Tausalz und Zwischenbetondecke

  • Hallo Ihr Lieben...


    Ich habe ein RIESEN Problem und finde im Netz nichts passendes zu dem Thema Sanierung



    Wir bauen ein Einfamilienhaus. Wir haben die Zwischendecke zwischen EG und OG im November betoniert... Alles soweit gut.... Kurze Zeit später fing es an zu schneien umd es wurde ein paar Tage sehr kalt. Mein Vater hat es gut gemeint und einen Kübel ca(6 Liter) Tausalz auf der Decke verteilt, damit das Eis weggeht, um danach bei höheren Temperaturen weiter machen zu können. Was er jetzt nicht gewusst hat, war, dass das genau das Falsche war. Nun das Eis ist weg.. Aber die Oberfläche der Decke wurde wie Sand, rauh und man konnte 2 bis 3 mm dick die Oberfläche wegkehren. Ich habe gehört bzw gelesen, dass das bis zur Bewährung sickern kann... Das Stahl rostet und die Decke somit nicht mehr zu 100 Prozent tragfähig ist....



    Meine Frage nun... Wenn wir im OG die nächste Decke betonieren und das Dach abdichten wirds ja trocken... Frisst das Salz dann weiter den Stahl auf , oder hört das mit Trockenheit vollständig auf. Ich hab wahnsinnige Bedenken.... Können wir irgendetwas gegen gröbere Schäden machen... Bzw diese verhindern... Das Salz wurde einmalig allerdings etwas zu grosszügig gestreut.


    Ich bitte um Tipps und Meinungen.


    Danke vielmals

  • Viel geschriebn, aber nur wenig gesagt ;)

    Es geht um die Decke über EG, die im fertigen Gebäude "trocken" ist?

    In dem Fall bestehen keine Bedenken.


    Aber die Oberfläche der Decke wurde wie Sand, rauh und man konnte 2 bis 3 mm dick die Oberfläche wegkehren.

    Das deutet auf erhebliche Fehler in der Herstellung der Decke hin.

    Hier sind/wurden eventuell Fehler in/bei der Herstellung/Nachbehandlung gemacht.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • de Bakel wollte darauf hinaus, dass der Einsatz von Tausalz nicht zu dem beschriebenen Zustand der Oberfläche geführt hat, sondern das hier wahrscheinlich noch etwas schiefgelaufen ist.

    Eventuell hatte der Beton beim Gießen einen zu hohen Wasseranteil, was meiner Meinung nach sowohl den Zustand der Oberfläche als auch das auftretende Wasser, das dann gefrieren konnte, erklärt.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Das Tausalz wurde 2 Wochen später aufgestreut, davor war sie ohne Mängel. Hmm davor war es aber auch nicht kalt.


    Das ist auch nicht abgeplatzt, sondern wurde wie Sand... Und ist auch jetzt noch so....


    Also muss ich mich jetzt nicht weiter wegen dem Salz sorgen? Da hab ich mehr oder weniger Dauerhaft spekuliert.

  • davor war sie ohne Mängel

    Glaube ich nicht.


    Wir haben die Zwischendecke zwischen EG und OG im November betoniert.... Kurze Zeit später fing es an zu schneien umd es wurde ein paar Tage sehr kalt.

    Mangelnder Witterungsschutz des Betons würde ich als Ursache des Sandens vermuten.


    Ich würd mir mehr Gedanken um die mangelnde Festigkeit als um das NaCl auf/in der Decke machen!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sorry, aber mit Deiner Beschreibung komme ich nun mal auf so ein Szenario.


    Wenn Du Sicherheit willst, beauftrage einen Guachter und einen Tragwerksplaner (gern in einer Person, wenn sich sowas findet), die die Decke örtlich untersuchen (Mit Rückprallhammer und Beprobung). Hier geht nur :glaskugel:

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    • Offizieller Beitrag

    Wir bauen ein Einfamilienhaus. Wir haben die Zwischendecke zwischen EG und OG im November betoniert ... Mein Vater hat es gut gemeint und einen Kübel ca(6 Liter) Tausalz auf der Decke verteilt, damit das Eis weggeht ... Aber die Oberfläche der Decke wurde wie Sand, rauh und man konnte 2 bis 3 mm dick die Oberfläche wegkehren. Ich habe gehört bzw gelesen, dass das bis zur Bewährung sickern kann... Das Stahl rostet und die Decke somit nicht mehr zu 100 Prozent tragfähig ist....

    (Vorweg: Decken sind als waagerechte flächige Bauteile immer zwischen etwas und zwar in der Regel zwischen Räumen. Andernfalls wären sie Bodenplatten oder Dächer.)


    Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat das Absanden eine andere Ursache als den NaCl-Eintrag, nämlich den Frost oder eine noch ganz andere. Der Beton hat also - zumindest oberflächennah - eine zu geringe Festigkeit. Dies ist kritisch und (am besten) unabhängig zu untersuchen.


    Davon unabhängig ist einmalig eine mittlere Menge NaCl aingetragen worden und kann damit bei Anwesenheit von Wasser zur Bewehrungskorrosion führen, welche typischerweise bei Bauten des ruhenden Fahrzeugverkehrs ein Alterungsproblem ist, nicht aber bei trockenen Decken in Wohngebäuden.


    Allerdings kann durch den Oberflächenschaden das Eindringen des Salzes erleichtert worden sein. Das sollte also gleich mit untersucht werden - durch Prüfung des eingetragenen Salzgehalts.


    Das erste Problem sollte fachkundig vor Ort untersucht werden, letzteres kann vermutlich vernachlässigt werden - aber das soll die untersuchende fachkundige Person bewerten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Komm gerade von der Baustelle und habe novh etwas hinzuzufügen: Mein Vater hat die Terrasse nicht gesalzen da sandet die Decke nicht, da ist alles fest und normal. Wir hatten darauf die Ziegelpaletten. Da wir diese jetzt fast aufgearbeitet haben, wurde die Fläche sichtbar. Also an der Decke selbst dürfte es nicht liegen, sonst würde diese ungesalzene Fläche ja auch sanden. Oder?


    Leider weiss ich nicht wie man hier Fotos reinstellt, sonst hätte ich es schon getan. Sorry.

    • Offizieller Beitrag

    Was sagen denn der unabhängige Bauleiter und der Firmenbauleiter des Rohbauers zu dem Thema?

    • Offizieller Beitrag

    Die haben bis Jänner Urlaub...

    Und beantworten so lange keine Fragen? Wo ist denn die Baustelle, welches Recht gilt dort?

  • Wo ist denn die Baustelle, welches Recht gilt dort?

    Die Baustelle ist in Österreich. Sieht man doch. ;)
    Das Recht ist durchaus vergleichbar mit D. Man verwendet die gleichen DIN/EN Normen wie hier, aber nicht alle.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Also an der Decke selbst dürfte es nicht liegen, sonst würde diese ungesalzene Fläche ja auch sanden. Oder?

    Die Paletten könnten auch als Frostschutz"abdeckung" gewirkt haben und so da gröbste verhindert haben.


    Als Symbol für die schädigende Wirkung des Salzes oder die Nicht-Schädigung bei Absens würde ich die nicht sehen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    [...]

    Davon unabhängig ist einmalig eine mittlere Menge NaCl aingetragen worden und kann damit bei Anwesenheit von Wasser zur Bewehrungskorrosion führen, welche typischerweise bei Bauten des ruhenden Fahrzeugverkehrs ein Alterungsproblem ist, nicht aber bei trockenen Decken in Wohngebäuden.


    Das erste Problem sollte fachkundig vor Ort untersucht werden, letzteres kann vermutlich vernachlässigt werden.

    Sehe ich auch so.


    Auf jeden Fall fachkundige Begutachtung, ggf. zerstörungsfreie Festigkeitsmessungen (z.B. Schmidt-Hammer), Kontrolle der Lieferscheine und der Wetterdaten und der Fotos - sofern vorhanden.


    Dass das Salz am Schadtbild eine Teilschuld haben kann, ist nicht auszuschließen. Im Straßenbau werden Betonbauteile, zum Beispiel die BetonGehwege auf Brücken, immer in LP-Beton (Luftporenbeton) ausgeführt, weil hier mit Streusalzeinsatz zu rechnen ist. In den Luftporen ist dann "Platz" für die Kristallisation der Sazkristalle bei Abstrocknung der Oberfläche.


    Dass bei einem frisch betonierten Beiteil so schnell ein derartiges Schadbild zu sehen ist, lässt vermuten, dass es weitere Ursachen gibt, z.B. Material- oder Herstellungsmängel (Verdichtung, Nachbehandlung, Nachtfrost, etc.)


    Bei hochwertigem Beton und sichergestellter Trockenheit dürfte in Zukunft eigentlich wenig passieren. Bei der großen Salzmenge und der hygroskopischen Wirkung des Salzes kann aber u.U. schon mäßige Luftfeuchtigkeit oder ein Wasserschaden das Salz zur Weiterarbeit anregen und wenn die Dichte des Betons mangelhaft ist und die Betondeckung über der Bewehrung gering ist, besteht die Gefahr, dass das Salz Schaden anrichten kann.


    Nach einer fachlichen Begutachtung durch einen unanhängigen Sachverständigen könnte überlegt werden, ob man den Salzgehalz auf dem Beton mit wässern, aufsaugen, entsorgen, wässern, aufsaugen, entsorgen, ... verringern kann. Das wüde auch die Gefahr mindern, dass Sazreste mit z.B. einem Estrich, einer Fußbodenheizung o.Ä. reagieren.


    und einen Kübel ca(6 Liter) Tausalz auf der Decke verteilt,

    Das ist ja nun nicht gerade wenig.


    Von daher wäre ich vorsichtig und würde die Angelegenheit vor Ort prüfen lassen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)