Erfahrungen mit Asbestsanierung im Innenraum ?

  • Hallo,


    ich habe vor, in einem alten Haus (30er-Jahre) einen Dachstuhl als Wohnraum umzubauen und zu nutzen. Leider wurde der Dachstuhl zu einem unbekannten Zeitpunkt großflächig mit Asbestplatten (verm. schwach gebunden) verkleidet. Hat jemand Erfahrung mit einer derartigen Sanierung und hat evtl. nach der Sanierung eine Raumluftanalyse durchgeführt? Mich würde interessieren, ob es wahrscheinlich ist, dass alles durch eine Fachfirma rückstandsfrei entfernt werden kann.


    Danke und Gruß

    Pete

  • Hat jemand Erfahrung mit einer derartigen Sanierung und hat evtl. nach der Sanierung eine Raumluftanalyse durchgeführt?

    Nicht derartig, aber andersartig, ja, zum wiederholten Mal.


    Zur fachgerechten Sanierung gehört in solchen Fällen meines Wissens immer eine Freimessung der Luft.

    Mich würde interessieren, ob es wahrscheinlich ist, dass alles durch eine Fachfirma rückstandsfrei entfernt werden kann.

    Das ist keine Frage der Wahrscheinlichkeit, sondern durch Analyse nachzuweisen. Und solange die Luftamessung noch keine ausreichende Schadstofffreiheit zeigt, ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die schnelle Antwort. Das heißt, man würde die Raumluft und die Wände/ Balken so lange reinigen, bis nichts mehr nachweisbar ist?

  • Danke für die schnelle Antwort. Das heißt, man würde die Raumluft und die Wände/ Balken so lange reinigen, bis nichts mehr nachweisbar ist?

    Nicht die Raumluft, die Oberflächen, ja. prinzipiell schon.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • unter 500 Fasern/m3 ist das Sanierungsziel.

    Das heißt aber, dass keine schwach gebundenen Asbestreste mehr frei zugänglich im Raum sind.

    Andererseits ist eine Wandverkleidung mit schwach gebundenen Platten ungewöhnlicher als ein schwarzer Eisbär.

  • Danke erstmal für die Antworten.

    Zitat

    unter 500 Fasern/m3 ist das Sanierungsziel.

    Kann das Sanierungsziel auch 0 Fasern sein oder bekommt man das nicht hin?


    Zitat


    Andererseits ist eine Wandverkleidung mit schwach gebundenen Platten ungewöhnlicher als ein schwarzer Eisbär.

    Es sind Leichtbauplatten, vermutlich Promabest oder eine andere Variante aus Ostdeutschland. Die Platten verkleiden das Gebälk. Ist das wirklich so ungewöhnlich ?

  • Gebälkverkleidung ist nicht so ungewöhnlich. Weiter oben schriebst Du allerdings "großflächig", deshalb ging ich von Wandverkleidung aus.

    Die 500 F/m3 werden nicht als solche gezählt sondern mit komplizierten statistischen Verfahren berechnet.

    Tatsächlich reicht auf der ausgezählten Fläche des Goldfilters eine detektierte Faser aus, um an die 500 heranzukommen und bei zwei sind sie definitiv überschritten. Da sind dann auch häufiger 0-Ergebnisse dabei.

    Andererseits kann man natürlich aufgrund der Hintergrundbelastung in der Umgebungsluft die 0 F/m3 nie zuverlässig erreichen. Und wenn, wären sie nach dem nächsten Lüften wieder überschritten.

  • Zitat

    Die Platten sind geschwommen und haben ordentlich emittiert.

    Heißt das, dass die Platten theoretisch über Jahrzehnte Fasern abgegeben haben könnten? Dann bekommt man doch nie alles rückstandsfrei raus, kann sich überall abgesetzt haben, in der Dachdämmung, Holzbalken, Dielenritzen etc.


    Zitat


    Andererseits kann man natürlich aufgrund der Hintergrundbelastung in der Umgebungsluft die 0 F/m3 nie zuverlässig erreichen. Und wenn, wären sie nach dem nächsten Lüften wieder überschritten.

    Verstehe ich das richtig, dass in der Außenluft auch Asbestfasern enthalten sein könnten und diese beim Lüften in den Innenraum kommen?

  • Heißt das, dass die Platten theoretisch über Jahrzehnte Fasern abgegeben haben könnten?

    ja, bei schwach gebundenen Platten aber nicht nur theoretisch

    Verstehe ich das richtig, dass in der Außenluft auch Asbestfasern enthalten sein könnten und diese beim Lüften in den Innenraum kommen?

    ja, es handelt sich ja um ein natürlich vorkommendes Mineral!


    Was sind hohe Asbestfaserkonzentrationen?
    Da es sich bei Asbest um ein natürlich vorkommendes Mineral handelt, ist es auch in der Umwelt vorhanden. Was sind hohe Asbestfaserkonzentrationen?
    um.baden-wuerttemberg.de

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Immer wenn der Ostwind vom Ural weht steigen in McPomm die Konzentrationen ;)

    Google mal nach "Asbest Stadt"

    Zitat

    Heißt das, dass die Platten theoretisch über Jahrzehnte Fasern abgegeben haben könnten? Dann bekommt man doch nie alles rückstandsfrei raus, kann sich überall abgesetzt haben, in der Dachdämmung, Holzbalken, Dielenritzen etc.

    Deshalb ist es so schwer, die 500 F/m3 zu unterschreiten. Das verlangt schon eine sehr gute Reinigung (und Restfaserbindung). Da wird alles abgesaugt.

    Macht die Sache ntl nicht billiger.

  • Mich würde interessieren, ob jemand eine solche Sanierung im Innenraum gemacht hat und auch selbst in dem Haus lebt. Kann man in den Räumlichkeiten hinterher genauso sorglos leben als wäre nie Asbest verbaut gewesen?

    Ich mache mir insbesondere Sorgen, wenn die Fasern bei schwach gebundenen Asbestplatten tatsächlich jahrelang ohne Außeneinwirkung in die Raumluft gegangen sind. Wie ist das eigentlich möglich? Die Fasern könnten sich doch im ganzen Haus überall abgesetzt haben, das Haus wäre im Prinzip nicht bewohnbar, so gründlich kann man nicht reinigen. Oder bin ich da zu ängstlich?

  • Mich würde interessieren, ob jemand eine solche Sanierung im Innenraum gemacht hat und auch selbst in dem Haus lebt.

    Als Architekt wohne ich leider nicht in allen Gebäuden, die von mir in Planung / Ausführung begleitet werden. Nein, in den von mir sanierten Gebäude habe ich nicht gelebt.


    :rulez:


    Aber ich verstehe den Sinn Deiner Fragst auch nicht: Willst Du nur Antworten von Menschen, die mind. 25 Jahre in sanierten Gebäuden nach der Sanierung gelebt haben? Niemand bemerkt die Fasern selbst, was also kann eine Antwort sein? Oder willst Du wissen, ob es Menschen gibt, die 25 Jahre nach einer Asbestfaser-Sanierung eines Gebäudes selbst Lungenkrebs entwickelt haben?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nein, natürlich nicht. Ich meinte, ob jemand z.B. regelmäßig Luftanalysen durchgeführt hat und ob noch Fasern feststellbar waren.


    Zitat


    Niemand bemerkt die Fasern selbst, was also kann eine Antwort sein? Oder willst Du wissen, ob es Menschen gibt, die 25 Jahre nach einer Asbestfaser-Sanierung eines Gebäudes selbst Lungenkrebs entwickelt haben?

    Das liest sich so, als ob du selbst davon ausgehst, dass in den von dir sanierten Gebäuden zumindest die Möglichkeit besteht, dass noch Fasern (von der Außenluft mal abgesehen) vorhanden sein könnten.

    Ich hätte einfach gerne gewusst, ob ein saniertes Gebäude oder ein Raum genauso "sicher" ist wie ein Gebäude, in welchem niemals Asbest verbaut war,

  • Das liest sich so, als ob du selbst davon ausgehst, dass in den von dir sanierten Gebäuden zumindest die Möglichkeit besteht, dass noch Fasern (von der Außenluft mal abgesehen) vorhanden sein könnten.

    Nein, davon gehe ich nicht aus. Ich möchte lediglich den Sinn Deiner Frage verstehen! Nur Reinsträume sind (nahezu) asbestfaserfrei. Die 25 Jahre habe ich nur genannt, weil ungefähr dann Lungenkrebs auftreten könnte. Da erst seit ungefähr 40 Jahren von Asbest saniert wird, dürfte es schwierig sein, solche Menschen zu finden. Und was wäre die Vergleichsgruppe, Menschen die in unsanierten Häusern leben?

    Deshalb ist es so schwer, die 500 F/m3 zu unterschreiten. Das verlangt schon eine sehr gute Reinigung (und Restfaserbindung). Da wird alles abgesaugt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat

    Nur Reinsträume sind (nahezu) asbestfaserfrei.

    Okay, dann ist die die Wahrscheinlichkeit in einem Neubau genauso hoch oder niedrig, dass Asbestfasern in der Raumluft sind wie in einem Gebäude in dem z. B. 30 Jahre schwach gebundene Asbestplatten verbaut waren nach der Sanierung? Mir geht es einfach nur darum, ob man nach der Sanierung beruhigt schlafen kann,

  • Okay, dann ist die die Wahrscheinlichkeit in einem Neubau genauso hoch oder niedrig, dass Asbestfasern in der Raumluft sind wie in einem Gebäude in dem z. B. 30 Jahre schwach gebundene Asbestplatten verbaut waren nach der Sanierung?

    Nach meinem Verständnis als halber Sanierungslaie: Ja.

    Mir geht es einfach nur darum, ob man nach der Sanierung beruhigt schlafen kann,

    Schadstoffsanierungen helfen weder bei Schlafstörungen noch bei Angststörungen über den Placebo-Effekt hinaus.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Wir werden alle sterben, manche an Asbestfasern, manche mit Asbestfasern, manche ohne Asbestfaser, aber sterben werden wir alle

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs