(Flexible?) Kältemittelleitung für Split-Klima durch DN70 Schwanenhals Dachdurchführung?

  • Ich spiele mit dem Gedanken, vor dem nächsten Sommer im Homeoffice eine Split-Klima ins heimische Büro installieren zu lassen.

    Außengerät stünde auf dem Flachdach, und mein Wunsch wäre es, die Klimaleitungen durch die vorhandene DN70-Dachdurchführung (umgedrehes U) zu führen, anstatt den bequemen, aber hässlichen Weg über die Attika und durch die Fassade zu nehmen.
    Ein Angebot habe ich schon eingeholt, aber beim Vor-Ort-Termin hat sich der Mitarbeiter ein wenig gewunden, ob das den machbar wäre. Sie könnten es probieren, aber wenn es nicht geht, dann geht es halt nicht....


    Gibt es Erfahrungen damit? Dass man da keine Kupferleitungen durchschieben kann ist mir klar, aber es müsste doch auch für diesen Zweck flexible Schläuche geben, die man da durchziehen kann. Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

  • Google mal nach "Flex-Tube".

    Auf den ersten Blick ziemlich suspekt. Gibt's fast ausschließlich in einem Onlineshop, der hat auch ein Installationshandbuch vom vermeintlichen Hersteller dafür (BTW: Min. Biegeradius beim 3/8": 95mm, würde also locker gehen). Die Homepage des "Herstellers" schweigt sich über das Produkt aus und der Laden wirkt eher wie ein Gemischtwarenladen für Haustechnik, nach dem Motto wir kaufen billig ein und kleben unser Logo drauf.

  • DN 70 wird vom Durchmesser her gut gehen, aber die Kupferleitung muss ja 180° gebogen werden um durchzukommen und dann wieder zurück gebogen werden...das macht Keiner, glaub ich net!

  • DN 70 wird vom Durchmesser her gut gehen, aber die Kupferleitung muss ja 180° gebogen werden um durchzukommen und dann wieder zurück gebogen werden...das macht Keiner, glaub ich net!

    Eben, deshalb mein Gedanke an flexible(re) Schläuche. Bei Motorrad-Bremsleitungen geht's ja auch...

  • Wer sagt, dass man Weichkupfer nicht um 180° biegen kann?

    einen einzelnen bogen, auch mit 180 grad, sehe ich auch nicht als problem. Minimalen biegeradius muss man halt vorher abklären. Aber die leitung müsste man da ja durchziehen, das kann ich mir schwer vorstellen. Der Bogen kann ja nicht vorgebogen werden, sondern wird quasi beim Durchziehen erzwungen.

    Warum eine 6 und eine 9mm Leitung, auch mit Dämmung, nicht durch ein 70er Rohr passen sollen verstehe ich aber nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Auf den ersten Blick ziemlich suspekt.

    Es gibt mehrere Hersteller (Parker etc.) nur sind die in Deutschland kaum vertreten. Deutschland ist wenn es um Klimatechnik geht einfach ein Entwicklungsland. Das Angebot ist in Asien oder den USA deutlich größer.


    Diese Flexlösungen haben einen Biegeradius der typ. um die 8-10cm liegt (je nach Querschnitt der Leitung). Im Gegensatz zu CU, das man ja in Grenzen auch biegen kann, bietet eine flexible Leitung den Vorteil, dass man sie einfach hin und her biegen kann, was beim Einbringen in den Schwanenhals wichtig ist. Praktisch wird das sowieso nicht so einfach, es wäre vielleicht von Vorteil, wenn man den oberen Teil der Durchführung abmontieren, dann das Flexrohr durch das "U" einführen, und dann alles wieder zusammenstecken kann. Alternativ würde ich darüber nachdenken, ob man den Schwanenhals nicht durch eine gleichwertige Konstruktion ersetzen kann, beispielsweise indem man von DN70 für den oberen Teil auf einen größeren Querschnitt geht, oder einen Bogen aus Einzelteilen (Halbschalen?) zusammensetzt. Auch ein Materialwechsel wäre evtl. sinnvoll. Da braucht es wohl etwas Kreativität, man könnte ja auch eine Haube über die komplette Durchführung setzen, oder sonst eine Lösung suchen. Letztendlich müssen doch "nur" die Funktion und Sicherheit sicherstellt sein.


    Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Druckfestigkeit solcher Leitungen, wobei aber in den meisten Fällen die Verbinder die Schwachstelle sind. Deswegen geben die Hersteller für solche konfektionierten Leitungen meist eine Dauer-Druckfestigkeit von 35-50bar an, der Berstdruck liegt um ein Vielfaches höher.


    Gehen wir die Sache mal praktisch an.


    Wenn Du die Leitung nicht passend machen kannst, dann wird eben die Durchführung passend gemacht.


    Du hast ein Flachdach und eine Durchführung an der die Abdichtung min. 15cm hoch geführt werden muss (das wissen die Dachdecker besser). Ob oben ein U oder ein Kasten oder eine Pyramide sitzt, das ist unerheblich. Der Einfachheit halber ist bei Dir halt ein Bogen aus DN70, wenn ich mich richtig erinnere, dann muss die Öffnung des Bogens auf einer Höhe >15cm enden. Es steht Dir aber frei den Bogen zu ändern, so lange dessen Funktion (Regenhaube) gewährleistet ist.

    Ich würde den Bogen am (Durchführungs)Rohr entfernen, die KM Leitungen durchführen und biegen (das klappt dann auch mit CU da man ungehindert arbeiten kann) und dann eine Haube drauf setzen, die man vielleicht mit einem Spannband o.ä. am Rohr fixieren kann. Vielleicht ähnlich wie eine Haube die man auf ein LAS setzen kann (Wetterhaube, Regenhaube oder wie man das Teil halt nennen möchte). Wenn sich im Zubehörhandel nichts passendes findet, dann muss man halt etwas passend machen, da kann man fast beliebig Aufwand betreiben. Im einfachsten Fall ein Blech (Alu?) abkanten und das Teil mit 3 Schrauben am Durchführungsrohr befestigen. Man könnte anstatt des Bogens auch zuerst einmal einen Übergang von DN70 auf DNxxx setzen und darauf etwas "basteln".

    Schau Dir als Inspiration einfach mal die Durchführungen an die man im Fachhandel bei den Dachdeckern oder Verkäufern von Klimaanlagen findet. Es muss kein DN70 Bogen sein.

  • Hier wurde nach mir gerufen?


    Kälteleitungen sind zu 99% aus Kupferrohr.

    Es mag zwar möglich sein, eine vielzahl von Leitungen durch ein DN70er Rohr zu schieben, dann müssen sie aber gerade durchgehen.

    Damit aber der Eigentümer langfristig glücklich ist und keinen Wasserschaden erleidet, müssen die Leitungen mit einer Elastomerdämmung die Diffusionsdicht ist, gedämmt sein. Sonst läuft irgendwo Wasser rein, welches zu Wasserschäden führt. (Kondensat!).

    Wir sprechen heir von einer Dämmstärle je seite von min 13-19mm. Somit hat so eine Leitung einen Durchmesser von 40-50mm.

    Dazu kommt noch, das ein Kupferrohr nicht beliebig eng biegbar ist. Sonst neigt es abzuknicken, was wiederrum zum Komplikationen führen kann.

    Was muss noch mit raus? JA, Strom natürlich. 2 Leitungen. Strom und Steuerleitung.

    Das ganze soll dann zum schluss, 20 Jahre dauerhaft halten, dicht sein, Winddicht, Wasserdicht, Regenwasserdicht, gedämmt(Kältebrücke.) und billig einzubauen.


    JA ich kenn die Flexleitungen. Oder auch Edelstahlwelleleitung, In der Fexibilität deutlich besser, aber durch den aufbau einfach Fetter!!!

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

    • Offizieller Beitrag

    Schau Dir als Inspiration einfach mal die Durchführungen an die man im Fachhandel bei den Dachdeckern oder Verkäufern von Klimaanlagen findet. Es muss kein DN70 Bogen sein.


    Wie so etwas aussehen könnte, das wird beispielhaft in folgendem pdf gezeigt.


    de-en-dachdurchfuhrung---roof-inlets-3-luik.pdf


    Bei einer runden Dachdurchführung könnte man auch adaptieren, oder einen Bogen auf der Innenseite schlitzen und dann auf das Rohr aufsetzen.

  • R.B., vielen Dank. Wenn mal wieder schöneres Wetter ist schau ich mit den Schwanenhals mal genauer an. Er besteht soweit ich mich erinnere aus 2 90° Stücken, befürchte aber, das die nicht nur gesteckt, sondern verklebt wurden. Aber selbst dann könnte man da noch mit einer Säge ran und was anderes größeres draufsetzen, guter Gedanke.

    • Offizieller Beitrag

    Jepp. Säge ist schon erfunden. Wichtig ist nur, dass der senkrechte Teil der Dachführung die notwendige Länge (Höhe) behält (Abdichtung). Die Dachdurchführung ist vermutlich deutlich höher als notwendig, man muss schließlich mit den KM Leitungen auch wieder einen Bogen in die Waagerechte machen, und das braucht auch etwas Platz.

    • Offizieller Beitrag

    die üblichen dämmverdächtigen (xxxcell o.ä.) kann man als plattenmaterial "fast" zur ladungssicherung verwenden. sowas durch ein enges knie zu schieben, geht auf sehr kurzer strecke mit einem kurzen stück und mit genug flutschi - und ein mutiger kältefachmann "crimpt" die restlängen "einfach" dran.

    eines der möglichen kleineren probleme: ein röhrchen ohne innendruck ist geneigt, bei biegeversuche mal eben zu knicken.

    ich hab grad mal versucht, einen rest meiner kälteleitung händisch zu biegen - not my job.

    man könnte überlegen, ob und wieviel dämmung im knie subjektiv gewünscht ist - gewissensentscheidung.


    letztlich ist das eine mutprobe, die durchaus zur wutprobe werden kann.

  • Die Kupferleitungen dürften nicht das Problem sein für einen Kälteanlagenmonteur, wohl aber die Dämmung.

    Dazu ist DN 70 zu eng.

    Hallo, ich stimme mit Ihnen überein, DN70 ist zu eng, ich glaube nicht, dass es funktionieren wird.

  • Also ich finde eine Verbot der Umwelt schädliche kälte mittel sehr richtig. Wir sind auch auf eine umweltfreundlichere Variante entschieden. Wenn es diese Möglichkeit gibt, warum nicht? Wir benutzen seit letztes Jahr der Kälte mittel vom XXX. Es schadet die Ozonschicht nicht und ist günstiger als andere Produkte. Wenn die Lösung vorhanden ist warum soll man sich ärgern und eine schädliche Produkt weiter haben will ich verstehe das nicht. Wir fühlen uns gut das wir es schon vor eine Verbot gemacht haben.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Werbelink entfernt

  • Wie so etwas aussehen könnte, das wird beispielhaft in folgendem pdf gezeigt.


    de-en-dachdurchfuhrung---roof-inlets-3-luik.pdf


    Bei einer runden Dachdurchführung könnte man auch adaptieren, oder einen Bogen auf der Innenseite schlitzen und dann auf das Rohr aufsetzen.

    Ich glaube so oder so ähnlich werd' ich es machen, wenn ich es denn je mache...

    Schwanenhals knapp unter dem Bogen absägen, und so ein Teil drüberstülpen:

    https://www.kaeltetechnikshop.com/dachdurchfuhrung-125x125-1-auslass-aus-aluminium.html


    Jetzt muss ich nur noch den Mut finden, eine Kernbohrung von der Techniknische im DG durch Estrich und 25cm Stahlbetondecke ins Büro darunter anzugehen...


    Die 2 Betriebe die es sich angeschaut haben wollen nicht, sondern stattdessen durchs Treppenhaus nach unten. Aber da müssen sie auch durch 2mal durch KS-Wände und es würde einfach hingebastelt aussehen.

  • Jetzt muss ich nur noch den Mut finden, eine Kernbohrung von der Techniknische im DG durch Estrich und 25cm Stahlbetondecke ins Büro darunter anzugehen...

    da reichen dann ja wahrscheinlich 50-60 mm oder?

    Kannst du Leitungen ausschließen?

    Ich würde mit einem handgeführten Trockendiamantbohrer mit Krone arbeiten. Ausleihen. wichtig, MIT Staubabsaugung. Und dann von unten und oben bohren (Zentrierbohrer)..


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  • mach ich immer so - gibt schönere Kanten.

    Und: Du hast ja sicher auch Dämmung zwischen Decke und Estrich. Je kürzer die Krone eintaucht, desto weniger schleift sie am schon vorhandenen Bohrloch.

    Es geht aber bestimmt auch in einem Zug. Von oben nach unten arbeitet es sich sicher angenehmer, dafür wird die Staubabsaugung nicht so gut funktionieren.

  • Ich würde mit einem handgeführten Trockendiamantbohrer mit Krone arbeiten. Ausleihen. wichtig, MIT Staubabsaugung. Und dann von unten und oben bohren (Zentrierbohrer)..

    Ich habe sämtliche Ratschläge ignoriert ;) und mit der eigenen Maschine, ohne Staubabsaugung und einer 30-Euro-Bohrkrone



    in einer doch recht beengten Stelle (der Serverschrank hätte sonst komplett zerlegt werden müssen)




    von oben nach unten gebohrt.


    Irgendwann habe ich aufgehört die Zahl der Bewehrungsstäbe zu zählen



    und irgendwann später war ich dann auch durch und bin da rausgekommen wo ich es wollte:




    Erstaunlicherweise sieht die Bohrkrone noch ganz passable aus und hat auch noch Diamanten:



    Ich würde es genau so wieder machen.