Dachdämmung durchnässt



  • Wir haben im Sommer eine ETW gekauft (BJ. 1991). Das OG wurde von uns komplett saniert. Hierzu wurde die vorhandenen Nut-Feder Holzkonstruktion entfernt. Die Dämmung war an allen Stellen noch vorhanden, war aber teilweise bereits schwarz. Wir haben die Dämmung geprüft und festgestellt, dass nur die untere Schicht auf der Dampfsperre schwarz war. Wir haben dies eigentlich als Staub angesehen.



    Die vorhandenen Dampfsperre war einigermaßen verlegt. An einigen Stellen war diese defekt. Ebenso an den Stoßstellen am Giebel und Kniestock nicht veklebt. Die Wände wurden vom Trockenbauer verputzt und die Dampfsperre fachgerecht an diesen Stellen befestigt bzw. verklebt (Sicrall Klebeband). Die defekten Stellen wurden ausgebessert. Ebenso wurden die Dachdurchdringungen (Belüftungsrohre, Balken etc.) sauber verklebt. Der Dachdecker bescheinigte dem Trockenbauer eine saubere Arbeit. Ob die vorhandenen Dampfsperre auch als Dampfsperrfolie geeignet war bzw. ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass die vorhandenen Dampfsperre so gut es ging abgedichtet wurde. Nach meiner Kenntnis handelt es sich ja eigentlich nicht als Dampfsperre sondern nur als Dampfbremse, da eine 100 %ige Dichtheit nie erreicht wird. Printipiell aber: Je dichter umso besser. Ebenso wurde die Heizung in Betrieb genommen, die nach Aussagen der Vorbesitzer zwar in Betrieb war, aber "nie so richtig funktioniert hat". Die Heizungsleitungen sind im Kniestock verlegt (Vorlauf ca. 70°). Der Innenbereich wurde dann mit Rigips verkeidet, vespachtelt, tapeziert und gestrichen.



    Nach 2 Wochen Nutzung haben wir nun einen Stock tiefer einen Wassereintrag festgestellt. Das Wasser stand, je nach Außentemperatur bereits auf dem Kniestock und suchte sich dann seinen Weg. Der bestellte Dachdecker stellte fest, dass die Dämmung aufgrund von Kondensatbildung bereits richtig nass ist und das Wasser teilweise auf der Dampfsperre steht. Es handelt sich um ein Warmdach mit einer nicht diffusionsoffenen Unterspannbahn. Die notwendige Hinterlüftung (2 cm zwischen Dämmung und Unterspannbahn) sind wohl nach Stichproben gewährleistet. Der Dachdecker schlägt vor, dass Dach mit etlichen Lüftungsziegeln auszustatten uns somit die Belüftung der Dämmung zu verbessern. Seiner Meinung nach liegt das Problem der Kondensatbildung an einer falschen Dampbremsfolie. Die schwarzen Flecken wären wohl ein Zeichen von Feuchte und dass es schon immer in der Dämmung feucht gewesen sei. Stichproben in der Nachbarwohnung zeigten auch, dass die Dämmung schwarz ist. Es stellt sich bei uns jetzt die Frage, warum denn das bisher niemand gemerkt hat, wenn dies schon immer feucht war? Die Hausverwaltung wird jetzt eventuell dann versuchen, den schwarzen Peter auf uns zu lenken. (Solche Aussagen: "Seit die da was gemacht haben....). Die Installation der Lüftungsziegel ist ja auch nicht ganz billig. Wäre dies eine akzeptable Lösung? Kann es sein, dass wir zwar alles richtig gemacht haben, allerdings durch das Dichtmachen eine eventuell bessere Trocknung der Dämmung verhindert? Hat jemand mit solchen Auswirkungen Erfahrungen? Ich bin für jeden Beitrag dankbar.

  • Der Dachdecker bescheinigte dem Trockenbauer eine saubere Arbeit.

    :eek::rb:  :wall::wall:


    Bauleitung/Bauüberwachung gabs keine ? Da musste halt ein Handwerker den anderen überwachen. :wall:

    dass die vorhandenen Dampfsperre so gut es ging abgedichtet wurde

    Klingt wie ein bischen schwanger.


    Das Problem wird nicht so sehr die Dampfdichte als vielmehr die Luftdichte sein bzw deren Fehlen.

    Schon mal an einen Blower Door Test gedacht?

    dass Dach mit etlichen Lüftungsziegeln auszustatten

    Das funzt ggf. bei einer Leckage, zur Not auch bei 2 oder 3, aber nicht über eine grössere Fläche.

    Und selbst wenn, es behebt dann nur die Folgen, nicht aber die Ursache!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Irgendwie ist mir das Gesamtkonstrukt nicht klar.

    Die ursprüngliche Konstruktion hat 30 Jahre funktioniert.

    Jetzt wird die Dampfsperre nachgeklebt und es fängt an zu regnen?


    Nur so am Rande, Ist das Dach nicht Gemeinschaftseigentum? Durftest Du daran rumbasteln?


    P.S.:

    Bauleitung/Bauüberwachung gabs keine ?

    Das leiden hat der Bauherr übernommen, dieÜberwachung der Handwerker und dann gab es noch die externe Qualitätskontrolle.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Hallo Ralf, danke für deine Hinweise. Ich kann leider nicht viel damit anfangen. Ich weiß schon, dass die Dampfsperre dicht sein muss. Dies war vorher nicht der Fall, da insbesondere die Anschlüsse und Durchdringungen nicht richtig abgedichtet waren. Der Trockenbauer hat das eigentlich ordnungsgemäß abgedichtet. Aber kann das dann trotzdem alles patschnass sein? Es handelt sich um ein 6-Familienhaus, das muss natürlich auch alles mit der Hausverwaltung abgestimmt sein. Ich hab halt jetzt Bedenken, dass wir durch das Abdichten der Dampfsperre alles schlimmer gemacht haben.

  • Hallo


    Ja bitte den Font nicht ändern.... schwer zu lesen... für unsere alten Augen


    Nun wenn es irgendwo feucht ist im Dachbereich gibt es grundsätzlich 3 Möglichkeiten dafür


    1 ) das Dach ist irgendwo undicht... ( zb. gebrochene Ziegel )

    2 ) es gibt da irgendwo eine undichte Leitung ...Wasser oder Heizung oder Abwasser

    3 ) Kondensatbildung


    Wenn die Heizungsleitungen im Kniestock verlegt sind wäre das schon mal einer der Verdächtigen....... !?!?!

  • Jetzt wird die Dampfsperre nachgeklebt und es fängt an zu regnen?

    Wenn die vorher die Dichtigkeit eines Spagettisiebs hatte und jetzt nur noch etwas undicht ist, könnte das schon sein.

    Die große Undichtigkeit hat dafür gesorgt, das die feucht-warme Luft gleich rausgeblasen wurde, bevor die Feuchte eine Chance zum Kondensieren hatte.

    Jetzt nach dem teilweisen Abdichten ist die Luftgeschwindigkeit geringer und es kondensiert fröhlich vor sich hin.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Mit dem Gemeinschaftseigentum hast du sogar recht. Aber was hätte ich denn tun sollen wenn wir die Paneele herunterreissen und sehen das die Dampfsperre nicht richtig abgedichtet ist. Jetzt im nachhinein bin ich auch schlauer. Im Prinzip haben wir die Situation verbessert und jetzt kommt so etwas.


    Ob vorher alles richtig funktioniert hat wage ich zu bezweifeln. Der Dachdecker war der Meinung das es schon immer feucht war, weil die Dämmung flächig schwarz ist

  • Wenn die vorher die Dichtigkeit eines Spagettisiebs hatte und jetzt nur noch etwas undicht ist, könnte das schon sein.

    Die große Undichtigkeit hat dafür gesorgt, das die feucht-warme Luft gleich rausgeblasen wurde, bevor die Feuchte eine Chance zum Kondensieren hatte.

    Jetzt nach dem teilweisen Abdichten ist die Luftgeschwindigkeit geringer und es kondensiert fröhlich vor sich hin.

    Diese Vermutung habe ich nämlich auch.

  • ICh vermute mal, das die Folie, keine Dampfbremse darstellt, sondern eher ein Rieselschutz oder Montagehilfe für die Dämmung. Man hat ja früher gerne die Folie der Dämmung reingetackert, damit alles an Ort und stelle bleibt. :D.


    Hätte der beteiligte Dachdecker früher gesehen, was da als Unterspannbahn verbaut ist, könnte man ihm jetzt einen Fehler antackern, Denn er war ja da, wo die bisherige Dampfbremse fertiggestellt war.:pfusch:

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D