Doppelte Dampfsperre nötig?

  • Hallo zusammen,

    wir bauen derzeit ein Einfamilienhaus mit KfW40-Standard. Der Spitzboden ist bisher ungedämmt und soll nur als Lagerfläche genutzt werden. Dort wird allerdings auch die Lüftungsanlage der kontrollierten Wohnraumlüftung mitsamt Zu-/Ableitungen stehen. Aus diesem Grund möchte ich den Spitzboden zumindest soweit dämmen, dass sich in und um den Rohren der Lüftungsanlage kein Kondenswasser bildet. Ich möchte eine Zwischensparrendämmung mit WLG035 oder 040 einbauen.
    Der Dachaufbau hat eine diffusionsoffene Unterspannbahn und die Traufen einen Traufenlüftungskamm.
    Nun meine Frage:

    Die Dachgeschossdecke ist bereits stark gedämmt und mit einer Dampfsperre versehen. Der Spitzboden ist also sozusagen thermisch von den Wohnräumen getrennt. Muss ich trotzdem bei der Dämmung der Dachschrägen eine Dampfsperre einbauen, auch wenn dieser nicht beheizt und nur als Lagerraum bzw. für die Lüftungsanlage genutzt wird?


    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Beste Grüße

    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    soweit dämmen, dass sich in und um den Rohren der Lüftungsanlage kein Kondenswasser bildet

    denk nochmal drüber nach .. was passiert, wenn eine flasche bier aus dem kalten kühlschrank raus und in den warmen raum reinkommt?0 aha ..


    Der Spitzboden ist also sozusagen thermisch von den Wohnräumen getrennt. Muss ich trotzdem bei der Dämmung der Dachschrägen eine Dampfsperre einbauen

    wahrscheinlich ja.

  • denk nochmal drüber nach .. was passiert, wenn eine flasche bier aus dem kalten kühlschrank raus und in den warmen raum reinkommt?0 aha ..

    Genau aus dem Grund möchte ich den Spitzboden ja dämmen. Die Luft in den Rohren wird ja im Winter deutlich wärmer sein als der ungedämmte Spitzboden.

  • Es gibt 2 Arten von Rohren: Welche die nach draußen führen, und welche die nach unten in den Wohnraum führen. Je nachdem ob der Spitzboden kalt ist oder nicht musst Du die eine oder die andere Art von Rohren dämmen....

    Und wenn der Spitzboden zwar gedämmt, aber unbeheizt ist, vermutlich irgendwas dazwischen. Also beide Arten von Rohre dämmen.

  • Was ich vielleicht dazu sagen muss: die Anlage hat eine Wärmerückgewinnung. Zu- und Abluftrohre werden also eine ähnliche Temperatur haben. Die zentralen Zu- und Abluftrohre werden gedämmt.


    Mir geht es aber eher um den Spitzboden insgesamt. Brauche ich eine zweite Dampfsperre ab der Dachschräge, wenn bereits eine zwischen 1.OG und Spitzboden verbaut ist?

  • ich würde für die Gesamtkonstruktion, also vom Wohnraum zum Dachboden bis zum Schrägedach nach draußen den bauphysikalischen Grundsatz "innen dichter als außen" berücksichtigen wollen... Aber trotzdem jedes Bauteil auch für sich dimensionieren...

  • Lüftungsrohre in unbeheizten Räumen sind prinzipiell immer zu dämmen, unabhängig davon wie die gut oder schlecht die Außenbauteile des Raumes sind (Fort- uns Außenluft auch in beheizten Räumen). Übrigens nicht nur die Rohre sondern auch Verteiler, Schalldämpfer, usw., was das ganze sehr aufwendig machen kann.
    Den Spitzboden zu dämmen und hier nochmals eine Dampfbremse einzubauen, macht keinen Sinn, da der unbeheizte Spitzboden ohnehin Entlüftet werden muss. Sofern die Entlüftung so funktioniert wie sie soll, herrschen im Spitzboden dann trotz Dämmung nahe zu Außentemperaturen.


    Durch die sehr niedrigen Temperaturen im Aufstellort des Lüftungsgerät muss außerdem mit hohen Geräteverlusten (Wärmeverlusten) gerechnet werden, was wiederum den Wärmebereitstellungsgrat des Geräts erheblich verschlechtert.


    Die Dampfbremse sollte also entweder an der Kehlbalken-/Zangenlage entlang oder bis zum First gezogen werden. Wird sie bis zum First gezogen, kann die Dachfläche komplett gedämmt werden. Der Kehlbalken sollte dann jedoch möglichst ungedämmt sein, damit im Spitzboden eine höhere entstehen kann. Dieser muss dann auch nicht entlüftet werden.