Garage Decke Bewehrung Rost?

  • Hallo Basti,

    bei den vielen Themen, die Dich beschäftigen, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, wenn Du Dir mal einen Fachkundigen ins Haus holst, der sich alles mal anschaut. Ferndiagnosen sind immer schwierig und jemand vor Ort sieht vielleicht Dinge, die Dir nicht einmal auffallen.

  • Naja, es hat immerhin 50 Jahre gehalten. Also wird es weitere 30 Jahre halten... :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

    • Offizieller Beitrag

    Wir haben eine Garage von 1971. An der Decke ist mir zufällig aufgefallen, dass man an ein paar wenigen Stellen die Bewegung sehen kann. Sieht jetzt nicht feucht aus und aus meiner Sicht eher so, als sei da schon länger/immer kein Putz gewesen.

    Das ist noch nie Putz gewesen, auch auch kein Beton. Der sollte da aber sein, damit der Stahl im Beton vor Feuchtigkeit und damit vor Korrosion geschützt ist. Dem Bewehrungsstahl fehlt damit aber auch die zum Brandschutz erforderliche Überdeckung mit Beton. Dies dürfte beim Dach einer freistehende Garage egal sein, nicht aber, wenn darüber ein Aufenthaltsraum liegt.

    Ist das ... Rost?

    ja, offensichtlich, siehe oben.

    Ist das schlimm?

    Kommt drauf an, siehe oben. Es lässt sich mit überschaubarem Aufwand reparieren.


    Off-Topic:

    Des ist net schlimm...Erst wenn Teile vom Beton abplatzen wirds interessant.

    :wall: ist leider etwas sehr vereinfacht ... wie einige andere Deiner Bewertungen / Vorschläge sonst auch ...

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin Praktiker mit viel Erfahrung in einigen Gebieten ...

    Ist eines der am häufigsten vorgetragenen Argumenten zur Verteidigung von :pfusch: , auch vor Gericht. Ich mag es nicht mehr hören, noch lesen.


    In diesem Forum wird nach den Nutzungsbedingungen im Sinne der Einhaltung der a.R.d.T. beraten. Foren für Tipps unter Heimwerkern oder für Pfusch am Bau finden sich unter anderer Adresse.


    Die anerkannten Regeln der Technik (beste Grüsse an die Freunde des Jura-Forums!) zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie:

    - als wissenschaftlich theoretisch als richtig angesehen werden
    - sich praktisch bewährt haben

    - technischen Experten bekannt sind

    Damit kann es definitionsgemäß keinen Widerspruch zwischen den "a.R.d.T." und einer abweichenden "Praxisbewährung" geben. Sie als "reine Theorie" abzutun, geht an der Sache vorbei, weil sie es eben nicht sind.

  • Ich bin Praktiker mit viel Erfahrung in einigen Gebieten und die Kirche im Dorf lassen gehört auch mit dazu...:)

    Das ist schon richtig, aber bei Betonkorrossion ist es leider oft so, dass es Jahrzehntelang vor sich her rostet und plötzlich fängt der Beton an abzuplatzen.

    Meist geht es dann recht zügig weiter, wenn man nicht reagiert. Wenn die Matte an der rostenden Stelle so wenig Überdeckung hat, kann man davon ausgehen, dass das großflächig der Fall ist.


    Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Ich verstehe schon worauf das hinausläuft, Gutachter, Spezialist und ne Rechnung von 5000 Euro😁

    Der Ferroscan kostet auch etwas mehr als ein Fieberthermometer. Hier ist „Expertenforum“, nicht „10-geile-Hacks-für-den-Garagenbau-die-Deutschland-im-Sturm-erobern-und-auch-Dich-begeistern-werden“ oder, wie man früher sagte „DIY“!

  • Bei einem Bekannten sah das Schadensbild ähnlich aus. Leichter Rost war zu sehen. Nachdem angefangen wurde die Schadstellen abzuklopften kam das

    ganze Elend zum Vorschein.

    Und 5.000 Euro sind da eher noch im unteren Bereich angesiedelt, wenn man nicht nur eine kurzfristige Kosmetik haben will.

    Für sowas braucht es Fachfirmen - und da ist nicht der Gipser von Nebenan gemeint.


    Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Fakten:

    - Garage

    - 70er Jahre

    - kleines Schadbild, eher Herstellungsmängel

    - 50! Jahre alt

    - keine Außenfläche, keine Beregnung


    Das heißt:

    - sparsam gebaut (vermutlich 'ne dünne Matte)

    - Betonqualität unbekannt

    - wenig Betondeckung

    - alter karbonatisierter Beton

    - nach heutigen Regeln zu wenig Betondeckung

    - Tauwasseranfall möglich


    Man sieht:

    - die Decke hält noch.


    Man sieht nicht:

    - ist es u.U. nur ein Montagestab oder Bewehrungsrest oder Teil von einem u-Böckle.


    Unbekannt:

    - Beheizung

    - Belüftung / Luftwechselzahlen

    - Nutzung

    - Dämmung

    - "Klima" in der Garage / Öffnungen oder Zugänge zum Haus

    - Überbauung


    Problem:

    - es wird keinesfalls besser

    - Bewehrungskorrosion mindert die den Verbund und die Tragfähigkeit

    - fortschreitende Karbonatisierung fördert die Korrosionwahrscheinlichkeit


    Anamnese oder Watt Nu?


    Für eine erste Abschätzung der gezeigten Unregelmäßigkeiten kann auch der Laie die Betonfläche mit einem kleinen Hämmerchen vorsichtig abklopfen und lauschen. Fester Beton erzeugt einen hellen Ton (eher ein "Pling"), loser Beton oder hohl liegende Bereiche erzeugen einen dumpfen Ton (eher ein pöff / buff) .


    Danach entscheidet sich, ob eine Fachkraft erforderlich ist, die ein Instandsetzungskonzept für eine Betoninstandsetzung erarbeitet oder ob es ggf. reicht, die - wie oben geschrieben - "ein paar wenigen Stellen" lokal instandzusetzen.


    Auch ohne ein "großes Schadbild" ist es nicht verkehrt, sich über bauliche Maßnahmen Gedanken zu machen, welche die Dauerhaftigkeit und Tragfähigkeit der Decke erhalten bzw. wieder in den Urzustand versetzen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)