Schimmel und blasen Innenputz

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    ich habe folgendes Problem:


    In meinem Bad hat sich Schimmel gebildet (entdeckt vor ca. 9 Monaten) , welchen ich auf anraten des Vermieters abgetragen habe (vor ca. 4 Monaten). expertenforum-bau.de/index.php?attachment/17240/Auf der anderen Seite der Wand (innenliegend, Flur) wirft der Putz blasen.

    Außerdem sind an einer anderen Stelle im Bad unter dem Putz blasen zu sehen. Das fing unten an und hat sich in den letzten 2 Monaten zügig nach oben ausgebreitet. Davor laufen die Wasserrohre in einer Verschalung. Auf der anderen Seite der Wand befindet sich der teilüberdachte Balkon.

    Das Bad wird täglich gelüftet sowie nach jedem Duschen/Baden.

    Es ist eine Altbauwohnung in der ersten Etage und unten drunter befinden sich die Toiletten eines Restaurants, welches vor ca. 1 1/2 Jahren umfangreiche Umbauarbeiten selbstständig durchgeführt haben.


    Da ich absoluter Baulaie bin hoffe ich, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt und eine Idee habt wo die Ursache liegen könnte. Die erste Einschätzung des Vermieters war Spritzwasser vom Duschen.


    Schon mal ein herzliches Danke fürs Lesen!

    Ich hoffe mein Beitrag ist verständlich und nicht zu umfangreich.

  • Dem Augenschein nach und nach meiner Erfahrung würde ich weniger auf ein Kondensatproblem als vielmehr auf einen Feuchteeintrag in die Wand, beispielsweise aufgrund Spritzwasser (z.B. Duschen, Duschvorhang verhindert nicht, dass Spritwasser an die Wand gelangt), eines Abdichtungsmangels oder aufgrund undichter Leitungen tippen.

    Da recht naheliegend wäre Spritzwasser meine erste Vermutung.

    Seit wann wohnst Du da? Gelangt beim Baden/Duschen Wasser an die Wand?


    Anhand der Bilder scheinen aber zwei unterschiedliche Bereiche betroffen zu sein. Damit kann auch ein Leitungswasserschaden, auch eine Verstopfung/Undichtheit an einer Abwasserleitung möglich sein.


    Die Umbauarbeiten in der Einheit darunter können als Ursache nicht ausgeschlossen werden, insbesondere wenn da Leitungen, die Ihr gemeinsam nutzt, verändert wurden. Manchmal wird gar arg an bestehenden Leitungen gezogen, gebogen oder sonstwas...


    Daher: Spritzwasser beobachten, Kalt-, Warmwasser- und Heizungsleitungen abdrücken. Abwasserleitungen: Kamerabefahrung.

    • Offizieller Beitrag

    Alfons Fischer s Einschätzung teile ich. Sofern ein schwimmender Estrich auf Stahlbetondecke vorliegt, würde ich zusätzlich die Trittschalldämmung in der gesamten Wohnung auf Feuchte hin untersuchen (lassen).

  • Vielen Dank für die Antworten.


    Spritzwasser kontrolliere ich regelmäßig. Es ist keine Feuchtigkeit feststellbar nach dem Duschen/Baden. Und das zieht ja nicht innerhalb weniger Minuten rückstandslos ein in die Wand oder täusche ich mich da?


    Zum Thema Kondensation. Würde sich Schimmel da nicht zuerst an der Decke bzw. in den Ecken bilden?


    Der Vermieter hat sich das ursprüngliche Schimmelproblem angesehen und gesagt ich solle den Befall abtragen. Danach würde er sich melden und einen Maler vorbeischicken um die Stelle neu zu verputzen. Ich habe den Schimmel abgetragen, siehe Bilder. Der Vermieter reagiert seit einem Monat nicht auf meine Nachrichten und ein Maler war auch noch nicht da.

    In der Zwischenzeit hat sich die Rückseite der schimmelbefallenen Wand verschlimmert sowie die Wand zum Balkon hin.


    Was mir noch aufgefallen ist, ist dass am Spülkasten der Toilette ab und zu Wasserspuren zu erkennen sind, so als ob da immer mal wieder gering Wasser austritt.


    Und zuletzt, wenn ich das Wasser im Bad voll aufdrehe ist ein rumpeln in der Wand bei den Wasseranschlüssen zu hören so als ob die Röhre Spiel haben und wackeln.

  • Es gibt hier einen permanenten Wassereintrag und der rührt sehr wahrscheinlich von einer unzureichenden Abdichtung der Dusch-/Badewanne her,

    Wenn das eine Fliesung aus den 70ern oder älter ist, ist es sehr wahrscheinlich, das die im Dickbett verlegt wurden und die Verfugung das Wasser nicht mehr absperrt. Das heißt, die Brühe läuft fast ungehindert in die Mauer hinein. Mach doch mal Photos von der gefliesten Seite und der Dichtung der Bademanne zum Mauerwerk hin.

  • Das Haus steht unter Denkmalschutz. Wie oft und wann zuletzt was gemacht wurde kann ich nicht sagen. Hier ein Bild mit Blick auf die Wasseranschlüsse. Die Zähler wurden vor ca. 2 Jahren getauscht:


    Die Fugen schauen so aus als wenn sie irgendwann mal erneuert wurden oder drüber gefugt wurde. Mängel habe ich keine entdeckt:


    Entdeckt habe ich Feuchtigkeit in der Ecke Badewannenkopf zur Wand hin am Boden neben dem ersten Schimmelbefall


    Dann hab ich den Putz auf der Seite vom Badewannenfuß mal abgemacht. Könnte das Salpeter sein?


    Außerdem Schimmel am Türrahmen, sowie Risse in der Wand.

    Die andere Seite dieser Wand (Flurseite) ist die dritte Baustelle, siehe Bilder aus dem ersten Posting.


    Vielen Dank für euren Rat und eure Mühen!

  • Nach den Bildern würde ich sagen Du hast definitiv noch ein anderes Problem, diese Schäden können normalerweise nicht vom Duschen allein kommen

    Habt ihr irgendwann mal das ganze Bad unterwasser gesetzt?

    Falls nicht, ist irgend ein Abwasser oder Zuwasserrohr undicht. Bei dem Schadensbild ist sicher auch der Boden durchnässt. Da muss einer auf die Suche gehen du brauchst hier einen Fachmann der aufstemmt und die Ursache sucht.

  • Ok. Danke erstmal. Das Bad stand nicht unter Wasser. Zumindest in den letzten 6 Jahren nicht.

    So wie ich das sehe, ist Eigenverschulden ja scheinbar ausgeschlossen.

    Dann werde ich jetzt wohl mal eine schriftliche und dokumentierte Mängelanzeige beim Vermieter einreichen und die Behebung des Schadens fordern.

    • Offizieller Beitrag

    er Vermieter hat sich das ursprüngliche Schimmelproblem angesehen und gesagt ich solle den Befall abtragen. Danach würde er sich melden und einen Maler vorbeischicken um die Stelle neu zu verputzen. Ich habe den Schimmel abgetragen, siehe Bilder. Der Vermieter reagiert seit einem Monat nicht auf meine Nachrichten und ein Maler war auch noch nicht da.

    Hier zeigt sich ein leider typisches falsches Verhalten bei der Feststellung von Schimmel in Wohnräumen: Die symptomatische Bekämpfung ohne auch nur eine Suche nach den Ursachen, denn Schimmelpilzwachstum in Wohnräumen ist nie das primäre Problem, sondern immer nur ein Indikator für bestimmungswidrig auftretende Feuchtigkeit. Und solange deren Auftreten nicht dauerhaft ausgeschlossen wird, wofür die Ursache beseitigt sein muss, beginnt damit dann ein Teufelskreis.

    So wie ich das sehe, ist Eigenverschulden ja scheinbar ausgeschlossen.

    Off-Topic:

    Der Satz ist paradox: "Scheinbar" und "ausgeschlossen" widersprechen sich, also: Entweder, oder!


    Ausgeschlossen ohne eigene Besichtigung nie, aber her unwahrscheinlich.

  • Skeptiker Der TE Johnathan hat "anscheinend" und "scheinbar" verwechselt. Klar, sollte man nicht, wegen der Bedeutungsunterschiede. Passiert aber bis in höchste Kreise...

    Ich zitiere mal den guten alten Zwiebelfisch-Bastian Sick:

    „Anscheinend“ kommt von „Anschein“ und bedeutet „vermutlich“, „wahrscheinlich“, „wie es aussieht“.

    „Scheinbar“ hingegen kommt von „Schein“ und beschreibt etwas, das nur dem Schein nach, nicht aber tatsächlich so ist.


    • Offizieller Beitrag
    Off-Topic:

    Skeptiker Der TE Johnathan hat "anscheinend" und "scheinbar" verwechselt.

    ja, offensichtlich.


    Der für mich wesentliche Punkt war und ist aber der Punkt

    ... ist Eigenverschulden ... ausgeschlossen.

    dem ich mich so deutlich nicht anschließen möchte, siehe meine Einschränkung oben.

  • Schön wie man hier noch so einiges dazu lernt :)


    Mir ist heute noch aufgefallen, dass der Unterputzspülkasten der Toilette an die 10 min braucht um voll zu laufen. Als Laie kann ich mir zwar nicht vorstellen, dass das Wasser, sollte es ein Leck geben, in die Wand läuft und versteckt bis ans andere Ende das Bades kommt, aber möglich ist ja so einiges.


    Morgen werde ich auf jeden Fall den Vermieter kontaktieren und anregen, dass ein Fachmann bemüht wird um die Ursache des Problems zu finden.


    Mit welchen Argumenten könnte ich denn einem vorschnellen Urteil seitens des Vermieters, es sei Spritzwasser/Kondensation, begegnen?


    Außer, dass ich auf Spritzwasser kontrolliere nach jedem Duschen und regelmäßig ausreichend und korrekt lüfte.

    • Offizieller Beitrag

    Mit welchen Argumenten könnte ich denn einem vorschnellen Urteil seitens des Vermieters, es sei Spritzwasser/Kondensation, begegnen?

    Spritzwasser

    Durch Messen der Bauteilfeuchte die auch deutlich außerhalb des Spritzwasserbereichs nachweisbar sein dürfte, vielleicht sogar nur dort.


    Kondensation

    Wäre an Außenwänden und dort wieder vor allem an geometrischen Wärmebrücken zu erwarten, also an Fensterleibungen / Stürzen ..., im Regelfall aber nie an Innenwänden.

    Mir ist heute noch aufgefallen, dass der Unterputzspülkasten der Toilette an die 10 min braucht um voll zu laufen. Als Laie kann ich mir zwar nicht vorstellen, dass das Wasser, sollte es ein Leck geben, in die Wand läuft und versteckt bis ans andere Ende das Bades kommt, aber möglich ist ja so einiges.

    An den 10 Minuten Füllzeit dürfte es kaum liegen, aber auf den Punkt "bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser" wurde hier ja bereits mehrfach hingewiesen (zumindest indirekt). Schäden rund um den Spülkasten gibt es öfter, aus Leitungswasser ständig.

  • Duschen und Baden ist die normale zu erwartende Nutzung eines Badezimmers und da ensteht regelmäßig Schwitzwasserniederschlag, Spritzwasser und auch mal, für kurze Momente, stehende Wasserlachen. Da darf sich der Vermieter nicht rausreden, der Raum muss für die diese Nutzung ausgelegt sein, ohne das solche Schäden entstehen. Das ist auch nicht mehr der Rahmen eine Renovierung im üblichen Sinne, die Handwerklichen Leistungen die hier erbracht werden müssen sind schon speziell. Hier müssen Konstruktive Strukturen untersucht und evtl. ausgetauscht werden (Türrahmen, Putz, Rohre, Boden etc.). Das ist jedenfalls keine Kleinigkeit!

  • Hallo zusammen, hier das Update:


    Der Handwerker war heute da und hat eine Fliese von der Schalung um die Wanne entfernt. Am Boden unter der Wanne steht Wasser. Es deutet alles auf ein Leck des Badewannensyphons hin. Vermutlich eine alte Dichtung die kaputt gegangen ist. Das Wasser läuft also seit mehr als einem Jahr nach jedem Duschvorgang vom Boden in das umliegende Mauerwerk.


    Nächste Woche soll der Klempner kommen, das Problem beheben und danach mit Heizlüfter die Stelle unter der Wanne trocken "geföhnt" werden.

    Die Wände sollen nicht gezielt getrocknet werden, da das mit der Zeit von alleine passiert laut Vermieter.

    Anschließend soll der betroffene Putz abgetragen und erneuert werden.

    Soweit der Stand.


    Kann mir als Mieter wegen dem leckenden Plastiksyphon die Schuld gegeben werden?

    Z.B. wenn das Leck durch Verstopfung (Körperhaare) entstanden ist. Falls das überhaupt möglich ist?

    Probleme mit schlecht abfließendem Badewasser gab es nie.

  • Danke für die Info. Nach meinem Dafürhalten kannst Du wohl für eine kaputte Dichtung nicht verantwortlich gemacht werden, sofern das nicht ohne weiteres erkennbar war. Der Vermieter hat es ja offenbar auch nicht erkannt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Gerne. Das sehe ich auch so. Ich bin mal auf das Ausmaß der Reparaturarbeiten gespannt und ob die betroffenen Wände tatsächlich ohne Einsatz von Geräten trocknen.

    Spannend finde ich, dass der Klempner erst in 1 bis 2 Wochen kommen soll. Bis dahin läuft das Wasser ja weiterhin ins Mauerwerk bei jedem Duschgang. Aber vielleicht ist das nach der langen Zeit jetzt auch schon egal.

  • . wenn das Leck durch Verstopfung (Körperhaare) entstanden ist. Falls das überhaupt möglich ist?

    ist möglich , fällt aber unter übliche nutzung , gibt wohl auch urteile zu und ist daher sache des vermieters.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer