Große Angst vor Asbestexposition

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich bin Angstpatientin und mich plagen vor allem Krebsängste, zumal meine Mutter vor 20 Jahren an Lungenkrebs (Nichtraucherin) gestorben ist. Nun plagt mich ein Thema aus der Vergangenheit und lässt mich nicht mehr schlafen, ich kann mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren. Vielleicht hat jemand ähnliches erlebt oder hat auch fachlich Ahnung von Asbest und kann mir meine lähmenden Ängste nehmen.

    Ich bin Baujahr 1974, also mittlerweile 47 Jahre alt, das schlimmer Ereignis hat sich vor rund 34/35 Jahren zugetragen. Um das Jahr 1986 herum hat mein Vater in Küche und Flur einen Bodenbelag herausgerissen, weil Fliesen verlegt werden sollten. Damals hatte sich keiner Gedanken über Asbest oder so etwas gemacht, ich mir aber jetzt umso mehr. Der Bodenbelag wurde Anfang der 70er verlegt, hatte nicht dieses typische Kachelmuster wie CV-Beläge. Optisch sah er wohl eher wie Linoleum aus, war einfarbig beige/grau mit einer Art Maserung, aber nicht erhaben oder eben gemustert in Form von Fliesen oder Holzoptik. Es wird mir letztendlich wohl keiner mehr sagen können, um was für einen Belag es sich gehandelt hat.

    Also muss ich davon ausgehen, dass Asbest enthalten gewesen sein könnte :-( Ich habe nun ein Horror-Szenario vor Augen, dass ich in einigen Jahren an Lungenkrebs oder einem Mesotheliom erkranken werde. Es müssten doch Unmengen an Asbestfasern in den Wohnräumen umher geschwebt sein, die alles kontaminiert haben. Kann man so etwas unbeschadet überstehen, wenn man dort gelebt hat, damals war ich 12? Kann mich irgendjemand beruhigen? Sicher bin ich nicht die einzige Person, deren Eltern früher im eigenen Haus Hand angelegt haben, Bodenbeläge wurden ja häufig selbst erneuert. Muss ich jetzt die nächsten 10 bis 15 Jahre in Angst verbringen, dass ich irgendwann Krebs bekomme? :-( Mein Vater hat etwa zur gleichen Zeit noch einen Nachtspeicherofen in der Wohnung zerlegt. Ich bin verzweifelt.

    Vlg,

    Kathrin

  • Nein, Du musst dir keine Angst machen. Über-die-Straße-gehen ist gefährlicher.

    Trotzdem wirst Du es nicht ohne Therapie schaffen, deine Angst zu überwinden. Also geh' zum Arzt. Nicht wegen deiner Lunge, sondern wegen deiner Angst.

  • Vielleicht hat jemand ähnliches erlebt oder hat auch fachlich Ahnung von Asbest und kann mir meine lähmenden Ängste nehmen.

    Das hat nichts mit Asbest zu tun oder ob jemand so etwas schon einmal erlebt hat, sondern es gibt nur einen vernünftigen Weg, und das ist ein Termin beim Hausarzt (m/w/d). Das wäre der erste Schritt zu einer Lösung. Wie es dann weiter geht, das kann der Arzt entscheiden. Sehr wahrscheinlich wird er zu einer Psychotherapie raten, unter Umständen erfolgt die Therapie in einer anderen Umgebung, dafür gibt es Fachkliniken.


    Ein Forum ist dafür denkbar ungeeignet, man könnte auch sagen, das ist reine Zeitverschwendung wenn es um eine Lösung für Deine Ängste geht.


    Also, wenn Dich tatsächlich Ängste plagen, dann Telefon nehmen, Hausarzt anrufen, und Termin vereinbaren. Nur so kommst Du voran.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Abgesehen von den (grundsätzlich richtigen) Ratschlägen zuvor:

    Wenn es aussieht wie Linoleum ist es entweder Linoleum (unproblematisch) oder PVC-Bahnenware (fast immer unproblematisch) gewesen. Linoleum hat Juterücken.

    Ob man von einer einmaligen starken Asbestexposition Krebs entwickelt kann niemand sagen; aber es ist sehr unwahrscheinlich.

    Meist lassen sich Mesotheliomen als Auslöser stärkere wiederholte Asbestexpositionen zuordnen.

  • Das wichtigste steht hier und zwar in Punkte 8:

    Die Exposition von damit arbeitenden Menschen gegenüber Asbest wird in "Asbestjahren", also der Anzahl von Jahren der werktäglichen Exposition während der Arbeitszeit gemessen. Dabei geht es um den Kontakt mit ungebundenen Fasern. Ein Asbestjahr hat also bspw. ca. 45 Wochen x 40 Arbeitsstunden = ca. 1.800 Asbeststunden. 10 Asbestjahre entsprechen also rd. 15.000 bis 20.000 Asbeststunden. Eine erkennbar erhöhte Krebsgefahr wird aktuell bei mehreren Asbestjahren oder eher noch bei Asbestjahrzehnten gesehen, nicht bei einer im Haushalt gelegentlich auftretenden Exposition von wenigen Stunden. Dennoch sind auch dabei alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen nach TRGS 519 umzusetzen.

    Bezüglich der Empfehlung zu einer Betreuung der übergroßen Angst möchte ich den Vorschreiben ausdrücklich zustimmen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Abgesehen von den (grundsätzlich richtigen) Ratschlägen zuvor:

    Wenn es aussieht wie Linoleum ist es entweder Linoleum (unproblematisch) oder PVC-Bahnenware (fast immer unproblematisch) gewesen. Linoleum hat Juterücken.

    Ob man von einer einmaligen starken Asbestexposition Krebs entwickelt kann niemand sagen; aber es ist sehr unwahrscheinlich.

    Meist lassen sich Mesotheliomen als Auslöser stärkere wiederholte Asbestexpositionen zuordnen.

    Und da schreibt einer, der davon Ahnung hat. Jeder von den Experten hat sein Spezialgebiet. EInfach, um die Aussagen einordnen zu können.


    Bzgl Ängste: da weißt Du sicher selbst, dass man da teils ohne Hilfe nicht mehr rauskommt. Stimme allen Vorschreibern zu. (Falls man derzeit jemanden findet, ist ja derzeit heftig nachgefragt)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Bezüglich der Empfehlung zu einer Betreuung der übergroßen Angst möchte ich den Vorschreiben ausdrücklich zustimmen.

    Bzgl Ängste: da weißt Du sicher selbst, dass man da teils ohne Hilfe nicht mehr rauskommt. Stimme allen Vorschreibern zu. (Falls man derzeit jemanden findet, ist ja derzeit heftig nachgefragt)

    Vielleicht habe ich was falsch verstanden, aber die TE schreibt doch in der ersten Zeile :

    ich bin Angstpatientin

    Da gehe ich mal vom Wissen um die Krankheit und einer bereits erfolgten Therapie oder Behandlung aus.

  • Da gehe ich mal vom Wissen um die Krankheit und einer bereits erfolgten Therapie oder Behandlung aus.

    Von befreundeten Medizinerinnen und Medizinern kenne ich den Begriff "Angstpatient/in" für Personen, welche starke Angst vor Untersuchungen oder Therapien empfinden. Das ist etwas anders, als eine (unbegründete() Angst vor einer möglichen Erkrankung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Abgesehen von den (grundsätzlich richtigen) Ratschlägen zuvor:

    Wenn es aussieht wie Linoleum ist es entweder Linoleum (unproblematisch) oder PVC-Bahnenware (fast immer unproblematisch) gewesen. Linoleum hat Juterücken.

    Ob man von einer einmaligen starken Asbestexposition Krebs entwickelt kann niemand sagen; aber es ist sehr unwahrscheinlich.

    Meist lassen sich Mesotheliomen als Auslöser stärkere wiederholte Asbestexpositionen zuordnen.

    Also war PVC aus den 70ern nicht grundsätzlich verdächtig auf Asbest? Man könnte meinen, dass in den überwiegenden Fällen Asbest drin war. Sind diese CV-Beläge meist mit diesen Kachelmustern?

  • Von befreundeten Medizinerinnen und Medizinern kenne ich den Begriff "Angstpatient/in" für Personen, welche starke Angst vor Untersuchungen oder Therapien empfinden. Das ist etwas anders, als eine (unbegründete() Angst vor einer möglichen Erkrankung.

    Dann hab ich es falsch ausgedrückt. Nein, vor Ärzten hab ich keine Angst. Ich meinte, dass ich Krebsangst habe.

  • Nein, Du musst dir keine Angst machen. Über-die-Straße-gehen ist gefährlicher.

    Trotzdem wirst Du es nicht ohne Therapie schaffen, deine Angst zu überwinden. Also geh' zum Arzt. Nicht wegen deiner Lunge, sondern wegen deiner Angst.

    Ja, morgen bin ich bei der Psychologin. Trotzdem werde ich die Lunge auch mal untersuchen lassen. Meine Mom verstarb vor 20 Jahren an Lungenkrebs und hatte nie geraucht. Da ist das Thema Asbest wieder bei mir aufgetaucht, dass sie es davon bekommen haben könnte. Aber sie war auch chronisch krank, musste ein Medikament nehmen, welches wohl auch auf die Lunge geht. Mein Bruder meint, da war kein Asbest oder so schuld. Sie erkrankte auch nur rund 10 Jahre nach dem Rausreißen des Bodens, wäre sicher etwas früh für Lungenkrebs gewesen.

  • Abgesehen von den (grundsätzlich richtigen) Ratschlägen zuvor:

    Wenn es aussieht wie Linoleum ist es entweder Linoleum (unproblematisch) oder PVC-Bahnenware (fast immer unproblematisch) gewesen. Linoleum hat Juterücken.

    Ob man von einer einmaligen starken Asbestexposition Krebs entwickelt kann niemand sagen; aber es ist sehr unwahrscheinlich.

    Meist lassen sich Mesotheliomen als Auslöser stärkere wiederholte Asbestexpositionen zuordnen.

    Hmmm, grade in Bezug auf Mesotheliome hab ich häufig gelesen, dass dazu vergleichsweise geringe Menge Fasern ausreichen :-(

  • Ich wollte Euch allen mal ein großes Lob aussprechen. Ihr habt mir alle Mut gemacht, von Herzen danke dafür. Damit hätte ich nicht gerechnet, da man heutzutage doch meistens als verrückt abgestempelt oder sogar angegriffen wird, wenn man Ängste hat. Selbst mein eigener Partner hat null Verständnis, will davon nichts hören und macht mich sogar fertig deswegen und droht mit Trennung. Vielen Dank für so liebe Menschen hier.

  • Hi

    Ich kann die deine Angst nicht nehmen aber vllt etwas beruhigen.

    Als Zimmermann habe ich in meiner Jugend ( so die frühen 80er jahre) recht viel mit Asbestplatten gearbeitet.

    Leider auch im Staub...Masken warn damals nah zu unbekannt bzw wurden nicht verwendet.

    Meist habe ich beim Arbeiten mit Asbest sogar noch geraucht wie ein Schlot


    Nun das alles ist ca. 40 Jahre her...aber ich lebe immer noch gut.

    Soll nicht heissen das das auch in Zukunft so sein wird aber ändern kann ich jetzt eh nix mehr.


    Fazit : Asbest ist nicht harmlos...aber mal einen kurzen Kontakt damit zu haben ist nicht gleich tödlich....

  • Lieber Klaus,


    vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Ja, ich hatte mit dem Sohn des Bodenlegers von damals gesprochen. Er ist nun 58 Jahre alt, hat in den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn auch öfter derlei Bodenbeläge entfernt, und die Reste sogar vom Boden geschliffen. Auch er hat 40 Jahre später keine Probleme.