Fussbodenheizung

  • Hallo,

    Ist es sinnvoll in einem Altbau, dessen Fussboden nicht isoliert Ist, eine Fussbodenheizung einzubauen? Ich habe starke Bedenken, da der Boden nur aus einer Betonschicht besteht. Das Haus ist von ca. 1920.

  • Sorry - total unprofessionell meinerseits ... aber es gibt zu wenig Informationen.

    Beschreibe doch mal was vorhanden ist und was Du damit erreichen willst.

    Was fuer ein Haus - welches Heizungssystem, welches Geschoss, was sonst noch saniert werden soll - einfach alles


    lg

  • Stimmt, meine Angaben sind etwas dürftig.

    Hier mal in Stichworten:


    Einfamilienhaus ca. 100 qm.

    Wohnzimmer ca. 24 qm

    Küche, Schlafzimmer ca. 16 qm


    Komplett ohne Isolierung, nur die Aussenwände sind innen mit Rigipsplatten verkleidet. Auf Konterlattung. Holzdecke. Dachboden nicht ausgebaut.


    Gasheizung


    Kunststofffesnster


    Ich habe jetzt eine nachträgliche Horizontalsperre einarbeiten lassen. Der Boden ist auch neu. Estrich kommt noch drauf. Leider ist nicht mehr genug Platz für eine Isolierung.

    Man konnte wohl nicht sehr tief auskoffern, weil die Substanz das nicht zuliess...

    Bin darüber auch enttäuscht, da die Fa. mich in den Glauben gelassen hat, ich könnte den Boden isolieren. Versuche noch rauszufinden, ob das wirklich der Grund war. Oder haben die einen Fehler gemacht? Leider habe ich nichts schriftliches, da wir das nachträglich einfach mündlich abgemacht haben. Ich weiss auch nicht, wie dick die Isolierung dann wohl sein müsste...

    Da die Anbringung von Wandheizungen und besonders der Rohre bei einer nachträglichen Horizontalsperre nicht so einfach Ist, hat mir der Heizungsbauer eben zu einer Bodenheizung geraten. Aber geht dann die Wärme nicht in den Untergrund?


    Für eine komplette Isolierung fehlt mir das Geld.

    Da die Räume nicht allzu gross sind, geht das aber. Die Rigipsplatten isolieren schon ganz gut.

    Geheizt wurde sonst mit Wandheizung.

  • Nimm es mir nicht übel, aber an deinem Beitrag ist so viel Wirres und Unwissen zu erkennen, dass man dir eigentlich nur raten kann: Hol dir einen Energieberater, Architekt oder Bauing. an Bord, der DICH berät.

    Man hat den Eindruck, dass du völlig planlos irgendwelche Firmen beauftragt hast, irgendwas zu machen. Vielleicht täuscht es ja auch und du hast es bisher nur nicht geschafft, ein Gesamtbild ordentlich zu vermitteln.

    • Offizieller Beitrag

    Der Boden ist auch neu. Estrich kommt noch drauf. Leider ist nicht mehr genug Platz für eine Isolierung.

    Wieviel Aufbauhöhe (inkl. Oberbelag) ist denn möglich?



    Aber geht dann die Wärme nicht in den Untergrund?

    Das ist richtig, und so eine FBH wäre auch nicht fachgerecht.


    Mindestanforderungen ergeben sich aus DIN EN1264-4 sowie dem GEG (Anlage 7, Sanierung Bodenplatte raumseits bzw. Sanierung Bodenaufbau). Die DIN EN1264 definiert als Wärmeleitwiderstand 1,25 m²K/W, das ergibt je nach verwendeter WLG der Dämmung eine notwerndige Dämmstärke zwischen 40mm und 60mm. Das GEG definiert in Anlage 7 Pkt 6c einen U-Wert von 0,5W/m²K der erreicht werden muss, mit der Einschränkung, dass dies technisch möglich sein muss. Diese Anforderung erreicht man mit einer Dämmstärke von ca. 60mm bei Ausführung mit Material in WLG035.


    Höhere Anforderungen können sich ergeben wenn dies durch die Planung vorgegeben ist, beispielsweise wenn Förderkriterien o.ä. erreicht werden sollen.


    Eine Wärmedämmung unter der FBH ist dringend notwendig, sonst wandert ein erheblicher Teil der Energie nach "unten" in die Bodenplatte und somit in das Erdreich.

  • mir wurde vom Heizungsbauer eine Dünnbettbodenerwärmung angeraten.

    Was ist davon zu Halten?

    Eine Bodenerwärmung macht das, was ihr Name vorgibt: den Boden warm. Aber vermutlich nicht dein Haus.

    Und Heizungsbauer ist eben das: ein Heizungsbauer. Der versteht von Bauphysik nichts, wenig oder ganz viel. Ohne dass Du weißt was davon zutrifft.

    Und hier im Forum kennen wir noch nicht einmal die groben Daten des Gebäudes. Deine Fragen lassen sich deshalb so nicht beantworten!

  • Nachtrag an Herrn R.B.


    Der Estrichleger hat, damit er und der Heizungsbauer ein Angebot machen können , erstmal grob gemessen. Sind nicht mehr als ca. 4-5 cm!


    Wie gesagt, die der größte Raum ist das Wohnzimmer mit ca. 24 qm!


    Hab jetzt im Internet was über Dünnbettfussbodenheizungen gefunden. Aber da braucht man wohl zusätzlich noch Heizkörper?

    • Offizieller Beitrag

    Der Estrichleger hat, damit er und der Heizungsbauer ein Angebot machen können , erstmal grob gemessen. Sind nicht mehr als ca. 4-5 cm!

    Damit lässt sich keine sinnvolle wasserführende FBH bauen. (siehe unten)



    Wie gesagt, die der größte Raum ist das Wohnzimmer mit ca. 24 qm!


    Hab jetzt im Internet was über Dünnbettfussbodenheizungen gefunden. Aber da braucht man wohl zusätzlich noch Heizkörper?

    Die Raumgröße ist nur 1 Faktor von vielen, zuerst einmal muss man aber wissen, wieviel Heizleistung überhaupt notwendig ist, und dafür macht man zuerst eine Heizlastermittlung (im Idealfall nach EN12831). Bei dieser Heizlastermittlung wird berechnet, wieviel Wärmeenergie durch Wärmeströme aus dem Raum nach draußen "abfließt", also durch Wände, Fenster, Türen, Decke, Boden usw. und welche Verluste durch Lüftung auftreten. Damit weiß man dann, wieviel Heizleistung die FBH liefern muss, damit auch an einem kalten Wintertag die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird.


    So eine Ermittlung macht Aufwand und kostet Zeit, deswegen rechnen Heizungsbauer gerne mit irgendwelchen Pauschalwerten.....und liegen damit in den meisten Fällen daneben. Das endet dann meist in einer überdimensionierten und wenig effizienten Anlage.


    Eine "Dünnbett"-FBH kann alles mögliche sein, angefangen von elektrischen Heizmatten im Fliesenkleber, über dünne wasserführende Röhrchen, doppelt verlegte Röhrchen, bis hin zu einem Aufbau von xx cm. Dünnbett definiert jeder etwas anders. Was dabei aber immer wieder vergessen wird, dass es auch Dämmung unter der FBH braucht.


    Ich würde von einer FBH mit den sehr dünnen Röhrchen absehen, denn wenn nur noch wenige Millimeter für den Wasserdurchfluss übrig bleiben sorgt das für hohe Druckverluste, und bei höherer Strömungsgeschwindigkeit auch für Geräusche. Unnötig zu erwähnen, dass dadurch auch die Kreislänge begrenzt ist, so dass man selbst bei kleineren Räumen mit mehreren Kreisen arbeiten muss.

    Vielleicht mal zum Vergleich, selbst bei einem "normalen" FBH Rohr (typ. 16mm Außendurchmesser) ist der Wasserinhalt pro 1m Leitung gerade mal 110ml, also etwa ein halbes Trinkglas. Damit ich ausreichend Wärmeenergie übertragen kann muss ich also entweder sehr viel Wasser in kurzer Zeit durch das FBH Rohr schicken, oder aber die Wassertemperatur muss entsprechend hoch sein.


    Es gibt auch Systeme die versuchen den letzten Millimeter zu optimieren, indem sie 2 Röhrchen in geringem Abstand parallel legen, also beispielsweise 2 Röhrchen mit Außendurchmesser 8mm die in 2 oder 3cm Abstand zueinander auf einer Matte befestigt werden.


    Ob man zusätzlich Heizkörper benötigt, das kann man nicht pauschal sagen, denn die Heizlast ist ja nicht bekannt. Bei einem älteren "ungedämmten" Gebäude ist es aber gut möglich, dass eine FBH die notwendige Heizleistung alleine nicht bereitstellen kann, zumindest so lange man sie mit vernünftigen Parametern (Heizwassertemperatur) betreiben möchte.


    Was auch gerne vergessen wird, bei einem Altbau und möglichen 4-5cm Aufbauhöhe muss man davon ausgehen, dass die Oberfläche des Betonbodens nicht eben ist, das erschwert den Einbau von Dünnschichtsystemen und einer Dämmlage.


    Ja, man kann eine vollwertige FBH bauen die mit ca. 40mm Aufbauhöhe für Rohr und Überdeckung klar kommt, aber nicht mit Dämmung, und die wäre bei einer FBH notwendig. Ohne Dämmlage schickt die FBH einen erheblichen Anteil der Wärmeenergie "nach unten", und das ist mit Sicherheit nicht erwünscht. Das kostet nicht nur unnötig Energie wenn diese Wärme im Erdreich verschwindet, sondern mindert auch die Heizleistung.

  • Vielen Dank R.B.

    Genau das ist ja meine Befürchtung, das ich für die Würmer heize.

    Allerdings hab ich mich noch umgehört, und es wurde mir erzählt, daß diese extra dünnen oder Dünnschichtheizungen eine dünne Isolierug haben!?