Deckenauslass für Leuchte mit Mantelleitung

  • Hallo zusammen,


    wie stellt man eigentlich bei der Sanierung auf einer verputzten Betondecke einen sauberen Deckenauslass für die Leuchte her, wenn man keine Stegleitung, sondern eine normale Mantelleitung verwenden möchte?

    Ich finde nur Auslass-"Dosen", die entweder vor dem Beton installiert werden müssen oder für Stegleitungen gedacht sind.


    Danke Euch

  • Liegt die Leitung Aufputz in Schellen oder im Rohr?

    Entweder Leuchte mit passender Leitungseinführung vorsehen, Leuchtenauslassdose (z.B. ELSO 522004) oder passender Decken-Baldachin zur Aufnahme der Klemmen wären da Varianten.

  • Liegt die Leitung Aufputz in Schellen oder im Rohr?

    Die Leitung liegt noch nicht, sondern wird neu gezogen. Entweder direkt auf dem Beton oder sogar im Leerrohr, weil der Putz recht dick ist und der Beton nur leicht angeschlitzt werden müsste.

  • Entweder direkt auf dem Beton oder sogar im Leerrohr, weil der Putz recht dick ist und der Beton nur leicht angeschlitzt werden müsste.

    Also, dann reden wir aber von Installationsart u.P., oder? Genau für solche Fälle gibt es ja Stegleitung, samt passender Dose.


    Beton anschlitzen ist keine gute Idee...egal ob leicht oder schwer.

  • Ja, Unterputz, aber nur für ca. den letzten Meter bis zum Deckenauslass, davor Aufputz in einem Trockenbau-Kanal (die Decke wird an den Seiten des Raums damit abgehängt). Auch deswegen gefällt mir die Stegleitung nicht so gut.


    Zum Thema "leicht anschlitzen" der Betondecke:

    Natürlich mit Mauernutfräse und sehr kleiner Tiefeneinstellung, so 0,5-1cm. Da ich beim Bohren schon öfter auf die Bewehrung getroffen bin und dann das Loch verschoben habe, weiß ich, dass sie deutlich tiefer liegt.

  • Du weißt nicht wie es unter dem Beton aussieht. Lass es bleiben mit dem Fräsen. Verklemme die Stegleitung im Kanal mit entsprechender Abzweigdose für Kanäle, oder auch neben dran und verlege eine Stegleitung mit passender Auslassdose. Man kann es so geschickt machen, dass die Stegleitung unter dem Kanal in den Putz geht, dann sieht man von außen nix.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

    • Offizieller Beitrag

    Natürlich mit Mauernutfräse und sehr kleiner Tiefeneinstellung, so 0,5-1cm. Da ich beim Bohren schon öfter auf die Bewehrung getroffen bin und dann das Loch verschoben habe, weiß ich, dass sie deutlich tiefer liegt.

    Sorry für die Verspätung: Wenn die Bewegung tiefer liegt, so wird sie dies vermutlich tun, weil sie eine bestimmte Betonüberdeckung der Bewehrung benötigt, für den Brandschutz oder als Korrosionsschutz. Stahlbetonbauteile sollten nie ohne Rücksprache mit einem Statiker im Querschnitt beeinträchtigt werden und Borgen sollte man eigentlich auch erst nach der Bewehrungssuche. Ein in der Wohnzimmerdecke durchtrennter Bewehrungsstahl ist sicher zu verschmerzen, aber bei einem längeren Schlitz könnten es mehrere werden.

    Kennt noch jemand ein Produkt, wie man dann mit NYM-Leitung einen Deckenauslass hinbekommt?

    Einfach so eine Wandauslassdose wie die Kaiser 1048-00 ?

    Meinung eines aus der Umgebung zuschauenden Laien:


    Welchen Vorteil hat die gegenüber anderen? Bei der Form kannst Du nicht einfach bohren, sondern musst stemmen, was die Decke noch weniger mag. Die flachsten "normalen", also runden, Dosen haben einen Durchmesser von 70 mm. Dafür gibt es in jedem Baumarkt eine passende Bohrkrone und der Kern wird ausgestemmt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Danke für Deinen Beitrag!

    .. Borgen sollte man eigentlich auch erst nach der Bewehrungssuche.

    Das haben wir dann auch gemacht, weil es uns zu doof war, jedes dritte Loch neu anzusetzen. Wenn man die ersten paar Eisen angezeichnet hat, geht das auch recht schnell, zumindest bis zur Überlappung der Matten, da piepst es dann ständig.

    ...weil sie eine bestimmte Betonüberdeckung der Bewehrung benötigt, für den Brandschutz oder als Korrosionsschutz

    Hmm, guter Punkt.

    Aber ist Korrosionsschtz in einem Nicht-Feuchtraum (Wohnzimmer) wirklich so relevant?

    Und Brandschutz, wenn ja oben nochmal 5-10mm (Gips)-Putz drauf kommt?

    ... und die Eisen ja nicht offen liegen, sondern nur weniger stark überdeckt sind.

    Welchen Vorteil hat die gegenüber anderen?

    Die Wandauslassdosen sind nur 3cm tief und so klein, dass sie wohl von jeder üblichen Leuchte überdeckt werden und man um die Dose herum noch etwas mehr Platz hat, die Dübel für die Leuchte zu setzen. Diese Abzweigdosen, z.B. die Kaiser 117202 sind schon 3,6cm tief und mit 70mm viel breiter. Das war der Gedanke, weiß nicht wie gut der ist.

  • Verklemme die Stegleitung im Kanal mit entsprechender Abzweigdose für Kanäle, oder auch neben dran und verlege eine Stegleitung mit passender Auslassdose.

    Also daran habe ich auch schon gedacht.

    Dass ich halt doch Stegleitung nehme, die dann aber im Kanal in einer Abzweidose endet und ab da per Mantelleitung weitergeführt wird. Das Problem dabei ist aber meines Erachtens, dass ich dann über der Abweigdose eine Revisionsklappe bräuchte, damit sie "zugänglich" bleibt. Das will ich aber nur sehr ungern.

  • Das Problem dabei ist aber meines Erachtens, dass ich dann über der Abweigdose eine Revisionsklappe bräuchte, damit sie "zugänglich" bleibt. Das will ich aber nur sehr ungern.

    Das Problem ist doch ein ganz anderes, hier fehlt von Anfang an die Planung der Leitungsverlegung und der Installationszonen.


    Entweder man sieht eine Betondecke mit Einlegeinstallation vor. Oder eine Aufputzinstallation unter der Betondecke. Oder eine abgehängte Trockenbaudecke.
    Aber das Konstrukt aus Betondecke ohne Installation, einen Koffer aus Trockenbau und einer Putzschicht an der Betondecke klingt nach maximal versaubeutelter Planung der Decke. Das im Nachgang geradezubiegen erfordert viel Kenntnisse und Kompromisse.

  • Na ich hoffe, davon gibt es hier genug.

    Naja, die Kenntnisse willst du ja nicht zur Kenntnis nehmen. Die vorgeschlagenen Varianten (Stegleitung im Putz von Lichtschalter bis Leuchte, Aufputzinstallation mit NYM-J in Rohr, Kanal; Installationssystem a la Stromschiene an die Decke...) fanden ja nicht viel Anklang, du suchst anscheinend was anderes. Oder eine Freigabe für schlitzen in der Betondecke...ich weiss auch nicht so recht.

  • Das Problem ist doch ein ganz anderes, hier fehlt von Anfang an die Planung der Leitungsverlegung und der Installationszonen.


    Entweder man sieht eine Betondecke mit Einlegeinstallation vor. Oder eine Aufputzinstallation unter der Betondecke. Oder eine abgehängte Trockenbaudecke.
    Aber das Konstrukt aus Betondecke ohne Installation, einen Koffer aus Trockenbau und einer Putzschicht an der Betondecke klingt nach maximal versaubeutelter Planung der Decke. Das im Nachgang geradezubiegen erfordert viel Kenntnisse und Kompromisse.

    So hart würde ich nicht urteilen. Es ist eine Sanierung, kein Neubau. Der TO versucht zu ergründen welche Möglichkeiten es gibt.


    Übrigens sorry. Ich habe falsch gelesen. Dachte es wäre ein 08/15 Kabelkanal. Also wenn Trockenbau, dann gibts ja Hohlraumdosen wo man verklemmen kann. No Problem, no Revisionsöffnung, immer zugänglich.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Bad News von der Baustelle.

    Habe heute mal angezeichnet, wo die Leitungen verlaufen würden und geprüft wie stark der Putz genau dort ist. Ich möchte zwei Leuchten in zwei gegenüberliegenden Ecken des Raums. Bei der einen sind es 1,3cm Putzstärke. Bei der anderen aber nur 0,5-0,8cm. Stegleitung braucht nach meiner Recherche aber >= 1cm Überdeckung, also eine Putzstärke von ca. 1,4cm. ;(


    Aufputz-Verlegung oder Schienensystem scheidet übrigens auch aus. Der Raum bekommt ihre Grundbeleuchtung aus dem Trockenbaukanal heraus per LED-Streifen, der im 45-Grad-Winkel an die Decke strahlt, die Aufputz-Geschichten wären also ständig von der Seite beleuchtet und würden Schatten werfen.


    Bleibt also noch.... das mit dem Funkstrom. Kannst Du mir das zeigen Ralf Dühlmeyer? ;)

  • Die Decke bekommt ihre Grundbeleuchtung aus dem Trockenbaukanal heraus per LED-Streifen, der im 45-Grad-Winkel an die Decke strahlt, die Aufputz-Geschichten wären also ständig von der Seite beleuchtet und würden Schatten werfen.

    Die Schatten hast du bei an der Decke montierten Leuchten doch genauso? Vielleicht mal eine Skizze oder Foto einstellen.


    Warum nicht unter den Trockenbaukoffer in der jeweiligen Ecke einen Punktauslass mit schwenkbaren Strahler oder Aufbaustrahler einsetzen?


    Dann ersparst du dir Deckenverkabelung, hast eine indirekt beleuchtete Decke ohne störende Aufbauten und Schatten, und bekommst das Licht genau dorthin wo du es möchtest.

  • Skizze anbei. Nicht schön, aber ich hoffe, es wird klar so.


    Warum nicht unter den Trockenbaukoffer in der jeweiligen Ecke einen Punktauslass mit schwenkbaren Strahler oder Aufbaustrahler einsetzen?

    Das wäre mir tatsächlich das liebste, wenn die Decke ganz frei bliebe. Aber blendet ein Strahler nicht am Esstisch, v.a. wenn er so schräg kommt?

  • Skizze anbei. Nicht schön, aber ich hoffe, es wird klar so.

    In dem skizzierten Fall würde ich den gedachten Leuchtenauslass an der Decke nur als Abhängepunkt (Seilpendel) vorsehen. Einspeisung aus Leuchtenauslassdose im Trockenbaukoffer. Und dann eine lineare Leuchte über den Esstisch hängen, an den 2 Punkten befestigt. Sieht optisch ansprechender aus. Ob man nun sowas hier klassisches nimmt, oder eine moderne Linienform, ist dann Geschmacksache.


  • Danke, das find ich gar nicht schlecht!

    - spart ne Menge Arbeit

    - ich bin flexibel in der Positionsierung, kann sogar die Leuchte ganz weglassen ohne schattenwerfenden Baldachin in der Mitte

    Einziger Nachteil wäre, dass ich dann eine Affenschaukel habe oder halt doch wieder ein Stück Aufputz-Verlegung.


    Als Auslass im Trockenbaukoffer einfach eine 70er Hohlraumdose mit so einem Kabelauslass-Einsatz oder?

  • Verstehe, das wäre wirklich elegant so, ich denk so mach ich das.

    Wenn ich dann keine passende lineare Leuchte finde, geht ja immer noch die Affenschaukel oder für den Couchtisch (der kommt da hin wo der Esstisch nicht hinkommt) vielleicht doch ein Spot.

    Danke für die Ideen!