Wer kann mir diesen Wandaufbau erklären !?

  • Es handelt sich um ein Haus aus Anfang der 60er Jahre und ich verstehe den Wandaufbau nicht. Aktuell sieht es so aus, dass folgende Schichten in der Wand verbaut sind von außen nach innen:

    • Aussenputz
    • Ziegelsteinmauerwerk (Vermutung)
    • Hohlraum (klingt jedenfalls so - wenn man an die Innenwand klopft)
    • GK Platte (so jedenfalls an Innenwänden sichtbar)
    • Schaumstofflage (sieht ähnlich wie PE Trittschalldämmenug aus sie Bild)
    • Tapete

    Von innen sehe ich unter Tapete aktuell nur den Schaumstoff und beim klopfen hört es sich hohl an. Wie renoviert man so eine Wand. Tapeziert man über den alte Tapete. Löst man die Tapete vom Schaumstoff und geht das überhaupt oder löst man den Schaumstoff samt Tapete von der (vermutlich) GK Platte?


    Ist so ein Wandaufbau jemandem bekannt und wie geht man damit am besten um?

  • insbesondere in den späten 1980er Jahren, aber auch bis in die späten 1990er, so habe ich es in Erinnerung hat man dünne Schaumplatten (geschätzt 5mm) auf die Innenseite der Außenwände aufgebracht. Verkauft wurde das zur Energieeinsparungsmöglichkeit, es wurde aber auch eingesetzt, wenn es vorher Schimmelprobleme gab...


    die GK-Vorsatzschale war zwischen den 1970er bis in die frühen 1990er anzutreffen.

    In einer früheren Wärmeschutzverordnung war bei Einsatz einer Elektroheizung ein besserer Wärmeschutz gefordert, der häufig über eine solche Gipskarton-Verbundplatte realisiert wurde. Das hat dafür rechnerisch gereicht...


    Aufbau von innen nach außen könnte also sein:

    - Tapete

    - Schaumplatte

    - GK-Verbundplatte

    - Ansetzbinder bzw. Luftschicht

    - ggf. alte Putzschicht (wenn GK nachgerüstet)

    - Mauerwerk

    - Außenputz


    p.s. Du bist in ziemlich vielen Bundesländern unterwegs... ich kenne mich nur in Süddeutschland aus, dafür gilt meine Aussage. Ob es in Deinen übrigen Ländern auch so gilt, weiß ich nicht...

  • Zum Beitrag von Alfons Fischer möchte ich noch ergänzen, dass in den 1980er und -90er Jahren meiner Erinnerung nach auch sehr dünne (2 bis 4 mm) Schaumkunststoffe mit aufkaschierter Rauhfaser und / oder Aluminiumfolie als „Energiespartapete“ o.ä. verkauft wurden. Eine solche könnte hier verarbeitet worden sein.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es scheint, dass es sich um eine Isoliertapete handelt. Wenn an einer Außenwand hinter einem Schrank auf der Tapentenoberfläche Stockflecke zu sehen sind, ist dann von Schimmel zwischen der Styroporschicht und GK Platter oder sogar hinter der GK Platte auszugehen?

  • Wenn an einer Außenwand hinter einem Schrank auf der Tapentenoberfläche Stockflecke zu sehen sind, ist dann von Schimmel zwischen der Styroporschicht und GK Platter oder sogar hinter der GK Platte auszugehen?

    wenn auf der Tapetenoberflächen Stockflecken sind, dann ist zunächst mal von Schimmelbildung auf der Tapetenoberfläche auszugehen.


    Dafür, was weiter draußen, also innerhalb des Aufbaus los ist, ist dies kein Indiz. Weder für noch dagegen. Da muss man dann schon nachsehen. Also öffnen.

  • Nun habe ich weitere Informationen zu meiner Wand in Haus Bj. 1964, aber verstehe sie immer noch nicht ganz.


    Beim Austauschen einer Steckdose in der Außenwand, habe ich das Loch der Steckdose mit einer Bohrkrone etwas aufgebohrt um einen neuen Einsatz darin platzieren zu können. Dabei habe ich den alten Gips entfernt und festgestellt dass nach einem ersten Stück Mauer ein Hohlraum folgte, auf den dann wieder die Außenwand (grau grobe Oberfläche) kommt.


    Nach meinem Verständnis ist die Außenwand (von innen nach außen aufgezählt) wie folgt aufgebaut:

    - Gipskartonplatte

    - Hohlraum

    - Mauerwerk

    - Hohlraum

    - Mauerwerk (nur grobstruktuierte graue Oberfläche gesehen).


    Gesamt Wandstärke mit GK Platte ist etwa 28.

    kann mir jemand den Aussenwandaufbau erklären - ist er evtl Zweischalig.


    Bild1

    Bild2

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    Im Wesentlichen hast Du den Wandaufbau bereits zutreffend beschrieben. Es handelt sich um eine zweischaliges Mauerwerk mit innenliegender Luftschicht. So wurde früher häufig gebaut.

    Später hat dann wohl noch jemand Gipskartonplatten mit Mörtelbatzen auf die Innenwände geklebt.

    So entält Deine Wand zwei unbelüftete unkontrollierbare Luftschichten in denen Kondensation, Konvektion und damit Durchfeuchtung von Bauteilen auftreten können.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow