann sich leicht vorstellen, wie sich das auf den Ertrag auswirkt. Die Anlage wurde dann nicht gebaut.


    Ich habe das Thema schon mehrfach in Angriff genommen und nach einiger Zeit immer wieder verworfen. Als Hobby-Projekt OK, wirtschaftlich aber nicht darstellbar.


    Zum, Vertikalrotor, das ergibt optisch natürlich eine schlanke Konstruktion und die Lautstärke ist auch geringer. Letztendlich entscheidet halt die Fläche die der Rotor dem Wind entgegen setzt, Wunder gibt es nicht.

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  • wirtschaftlich aber nicht darstellbar.

    davon gehe ich auch aus.

    Vielleicht bleibt mit Eigenleistung und einen hohen Eigenverbrauchsanteil doch was hängen...


    Man findet jede Menge Rotoren, aber ein Leistungsdiagramm ist anscheinend schon wieder zu viel verlangt...

  • ich denke, dass vor allem das Teillastverhalten wichtig ist.

    Also ein Rotor, der schon bei sehr niedrigen Windgeschwindigkeiten anspringt...


    Ich hatte sowas mal überlegt zur Brauchwarmwasserbereitung. Da bringen schon 250 W was, wenn die nur lange genug anliegen... Für nen kleinen Haushalt sollte das reichen...

  • Da bringen schon 250 W was, wenn die nur lange genug anliegen.

    Ich rechne für mich meist mit "großzügigen" 50 Liter WW pro Person und Tag, bei einem dT von 30K. Das macht für einen 4 köpfigen Haushalt ca. 7kWh (thermisch) pro Tag. Hinzu kommen dann noch Anlagenverluste, je nach Anlage/Wärmeerzeuger und Jahreszeit ergibt das dann typische 8-10kWh pro Tag die man aufbringen muss.

    Natürlich könnte man das noch etwas optimieren, aber meine Chefin weigert sich und lässt mich keinen Münzeinwurf an der Dusche installieren. :lach:


    Wenn ich mir beispielsweise den heutigen Tag so anschaue, die Windgeschwindigkeit schwankte heute so typ. zwischen 2m/s und 3m/s. Unter diesen Bedingungen laufen manche Kleinwindkraftanlagen noch nicht einmal an, und wenn doch, dann liefern sie kaum Strom. Selbst ein 1kW Generator würde jetzt nur Strom für ein paar LED Lämpchen liefern, vielleicht 5% der Nennleistung, wenn überhaupt. Das würde nicht einmal reichen wenn man mit dem Strom eine BW-WP füttert, und die mag es auch nicht wenn man ihr ständig das Licht ausknipst. Abgesehen davon kostet die wieder zusätzlich Geld.


    1kW als Vertikalrotor, das wären ca. 2,5m Höhe bei 1,8m Rotordurchmesser. So eine Konstruktion hat schnell mal ein Gewicht von 100kg wenn sie nicht nur aus Plastik gebaut wurde. So einen Rotor würde man wohl eher auf einem kurzen Mast, vielleicht 1-2m über Dachfläche oder Firsthöhe montieren.


    Kleinwindkraftanlagen erreichen ihre Nennleistung eher so ab 10m/s aufwärts. Solche Windgeschwindigkeiten sind selbst hier (550m ü NN, nahezu freie Sicht in alle Himmelsrichtungen) nicht alltäglich. Die Windgeschwindigkeiten in 10-20m Höhe unterscheiden sich doch deutlich von denen in 100m oder höher.

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  • Das ist die Leistungskurve eines 300W Horizontalläufers mit 1,20m Rotor.

    Den ganz überwiegenden Teil des Jahres würde das Teil bei mir unter 100W liefern.


    mit Inverter etc. 1340€. Dazu noch ein Mast...

  • Den ganz überwiegenden Teil des Jahres würde das Teil bei mir unter 100W liefern.

    Ich würde eher so in Richtung Jahresertrag 60kWh tippen, vielleicht auch noch 100kWh, wenn´s gut läuft.

    Bei den bei mir heute (tagsüber) 2-3m/s, wären das nach Deinem Diagramm um die 25W*16h=400Wh. Aktuell liegen wir knapp bei 2m/s und für heute Nacht ist kein Sturm vorhergesagt, da könnte es auch unter die 2m/s rutschen. Vielleicht wären es dann 500Wh über den kompletten Tag (24h).

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  • das sind die letzten 24h von meiner Wetterstation auf dem Dach - an einer Mastverlängerung an der Sat-Antenne auf ca 7,50 - 8m..

    (ich bin auch ziemlich genau auf 550m ünn)


    Eine potentielle KWKA wäre mal so ca. 2-3m höher - ob das großen Einfluß hat?!


  • Müsste man so ein Teil denn irgendwie anmelden? Gerade wenn man schon PV hat wäre es ja nicht auszuschließen, dass man gerade nachts auch einspeist, und bekäme dann (illegalerweise?) Einspeisevergütung, als ob die PV laufen würde...

  • Müsste man so ein Teil denn irgendwie anmelden?

    logisch, Netzbetreiber, Markstammdatenregister etc... Genau wie eine PV ist das eine netzgekoppelte Erzeugungsanlage mit Überschusseinspeisung.

    Brauchts natürlich auch einen Elektriker dafür, machts noch unwirtschaftlicher.


    Unabhängig ob tatsächlich eingespeist wird... also auch mit Nulleinpeiseregelung.

    Wenn legal eingespeist wird gibts auch Kohle dafür..

  • sowas in der Art finde ich ist jetzt optisch nicht so problematisch:



    Das ist jetzt eine 500W Anlage, die aber erst ab 15m/s ankommen.

    Solche Systeme lassen sich auch kreativ installieren. Habe mal einen Bericht gesehen, wo jemand in seinem Garten quasi so was wie eine Kunstskulptur aus mehreren solcher Dinger hin gestellt hat, ein höher, ein tiefer usw. Mehr Kreativität wäre nötig, so kann man wesentlich mehr aufstellen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • das sind die letzten 24h von meiner Wetterstation auf dem Dach

    vertikal m/s oder km/h? Sieht nach km/h aus, ich kenne aber die Windverhältnisse bei Dir nicht.



    Eine potentielle KWKA wäre mal so ca. 2-3m höher - ob das großen Einfluß hat?!

    Eher unwahrscheinlich wenn der Windmesser jetzt schon in alle Richtungen freie Sicht hat (bzw. genügend Abstand zur Bebauung im Umkreis). Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist der Windmesser etwa auf Firsthöhe oder geringfügig darunter.


    Es gibt Untersuchungen der Windverhältnisse in Bodennähe, ich glaube das hatte man gemacht um die notwendigen Umgebungsbedingungen für Wetterstationen festzulegen. Dabei hat man beispielsweise festgestellt, dass ausgehend vom Boden der Wind über die ersten 2 Höhenmeter linear zunimmt, dann in den bekannten exponentiellen Verlauf übergeht. Bei einer Anlage auf einem Hausdach sieht die Welt wieder ganz anders aus, denn die Dachfläche ist zu klein, so dass man diese nicht als Ersatz für die Referenz "Bodenfläche" heranziehen könnte.


    Theoretisch ergäbe das bei Dir eine höhere Windgeschwindigkeit (vielleicht +5 bis +10%?), aber das ist wirklich ziemlich theoretisch. In Bodennähe ist der Einfluss der Umgebung (Bebauung) so stark, dass wenige Prozent im Rauschen untergehen. Genau betrachtet unterscheidet sich die Bodenrauigkeit auch in Abhängigkeit von der Windrichtung, denn Gebäude, Abstände in der Umgebung etc. sind ja nie gleich.

    Diese Verwirbelungen (turbulente Strömung) lassen sich rechnerisch nur grob abschätzen. Hinzu kommt, dass bei Dir der Windmesser auch im Windschatten liegen könnte, je nach Windrichtung. Mit den 5-10% habe ich mich schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt.


    Ich würde mal behaupten, die übliche "Formel" funktioniert gut wenn man sich in Höhen deutlich über dem Boden befindet, beispielsweise um den Unterschied zwischen 100m Höhe und 70m Höhe zu ermitteln, aber in Bodennähe (sagen wir mal < 20m je nach Bebauung) würde ich darauf nicht vertrauen.

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  • vertikal m/s oder km/h? Sieht nach km/h aus, ich kenne aber die Windverhältnisse bei Dir nicht.

    m/s. Wir sind schon als "windy village" bekannt und haben in näherer Umgebung auch 5 große WKA.


    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist der Windmesser etwa auf Firsthöhe oder geringfügig darunter.

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:

     


    Das ist ein 100er Spiegel, der Sparrenhalter ist 90, der Aufsatmast 150, also ich würde sagen 2m über Dachhaut und damit wohl etwas über First.

  • Dann kannst Du die Werte ja mal mitteln oder Gruppen bilden und auswerten.


    Heute sieht es bei uns nicht so gut aus, ich schaue schon den ganzen Morgen darauf, und die Zahlen in der Nacht waren auch nicht viel besser.

    Bei -2°C und 1.024mbar schwankt die Windgeschwindigkeit die ganze Zeit zwischen ca. 0,5m/s und 1,5m/s, nur kleinere Böen gehen mal in Richtung 2m/s, ganz wenige haben kurzzeitig die 3m/s erreicht. Der Mittelwert seit Mitternacht, dürfte unter 1m/s liegen.

    Eine kleine Windkraftanlage hätte also bisher noch keine einzige Wh erzeugt, denn die kurzen Böen hätten nicht gereicht um das Teil anzuschieben.

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