Dämmungsaufbau OSB und Klimamembran

  • Guten Morgen zusammen,


    ich habe eine Frage in welcher Reihenfolge der Aufbau der Dachdämmung sinnvoll ist.


    Mein Plan war von außen nach innen so vorzugehen: Ziegel, Lattung, USB, Dämmung, Klimamembran, OSB3 dann z.B. Rigips.


    Jetzt weiß ich (erst nach lesen in diesem Forum), dass OSB3 und auch OSB4 bereits dampfsperrend wirkt. Da ich gerne auf Nummer sicher gehe möchte ich auch beides (also OSB + Klimamembran alias. Dampfsperre) verarbeiten.


    Jetzt würde es mich interessieren was dafür spricht die KM nach außen vor die OSB oder die KM nach innen hinter der OSB zu verarbeiten.


    Aus meiner Sicht ist die Verlegung vor der OSB Platte von Vorteil, da dann bei entsprechender Schraubenlänge die KM nicht weiter beschädigt wird.


    Allerdings kenne ich die Auswirkungen der KM nicht wenn dahinter wieder eine dampfsperrende Schicht kommt.


    Was denkt ihr hier?


    Viele Grüße

    Michael

    • Offizieller Beitrag

    dass OSB3 und auch OSB4 bereits dampfsperrend wirkt.

    Jaein. Sie ist zwar nicht diffusionsoffen, aber bei weitem nicht vergleichbar mit einer Dampfsperre. Deine OSB Platte hat einen SD-Wert von vielleicht 3-4m und ist somit hinsichtlich Wasserdampfdiffusion dichter als die äußeren Schichten (USB, Zwischensparrendämmung). So ein Aufbau kann in vielen Fällen auch ohne eine Folie funktionieren.


    Du planst jetzt zusätzlich eine Folie, wobei ich das mit der Dampfsperre jetzt wörtlich nehme (keine feuchtevariablen oder sonstige" Membran" etc.). Der SD Wert der Folie ist um ein Vielfaches höher als der SD Wert der OSB (sagen wir mal Faktor 100 und höher). So gesehen wird die OSB bei der Dampfdiffusion keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Aus Sicht der Dampfdiffusion ist es dann auch egal ob sie innen oder außerhalb der Folie platziert wird. Der Wärmedämmwert der OSB ist auch überschaubar, so dass es nicht zu einem nennenswerten Temperaturgefälle kommen sollte. Die Gipskartonplatte ist gegenüber der OSB diffusionsoffen., beide können somit (in Grenzen) Luftfeuchtigkeit aus dem Raum puffern.


    Ich würde wohl die Folie direkt auf die Sparren und somit zwischen Sparren und OSB verlegen, darauf dann die GKP usw. Bei einer zusätzlichen raumseitigen Dämmung verändern sich jedoch die Verhältnisse, dann müsste man noch einmal genauer hinschauen.


    Bedenke noch, dass man Sparren in den seltensten Fällen direkt mit einer sichtbaren Fläche beplanken kann. Die sind nicht auf den Millimeter genau be-/verarbeitet, so dass man schnell Wellen in die Optik bekommt. Bevor man endgültig beplankt das Ausrichten nicht vergessen.

  • Hallo, vielen Dank für die Information.


    Weil Du es speziell ansprichst: Ist es in diesem Szenario ein Unterschied, ob eine Klimamembran oder eine Dampfsperre verwendet wird?

    • Offizieller Beitrag

    Da muss man in´s Datenblatt schauen. Alleine aus der Bezeichnung würde ich keine Schlussfolgerung ziehen, denn da ist immer eine Menge Werbung und Marketing im Spiel. Wenn ich etwas gelernt habe, dann das, "niemals nur die Überschrift lesen". Die Hersteller sind bei Bezeichnungen sehr kreativ. Verlassen kann man sich nur auf das was sie garantieren müssen, und das steht nun mal in den technischen Datenblättern.


    Grundsätzich gilt bei einem Dachaufbau, innen dicht, außen diffusionsoffen. Ab wann das Verhältnis ausreicht um schadenfrei zu funktionieren, da muss man etwas rechnen, simulieren, worst case betrachten, und dann sieht man in welche Richtung die Reise geht. Es gibt beispielsweise eine Menge "Fertig"häuser aus den 70er oder 80er Jahren deren Wandaufbau ohne Folie über Jahrzehnte funktioniert hat, es gibt aber auch Fälle da ging es in die Hose (ich behaupte einfach mal, dass hierfür meist Verarbeitungsfehler ursächlich sind).

  • Danke schön für die Erklärung. Ich schaue mir das Datenblatt der Membran (ISO***) am Wochenende an und versuche nachzuvollziehen, ob es in diesem Aufbau zu Problemen kommen kann.


    Wie man ganz sicher erkennt bin ich absoluter Laie :)

  • Hallo, vielen Dank für die Information.


    Weil Du es speziell ansprichst: Ist es in diesem Szenario ein Unterschied, ob eine Klimamembran oder eine Dampfsperre verwendet wird?

    Ich stand vor 2 Jahren vor einem ähnlichen "Problem" und hab dann man von verschiedenen Herstellern rechnen lassen.

    Letztendlich wurde mir die Kombination "feuchtevariable Folie" mit OSB abgeraten, weil bei der feuchtevariablen Folie auch eine sog. Rücktrocknung nach innen erfolgt, die dann durch die OSB-Platte behindert wird. Folge könnte u. U. Schimmelbildung sein.

    Eine Dampfbremse mit festem SD-Wert wäre dann wohl die bessere Wahl.

    In meinem Fall hab ich mich dann auch dazu entschieden und die OSB-Platten weggelassen.

    Je nach Dämmung (ich hab Zellulose einblasen lassen) kommt dann schon einiges an Gewicht zusammen. Dazu noch OSB-Platten + Gipskarton.

    Da sollte man sich schon über die Statik Gedanken machen.


    Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Mit "Klimamembran" o.ä. ist meist eine "feuchteadaptive Dampfbremse" gemeint und das ist gerade keine "Immer-Dampfsperre", sondern eine "manchmal-Dampfbremse" und funktioniert manchmal durchlässig, manchmal nicht.

    Ich stand vor 2 Jahren vor einem ähnlichen "Problem" und hab dann man von verschiedenen Herstellern rechnen lassen.

    Letztendlich wurde mir die Kombination "feuchtevariable Folie" mit OSB abgeraten, weil bei der feuchtevariablen Folie auch eine sog. Rücktrocknung nach innen erfolgt, die dann durch die OSB-Platte behindert wird. Folge könnte u. U. Schimmelbildung sein.

    so ist es. Erstaunlich, dass das sogar die Hersteller so schreiben ...

    Je nach Dämmung (ich hab Zellulose einblasen lassen) kommt dann schon einiges an Gewicht zusammen. Dazu noch OSB-Platten + Gipskarton.

    Da sollte man sich schon über die Statik Gedanken machen.

    Letzteres ist richtig. Masse ist bei raumabschließenden Bauteilen meist ein Vorteil.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn eine feuchteadaptive Folie mit im Spiel ist, dann wird's schwierig. Es handelt sich um eine Serienschaltung aus einem festen Widerstand (OSB) und einem variablen Widerstand (Folie). Hier begrenzt der feste Widerstand den Bereich nach unten und reduziert die Wirksamkeit der Folie. Hier wäre die OSB als hinderlich.

    Deswegen habe ich bewusst als Beispiel die Dampfsperre gewählt, deren SD deutlich höher ist als der SD der OSB.

  • Wenn eine feuchteadaptive Folie mit im Spiel ist, dann wird's schwierig. Es handelt sich um eine Serienschaltung aus einem festen Widerstand (OSB) und einem variablen Widerstand (Folie). Hier begrenzt der feste Widerstand den Bereich nach unten und reduziert die Wirksamkeit der Folie. Hier wäre die OSB als hinderlich.

    Deswegen habe ich bewusst als Beispiel die Dampfsperre gewählt, deren SD deutlich höher ist als der SD der OSB.

    Wenn es unbedingt die Kombination OSB / Dampfbremse sein muss, dann sollte grundsätzlich natürlich die DB dem restlichen Dachaufbau angepasst werden, aber auf jeden Fall einen höheren SD-Wert haben, als die OSB-Platten.


    Gruß

  • Der TE wirft so einiges begrifflich durcheinander.


    Eine OSB-Platte ist nicht dampfsperrend, sondern nur dampfbremsend = sD-Wert von ca. 70. KM ist die Marken-Bezeichnung für eine Dampfbremse des weltgrößten Herstellers von MIWo-Dämmung nebst Zubehör.


    Denn Sinn und Zweck, zwei Dampfbremsen zu verbauen, sehe ich nicht, außer vielleicht im hier beschriebenen Sonderfall


    OSB als multifunktionaler Baustoff - dach+holzbau


    Wichtig wäre mir, die im bisherigen Aufbau fehlende Installationsebene, d.h. Lattung auf die Dampfbremse und Gipskarton auf der Lattung montieren. Hierdurch entsteht ein Hohlraum, in dem Rohre und Leitungen ohne Durchdringung der Dampfbremse verlegt werden können, Danach kann in dem Hohlraum zur Verbesserung der Dämmwirkung noch eine Untersparrendämmung verlegt werden. GKB direkt auf der Dampfbremse zu verlegen, ist hingegen das ziemlich dümmste, was man machen kann.

    • Offizieller Beitrag

    der beschriebene dachaufbau kann ein ziemlich unempfindliches steildach beschreiben - was zu prüfen ist, weil auch da einiges falsch gemacht werden kann (unbelüfteter luftspalt zwischen dämmung/usb, falsche usb .. )

    das thema luftdichtigkeit ist um 10er-potenzen wichtiger, als mikrounterschiede in der dampfbremswirkung.

    um dem gerecht zu werden, gehört neben der auswahl einer robusten und sicher verarbeitbaren schicht auch die richtige verarbeitung dieser schicht zu einem funktionierenden bauteil.

    folie raumseits von gipsfaserplatten kann funktionieren - osb4 ebenfalls.

    beides zusammen .. warum?

  • Aber, aber mls - das will er doch alles nicht hören.

    Warum sollte er das nicht hören wollen?

    OSB als Dampfbremse hat Vorteile, weil diese u. a. auch noch andere Aufgaben übernehmen kann (z. B. Deckenscheibe), aller dings müssen halt die restlichen Rahmenbedingungen auch passen (wie dampfdiffussionsoffen ist der restliche Dachaufbau, Statik, etc.).

    Möglicherweise versucht der TE mit diesen beiden Dampfbremsen verschiedene Funktionen zu erfüllen.

    Allerdings schießt er sich damit u. U. zusätzlich ein Eigentor.


    Gruß

  • Darum!

    Du hast dem TE nicht auf seine Frage geantwortet, sondern hast auf das Thema "Statik" hingewiesen (was sicherlich ein zu beachtender Punkt ist, was der

    TE aber nicht beantwortet haben will, aus welchen Gründen auch immer - vielleicht wurde das schon geprüft).

    Alles andere - z. B. auch das was mls geschrieben hat - dürften für den TE schon von Interesse sein.

    Der TE will - aus meiner Sicht berechtiger Weise - nur eine konkrete Antwort auf seine Frage. Und die bezieht sich eben nicht auf Statik oder Baurecht oder sonst irgendwas.


    Gruß

  • Guten Morgen zusammen und vielen Dank für die Beiträge.


    Das ich recht schroff Ralfs Beitrag auf meine eigentliche Frage zurückgeleitet habe liegt daran, dass ich diese Art der Beträge kenne. Sie bedienen nicht das Interesse des Threads sondern das Interesse des Beitragenden und lenken damit den Tread in die falsche Richtung. In der Schule hieß das früher "Thema verfehlt". Sicherlich ist auch Ralfs Beitrag interessant aber nicht in diesem Thread.


    Ich habe den Ansatz mit der KM gewählt da ich bis dahin keine Ahnung hatte, dass es wenn überhaupt besser wäre eine Bremse zu verwenden. Die Situation ist die, dass ich einen noch recht großen Bestand an OSB3 Platten aus einem anderen Projekt geschenkt bekommen habe und diese gerne verwenden möchte. Allerdings sehe ich, dass ich es nicht schaffen werde die OSB-Platten so zu verarbeiten, dass sie 100% luftdicht gegenüber der Unterkonstruktion sein werden. Daher hatte ich die Idee, dies mit der Folie "abzusichern".


    Die 6mm GK-Platten sollten direkt auf die OSB Platten um den eh schon kleinen Raum nicht noch kleiner zu machen. Aus diesem Thread sehe ich aber, dass ich das besser so nicht mache. Die Installation (also Steckdosen) wollte ich eigentlich nur in den Abseiten mache. Ich habe aber am WE gelesen, dass mein eigentlicher Plan die Abseiten nicht zu dämmen (da ja die Sparren schon gedämmt) so üblicherweise auch nicht gemacht wird.


    Seit ich die Platten geschenkt bekommen habe und damit das Thema mit dem Dachausbau bekonnen habe, bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass ich das nicht alleine oder überhaupt stemmen kann.

    • Offizieller Beitrag

    Allerdings sehe ich, dass ich es nicht schaffen werde die OSB-Platten so zu verarbeiten, dass sie 100% luftdicht gegenüber der Unterkonstruktion sein werden.

    Dann nimm eine Folie wenn Du glaubst, diese besser und sicherer verarbeiten zu können. Viel wichtiger als irgendwelche SD Werte ist eine korrekte Verarbeitung. Die beste Folie/OSB taugt nichts wenn es in der Schicht später Schwachstellen gibt durch die Luft (inkl. Wassermoleküle) die "Sperre" ungehindert umgehen kann.