Flecken auf neu verlegten Granitpodest - Trocknen die noch oder falsch verlegt?

  • Hallo zusammen,


    ich benötige dringend die Einschätzung von Euch als Experten zu meinem Fall, da ich leider weder vom Gartenbauer noch vom Natursteinlieferanten eine "neutrale" Einschätzung der Situation erhalte.


    Unser Gartenbauer hat unseren Naturstein-Eingangspodest (Steinart Ramona noche, geflammt und gebürstet) vor ein paar Wochen (ca. 8 Wochen) verlegt und dies laut ihm auch fachgemäß ausgeführt. Leider ist seit der Verlegung unser Podest fleckig und dies im Bereich, wo der Gartenbauer den Mörtel zum Verkleben punktuell aufgetragen hat. Er hat speziell Mörtel für Naturstein benutzt und alles "richtig" gemacht. ER sagt es handelt sich hier lediglich um Feuchtigkeit, die noch nicht abgetrocknet ist und es wäre nur eine Frage der Zeit, dass die Flecken nicht mehr sichtbar sind. Dies könnte voraussichtlich bis März kommenden Jahres (2022) dauern.


    Nun sind meine Bedenken/Zweifel wie folgt: Siehe Bilder im Anhang -

    1. Ist die Feuchtigkeit hauptsächlich an den Rändern zu sehen( an der Kante zur Hauseingangstür). Ich würde vermuten, dass ein feuchter Bereich von außen nach innen abtrocknet? Dies erscheint mir mehr wie ein dauerhafter Fleck!

    2. Bei Sonne trocknet das Podest ab. Die "Flecken" bleiben weiterhin bestehen (nur heller) und verstärken sich dann extrem, wenn es z.B. wie auf dem Bild Feuchtigkeit über Nacht vorhanden ist. Bei Regen , also kompletter Nässe sieht das Podest am gleichmäßigsten aus. Flecken sind übrigens auch auf der Setzstufe zu sehen, genau dort, wo die Setzstufe verklebt wurde.


    Ist es Eurer Meinung/Erfahrung nach wirklich nur eine Frage der Zeit, dass die Flecken verschwinden? Wurde hier falsch gearbeitet? Ein falscher Kleber verwendet, der das Material angegriffen hat und nun eine ungleichmäßige Durchdringung des Steines mit Feuchtikeit verursacht? Hätte das Podest/Setzstufe flächig verklebt werden sollen?


    Ganz lieben Dank für Eure Einschätzung!


    Beste Grüße,

    Verena


    P.S. Die Bilder sind von heute Morgen und ca. 2h später (also innerhalb eines Tages aufgenommen)

  • war bei mir auch.


    Hat sich zu 99% gegeben.

    Manchmal sieht man ein wenig Unterschiede bei extremen Wetterumschwüngen. Stört aber nicht.

    Dank dir für die schnelle Antwort. Hatte deinen Beitrag in der anderen Diskussion gesehen und mich gefragt, ob es von alleine weggegangen ist. Dies wäre nun damit beantwortet. Wie lange hat es gedauert (sicher abhängig von der Jahreszeit)? Wir haben die Oberfläche noch nicht versiegelt. Sollten wir hiermit warten, bis die Fläche komplett getrocknet ist?

  • Der Naturstein nimmt Wasser auf und über den auch die Mörtelbatzen. Es dauert länger, bis die Feuchtigkeit aus den Mörtelbatzen wegtrocknet, als aus dem Naturstein. Deshalb hat man da dann länger Feuchtigkeits"flecken" als auf der Natursteinfläche ohne Mörtelbatzen darunter. Es gibt Verlegtechniken, z.B. mit Monokornschicht und vollflächiger Verklebung wo das dann nicht auftritt. Das ist aber entsprechend teurer und je nach örtlichen Gegebenheiten nicht immer möglich.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Ausserdem kann man die Platten (und gerade bei granit sollte/müsste) gegen Feuchtigkeit aus dem Unterbau mit geeignetem mörtel sperren.

    Nicht in jedem sprinter, wo naturstein draufsteht sitzt einer, der naturstein kann... :eek:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Könnte mein Fall sein, der bis zum BGH ging und als " Jahrhunderteinscheidung " in die Rechtsgeschichte einging.


    Bei bewitterten Treppen ist folgender Aufbau zu empfehlen:


    - Gefälle auf der lastverteilenden Schicht,

    - Verbundabsichtung auf der lastverteilenden Schicht

    - Natursteinbelag


    oder


    - Abdichtung auf der Rohbetonkonstruktion mit Gefällegebung ( schwierig )

    - Drainmörtel aus z.B. Monkorn

    - Natursteinbelag


    oder ( wohl am sichersten und mein Favorit )


    - Gefälle + Abdichtung

    - Stufendrainage

    - Natursteinbelag


    siehe z.B. hier:


    Drainagen für Terrassen & Balkone | Gutjahr Systemtechnik | Gutjahr


    Entscheident ist, dass ein Wasserstau unter dem Natursteinbelag zuverlässig verhindert wird. Der Natursteinbelag selbst ist wasserdicht. Das Problem sind die Anschlüsse und die Mörtelfugen, die Wasser unter den Belag führen und dort sicher über die Stufen hinweg ( nicht an den Podest- und Stufenrändern ) abgeleitet werden müssen. Ist der Aufbau unter den Platten hingegen nach Regenereignissen nass, werden die Mörtelbatzen unter Frosteinwirkung irgendwann auffrieren und es kann zu Absprengungen und Ausblühungen kommen.


    Gibt es Bilder aus der Bauzeit vor Verlegung des Natursteinbelags?

    • Offizieller Beitrag

    Bekommst Du eigentlich Provision von Walter Gutjahr für den Werbeauftritt hier? :D Die Firma stellt eine reihe ordentlicher Produkte her und ist sehr präsent, hat aber kein Monopol auf regelgerechte Lösungen für dieses Problemfeld. Punktuell war in Einzelfällen auch schon die Frage nach der vollständigen Einhaltung der a.R.d.T. zu lesen. Wie dem auch sei, es gibt bspw. auch noch die Produkte von STBS-Bausysteme. Unabhängige Berichterstatter gehen jedenfalls hier produktneutral auf das Thema ein.

    Wer es verstanden hat, braucht keinen Gutachter mehr.

    Da hast Du eindeutig Recht - wie sich das für einen Rechtsgelehrten ja auch gehört! :bier:


    Off-Topic:

    (Nebenbei: Ich warte noch auf eine Einladung zum Abendessen ... flöt ...)

  • Zitat

    Bekommst Du eigentlich Provision von Walter Gutjahr für den Werbeauftritt hier? :D

    Nö, habe deswegen ja auch " z.B. " geschrieben. Aber warum soll ich viel erklären, wenn Gutjahr das mit Text und Bildern viel besser kann?


    Ich hatte mich an meinen " Treppenfall " erinnert, den ich seinerzeit Dank der Internet-Seiten von Gutjahr erfolgreich abgeschlossen habe. Zuvor war auch mir die Mangelursache unklar.


    Abendessen ist nicht vergessen. Ich war nur nicht mehr in B., nachdem " er " zur LMU gewechselt ist und von dort nächstes Jahr zur Forschung in die USA geht. Bin jetzt erst Recht froh, dass es mit der ETW nichts geworden ist.